Lexikon zu Glaube und Wissenschaft

Nachfolgend ein Buchhinweis aus Glauben und Denken heute 1/2017:

  • Paul Copan; Tremper Longman III; Christopher L. Reese; Michael G. Strauss (Hrsg.), Dictionary of Christianity and Science: The Definitive Reference for the Intersection of Christian Faith and Contemporary Science, Grand Rapids (Michigan): Zondervan, 2017. ISBN-10: 0310496055. 704 S., ca. 46,00 Euro

Dictionary bDas Lexikon für Christentum und Wissenschaft enthält mehr als 450 Einträge zu Schlüsselbegriffen, Theorien, Persönlichkeiten, Bewegungen und Debatten rund um Themen über den christlichen Glauben und die Wissenschaft. Geschrieben wurden die Artikel von über 150 internationalen Fachleuten, darunter Winfried Corduan, William Lane Craig, William A. Dembski, Douglas Groothius, Angus Menuge oder Peter S. Williams.

Die Einträge reichen von kurzen Artikeln wie „Abtreibung“ (Francis J. Beckwith), „Benjamin Libet“ (C. Eric Jones) oder „Intelligent Design“ (William A. Dembski) bis hin zu großen Themen wie „Adam und Eva“ oder „Evolution“. Bei kontroversen Themenstellungen werden verschiedene Sichtweisen nebeneinandergestellt. So verteidigt Todd S. Bell die Auffassung, dass Adam und Eva als historische Personen explizit von Gott geschaffen worden sind (S. 19–23). Tremper Longman III befürwortet hingegen die Sichtweise, die heilsgeschichtliche Theologie kollabiere nicht, falls Adam und Eva keine historischen Figuren waren (S. 23–27). Bei der Interpretation neutestamentlicher Verweise auf Adam (vgl. Röm 5) seien wir nicht darauf angewiesen, primitive Lesarten der Urgeschichte in Anspruch zu nehmen (Logmann III beruft sich auf James Dunn).

Die gegensätzlichen Sichtweisen werden nicht „ausgefochten“, sondern wirklich nur gegenübergestellt. Das kann Leser einerseits frustrieren, andererseits kommt man auf diese Weise zu einer authentischen Darstellung der jeweiligen Position und kann eigene, vertiefende Standpunkte entwickeln.

Das Lexikon für Christentum und Wissenschaft ist damit ein hervorragendes Hilfsmittel für Pastoren oder Dozenten, die sich einen Überblick über die aktuellen Positionen und Debatten rund um Glaube und Wissenschaft verschaffen wollen. Die genannte weiterführende Literatur ist aktuell, so dass der Pfad für notwendige weiterführende Studien geebnet ist. K. Scott Oliphint bemerkt in seiner Buchempfehlung treffend: „Der Band ist ein Ort, um zu starten, wenn Fragen bezüglich dem Verhältnis von Christentum und Wissenschaft aufkommen“.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Nur eine Bemerkung am Rande:

    Bei der Interpretation neutestamentlicher Verweise auf Adam (vgl. Röm 5) seien wir nicht darauf angewiesen, primitive Lesarten der Urgeschichte in Anspruch zu nehmen.

    Was ist eine „primitive Lesart der Urgeschichte“? Die Märchen aus Genesis 1-3? Jahwist und Eohist?

    Allerdings sind wir beim Nachdenken über das Wort Gottes auch nicht auf die primitiven Vorstellungen moderner Theologen angewiesen, die Gottes Wort vor dem beschränkten Horizont ihres geozentrisch-geistigen Koordinatensystems interpretieren.

    Ist im Wort Gottes Adam als Mensch bezeichnet, so ist jeder Versuch, dies infrage zu stellen, dasselbe, wie Gott einen Lügner zu heißen.

    So ein Unsinn kann nur akademischen Gedankenverwaltern einfallen, wie sie im Zuge der Liberaltheologie aufgekommen sind. So hat in der Antike niemand gedacht.

    So wird die heilsgeschichtliche Theologie ganz sicher nicht am Unglauben derer scheitern, die diesen Unglauben als gelehrte Theologie ausgeben; sie gerät aber in ernsthafte Gefahr, wenn ihren Hirngespinsten mediokre Geister nachfolgen, die dann die Büchertische füllen, aus deren Überfülle sich die „Normalos“ bedienen müssen. Denn dass sich der Unglaube bis in die höchsten Intelligenzkreise hinein bewegen kann, um sich dort als Wissenschaft auszugeben, ist ja kein Geheimnis.

  2. Jutta meint:

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