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Nadia Bolz-Weber: Unverschämt schamlos

Ich habe im Februar unter „Warum Pastorin Nadia Bolz-Weber für das Abtreibungsrecht kämpft“ den Verdacht geäußert, dass ihr desaströses Buch über die Sexuelle Revolution im Christentum bald in Deutschland erscheinen wird. Nun ist es soweit. Unverschämt schamlos ist im christlichen Brendow-Verlag erschienen und wird mit folgenden Worten beworben:

Sex sollte etwas Besonderes und Erfüllendes sein. Doch ständig scheinen Christen irgendein Problem mit dem Thema zu haben. Oder anders gefragt: Wenn der Kirche Sex so wichtig ist, warum scheitert sie so oft daran, Menschen darin zu begleiten und zu unterstützen? Und warum erzählt sie so wenig von der leidenschaftlichen Seite der Sexualität, wie sie im Hohelied der Bibel beschrieben ist? Stattdessen scheinen Christen geradezu besessen davon zu sein, im Umgang mit dem eigenen und anderen Geschlecht nur ja alles richtig machen zu wollen mit oft verheerenden seelischen Folgen für die Betroffenen. Schamlos erzählt Nadia Bolz-Weber von ihren eigenen Erfahrungen und lässt Menschen zu Wort kommen, denen aufgrund ihrer Gefühle, Empfindungen oder sexuellen Vorstellungen Scham und Schuld auferlegt wurde. Sie will aufklären, welche Schaden all diese Moralvorstellungen angerichtet haben und fordert eine Reformation der Kirche in Sachen Sex.

Das Medienmagazin Pro hat eine hilfreiche Rezension veröffentlicht. Darin heißt es:

Nadia Bolz-Weber ist so etwas wie der Star der Emergenten und progressiven Evangelikalen – und zwar vor allem wegen ihres Umgangs mit dem Thema Homo- und Transsexualität. Die US-Pastorin hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, in denen sie über ihre Bemühungen berichtet, LGBTI-Menschen in die christliche Gemeinde zu integrieren. Sie selbst stammt aus einem streng religiösen Elternhaus, kritisiert eine Gesetzlichkeit der Evangelikalen, bemüht sich aber auch um eine Verbindung der frommen und ihrer eigenen liberalen lutherischen Lebenswelt.

Und weil die volltätowierte Theologin gerne aneckt, ja, unter anderem deshalb sogar gefragte Rednerin und Buchautorin geworden ist, dürfte es niemanden wundern, dass sie nun das wohl heißeste Eisen anfasst, dass bei Christen im Feuer liegt: Sex. Zunächst auf Englisch hat sie Ende Januar ein Buch veröffentlich, das nicht weniger fordert als eine sexuelle Reformation. Der Autorin geht es darum, Sex aus der Verbotszone christlicher Gemeinden herauszuholen. Ihr Plädoyer kann so zusammengefasst werden: Was im Schlafzimmer von Christen geschieht, soll nicht dort bleiben. Es braucht einen offenen Umgang mit Sexualität und eine Abschaffung althergebrachter und fälschlicherweise als biblisch verstandener Ideen wie der Ablehnung von gleichgeschlechtlicher Liebe oder Sex vor der Ehe.

So einfach ist das. Mit der Verletzung eines Tabus lässt sich – zumindest im frommen Raum – immer noch gutes Geld verdienen.

Mehr: www.pro-medienmagazin.de.