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Markus Gabriel: Das Ringen um die Wahrheit kehrt zurück

Denken beweist für Markus Gabriel seinen Sinn, wenn es sich in ein kritisches Verhältnis zu Gegenwart und Vergangenheit setzt. Und so geht es dem Bonner Philosophen nicht um die Demontage von Wahrheitsansprüchen, wie sie noch ein bis zwei Generation vor ihm bei den Denkern der Postmoderne von Foucault bis Derrida praktiziert wurde, sondern um eine neue realistische Philosophie. 

Der DLF stellt sein neues Buch Denken als sechster Sinn vor uns lässt den Philosophen selbst zu Wort kommen:

„Die meisten verbinden das Wort Realismus bis heute mit genau jener Annahme einer bewusstseinsunabhängigen Außenwelt. Der Neue Realismus korrigiert das und sagt, warum sollte denn von dem, was offensichtlich existiert und wozu wir selber als geistige Lebewesen gehören, aber auch Sterne und Tische, warum sollte im Gefüge dessen, was offensichtlich existiert, unsereiner besonders unwichtig sein? Also dreht der neue Realismus jetzt die Perspektive um und behauptet erstens: Wir können die Wirklichkeit so erkennen, wie sie ist. Zweitens: Unsere Erkenntnis der Wirklichkeit ist so wirklich wie alles andere und drittens: Die Wirklichkeit ist kein singulärer Gegenstand, in dem Slogan ausgedrückt „die Welt gibt es nicht“. Es gibt also, wenn man so will, viele Wirklichkeiten und nicht eine. Das sind die Grundthesen des neuen Realismus.“

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