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	Kommentare zu: Jesus starb für sein Volk	</title>
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	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
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		Von: Stephan		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 08:59:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der &quot;Antrieb&quot; des Kajaphas war ja ein rein weltlicher Anlass, siehe V48: 
&quot;Lassen wir ihn (Jesus) so fortfahren, so werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg.&quot;

Wenn alle an Jesus glauben würden, wer würde dann noch an die Priesterschaft glauben und finanzieren?
Den zweiten Teil des Satzes (ab Semikolon) würde ich als befürchtete Zerschlagung des Volkes Israels auslegen vom Vokabular und Kontext her - messianische Bewegungen waren ja durchaus dafür bekannt Unruhen zu stiften und wirkten destabilisierend auf die römische Besatzung. 
Andererseits könnte aber auch gemeint sein, dass der Priesterschaft Grund und Boden sowie Personal weggenommen würde, weil sie für die Römer in dem Moment nutzlos sind, in dem das Volk den Glauben (scheinbar) wechselt. Egal, welche Auslegung richtiger wäre: für die Priesterschaft wäre das gute Leben vorbei.

Hier und da scheint es göttlichen Humor zu geben: da spricht der Kajaphas etwas aus, getrieben von seinem möglichen persönlichen Schicksal in naher irdischer Zukunft, bedacht auf sein schönes bequemes Weiterleben, schiebt dabei das Schicksal des Volkes vor (und meint doch wohl sein eigenes), und tätigt damit unabsichtlich eine Prophezeihung die Ewigkeit betreffend, die ein wahrer Knüller ist.
Beim Lesen dieses Bibelabschnittes überkommt mich immer wieder ein Grinsen.

Nun bewerten alle vier Evangelien die Rolle des Kajaphas gleich, der es wohl auf 18 Jahre in seinem Amt brachte, gleichzeitig aber auch Schwiegersohn des Hannas war, der ebenfalls ca. 9 Jahre das Amt inne hatte, fünf seiner Söhne wurden ebenfalls Hohepriester. Heutzutage würde man von Seilschaften und Korruption sprechen, und die langen Amtszeiten deuten darauf hin, dass es mit den Römern zusammen ganz gut &quot;lief&quot;.

Eine erste &quot;Quittung&quot; kommt in Apg 4,4: 5000 gläubige Männer (zzgl. Frauen, Familien, ...) sind es schon, und dann müssen sie sich die Predigt des Petrus anhören. Und letztendlich bröckeln die eigenen Reihen und Leviten traten über (Apg 4, 36-37).

Noch ein paar Jahre mit rasch wechselnden Hohepriestern, und ca. 70 n.Chr. war es vorbei. Bis dahin hat der Überlieferung des Flavius Josephus nach noch ein anderer Sohn des Hannas den Jakobus hinrichten lassen, die Sippe war also durchaus Feind und Gegner der Christen.
Welch Ironie, dass dagegen Barabbas als Aufrührer bezeichnet wird, und letztlich waren es aufrührerische Aufstände, die zur Zerstörung des Tempels führten, und laut Mt 27,20 spielten die Hohenpriester eine wichtige Rolle als Drahtzieher zu dessen Freilassung - sie haben halt den falschen &quot;Sohn des Vaters&quot; gewählt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der &#8222;Antrieb&#8220; des Kajaphas war ja ein rein weltlicher Anlass, siehe V48:<br />
&#8222;Lassen wir ihn (Jesus) so fortfahren, so werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg.&#8220;</p>
<p>Wenn alle an Jesus glauben würden, wer würde dann noch an die Priesterschaft glauben und finanzieren?<br />
Den zweiten Teil des Satzes (ab Semikolon) würde ich als befürchtete Zerschlagung des Volkes Israels auslegen vom Vokabular und Kontext her &#8211; messianische Bewegungen waren ja durchaus dafür bekannt Unruhen zu stiften und wirkten destabilisierend auf die römische Besatzung.<br />
Andererseits könnte aber auch gemeint sein, dass der Priesterschaft Grund und Boden sowie Personal weggenommen würde, weil sie für die Römer in dem Moment nutzlos sind, in dem das Volk den Glauben (scheinbar) wechselt. Egal, welche Auslegung richtiger wäre: für die Priesterschaft wäre das gute Leben vorbei.</p>
<p>Hier und da scheint es göttlichen Humor zu geben: da spricht der Kajaphas etwas aus, getrieben von seinem möglichen persönlichen Schicksal in naher irdischer Zukunft, bedacht auf sein schönes bequemes Weiterleben, schiebt dabei das Schicksal des Volkes vor (und meint doch wohl sein eigenes), und tätigt damit unabsichtlich eine Prophezeihung die Ewigkeit betreffend, die ein wahrer Knüller ist.<br />
Beim Lesen dieses Bibelabschnittes überkommt mich immer wieder ein Grinsen.</p>
<p>Nun bewerten alle vier Evangelien die Rolle des Kajaphas gleich, der es wohl auf 18 Jahre in seinem Amt brachte, gleichzeitig aber auch Schwiegersohn des Hannas war, der ebenfalls ca. 9 Jahre das Amt inne hatte, fünf seiner Söhne wurden ebenfalls Hohepriester. Heutzutage würde man von Seilschaften und Korruption sprechen, und die langen Amtszeiten deuten darauf hin, dass es mit den Römern zusammen ganz gut &#8222;lief&#8220;.</p>
<p>Eine erste &#8222;Quittung&#8220; kommt in Apg 4,4: 5000 gläubige Männer (zzgl. Frauen, Familien, &#8230;) sind es schon, und dann müssen sie sich die Predigt des Petrus anhören. Und letztendlich bröckeln die eigenen Reihen und Leviten traten über (Apg 4, 36-37).</p>
<p>Noch ein paar Jahre mit rasch wechselnden Hohepriestern, und ca. 70 n.Chr. war es vorbei. Bis dahin hat der Überlieferung des Flavius Josephus nach noch ein anderer Sohn des Hannas den Jakobus hinrichten lassen, die Sippe war also durchaus Feind und Gegner der Christen.<br />
Welch Ironie, dass dagegen Barabbas als Aufrührer bezeichnet wird, und letztlich waren es aufrührerische Aufstände, die zur Zerstörung des Tempels führten, und laut Mt 27,20 spielten die Hohenpriester eine wichtige Rolle als Drahtzieher zu dessen Freilassung &#8211; sie haben halt den falschen &#8222;Sohn des Vaters&#8220; gewählt.</p>
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