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Krippensong

Wer hat folgenden Satz gesagt? „Keine Mutter kann ihrem Kind das bieten, was eine Krippe bietet?“ Nein, der Satz stammt nicht aus der aktiven Zeit der DDR-Bildungsministerin Margot Honecker, sondern von ihrer bundesrepublikanischen Amtskollegin aus Rheinland-Pfalz, Vera Reiß (SPD). In der Debatte um das Betreuungsgeld sind sich alle verdächtig einig. Eigentlich erstaunlich, wenn die Quintessenz die ist, dass Kinder mit ihren Eltern möglichst wenig zu tun haben sollen.

Hier ein guter Kommentar von Michael Hanfeld:

Denn von links bis neoliberal: Alle drängen zur Krippe, am besten zu einer, die vierundzwanzig Stunden am Tag aufhat. Und das Betreuungsgeld? Finanziell gut Situierte brauchen es nicht und kassieren nur ab, die nicht so gut Betuchten scheinen als Erzieher zu wenig geeignet, sie eröffnen ihren Kindern ja kaum Chancen auf Bildung und auf dem Arbeitsmarkt! Es ist schon erstaunlich, auf welch eindeutige ideologische Stoßrichtung sich hier Gruppierungen verständigen, die einander sonst spinnefeind sind. Die Krippe ist ein Menetekel der Frauenrechte und der Gleichberechtigung oder aber des zu hundertfünfzig Prozent jederzeit und überall verfügbaren, sich selbst und seine Familie optimierenden Mitarbeiters.

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VD: AW