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	Kommentare zu: Philip Rieffs: Tiefe Individualität besteht nur in der Bindung an die höchste Autorität.	</title>
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	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
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		Von: Kommentator		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kommentator]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 13:29:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bei der Soziologie haben wir es mit einer klassischen Religionsneubildung zu tun. Schreibfertige Menschen versuchen dabei, in völlig unkontrollierte und letztlich zufällige anthropologische Entwicklungen einen abstrakten Plan hineinzuinterpretieren, oder unterstellen wahlweise den beteiligten Lebewesen gar eine (gemeinsame) Absicht wie Bruce R. Ashford, wenn er über Rieffs&#039; Werk schreibt:

&lt;blockquote&gt;Philip Rieff’s sociological analyses explore the implications of Western Civilization’s unprecedented attempt to maintain society and culture without reference to God.&#160;&lt;/blockquote&gt;
Die &quot;Zivilisation&quot; tritt hier als handelnder Akteur auf, der einen geschichtlich beispiellosen &quot;Versuch&quot; startet. Das nennt man magisches Denken. Dabei haben wir es immer schon mit einer Ansammlung von unterschiedlichsten Akteuren mit einander widerstreitenden Zielen zu tun, was zu fortwährenden Konflikten führt, seit es die Menschheit gibt. Die erwähnten Beteiligten haben dabei nicht einmal denselben Gott, Amerikaner können sich schon darauf gar nicht einigen.

So entstehen dann neue ausführliche niedergeschriebene Theoriegebilde, die sich nur sehr bedingt zu Erklärung der Vorgänge eignen. Damit geht es Soziologen letztlich genau wie den Ökonomen, die das &lt;strong&gt;ungesteuerte Chaos&lt;/strong&gt;, das jegliche wirtschaftliche Aktivität des Menschen immer schon darstellte, erfolglos versuchen, in Modelle zu pressen, die nichts erklären und nichts vorhersagen. (Die gescheiterten Versuche aus dem 20. Jahrhundert Wirtschaft vorab zentral zu planen und ordnen mitsamt autoritärer Ersatzreligion sind den meisten Historikern noch präsent.)

Der Mensch will sich einfach nicht damit abfinden, dass er über die meisten Entwicklungen jenseits der persönlichen Sphäre schlichtweg keine Kontrolle hat. Alles Weitere dreht sich dann am Ende ums &quot;Coping&quot;.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Soziologie haben wir es mit einer klassischen Religionsneubildung zu tun. Schreibfertige Menschen versuchen dabei, in völlig unkontrollierte und letztlich zufällige anthropologische Entwicklungen einen abstrakten Plan hineinzuinterpretieren, oder unterstellen wahlweise den beteiligten Lebewesen gar eine (gemeinsame) Absicht wie Bruce R. Ashford, wenn er über Rieffs&#8216; Werk schreibt:</p>
<blockquote><p>Philip Rieff’s sociological analyses explore the implications of Western Civilization’s unprecedented attempt to maintain society and culture without reference to God.&nbsp;</p></blockquote>
<p>Die &#8222;Zivilisation&#8220; tritt hier als handelnder Akteur auf, der einen geschichtlich beispiellosen &#8222;Versuch&#8220; startet. Das nennt man magisches Denken. Dabei haben wir es immer schon mit einer Ansammlung von unterschiedlichsten Akteuren mit einander widerstreitenden Zielen zu tun, was zu fortwährenden Konflikten führt, seit es die Menschheit gibt. Die erwähnten Beteiligten haben dabei nicht einmal denselben Gott, Amerikaner können sich schon darauf gar nicht einigen.</p>
<p>So entstehen dann neue ausführliche niedergeschriebene Theoriegebilde, die sich nur sehr bedingt zu Erklärung der Vorgänge eignen. Damit geht es Soziologen letztlich genau wie den Ökonomen, die das <strong>ungesteuerte Chaos</strong>, das jegliche wirtschaftliche Aktivität des Menschen immer schon darstellte, erfolglos versuchen, in Modelle zu pressen, die nichts erklären und nichts vorhersagen. (Die gescheiterten Versuche aus dem 20. Jahrhundert Wirtschaft vorab zentral zu planen und ordnen mitsamt autoritärer Ersatzreligion sind den meisten Historikern noch präsent.)</p>
<p>Der Mensch will sich einfach nicht damit abfinden, dass er über die meisten Entwicklungen jenseits der persönlichen Sphäre schlichtweg keine Kontrolle hat. Alles Weitere dreht sich dann am Ende ums &#8222;Coping&#8220;.</p>
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