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„Falscher Narrativ“

Die Wahrheit hat ihren Preis. Besonders innerhalb einer Kultur, der die Wahrheitsliebe verloren gegangen ist. Ein aktueller Fall aus Griechenland illustriert das. Vor einigen Monaten war der frühere Chef des griechischen Statistikamtes zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er die Wahrheit sagte. Andreas Georgiou hat nachgewiesen, dass das Haushaltsdefizit Griechenlands höher ist als die offiziellen Zahlen das angeben. Das passte der regierende Linkspartei Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras und anderen Gruppierungen überhaupt nicht. Deshalb wurde Georgiou als Staatsfeind hingestellt. „Das endgültige Ziel ist es, einen falschen politischen Narrativ zu schaffen, der die Schuld an der Krise auf einen Technokraten schiebt“, meint die Ökonomin Miranda Xafa.

Inzwischen kommt mehr und mehr Licht in das Dunkel. Etliche renommierte Volkswirtschaftler haben sich inzwischen hinter die Daten von Andreas Georgiou gestellt:

Die FAZ berichtete:

Georgiou war 2010 als Elstat-Chef berufen worden und hatte die zuvor falschen Defizit- und Schuldenangaben Griechenlands überarbeitet und nach oben korrigiert. Der Wert für das Defizit 2009 wurde von ihm von 13,6 auf 15,4 Prozent des BIP angehoben, vor allem, indem entsprechend der europäischen Regeln verlustbringende Staatsinstitutionen und Staatsunternehmen in die Rechnung einbezogen wurden. Inzwischen wurde Georgiou von zwei Gerichten in Athen wegen angeblicher Pflichtverletzung und angeblicher übler Nachrede verurteilt. Die von der Syriza-Regierung ernannte Generalanwältin des Landes fordert sogar eine lebenslange Haftstrafe für den früheren Chefstatistiker, weil er angeblich das Land in die Rezession und Schuldenkrise gerissen haben soll.

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VD: WR