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„Falsches Leben“ als Norm

Hans-Joachim Maaz war 28 Jahre lang Chefarzt einer psychosomatischen Klinik in Halle. Obgleich sie in der DDR offiziell verpönt war, wandte er sich früh der Psychoanalyse zu. In seinem 1990 erschienenen Buch „Der Gefühlsstau“ untersuchte Maaz den Einfluss staatlicher und familiärer Repression auf die Psyche der DDR-Menschen und diagnostizierte bei ihnen eine emotionale Verkrüppelung.

In einem Interview mit dem TAGESSPIEGEL kritisiert er nun die Vergesellschaftung der Erziehung in den Kindergärten. Zudem ist er der Auffassung, dass die ganze Gesellschaft in eine falsche Richtung läuft und spricht von Normopathie: Wenn die Fehlentwicklung des Einzelnen zu einem Massenphänomen wird, dann erscheint „falsches Leben“ als Norm.

Wenn die Fehlentwicklung des Einzelnen zu einem Massenphänomen wird, dann erscheint „falsches Leben“ als Norm. Heute ist die narzisstische Störung nahezu zur Bedingung geworden, um erfolgreich zu sein. Wenn etwa die Frühbetreuung von Kindern durch die Eltern für weniger wichtig gehalten wird als die Fremdbetreuung durch Kitas oder Krippen, dann halte ich das für absolut falsch. Es gibt Belege dafür, dass Kitas Kindern schaden.

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