Glänzendes System der Weltweisheit

Der Erlanger D. Thomasius schreibt in seiner Dogmengeschichte der Alten Kirche (Bd. 1, 1874, S. 85) über das 2. Jahrhundert:

„Es ist die religionsphilosophische Weltanschauung der Gebildeten jener Zeit des zu Ende gehenden Heidenthums, die in dem Gnosticismus an das Christenthum, von dessen Strahlen sie bereits berührt ist, herantritt, um es sich zu assimiliren; es sind die geistigen Mächte der außerchristlichen Welt, die das Christenthum in sich hereinziehen und umsetzen, umbilden möchten. Sie wollen es, seines geschichtlich-soteriologischen Charakters entkleidet, aus einer ethischen Heilsanstalt für die verlorene Welt in ein glänzendes System der Weltweisheit umsetzen, in der That aber verwandeln sie es in ein philosophisch-phantastisches Zerrbild, welches die sämmtlichen Grundlagen des Christenthums entweder ganz alterirt oder doch in ein falsches Licht stellt.“

Also: Nichts Neues unter Sonne!

Kommentare

  1. Theophil Isegrim meint

    In der Tat nichts Neues. Ich wundere mich nur, wie schnell sich die Gesellschaft verändert hat. Und viele Christen auch.

    Die spannende Frage für mich ist, wie konnte das Christentum überhaupt so erstarken. Das ist etwas, was ich mir gar nicht mehr vorstellen kann. Ich habe immer nur vor Augen, wie es von einem hohem Niveau sich abbaut und teilweise ganz verschwindet.

    Und auf der anderen Seite, wenn es so schnell wächst wie in Afrika oder China, die haben gar nicht genug geistlich reife Leiter, um das vernünftig voran zu bringen. Aber auch das ist nicht neu, wenn ich mir die Apostelgeschichte oder Briefe anschaue. Neue Gemeinde gegründet und schon kamen die Irrlehrer herbei.

    Das ist schon kraß, wie sehr das Christentum angefochten wird, sobald es erstarkt und sich dennoch durchsetzt. Wobei es in einigen Gegenden fast verschwunden ist (Türkei, Syrien etc.). Das gibt es leider auch.

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