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Pantheismus versus Panentheismus

Im Sommer dieses Jahres habe ich für das Journal factum eine Rezension über Brian McLarens Buch A Generous Orthodoxy verfasst, die nun in der Ausgabe 7/2007 veröffentlicht wurde (S. 10–15).

Beim Setzen der Buchvorstellung hat sich ein kleiner (aber bedeutungsvoller) Druckfehler eingeschlichen. Auf Seite 14 erwähne ich, dass Spencer Burke derzeit die alten trinitarischen Bekenntnisse der Kirchenväter mit dem Panentheismus verbindet. Im gedruckten Text wird jedoch zweimal die Formulierung »pantheistischen Sichtweise« zitiert. Tatsächlich bekennt sich Burke in seinem Buch A Heretic’s Guide to Eternity (Jossey-Bass, 2006, S. 194–195) zu einer panentheistischen Gottesvorstellung. Es muss also zweimal heißen: »panentheistische Sichtweise«.

Dieser kleine Druckfehler bietet eine Gelegenheit, kurz über den Unterschied von Pantheismus und Panentheismus nachzudenken?

Der Begriff Panentheismus geht zurück auf den Freimaurer Karl C.F. Krause (1781–1822) und bezeichnet eine religiöse Weltanschauung, der gemäß nur Gott existiert und das Universum ein Teil (o. eine Emanation) Gottes ist (griech. pan en theo: alles in Gott). Der Pantheismus setzt dagegen das Universum mit Gott gleich (griech. pan theos: alles ist Gott). Die Welt mit all ihren Erscheinungen ist demnach mit Gott identisch.

Die Lehre des Panentheismus will den Dualismus von Gott und Schöpfung überwinden und strebt die Versöhnung von Pantheismus und Theismus an. Die Unterscheidung zwischen Schöpfer und Geschöpf ist also für einen Panentheisten eine künstliche und meist problematische.

Nicht nur Spencer Burke sympathisiert mit dem Panentheismus. Auch Doug Pagitt schreibt in seinem Beitrag für das von Robert Webber herausgegebene Buch Listening To The Beliefs Of Emerging Churches: Five Perspectives (Zondervan, 2007) auf S. 142:

Die Idee, dass es notwendigerweise eine Unterscheidung zwischen Materie und Geist oder zwischen Schöpfung und Schöpfer gibt, ist zu überdenken.