Jesus und die Sünderin: Eine blasphemische Interpretation von Lk 7,36–50

Diese Bibelauslegung von Lukas 7,36–50 ist nicht nur unwissenschaftlich, lasziv und manipulativ, sie ist auch blasphemisch. Detaillierte Argumente liefere ich bei Bedarf.

Ich würde gern wissen, was TheoBlog-Leser über das „hermeneutische Cruising“ eines FeG-Pastors denken.

Also hier („Predigt“ beginnt ab Minute 27:46):

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Johannes Traichel

Als FeG Pastor bin ich über eine solche Rede erschüttert und verärgert.
Für mich ist dies Blasphemie!

Charly

Oh man …. (Hände über dem Kopf zusammenschlage)
Für mich ist das zu dumm, um noch blasphemisch zu sein.

Matze

Was ich mich gefragt habe: kann das nach all dem was man weiss überhaupt sein, dass im Judentum Erotik in der Öffentlichkeit so gezeigt wurde (viele Menschen im Raum, Jesus als religiöse Persönlichkeit usw.)?

FrankS

In einer Predigt Schlüsse zu ziehen, die auf einer in der Forschung (historisch-kritische Methoden?) mal irgendwo erwähnten, möglichen Andeutung beruhen, wirkt nicht nur beim Lesen dieses Satzes hier etwas fadenscheinig. Man nimmt etwas an, was irgendwer mal in den Text hineingelegt hat und unterstellt dann allen Handelnden entsprechende Absichten. Im Grunde hängt die Predigt ohne jede Grundlage in der Luft. Sie ist frei von jeder biblischen Basis.

Das der Prediger diverse Bereiche der Sexualität und deren mehrfache und ausdrückliche Bewertung seitens Gottes schlicht außer Acht lässt, muss wohl nicht erwähnt werden.

Ich hoffe wirklich, dass der Prediger das von ihm selbst erwünschte Feedback aus seiner Gemeinde bekommt, ausführlich und konstruktiv.

Udo

Wer sich vom Zeitgeist und von moderner „Forschungsliteratur“ inspirieren lässt, anstatt vom Heiligen Geist, wird sich hilflos verirren. Wer so etwas dann auch noch veröffentlicht, anstatt mit der Predigt „eindeutiges und wegweisendes Glaubenszeugnis“ zu fördern, führt Menschen in die Irre und lädt beträchtliche Schuld auf sich. In diesem Fall wäre nun die FeG Bundesleitung gefordert. Aber wahrscheinlich wird sie sich wegducken? Dass solche „progressiven“ Gedanken aus der FeG Fischbacherberg kommen, wundert mich nicht. Dort leugnet man z. B. auch die Jungfrauengeburt. Entkernte und sinnentleerte „Theologie“ gibt es eben mittlerweile überall und eine Gemeinde, die ihre Bibel nicht mehr kennt, merkt anscheinend kaum noch, was für ein Müll da teilweise von den Kanzeln herab verteilt wird. Einer freut sich darüber besonders: Willkommen auf dem „Highway to hell“.

Asaph

Das Video ist offenbar offline.

Charly

In der darauf folgenden Woche hat sich dieser „Prediger“, vor der Fortsetzung seiner Predigtreihe, für seine Wortwahl, nicht aber für den Inhalt seiner „Predigt“ entschuldigt.
Ich meine, er gehört erst einmal vom Predigtdienst suspendiert, bis er aufzeigt, dass er verstanden hat, was Bibelauslegung und was nur perverse Fantasien sind.

Hier ab Min 23:

https://www.youtube.com/watch?v=MZ56MG-FlMA

Udo

Noch ein Zitat aus einem Blogbeitrag von Hanniel Strebel (auch ein lesenswerter Blog). Zwar zu einem anderen Thema, aber auch hier passend:
„Immer diese Kritik. Können denn die Konservativen nichts stehen lassen?
Richtig, Kritik ist angebracht. Sogar noch mehr als Kritik: Wir sollen kämpfen und Menschen aus dem Feuer retten (Judas 3 & 23) Es geht um das Eingemachte. In den letzten Jahren wurde in theologischen Seminaren viel Unfug gelehrt. Es wurden weder Lehrverfahren eingeleitet noch wurde in Gemeinden klar Stellung bezogen. Um des lieben Friedens willen schwieg man lieber.“
Es geht wirklich ums Eingemachte, deshalb ist auch der sachliche aber auch scharfe Disput so nötig.
: Genau, das Wesentliche wollen wir nicht vergessen! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Schlotti

@Charly Vielen Dank für den Link zur Audio. Ich war zu spät dran, um die „Predigt“ auf youtube zu sehen. Mir fehlen da wirklich die Worte, nachdem ich das gehört habe. Was will man da noch sagen? Das hat wirklich nichts mehr mit einer Auslegung zu tun, die auch nur ansatzweise dem Text gerecht werden will. Interessant auch zum Ende. Der „Prediger“ sagt, vielleicht wäre er der Frau dem Text usw. nicht ganz gerecht geworden. Lädt zum Gespräch ein. Aber natürlich nicht, um ihn zu überzeugen, er habe den Text falsch ausgelegt und angewandt. Das kann man sich, so sagt er klar, sparen. Es geht ums Gespräch, den Austausch. Tut mir leid, aber da kann man nur sagen: bla, bla, bla. Am Ende lädt der Text nur zum Gespräch ein. Also wie man selbst ihn versteht, wie andere ihn verstehen usw. Das ist schlicht hermeneutische Selbstaufgabe. Die Bibel ist nur noch Gesprächspartner oder besser, sie bietet ein Gesprächsangebot. Sie ist… Weiterlesen »

Last edited 9 Tage zuvor by Schlotti
David

Puh… starker Tobak! Passt leider; ich kenne Leute, die in diese Gemeinde gehen, weil sie einige althergebrachte Normen nicht akzeptieren wollen und das dort kein Problem zu sein scheint.

In dem Zusammenhang mal eine etwas provokante, aber nicht böse gemeinte Frage: woher weiß ich, was beim Label „FeG“ im Paket drin ist?
Ich weiß von zwei, drei FeGs, die eher emergent-diskursiv unterwegs sind und von anderen, die fest am Anspruch festhalten, dass die Bibel Gottes feststehendes Wort ist.

Sollte man sich da nicht besser trennen? Oder zumindest irgendwie Klarheit schaffen…

Matze

@David_
Dazu gibt es jetzt bei der FeG einen konservativen Arbeitskreis, zu dessen ersten Themenabend Dr. Markus Till einen bemerkenswerten Vortrag gehalten hat der u.a. über Bibel und Bekenntnis abrufbar ist. Nachdem schon länger einen ähnlichen Arbeitskreis bei den Methodisten gibt fehlt dieser,wenn man die 3 großen klassischen Freikirchen anschaut, nur noch bei den Baptisten :-). Dort soll es ja in den letzten Jahren einige Austritte von konservativen Gemeinden gegeben haben

Last edited 9 Tage zuvor by Ron
Schlotti

@Matze Ich glaube nicht, dass ein solcher Kreis bei den Bapis etwas nützen würde. Es geht ja nicht nur um die einzelnen Gemeinden, sondern auch die jeweiligen Ausbildungsstätten der verschiedenen Bünde. Was Ewersbach angeht, kann ich nichts sagen, weil ich da überhaupt keinen Einblick habe. Zum Seminar der Baptisten in Elstal kannst du eigentlich niemanden hinschicken, dem sein Glaube lieb ist. Eine kurze, wahre Anekdote. Vor Jahren war ich auf einem Bundesrat der EFGs in Kassel. Dort wurde eine neue Gemeinde in den Bund aufgenommen. Anscheinend haben die Vertreter dieser neu aufgenommenen Gemeinde in einer Pause gehört, in Elstal würde kritische Theologie gelehrt. Also haben sie öffentlich (!) den Antrag an den Bundesrat gestellt, der Bund solle sich von der kritischen Theologie distanzieren oder so ähnlich. Herrlich! 🙂 Ich fand das zwar naiv, aber total super. In einer weiteren Pause haben dann aber wohl Vertreter des Bundes mit den Delegierten der neuen Gemeinde gesprochen. Die haben dann wiederum öffentlich den… Weiterlesen »

Last edited 9 Tage zuvor by Schlotti
Matze

Hallo@Schlotti,
auch bei den Baptisten gibt es immer noch konservative Kräfte und warum soll sich da nicht auch so ein Kreis bilden können? Es kann ja sein, dass dies zahlenmäßig nicht groß sein wird aber das waren die entsprechenden Kreise zur charismatischen Erneuerung, die sich vor Jahrzehnten auch in den Freikirchen gebildet haben, auch nicht

Helge Beck

Ab wann ist Interpretation blasphemisch? Gibt es da eine Blasphemieskala 1-10, gelbe oder rote Karten?

Severin

@Schlotti: Ja, das ist mir auch aufgefallen. Wie genau soll man sich denn solch ein „offenes miteinander reden“ vorstellen müssen?

Hier eine kurze Mitschrift, für alle, welche das Hören der Aufnahmen bereits frühzeitig abgebrochen haben.

[…] ins Gespräch zu gehen mit anderen und sehr, sehr gern auch mit mir. Ausser – Klammer auf – du willst mich und andere nur davon überzeugen, wie falsch das doch alles ist und wie daneben ich doch damit liege. Dann spar dir die Kraft gerne, das hilft niemandem. Aber wir können gerne offen miteinander reden. […] Gott segne dich, wie immer du auch liebst.

Waldemar

@Helge Beck: Eine Interpretation ist spätestens dann blasphemisch, wenn Jesus Christus vorgeworfen wird, sich mit einer Prostituierten auf ein sexuell verwerfliches Intermezzo eingelassen zu haben.

David

@Matze und Schlotti: danke für die Hinweise.

Mir ist bekannt, dass die Eigenständigkeit der Ortsgemeinde wichtig ist, aber was für einen Sinn ergibt es, bei solchen Differenzen einem Bund anzugehören?

Ich werde als Schalkefan nicht beim BVB Mitglied und als Freund von Atomkraftwerken nicht bei den Grünen eintreten (selbst wenn man es versuchte, würde man scheitern oder später rausfliegen).

Und wenn ich in einem Zusammenschluss mit einem wäre, der das sagt, was dieser Mann gesagt hat, dann würde ich darauf dringen, dass er ihn verlässt oder ihn selbst verlassen, wenn das nicht erfolgt.

PS: Ich bin nicht David D. 🙂

Last edited 6 Tage zuvor by Ron
Helge Beck

Danke Waldemar. Gestatte mir die Frage zur Interpretation der mystischen Hochzeit „Heirat der Kirche mit Jesus“ wie sie im Christentum zu finden ist. Ist diese nicht auch blasphemisch wg. Polygamie?

Matze

@David
Die Bildung von konservativen Arbeitskreisen wie auch E 21 und Bibel und Bekenntnis ist ja nur ein Teil der Wahrheit und der Versuch die Denominationen zusammenzuhalten. Auf der anderen Seite gibt es viele Austritte von Bibeltreuen und freie konservative Gemeinden wachsen teilweise stark. Wenn der Trend weiter anhält und das theologische Spektrum bei den Evangelikalen weiter auseinanderdriftet werden die konservativen Arbeitskreise die Entwicklung des dann notwendigen Austritts aus EAD Kirchen und Gemeinden nicht bremsen können

Matze

@ David
Sorry, Tippfehler nach deinem Namen

Waldemar

@Helge Beck: Die Vereinigung von Jesus und den Gläubigen ist auch im biblischen Bild keine Polygamie, weil das gesamte Volk Gottes als eine Braut bezeichnet wird. Jesus „heiratet“ nicht jeden einzelnen Gläubigen, sondern sein Eigentumsvolk. Dabei ist das Braut-Bräutigam-Bild ein Vergleich, um die Tragweite der Liebe und Annahme Gottes zu erfassen. Darum deutet Paulus richtigerweise die irdische Ehe auf die Beziehung zwischen Christus und Gemeinde.

Helge Beck

Vielen Dank Waldemar für die Klarstellung. Was hältst du davon „Sie erhielt den schearzen Schleier und darauf eine Krone aus weißen Rosen, die symbolisch für eine Braut Christi stehen und die nun für immer ihrem Bräutigam Jesus folgt.“

https://tudomine.wordpress.com/2017/12/14/braeute-christi/

Lars

Der FeG-Pastorendarsteller hat 2019 den „Schleiermacher Predigtpreis“ erhalten …

https://www.sebastianrink.de/vita/

Jutta

https://www.idea.de/spektrum/freikirchlicher-pastor-entschuldigt-sich-fuer-misslungene-predigt

Helge Beck: was versprechen Sie sich eigentlich von Ihren „provokativen“ Einwürfen?
Darf ich ganz offen sein? Manche sind so dummdreist – die kann man leider gar nicht ernst nehmen … sondern nur noch den Kopf schütteln .. schade. Sie vertun eine große Chance. Hier kommentieren viele richtig gute und kluge und freundliche Leute, die Ahnung haben … sowohl theologisch als auch philosophisch.

Charly

Zitat aus dem idea-Artikel: „Um Missverständnisse zu vermeiden, habe er die Predigt bereits aus dem Internet genommen, bevor es Kritik daran gegeben habe, sagte er der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.“
Hmmm, was ja nun mal schlicht nicht stimmt, wie man es hier ja gut nachvollziehen kann 😉

Waldemar

@Helge Beck: Was ich davon halte? Rein gar nichts.

Helge Beck

Das ist also auch nicht blasphemisch, Waldemar?

Asaph

Troll.