Für ein Land wie Deutschland, dessen wichtigste Ressource Bildung ist, ist es selbstverständlich von enormer Bedeutung, dass Menschen gut ausgebildet werden. Tatsächlich schneidet das Land der Dichter und Denker im internationalen Vergleich schlecht ab. Es belegt Platz 21 im Bereich Lesen, Platz 25 im Bereich Mathematik und Platz 22 im Bereich Naturwissenschaften.
Professor Michael Sommer hat für DIE WELT beschrieben, was er im Hörsaal für Beobachtungen macht. 20 Prozent der Studenten sind wirklich gut. Sie werden das Studium meistern und sich später im Beruf bewähren. 20 Prozent der Studenten hätten nie an einer Hochschule ankommen dürfen. Und was ist mit dem Mittelfeld, also mit den verbleibenden 60 Prozent? Früher hat die Mitte alles in allem gut abgeliefert. Aber diese Mitte gibt es inzwischen nicht mehr.
Zitat:
Die neue Mitte ist eine andere. Es beginnt beim Elementaren. In Klausuren schreiben Studenten „warnehmen“ und „erklähren“. Du kriegst die Kriese, denke ich mir beim Korrigieren. Sind denn alle Opfer von „Schreiben nach Gehör“? Die neue Mitte kapituliert vor mittelschweren Texten. Schon so mancher hier veröffentlichte Artikel würde ihre Aufmerksamkeitsspanne überfordern. Dass sie den Zugang zu ideengeschichtlicher oder wissenschaftlicher Literatur finden, ist von diesen Studenten nicht zu erwarten. „Wir mussten ein ganzes Buch lesen“, drei Ausrufezeichen, hat vor drei Semestern ein Namenloser empört in die Kommentarspalte zu meiner Vorlesung geschrieben. Es handelte sich, wohlgemerkt, um eine Einführung ins Studium der Alten Geschichte auf Oberstufenniveau.
Wer wenig oder nicht liest, dessen Sprache verarmt – oder besser: Dessen Sprache ist ein Armutszeugnis, denn sie war ja nie reich. Allerweltswörter wie „allenthalben“ oder „ehedem“ kennen von zwanzig Studenten in einem Seminar vielleicht drei. Dafür kommt ihnen der gendersensible Glottisschlag unfallfrei über die Lippen. Die Sprache von Hausarbeiten ist normalerweise hölzern, bürokratisch, unidiomatisch. Eigentlich wünscht man sich, die Verfasser würden sich bei Gemini oder ChatGPT Hilfe holen. Dafür bräuchte es aber erst einmal das Bewusstsein, dass man sprachlich defizitär unterwegs ist.
Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.
Und wer liest in der Bibel (Psalm 1)?
Herr Dieterle, Ihre Kommentare triefen vor Bigotterie. Ich habe auch den Eindruck, dass Sie grundsätzlich keine Antworten auf irgendwelche Einwände geben.
@Claus
Stimme zu. Sehen Sie mal Ihre Doppelmoral auf Ihrer eigenen WebSeite:
„Aber zwischen gerecht werden (aus Gnade) und gerecht bleiben (durch Taten) besteht ein großer Unterschied!“
Was Sie mit der rechten Hand gegeben haben, nehmen Sie mit der Linken wieder weg.
NEIN! Die Erlösung ist vollständig oder gar nicht. Weg mit der versteckten Werkgerechtigkeit, die immer mehr Reformierte und Lutheraner ins Heil reinschmuggeln!
„Laue“ Christen werden NICHT ausgespuckt, denn dies bezieht sich auf die Gemeinde Laodicea im 1. Jh. Es gibt nämlich keine lauen Christen, es gibt nur Christen und Nicht-Christen.
Wer keine — OHA, bei Ihnen ist es schon REICHE (!) Frucht — ach, lesen Sie doch einmal die Bibel. Dort steht: Wer in mir bleibt, bringt … Seit wann kann sich denn eine Rebe vom Weinstock losreißen? Richtig: Wenn sie zu schwer wird, und nein, nicht einmal dann.
Sie haben ein anderes Evangelium. Oder besser: Sie haben KEIN Evangelium. Und Sie wollen „wachrütteln“? Schämen Sie sich!
Das ist das ganz normale Volk, das nun wegen Bologna-Reform auf der Berufshochschule gelandet ist, weil der Staat ja sonst im internationalen Wettbewerb um die meisten Absolventenzahlen schlechter abschneidet. Nach einer solchen Verschiebung werden jetzt nicht alle plötzlich „gebildeter“, sondern die Hochschule säuft eben unter das Niveau einer typischen Berufsschule ab. Unter – weil die richtigen Berufsschüler teilweise bessere Leistungen erbringen und dafür ggf. auch ganze Bücher lesen müssen: Der Erhalt eines Ausbildungsplatzes in immer anspruchsvoller werdenden Ausbildungsberufen ist nämlich – wie die anschließende Übernahme – an das fortwährende Erbringen tatsächlicher beruflicher Leistungen geknüpft. Während im reinen Schulbetrieb das Niveau beliebig sinken kann, wie zahlreiche privat betriebene Titelmühlen ja schon seit längerem unter Beweis stellen. Die Folge davon ist, dass Hochschulabsolventen immer länger auf Arbeitssuche sind. Es gibt inzwischen schlicht zu viele davon. Immer weniger Unternehmen sind bereit, Berufseinsteigern volle Gehälter zu zahlen, damit sie nach zwei Jahrzehnten ausschließlicher Beschulung das erste mal im Leben arbeiten dürfen. Mitarbeiter mit Berufsabschlüssen… Weiterlesen »
Diese Entwicklung in der Bildung war absehbar, hat auch mit der Digitalisierung zu tun.Inhalte müssen heute in Kurznachrichten kommuniziert werden und wenn bei Maybrit illner jemand einen Gedankengang länger wie 60 sec. ausbreiten will wird er unterbrochen. Und noch ein anderes Beispiel dazu: Stellen, die vor 40 Jahren von Industriekaufleuten besetzt waren sind heute Uniabgänger.
Apropos:
Bei den Legacy-Medien hängt wohl immer noch der komplett gescheiterten Idee an, man könne im akademischen Elfenbeinturm an Reißbrett eine „Rechtschreibung“ entwerfen und anschließend allen per amtlicher Verordnung überhelfen – so ungefähr wie das mit liberaler Theologie auch versucht wurde.
Wenn sich „warnehmen“, „erklähren“ und „Kriese“ bei Studienanfängern durchgesetzt haben, sind es in ein paar Jahrzehnten die üblichen Schreibweisen, die auch im Wörterbuch und damit auch in gängigen Bibelübersetzungen stehen. Dagegen werden die dann längst verstorbenen geburtenstarken 1950er-Jahrgänge auch nichts mehr tun.
Manche dieser Varianten sind auch gar nicht neu, sondern schon viele hundert Jahre alt. Gerade diese Beispiele sind ja „willkührliche“ Überbleibsel der 1901er- Einheitsortografie, welche die „Sprachwissenschaftler“ ja erfolgreich amtlich außer Kraft gesetzt haben. Das sind 100 % deutsche Akademiker, diese Entwicklung verursacht haben, nicht das böse Fußvolk.