Kultur des Todes (13): Evangelische Theologen für Sterbehilfe

Kirchlich-diakonische Einrichtungen sollen bestmögliche Palliativversorgung gewährleisten, sich aber dem Suizid nicht verweigern und Sterbewillige beraten, unterstützen und begleiten. Das fordern evangelische Theologen. Die FAZ meldet: 

Namhafte Repräsentanten der evangelischen Kirche wie der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und der Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie, werben für die Möglichkeit eines assistierten professionellen Suizids in kirchlich-diakonischen Einrichtungen. 

In einer Stellungnahme, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Montagsausgabe) exklusiv vorliegt, heißt es, kirchliche Einrichtungen sollten eine bestmögliche medizinische und pflegerische Palliativversorgung sicherstellen. Zugleich dürften sie sich dem freiverantwortlichen Wunsch einer Person nicht verweigern, ihrem Leben mit ärztlicher Hilfe ein Ende zu setzen. […] Kirchliche Einrichtungen müssten Orte sein, in denen Suizid auf „sichere und nicht qualvolle Weise“ vollzogen werden könne.

Ist das nicht bitter?

Hier: www.faz.net.

VD: TJ

Ähnliche Beiträge:

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

Die Daten werden gemäß der Datenschutzhinweise gespeichert.

zu Datenschutz

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

9 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Jutta

Ich wundere mich über gar nichts mehr.
Da werden andere Theologen, egal welcher Couleur nachziehen .. damit die Menschen hören dürfen, nach dem ihnen die Ohren jucken.
GOTT richtet die Scheinwerfer immer klarer auf die Verderbtheit vor allem in sogenannten christlichen Kreisen.

Vielleicht mag sich jemand das Drama von Schirach „Gott“ anschauen.
Als diese Juristin erwähnte, was im GG über die Anbindung an Gott, der mit hineingenommen wurde, weil es etwas Größeres als den Menschen geben muss, ausführte, habe ich gestutzt und habe empfunden, dass dieser Gott nicht der Gott der Bibel ist .. aber vielleicht spinne ich ja manchmal …

https://www.daserste.de/unterhaltung/film/gott-von-ferdinand-von-schirach/index.html

Last edited 9 Tage zuvor by Jutta
Matze

@Hallo Jutta, von einer Bevölkerung von 50,8 Mio. 1950 in der Bundesrepublik haben 48,7 Mio. den beiden großen Kirchen und den Freikirchen angehört. Deshalb denke ich schon, dass den Vätern des Grundgesetzes zumindest in großen Teilen bewusst war, dass das Gottesverständnis sich auf den Gott der Bibel bezog. Zudem hat eine Rolle gespielt, dass die Nazis Herr über Leben und Tod sein wollten. Ich erinnere mich, dass es, ich denke vor ca.30-40 Jahren, immer wieder Diskussionen in der Republik wegen dem Thema Euthanasie gab. So wurde da ganz klar formuliert, dass wir nie den Eindruck aufkommen lassen dürfen, dass die Alten in unserem Land aus was für Gründen auch immer aus dem Leben scheiden zu haben, weil sie eine Last darstellen. Es gab damals z.B.massiven Widerstand gegen einen jungen CDU Abgeordneten, dessen Name mir nicht mehr einfällt, der ein Höchstalter für die OP eines künstlichen Hüftgelenkes festlegen wollte. Dies wurde damals auch auch aus diesem Grund als massivst unethisch bekämpft.… Weiterlesen »

FrankS

Seit dem Urteil vom 26.02.2020* sehe ich der weiteren Entwicklung in diesem Bereich mehr denn je skeptisch entgegen. In jedem Fall ist die Entwicklung konsequent, darüber muss man wohl nicht streiten. Sie trägt der fortschreitenden Entfernung vom christlichen Fundament Rechnung.

* Das Urteil vom 26. Februar 2020 – TheoBlog.de

Udo

Menschlich ist das verständlich, dass ein Sterbenskranker, der von kaum auszuhaltenden Schmerzen geplagt ist, seinem Leben ein Ende setzen will. Wo kann da Hoffnung, Beistand und Hilfe herkommen? Sie kommt von Jesus Christus, der mich im Leben und im Sterben trägt, der mich auch in den schwersten Stunden nicht allein lässt, wenn ich mich ihm anvertraue und ihn Herr über mein Leben sein lasse. Wie traurig und arm ist eine Kirche, die den Menschen auf dem Weg in den Abgrund noch die Tür aufhält, anstatt sie festzuhalten und diese Hoffnung zu verkündigen.

Ronny

Das ist ein sehr schwieriges Thema. Ein Fluch und Segen ist die moderne Medizin. Durch sie ist es möglich das Leben künstlich zu verlängern. Ich war erstaunt als ich das erste mal mein Oma an einem Dialysegerät sah. Welche erstaunliche Technik ihr Blut zu reinigen. Auch hatte sie eine Herzklappe bekommen. Viele Eingriffe die ihr Leben für paar Monate (bei anderen Jahre) verlängert hat. Doch auch die Nebenwirkungen musste sie zu spüren bekommen. Am Ende war der Wunsch zu sterben größer als zu überleben. Sie hat jegliche medizinische Behandlungen abgebrochen. Es hat dann keine 2 Wochen mehr gedauert bis sie gestorben ist. Sie hat vorher mit uns darüber gesprochen, dass sie ihre Behandlung abbricht und wollte unseren „Segen“ dafür. Den hat sie natürlich bekommen. Gott sei Dank war die schwierige Zeit im Angesicht des Todes der Auslöser mehr über den Glauben ihrer Enkel zu erfahren. Mein Cousin hat sie im Pflegeheim sogar noch getauft. Was ich damit sagen will. Es… Weiterlesen »

Jutta

Ich erinnere mich, als ich eine Sterbebegleitungsausbildung beim Hospiz in meiner Heimatstadt gemacht habe, an die damalige Ärztin, die uns unterrichtet hat, darüber, wie das Sterben körperlich vor sich geht. Sie erzählte von ihren Großeltern, die gespürt hatten, dass es bald zu Ende geht und sich ins Bett gelegt haben, und sich noch von allen verabschiedet haben und dann friedlich gestorben sind. Das fand ich beeindruckend und das wünsche ich mir für meine Eltern und für mich selbst auch. Und dann noch im Glauben. Was mich auch tröstet, was, und das habe ich in einem Buch über das Sterben auch gefunden, dass die „final“ Sterbenden die Schmerzen gar nicht mehr spüren, der Körper spürt das noch, aber sie selbst, der Geist/die Seele sind schon woanders. Sie sagte auch, das schwere Röcheln, vor dem letzten Atemzug … das tut denen nicht weh, aber uns … Wir bzw unsere Gesellschaft haben das Sterben verlernt und somit auch das Leben. Die Kirchen …… Weiterlesen »

Matze

Was ist da eigentlich gerade in der EKD los? Zuerst das mit der Sterbehilfe und nun die Klage der BEK gegen Olaf Latzel aus dem Mai, die jetzt bekannt geworden ist.
Da fehlen mir echt die Worte und mir fallen dazu eigentlich nur endzeitliche Begrifflichkeiten ein

Theophil Isegrim

Ich bin der Meinung die „namhaften Repräsentaten der evangelischen Kirche“ sollten nicht nur reden, sondern einmal mutig als Beispiel voran gehen. Dann blieben uns in Zukunft öffentliche Äußerungen von diesen erspart.