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Kann denn Liebe Sünde sein?

Die Öffnung der Familie für die Ehe für alle wird im persönlichen Gespräch oder auch in Talkshows gern mit dem Argument verteidigt, dass sich die Gesetzgebung an die gesellschaftlichen Realitäten anzupassen habe und ein Staat der Liebe nicht im Weg stehen dürfe. Die persönlichen Empfindungen werden zum Maßstab für rechtes Handeln erklärt. Insofern überrascht es nicht, dass es vereinzelt eine Solidarisierung mit Menschen gibt, die sich selbst heiraten (siehe den Beitrag zur Sologamy).

Ein Trend, der mit dieser narzisstischen Kultur zusammenhängt, ist die Autosexualität. Autosexualität bezeichnet eine Person, die sich sexuell zu sich selbst hingezogen fühlt und sich meist auch allein sexuell befriedigt (insofern sie nicht asexuell ist). Es gibt eine wachsende autosexuelle Community.

THE GUARDIAN hat mit einem Autosexuellen gesprochen:

Warte. Wer ist in dich verliebt? Ich selbst bin in mich verliebt.

Was? Meine Orientierung ist zufällig autosexuell.

Was meinst du damit? Wie ein sexy Roboter? Nein, nicht wie ein sexy Roboter.

Oder bedeutet das, dass man von Autos erregt wird, wie Jeremy Clarkson? Es bedeutet, dass ich mich sexuell zu mir selbst hingezogen fühle.

Wie funktioniert das überhaupt? Nun, normalerweise fange ich damit an, ein paar Kerzen anzuzünden und zu überprüfen, ob ich frische Batterien habe. Dann …

Ich fürchte, die Unterscheidung ist mir abhanden gekommen. Du könntest zum Beispiel von deiner eigenen Nacktheit angetan sein. In meinem Fall bin ich auch autoromantisch – ich liebe mich selbst buchstäblich.

Wovon redest du da? Ich meine, ich bekomme Schmetterlinge im Bauch, wenn ich an mich denke.

Hier das vollständige Interview: www.theguardian.com.