Politische Korrektheit im Verlagswesen

Die Verlage bringen immer häufiger Bücher mit Inhaltswarnungen auf den Markt. Dass die Buchbranche politisch korrekt sein will, hat enorme Auswirkungen auf Bereiche wie Lektorat oder Software. So wird bereits darüber nachgedacht, Texte von digitalen Maschinen auf ihre Unbedenklichkeit hin überprüfen zu lassen. 

DIE WELT berichtet über Gesa Schöning, die davon spricht, dass politische Korrektheit fast schon ein Branchenstandard geworden sei:

„Die Buchbranche will alles richtig machen. Wer den neuen Sprachregelungen nicht entspricht, wird heute zum Teil bewusst missverstanden“, findet Schöning. Sie will die Anliegen aktivistischer Kreise, etwa aus der LGBTQ-Szene, also Menschen, die sich für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und allgemein „queere“ Themen einsetzen, in gar keiner Weise diskreditiert wissen. Nur wenn bestimmte, nach heutigen Maßstäben politisch unkorrekte Genres oder Buchthemen keine Chance mehr hätten, weil man Gebote der politischen Korrektheit als Branchenstandard implementiert, habe sie ein Problem. Wird und muss man durch ein Branchenprodukt wie Schönings Software politische Korrektheit in Büchern künftig denn auch besser messen können? Beziehungsweise geht das überhaupt?

Kann man künstlicher Intelligenz beibringen, Diversität zu prüfen, also den Anteil von Themen und Figuren in Bezug auf Eigenschaften wie Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, sexuelle Orientierung, Religion? Ja, man könnte, sagt Schöning im Gespräch mit der „Literarischen Welt“. Aber das sei nicht trivial, denn die Maschine brauche ausreichend Trainingsmaterial. Sie müsse mit entsprechenden Volltexten gefüttert werden. „Bislang sind noch nicht so viele Bücher in der Datenbank, die schwerpunktmäßig von Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung oder ähnlichem handeln.“

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.

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