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	Kommentare zu: Mattson und Eglinton reden über  Bavinck	</title>
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	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
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		<title>
		Von: Clemens Altenberg		</title>
		<link>https://theoblog.de/mattson-und-eglinton-reden-ueber-bavinck/36359/comment-page-1/#comment-88216</link>

		<dc:creator><![CDATA[Clemens Altenberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Apr 2021 18:25:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bin gerade zufällig auf etwas gestoßen. Nietzsche an den dänischen Gelehrten Brandes über Ecce homo: 

&quot;Das Buch ... ist ein Attentat ohne die geringste Rücksicht auf den Gekreuzigten; es endet in Donnern und Wetterschlägen gegen alles, was christlich ist ... Ich schwöre Ihnen zu, dass wir in zwei Jahren die ganze Erde in Konvulsionen haben werden. Ich bin ein Verhängnis.&quot;

Der schärfste intellektuelle Angriff auf den christlichen Glauben ist nicht von links gekommen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bin gerade zufällig auf etwas gestoßen. Nietzsche an den dänischen Gelehrten Brandes über Ecce homo: </p>
<p>&#8222;Das Buch &#8230; ist ein Attentat ohne die geringste Rücksicht auf den Gekreuzigten; es endet in Donnern und Wetterschlägen gegen alles, was christlich ist &#8230; Ich schwöre Ihnen zu, dass wir in zwei Jahren die ganze Erde in Konvulsionen haben werden. Ich bin ein Verhängnis.&#8220;</p>
<p>Der schärfste intellektuelle Angriff auf den christlichen Glauben ist nicht von links gekommen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Clemens Altenberg		</title>
		<link>https://theoblog.de/mattson-und-eglinton-reden-ueber-bavinck/36359/comment-page-1/#comment-88156</link>

		<dc:creator><![CDATA[Clemens Altenberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Mar 2021 22:44:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#160;
Nietzsches Jesus ist im Grunde der Jesus der Bergpredigt, der Jesus der die Abgehängten darauf vertröstet, dass sie durch den Glauben an ihn im Jenseits die Ersten sein werden. Das ist nicht der ganze Jesus, aber kein falscher. Nietzsche steht für eine auf das Diesseits bezogene Selbstoptimierung, für den Kampf hier und jetzt zu den Ersten zu gehören. Den Glauben, dass man sich nicht selbst retten kann, sondern auf ein göttliches Selbstopfer angewiesen ist nannte er „tiefstes Heidentum“.
Als Nietzsches skandalöseste Aussage im Antichrist gilt doch diese:

”Unser ganzer Begriff, unser Cultur-Begriff ‘Geist’ hat in der Welt, in der Jesus lebt, gar keinen Sinn. Mit der Strenge des Physiologen gesprochen, wäre hier ein ganz andres Wort eher noch am Platz: das Wort Idiot.”

Idiot war damals nicht das Schimpfwort, das es heute ist, aber als Kompliment war es von Nietzsche sicher nicht gemeint.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />
Nietzsches Jesus ist im Grunde der Jesus der Bergpredigt, der Jesus der die Abgehängten darauf vertröstet, dass sie durch den Glauben an ihn im Jenseits die Ersten sein werden. Das ist nicht der ganze Jesus, aber kein falscher. Nietzsche steht für eine auf das Diesseits bezogene Selbstoptimierung, für den Kampf hier und jetzt zu den Ersten zu gehören. Den Glauben, dass man sich nicht selbst retten kann, sondern auf ein göttliches Selbstopfer angewiesen ist nannte er „tiefstes Heidentum“.<br />
Als Nietzsches skandalöseste Aussage im Antichrist gilt doch diese:</p>
<p>”Unser ganzer Begriff, unser Cultur-Begriff ‘Geist’ hat in der Welt, in der Jesus lebt, gar keinen Sinn. Mit der Strenge des Physiologen gesprochen, wäre hier ein ganz andres Wort eher noch am Platz: das Wort Idiot.”</p>
<p>Idiot war damals nicht das Schimpfwort, das es heute ist, aber als Kompliment war es von Nietzsche sicher nicht gemeint.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Peter Gast		</title>
		<link>https://theoblog.de/mattson-und-eglinton-reden-ueber-bavinck/36359/comment-page-1/#comment-88154</link>

		<dc:creator><![CDATA[Peter Gast]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 18:20:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[@Ron Kubsch	

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. 

Sie schreiben: 

&lt;blockquote&gt;Nietzsche geht ja (durch den Einfluss von Baur, Overbeck, Tolstoi?) davon aus, dass der Jesus des NTs eine Entstellung ist. Er suchte den historischen Jesus hinter den Texten der Heiligen Schrift. Der Jesus eines Paulus oder Johannes hat also für ihn mit dem historischen Jesus wenig zu tun, sondern ist eine Erfindung des Christentums.&lt;/blockquote&gt;
Das sehe ich auch so. Aber wie Albert Schweitzer schon so schön schrieb, mündeten diese Versuche der historischen Präzisierung der Gestalt Jesu immer in einen Pygmalion-Effekt: Die Historiker erschufen sich einen Jesus nach ihrem Bild. Dies kann man sicher auch Nietzsche vorwerfen. 

Allerdings bemerkt Nietzsche - meiner Ansicht nach - zu recht, dass der Jesus des NT ebenfalls eine menschliche Konstruktion sei. Was auch sonst. Sie werden sicher nicht behaupten, das NT enthielte eine vollkommen erschöpfende und perfekte Beschreibung der historischen Realität.   

Sie schreiben weiter Nietzsches Kritik selbst zitierend: 

&lt;blockquote&gt;Ich sehe das eben anders. Ich denke, dass Jesus (gegen Nietzsche) sehr wohl etwas mit dem Konzept von Sünde und Schuld anfangen konnte. Ich glaube (gegen Nietzsche), dass Jesus durch und durch Jude war und es auch Kontinuität zwischen Judentum und Christentum gibt. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus sich als Menschensohn und Messias sah. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus stellvertretend für die Sünde der Welt am Kreuz starb. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus nicht im Grab geblieben ist. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus eines Tages als Richter wiederkommen und ein Weltengericht abhalten wird.&#160;&lt;/blockquote&gt;
Sie glauben dies auf der Basis der Schrift, die Sie als Voraussetzung aller Ihrer Erkenntnis setzen. Dieses apologetische Verständnis ist nachvollziehbar und natürlich durch sein Beispiel beeindruckend ... allerdings ist das ja eben dies, was Nietzsche kritisiert. 

Nehmen wir an, der Jesus des NT sei tatsächlich eine verzerrende Kontruktion der historischen Gestalt ... wie sollte sich das quantifizieren lassen? Wo wären die Grenzen des Wahren und Falschen? 

Ich komme für mich zu einem Schluss, zu dem Sie selbst wohl auch gekommen sind. Durch die Beschränktheit unserer Verstandes- und Erkenntnisfähigkeit ist Lösung dieser Frage (nach dem sog. &quot;historischen Jesus&quot; und der Gültigkeit des NT) auf der Basis historisch-logisch-empirischer Beweisführung letztgültig nicht zu erbringen. 

Wir bewegen uns also im Bereich subjektiver philosphischer Spekulation, die letztlich vor allem Ausdruck unserer individuellen mentalen Verfasstheit ist, die sich wiederum aus unserer Biographie speist. Diese schließlich ist eine Frucht unseres alltäglichen Tuns. Ein Leben, das dem demütigen Gottes- und Nächstendienst gewidmet ist, ist somit zielführender (sofern man Gott als sein Lebensziel ansieht) als ein lebenslanger wütender Kampf gegen Gott und andere, den Nietzsche ausfocht.  

Oder anders gefaßt: Glaube ist Gnade, keine Frucht intellektueller Leistung, (Auch wenn er nicht grob vernunftwidrig sein sollte) und wird auch als solche erlebt/gefühlt.   

Sie schreiben weiter: 

&lt;blockquote&gt;Das Problem ist weniger meine Selbstüberschätzung. Ich habe ein viel kleineres Selbstbewusstsein als Nietzsche (da bin ich wohl nicht der einzige ;-).&lt;/blockquote&gt;
Bitte keine falsche Bescheidenheit! Nietzsche war Narzisst durch und durch. Soweit sind wir einig. Aber wie man weiß, gilt wohl auch, dass eben die größten Narzissten mit ihrem nach Außen ausgestellten Ego einen geringstmöglichen Selbstwert kaschieren. Insofern wäre Nietzsches Leben nichts anderes als die Tragödie eines Unerlösten. Wie konsequent, wenn man sein Erstlingswerk kennt. :-)  

Ihnen einen geruhsamen Abend und herzlichen Dank für die interessante Debatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@Ron Kubsch	</p>
<p>Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. </p>
<p>Sie schreiben: </p>
<blockquote><p>Nietzsche geht ja (durch den Einfluss von Baur, Overbeck, Tolstoi?) davon aus, dass der Jesus des NTs eine Entstellung ist. Er suchte den historischen Jesus hinter den Texten der Heiligen Schrift. Der Jesus eines Paulus oder Johannes hat also für ihn mit dem historischen Jesus wenig zu tun, sondern ist eine Erfindung des Christentums.</p></blockquote>
<p>Das sehe ich auch so. Aber wie Albert Schweitzer schon so schön schrieb, mündeten diese Versuche der historischen Präzisierung der Gestalt Jesu immer in einen Pygmalion-Effekt: Die Historiker erschufen sich einen Jesus nach ihrem Bild. Dies kann man sicher auch Nietzsche vorwerfen. </p>
<p>Allerdings bemerkt Nietzsche &#8211; meiner Ansicht nach &#8211; zu recht, dass der Jesus des NT ebenfalls eine menschliche Konstruktion sei. Was auch sonst. Sie werden sicher nicht behaupten, das NT enthielte eine vollkommen erschöpfende und perfekte Beschreibung der historischen Realität.   </p>
<p>Sie schreiben weiter Nietzsches Kritik selbst zitierend: </p>
<blockquote><p>Ich sehe das eben anders. Ich denke, dass Jesus (gegen Nietzsche) sehr wohl etwas mit dem Konzept von Sünde und Schuld anfangen konnte. Ich glaube (gegen Nietzsche), dass Jesus durch und durch Jude war und es auch Kontinuität zwischen Judentum und Christentum gibt. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus sich als Menschensohn und Messias sah. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus stellvertretend für die Sünde der Welt am Kreuz starb. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus nicht im Grab geblieben ist. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus eines Tages als Richter wiederkommen und ein Weltengericht abhalten wird.&nbsp;</p></blockquote>
<p>Sie glauben dies auf der Basis der Schrift, die Sie als Voraussetzung aller Ihrer Erkenntnis setzen. Dieses apologetische Verständnis ist nachvollziehbar und natürlich durch sein Beispiel beeindruckend &#8230; allerdings ist das ja eben dies, was Nietzsche kritisiert. </p>
<p>Nehmen wir an, der Jesus des NT sei tatsächlich eine verzerrende Kontruktion der historischen Gestalt &#8230; wie sollte sich das quantifizieren lassen? Wo wären die Grenzen des Wahren und Falschen? </p>
<p>Ich komme für mich zu einem Schluss, zu dem Sie selbst wohl auch gekommen sind. Durch die Beschränktheit unserer Verstandes- und Erkenntnisfähigkeit ist Lösung dieser Frage (nach dem sog. &#8222;historischen Jesus&#8220; und der Gültigkeit des NT) auf der Basis historisch-logisch-empirischer Beweisführung letztgültig nicht zu erbringen. </p>
<p>Wir bewegen uns also im Bereich subjektiver philosphischer Spekulation, die letztlich vor allem Ausdruck unserer individuellen mentalen Verfasstheit ist, die sich wiederum aus unserer Biographie speist. Diese schließlich ist eine Frucht unseres alltäglichen Tuns. Ein Leben, das dem demütigen Gottes- und Nächstendienst gewidmet ist, ist somit zielführender (sofern man Gott als sein Lebensziel ansieht) als ein lebenslanger wütender Kampf gegen Gott und andere, den Nietzsche ausfocht.  </p>
<p>Oder anders gefaßt: Glaube ist Gnade, keine Frucht intellektueller Leistung, (Auch wenn er nicht grob vernunftwidrig sein sollte) und wird auch als solche erlebt/gefühlt.   </p>
<p>Sie schreiben weiter: </p>
<blockquote><p>Das Problem ist weniger meine Selbstüberschätzung. Ich habe ein viel kleineres Selbstbewusstsein als Nietzsche (da bin ich wohl nicht der einzige ;-).</p></blockquote>
<p>Bitte keine falsche Bescheidenheit! Nietzsche war Narzisst durch und durch. Soweit sind wir einig. Aber wie man weiß, gilt wohl auch, dass eben die größten Narzissten mit ihrem nach Außen ausgestellten Ego einen geringstmöglichen Selbstwert kaschieren. Insofern wäre Nietzsches Leben nichts anderes als die Tragödie eines Unerlösten. Wie konsequent, wenn man sein Erstlingswerk kennt. 🙂  </p>
<p>Ihnen einen geruhsamen Abend und herzlichen Dank für die interessante Debatte.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Ron		</title>
		<link>https://theoblog.de/mattson-und-eglinton-reden-ueber-bavinck/36359/comment-page-1/#comment-88153</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 16:38:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[@Peter Gast. Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Kurz:

&lt;p class=&quot;ql-align-justify&quot;&gt;Nietzsche geht ja (durch den Einfluss von Baur, Overbeck, Tolstoi?) davon aus, dass der Jesus des NTs eine Entstellung ist. Er suchte den historischen Jesus hinter den Texten der Heiligen Schrift. Der Jesus eines Paulus oder Johannes hat also für ihn mit dem historischen Jesus wenig zu tun, sondern ist eine Erfindung des Christentums.&#160;&lt;/p&gt;

&lt;blockquote class=&quot;ql-align-justify&quot;&gt;Ich selber zweifle nicht daran, daß das reichliche Maß Galle (und selbst von esprit) erst aus dem erregten Zustand der christlichen Propaganda auf den Typus des Meisters übergeflossen ist: man kennt ja reichlich die Unbedenklichkeit aller Sektierer, aus ihrem Meister sich ihre Apologie zurecht zu machen. Als die erste Gemeinde einen richtenden, hadernden, zürnenden, bösartig spitzfindigen Theologen nötig hatte, gegen Theologen, schuf sie sich ihren „Gott“ nach ihrem Bedürfnisse: wie sie ihm auch jene völlig unevangelischen Begriffe, die sie jetzt nicht entbehren konnte, „Wiederkunft“, „Jüngstes Gericht“, jede Art zeitlicher Erwartung und Verheißung, ohne Zögern in den Mund gab. (AC 31).&lt;/blockquote&gt;
&lt;p class=&quot;ql-align-justify&quot;&gt;Ich sehe das eben anders. Ich denke, dass Jesus (gegen Nietzsche) sehr wohl etwas mit dem Konzept von Sünde und Schuld anfangen konnte. Ich glaube (gegen Nietzsche), dass Jesus durch und durch Jude war und es auch Kontinuität zwischen Judentum und Christentum gibt. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus sich als Menschensohn und Messias sah. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus stellvertretend für die Sünde der Welt am Kreuz starb. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus nicht im Grab geblieben ist. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus eines Tages als Richter wiederkommen und ein Weltengericht abhalten wird.&#160;&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;ql-align-justify&quot;&gt;Das Problem ist weniger meine Selbstüberschätzung. Ich habe ein viel kleineres Selbstbewusstsein als Nietzsche (da bin ich wohl nicht der einzige ;-). Ich glaube vielmehr, anders als Nietzsche, an den Jesus, von dem die Schriften sprechen (und lerne hoffentlich immer mehr dazu). Das konnte Nietzsche nicht mehr. Das ist der Unterschied.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;ql-align-justify&quot;&gt;Liebe Grüße, Ron&lt;/p&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@Peter Gast. Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Kurz:</p>
<p class="ql-align-justify">Nietzsche geht ja (durch den Einfluss von Baur, Overbeck, Tolstoi?) davon aus, dass der Jesus des NTs eine Entstellung ist. Er suchte den historischen Jesus hinter den Texten der Heiligen Schrift. Der Jesus eines Paulus oder Johannes hat also für ihn mit dem historischen Jesus wenig zu tun, sondern ist eine Erfindung des Christentums.&nbsp;</p>
<blockquote class="ql-align-justify"><p>Ich selber zweifle nicht daran, daß das reichliche Maß Galle (und selbst von esprit) erst aus dem erregten Zustand der christlichen Propaganda auf den Typus des Meisters übergeflossen ist: man kennt ja reichlich die Unbedenklichkeit aller Sektierer, aus ihrem Meister sich ihre Apologie zurecht zu machen. Als die erste Gemeinde einen richtenden, hadernden, zürnenden, bösartig spitzfindigen Theologen nötig hatte, gegen Theologen, schuf sie sich ihren „Gott“ nach ihrem Bedürfnisse: wie sie ihm auch jene völlig unevangelischen Begriffe, die sie jetzt nicht entbehren konnte, „Wiederkunft“, „Jüngstes Gericht“, jede Art zeitlicher Erwartung und Verheißung, ohne Zögern in den Mund gab. (AC 31).</p></blockquote>
<p class="ql-align-justify">Ich sehe das eben anders. Ich denke, dass Jesus (gegen Nietzsche) sehr wohl etwas mit dem Konzept von Sünde und Schuld anfangen konnte. Ich glaube (gegen Nietzsche), dass Jesus durch und durch Jude war und es auch Kontinuität zwischen Judentum und Christentum gibt. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus sich als Menschensohn und Messias sah. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus stellvertretend für die Sünde der Welt am Kreuz starb. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus nicht im Grab geblieben ist. Ich sehe (gegen Nietzsche), dass Jesus eines Tages als Richter wiederkommen und ein Weltengericht abhalten wird.&nbsp;</p>
<p class="ql-align-justify">Das Problem ist weniger meine Selbstüberschätzung. Ich habe ein viel kleineres Selbstbewusstsein als Nietzsche (da bin ich wohl nicht der einzige ;-). Ich glaube vielmehr, anders als Nietzsche, an den Jesus, von dem die Schriften sprechen (und lerne hoffentlich immer mehr dazu). Das konnte Nietzsche nicht mehr. Das ist der Unterschied.</p>
<p class="ql-align-justify">Liebe Grüße, Ron</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Helge Beck		</title>
		<link>https://theoblog.de/mattson-und-eglinton-reden-ueber-bavinck/36359/comment-page-1/#comment-88152</link>

		<dc:creator><![CDATA[Helge Beck]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 14:57:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://theoblog.de/?p=36359#comment-88152</guid>

					<description><![CDATA[Peter Gast
&lt;span&gt;&quot;dann zolle ich Ihnen großen Respekt, ob Ihres außerordentlichen Selbstbewußtseins und Ihres übermenschlichen Wissens.&quot;&lt;/span&gt;

&lt;span&gt;Ich bin auch immer wieder erstaunt welchen Wissensvorsprung bestimmte Glaubensmeinungen so mit sich bringen.&lt;/span&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Peter Gast<br />
<span>&#8222;dann zolle ich Ihnen großen Respekt, ob Ihres außerordentlichen Selbstbewußtseins und Ihres übermenschlichen Wissens.&#8220;</span></p>
<p><span>Ich bin auch immer wieder erstaunt welchen Wissensvorsprung bestimmte Glaubensmeinungen so mit sich bringen.</span></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Peter Gast		</title>
		<link>https://theoblog.de/mattson-und-eglinton-reden-ueber-bavinck/36359/comment-page-1/#comment-88151</link>

		<dc:creator><![CDATA[Peter Gast]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 12:38:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://theoblog.de/?p=36359#comment-88151</guid>

					<description><![CDATA[@Ron Kubsch

Vielen Dank für Ihre Anwort und Ihren Hinweis auf die Diskussion, die unsere Diskussion in Teilen erübrigt. 

In der Tat, Nietzsches Jesus ist Nietzsches Jesus. Und er mag sich ein Zerrbild von ihm in seiner von Zerrbildern übervölkerten Welt gezeichnet haben. 

Dennoch(!) ist von ihm kein &quot;offener Abscheu gegen Jesus&quot; zu finden.

Bei referentiellen Aussagen spricht man notwendig über die jeweiligen subjektiven mentalen Repräsentationen des &quot;Senders&quot; und des &quot;Empfängers&quot; und faktisch nie über die &quot;wirkliche&quot; Person mit allen ihren Eigenschaften und Bezügen zur Welt. Das wäre menschlich/sprachlich/kognitiv unmöglich. 

Wenn Sie also behaupten Nietzsche verträte ein größeres Zerrbild als Sie selbst es vertreten und dass Sie &quot;den wahren Jesus&quot; besser kennen als Nietzsche, dann zolle ich Ihnen großen Respekt, ob Ihres außerordentlichen Selbstbewußtseins und Ihres übermenschlichen Wissens. Allerdings erinnert mich diese Argumentation an die &quot;No true scotsman&quot;-Fallacy: 

Person A: Nietzsche hat Jesus verabscheut. 

Person B: Aber es ist kein Zitat zu finden, in dem er Abscheu über Jesus äußert. 

Person A: Den &quot;wahren Jesus&quot; hätte er verabscheut.      

Es geht hier also um die Immunisierung der unzulässigen Generalisierung, Nietzsche  hätte Jesus (corpus christi historicum) verabscheut, durch die Tautologie, Nietzsche habe Jesus eigentlich(!) in dem ihm nachfolgenden Christentum (corpus christi mysticum) verabscheut, was ja völlig unbezweifelt ist.     

Das kann man natürlich so sehen, ist aber eine unzutreffende Verkürzung. 

Von offener Abscheu gegenüber Jesus kann bei Nietzsche schlicht nicht die Rede sein. 

Aber warum ist Ihnen dies so wichtig, warum reicht es Ihnen nicht, dass Nietzsche das Christentum ablehnte? Warum muss Nietzsche Jesus selbst abgelehnt haben? 

Weil er sich erst dadurch völlig disqualifiziert hätte? 

Während bei einer prinzipiellen Wertschätzung Jesu die Kritikwürdigkeit des Christentums noch deutlicher herausgestellt und legitimiert worden wäre und weil man sich dann vielleicht mit seiner Kritik beschäftigen müßte?   

@Clemens Altenberg

Ich fürchte, mit diesem Zitat zerreißen Sie den Gesamtzusammenhang der Gedankenführung Nietzsches in diesem Fall. Denn es geht um das Symbol Jesu in einem imaginären &quot;Rachefeldzug&quot; der jüdischen Philosophie/Religion. 

Nietzsche beschreibt Jesu Erscheinen und Kreuzigung als Höhepunkt der moralisierenden &quot;Umwertung aller Werte&quot; und fast als ungewollt schöne Blüte der Liebe Jesu, die aus dem Dornbusch der Rache der Juden an der Welt blühte. 

Ich lese diesen Absatz in der GdM eher als faszinierte Bewunderung dieses ideengeschichtlichen Vorgangs, denn als Abscheu der Person Jesu.  


Herzlichen Dank und viele Grüße]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@Ron Kubsch</p>
<p>Vielen Dank für Ihre Anwort und Ihren Hinweis auf die Diskussion, die unsere Diskussion in Teilen erübrigt. </p>
<p>In der Tat, Nietzsches Jesus ist Nietzsches Jesus. Und er mag sich ein Zerrbild von ihm in seiner von Zerrbildern übervölkerten Welt gezeichnet haben. </p>
<p>Dennoch(!) ist von ihm kein &#8222;offener Abscheu gegen Jesus&#8220; zu finden.</p>
<p>Bei referentiellen Aussagen spricht man notwendig über die jeweiligen subjektiven mentalen Repräsentationen des &#8222;Senders&#8220; und des &#8222;Empfängers&#8220; und faktisch nie über die &#8222;wirkliche&#8220; Person mit allen ihren Eigenschaften und Bezügen zur Welt. Das wäre menschlich/sprachlich/kognitiv unmöglich. </p>
<p>Wenn Sie also behaupten Nietzsche verträte ein größeres Zerrbild als Sie selbst es vertreten und dass Sie &#8222;den wahren Jesus&#8220; besser kennen als Nietzsche, dann zolle ich Ihnen großen Respekt, ob Ihres außerordentlichen Selbstbewußtseins und Ihres übermenschlichen Wissens. Allerdings erinnert mich diese Argumentation an die &#8222;No true scotsman&#8220;-Fallacy: </p>
<p>Person A: Nietzsche hat Jesus verabscheut. </p>
<p>Person B: Aber es ist kein Zitat zu finden, in dem er Abscheu über Jesus äußert. </p>
<p>Person A: Den &#8222;wahren Jesus&#8220; hätte er verabscheut.      </p>
<p>Es geht hier also um die Immunisierung der unzulässigen Generalisierung, Nietzsche  hätte Jesus (corpus christi historicum) verabscheut, durch die Tautologie, Nietzsche habe Jesus eigentlich(!) in dem ihm nachfolgenden Christentum (corpus christi mysticum) verabscheut, was ja völlig unbezweifelt ist.     </p>
<p>Das kann man natürlich so sehen, ist aber eine unzutreffende Verkürzung. </p>
<p>Von offener Abscheu gegenüber Jesus kann bei Nietzsche schlicht nicht die Rede sein. </p>
<p>Aber warum ist Ihnen dies so wichtig, warum reicht es Ihnen nicht, dass Nietzsche das Christentum ablehnte? Warum muss Nietzsche Jesus selbst abgelehnt haben? </p>
<p>Weil er sich erst dadurch völlig disqualifiziert hätte? </p>
<p>Während bei einer prinzipiellen Wertschätzung Jesu die Kritikwürdigkeit des Christentums noch deutlicher herausgestellt und legitimiert worden wäre und weil man sich dann vielleicht mit seiner Kritik beschäftigen müßte?   </p>
<p>@Clemens Altenberg</p>
<p>Ich fürchte, mit diesem Zitat zerreißen Sie den Gesamtzusammenhang der Gedankenführung Nietzsches in diesem Fall. Denn es geht um das Symbol Jesu in einem imaginären &#8222;Rachefeldzug&#8220; der jüdischen Philosophie/Religion. </p>
<p>Nietzsche beschreibt Jesu Erscheinen und Kreuzigung als Höhepunkt der moralisierenden &#8222;Umwertung aller Werte&#8220; und fast als ungewollt schöne Blüte der Liebe Jesu, die aus dem Dornbusch der Rache der Juden an der Welt blühte. </p>
<p>Ich lese diesen Absatz in der GdM eher als faszinierte Bewunderung dieses ideengeschichtlichen Vorgangs, denn als Abscheu der Person Jesu.  </p>
<p>Herzlichen Dank und viele Grüße</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Clemens Altenberg		</title>
		<link>https://theoblog.de/mattson-und-eglinton-reden-ueber-bavinck/36359/comment-page-1/#comment-88150</link>

		<dc:creator><![CDATA[Clemens Altenberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2021 17:07:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://theoblog.de/?p=36359#comment-88150</guid>

					<description><![CDATA[@ Peter Gast 

Es gibt von Nietzsche zwar auch ein paar wenige vereinzelte positive Äußerungen zu Jesus, aber seine Grundtendenz war ablehnend. In der Genealogie der Moral macht er Jesus hauptverantwortlich für die &quot;Sklavenmoral&quot;, eine Verkehrung der natürlichen Werteordnung:

&lt;em&gt;&quot;Dieser Jesus von Nazareth, als das leibhaftige Evangelium der Liebe, dieser den Armen, den Kranken, den Sündern die Seligkeit und den Sieg bringende „Erlöser“ – war er nicht gerade die Verführung in ihrer unheimlichsten und unwiderstehlichsten Form?&quot;&lt;/em&gt;

Das nahm ihm Nietzsche übel, sein Ziel war es die jesuanische Werteordnung wieder umzudrehen.&lt;em&gt;  &lt;/em&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@ Peter Gast </p>
<p>Es gibt von Nietzsche zwar auch ein paar wenige vereinzelte positive Äußerungen zu Jesus, aber seine Grundtendenz war ablehnend. In der Genealogie der Moral macht er Jesus hauptverantwortlich für die &#8222;Sklavenmoral&#8220;, eine Verkehrung der natürlichen Werteordnung:</p>
<p><em>&#8222;Dieser Jesus von Nazareth, als das leibhaftige Evangelium der Liebe, dieser den Armen, den Kranken, den Sündern die Seligkeit und den Sieg bringende „Erlöser“ – war er nicht gerade die Verführung in ihrer unheimlichsten und unwiderstehlichsten Form?&#8220;</em></p>
<p>Das nahm ihm Nietzsche übel, sein Ziel war es die jesuanische Werteordnung wieder umzudrehen.<em>  </em></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Ron		</title>
		<link>https://theoblog.de/mattson-und-eglinton-reden-ueber-bavinck/36359/comment-page-1/#comment-88148</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2021 12:29:49 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://theoblog.de/?p=36359#comment-88148</guid>

					<description><![CDATA[@Peter Gast: Das muss ich widersprechen. Nietzsches Jesus der reinen Zuwendung ist nämlich nicht der biblische Jesus. Es gab da vor 14 Jahren eine Diskussion zwischen Heinzpeter Hempelmann und mir über diese Frage. Ich stehe nach wie vor zu meiner Sicht.

Siehe: http://www.daniel-renz.de/wordpress/geliebte-feindbilder/

Liebe Grüße, Ron]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@Peter Gast: Das muss ich widersprechen. Nietzsches Jesus der reinen Zuwendung ist nämlich nicht der biblische Jesus. Es gab da vor 14 Jahren eine Diskussion zwischen Heinzpeter Hempelmann und mir über diese Frage. Ich stehe nach wie vor zu meiner Sicht.</p>
<p>Siehe: <a href="http://www.daniel-renz.de/wordpress/geliebte-feindbilder/" rel="nofollow ugc">http://www.daniel-renz.de/wordpress/geliebte-feindbilder/</a></p>
<p>Liebe Grüße, Ron</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Peter Gast		</title>
		<link>https://theoblog.de/mattson-und-eglinton-reden-ueber-bavinck/36359/comment-page-1/#comment-88147</link>

		<dc:creator><![CDATA[Peter Gast]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2021 08:36:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://theoblog.de/?p=36359#comment-88147</guid>

					<description><![CDATA[Ich verteidige Nietzsche ungern, aber von &quot;Nietzsches offener Abscheu gegen Jesus (aufgrund seiner freiwilligen Schwäche und dienenden Haltung)&quot; kann nicht die Rede sein. 

Nietzsche hat sich Jesus gegenüber selbst nie ablehnend, sondern eher beeindruckt ob seiner Radikalität geäußert. Er hat allein die ihm nachfolgende Theologie und die organisierte Religion mit allerschärfsten Worten abgelehnt.   

Eine offen abwertende Äußerung über Jesus ist bei Nietzsche - meines Wissens nach - nicht zu finden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich verteidige Nietzsche ungern, aber von &#8222;Nietzsches offener Abscheu gegen Jesus (aufgrund seiner freiwilligen Schwäche und dienenden Haltung)&#8220; kann nicht die Rede sein. </p>
<p>Nietzsche hat sich Jesus gegenüber selbst nie ablehnend, sondern eher beeindruckt ob seiner Radikalität geäußert. Er hat allein die ihm nachfolgende Theologie und die organisierte Religion mit allerschärfsten Worten abgelehnt.   </p>
<p>Eine offen abwertende Äußerung über Jesus ist bei Nietzsche &#8211; meines Wissens nach &#8211; nicht zu finden.</p>
]]></content:encoded>
		
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