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	<title>
	Kommentare zu: Psycho-Revolution	</title>
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	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
	<lastBuildDate>Tue, 11 Jan 2022 13:53:11 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Ron		</title>
		<link>https://theoblog.de/psycho-revolution/37615/comment-page-1/#comment-89023</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jan 2022 13:53:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://theoblog.de/psycho-revolution/37615/comment-page-1/#comment-89022&quot;&gt;Charly&lt;/a&gt;.

@Charly: Ich verstehe, dass man Persönlichkeitsstörungen unterschiedlich bewertet, je nach dem, wo man „psychopathologisch verortet“ ist. Insgesamt würde ich gemäß bisherigem Gebrauch nur dann von einer Persönlichkeitsstörung sprechen, wenn ein krankheitswert vorliegt und die gesamte Person betroffen ist (auch in Abgrenzung zur Persönlichkeitsproblematik). Das wird ja gerade auch von den Kritikern bemängelt (Stichwort „Stigmatisierungsproblem“). Fiedler und Herpertz schreiben – und hier nehmen sie kritische Gedanken von Jaspers auf (Persönlichkeitsstörungen, 7. Aufl., 2016, S. 23):

&lt;blockquote&gt;Persönlichkeitsstörung« ist nämlich auf eine eigenwillige Weise nicht nur Diagnose. Die Feststellung, dass die »Person« gestört ist, beinhaltet zugleich eine Erklärung. Es ist offensichtlich ab Diagnose nicht mehr so sehr die soziale Systemik oder die Interaktion, die gestört ist. Es ist die Person: Persönlichkeitsstörung. Die Person ist gestört. Folglich und plötzlich ist die Person »Ursache« für Schwierigkeiten, die man mit ihr hat; sie ist – etwas überspitzt gesagt – »Täter«. Eine solche Sicht kann zunächst beruhigen, hat der Diagnostizierende selbst offensichtlich mit den Problemen, die er sieht, weniger oder gar nichts mehr zu tun. »Person« ist gestört.&lt;/blockquote&gt;


Liebe Grüße, Ron]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://theoblog.de/psycho-revolution/37615/comment-page-1/#comment-89022">Charly</a>.</p>
<p>@Charly: Ich verstehe, dass man Persönlichkeitsstörungen unterschiedlich bewertet, je nach dem, wo man „psychopathologisch verortet“ ist. Insgesamt würde ich gemäß bisherigem Gebrauch nur dann von einer Persönlichkeitsstörung sprechen, wenn ein krankheitswert vorliegt und die gesamte Person betroffen ist (auch in Abgrenzung zur Persönlichkeitsproblematik). Das wird ja gerade auch von den Kritikern bemängelt (Stichwort „Stigmatisierungsproblem“). Fiedler und Herpertz schreiben – und hier nehmen sie kritische Gedanken von Jaspers auf (Persönlichkeitsstörungen, 7. Aufl., 2016, S. 23):</p>
<blockquote><p>Persönlichkeitsstörung« ist nämlich auf eine eigenwillige Weise nicht nur Diagnose. Die Feststellung, dass die »Person« gestört ist, beinhaltet zugleich eine Erklärung. Es ist offensichtlich ab Diagnose nicht mehr so sehr die soziale Systemik oder die Interaktion, die gestört ist. Es ist die Person: Persönlichkeitsstörung. Die Person ist gestört. Folglich und plötzlich ist die Person »Ursache« für Schwierigkeiten, die man mit ihr hat; sie ist – etwas überspitzt gesagt – »Täter«. Eine solche Sicht kann zunächst beruhigen, hat der Diagnostizierende selbst offensichtlich mit den Problemen, die er sieht, weniger oder gar nichts mehr zu tun. »Person« ist gestört.</p></blockquote>
<p>Liebe Grüße, Ron</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Charly		</title>
		<link>https://theoblog.de/psycho-revolution/37615/comment-page-1/#comment-89022</link>

		<dc:creator><![CDATA[Charly]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jan 2022 11:58:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Oh oh, das ist so nicht richtig.
Eine Persönlichkeitsstörung ist nicht auch gleich Krankheit. Nur ein Bereich der Persönlichkeitsstörungen, die als krankhaft eingestuft sind, sind nicht heil- aber behandelbar. Das wird sogar in der Reportage sehr deutlich gesagt.
Ich bin kein Freund solch pauschaler Verurteilungen. Es ist zu leicht, sich besser zu informieren.
&lt;p&gt;Zudem unterliegt die Deutung psychischer Störungen denselben Einflüssen, wie u.&#160;a. die Theologie auch. Inwieweit ist es also so einer besonderen Erwähnung bedürftig?

&lt;/p&gt;Ich hätte auch die Frage, was den Interviewten so drängt, unbedingt eine psychologische Kategorisierung haben zu wollen? Solche Diagnosen sind Grundlagen für die mögliche Behandlungsform. Es ist also ein Werkzeug für Ärzte, um eine nötige Behandlung anzusetzen und eben auch bei den Kassen abrechnen zu können. Eine Diagnose zu haben, bedeutet aber noch lange nicht, dass man auch behandlungsbedürftig ist. Eine Diagnose ist eine Meinung, eine Einschätzung. Hier stellt sich u.&#160;a. die Frage, wie wir als Gesellschaft damit umgehen wollen. Es ist vor allem eins nicht: Ein lebenslanger Stempel, der unveränderlich das Leben eines Menschen prägen soll. Problematisch wird eine Diagnose z.&#160;B. dann, wenn eine notwendige Behandlung nicht durchgeführt wird, weil die Kasse bei dieser Diagnose nicht zahlt.

Das ist ein derart komplexes Feld, dass Pauschalurteile hier völlig fehl am Platz sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oh oh, das ist so nicht richtig.<br />
Eine Persönlichkeitsstörung ist nicht auch gleich Krankheit. Nur ein Bereich der Persönlichkeitsstörungen, die als krankhaft eingestuft sind, sind nicht heil- aber behandelbar. Das wird sogar in der Reportage sehr deutlich gesagt.<br />
Ich bin kein Freund solch pauschaler Verurteilungen. Es ist zu leicht, sich besser zu informieren.</p>
<p>Zudem unterliegt die Deutung psychischer Störungen denselben Einflüssen, wie u.&nbsp;a. die Theologie auch. Inwieweit ist es also so einer besonderen Erwähnung bedürftig?</p>
<p>Ich hätte auch die Frage, was den Interviewten so drängt, unbedingt eine psychologische Kategorisierung haben zu wollen? Solche Diagnosen sind Grundlagen für die mögliche Behandlungsform. Es ist also ein Werkzeug für Ärzte, um eine nötige Behandlung anzusetzen und eben auch bei den Kassen abrechnen zu können. Eine Diagnose zu haben, bedeutet aber noch lange nicht, dass man auch behandlungsbedürftig ist. Eine Diagnose ist eine Meinung, eine Einschätzung. Hier stellt sich u.&nbsp;a. die Frage, wie wir als Gesellschaft damit umgehen wollen. Es ist vor allem eins nicht: Ein lebenslanger Stempel, der unveränderlich das Leben eines Menschen prägen soll. Problematisch wird eine Diagnose z.&nbsp;B. dann, wenn eine notwendige Behandlung nicht durchgeführt wird, weil die Kasse bei dieser Diagnose nicht zahlt.</p>
<p>Das ist ein derart komplexes Feld, dass Pauschalurteile hier völlig fehl am Platz sind.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Chrissen		</title>
		<link>https://theoblog.de/psycho-revolution/37615/comment-page-1/#comment-89021</link>

		<dc:creator><![CDATA[Chrissen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jan 2022 11:40:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://theoblog.de/?p=37615#comment-89021</guid>

					<description><![CDATA[Hallo!

Ich habe bis heute die Diagnose mehrerer Persönlichkeitsstörungen und anderer psychischer Erkrankungen - ganz offiziell. In meiner Jugend hatte ich viel mit der Psychiatrie zu tun. Das Dilemma, das ich bis heute folglich habe, ist folgendes: Kein medizinisches Fach ist trotz Diagnosekriterien für bestimmte Störungen/Erkrankungen so dermaßen subjektiv, wie es die psychiatrische Medizin ist. Alles hängt dann am Ende eben doch davon ab, wer mit welcher wie auch immer gearteten soziokulturellen, politischen, medizinischen und/oder religiösen &quot;Prägung&quot; vor einem sitzt, um eine Diagnose zu erstellen. 

Als ich mich im Laufe der Jahre näher damit beschäftigt habe, verunsichert durch unterschiedliche Diagnosen in Ärztebriefen oder auf privatärztlichen Abrechnungen, ist mir erst aufgefallen, daß sich diese ganzen Diagnosen allerlei psychischer Erkrankungen untereinander total widersprechen - trotz Diagnosekriterien.

Daß ich &quot;psychisch krank&quot; bin, ist klar, aber woran ich nun genau leide, weiß anscheinend niemand. Das verunmöglicht leider nahezu eine hifreiche Behandlung.

Im Grunde kann ich mir die Diagnose, die mir am besten &quot;gefällt&quot; aussuchen. ;-) Ich sehe das mit einem leicht tragischen Schmunzeln.

&quot;Gehe zu 5 unterschiedlichen Psychiatern mit ein und demselben Leiden und du bekommst 8 unterschiedliche Diagnosen einschließlich 3 Differenzialdiagnosen.&quot; - Das nennt sich dann &quot;Medizin&quot;.

Ich nehme heute zwar noch Medikamente, bekomme diese aber bei meiner Hausärztin. Wirkliche Hilfe bekomme ich tatsächlich eher von christlichen Seelsorgern/Pastoren oder Geschwistern im Herrn, die zu meinem Freundeskreis gehören. Das hilft mir zum Großteil weitaus besser, als die psychiatrische Medizin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo!</p>
<p>Ich habe bis heute die Diagnose mehrerer Persönlichkeitsstörungen und anderer psychischer Erkrankungen &#8211; ganz offiziell. In meiner Jugend hatte ich viel mit der Psychiatrie zu tun. Das Dilemma, das ich bis heute folglich habe, ist folgendes: Kein medizinisches Fach ist trotz Diagnosekriterien für bestimmte Störungen/Erkrankungen so dermaßen subjektiv, wie es die psychiatrische Medizin ist. Alles hängt dann am Ende eben doch davon ab, wer mit welcher wie auch immer gearteten soziokulturellen, politischen, medizinischen und/oder religiösen &#8222;Prägung&#8220; vor einem sitzt, um eine Diagnose zu erstellen. </p>
<p>Als ich mich im Laufe der Jahre näher damit beschäftigt habe, verunsichert durch unterschiedliche Diagnosen in Ärztebriefen oder auf privatärztlichen Abrechnungen, ist mir erst aufgefallen, daß sich diese ganzen Diagnosen allerlei psychischer Erkrankungen untereinander total widersprechen &#8211; trotz Diagnosekriterien.</p>
<p>Daß ich &#8222;psychisch krank&#8220; bin, ist klar, aber woran ich nun genau leide, weiß anscheinend niemand. Das verunmöglicht leider nahezu eine hifreiche Behandlung.</p>
<p>Im Grunde kann ich mir die Diagnose, die mir am besten &#8222;gefällt&#8220; aussuchen. 😉 Ich sehe das mit einem leicht tragischen Schmunzeln.</p>
<p>&#8222;Gehe zu 5 unterschiedlichen Psychiatern mit ein und demselben Leiden und du bekommst 8 unterschiedliche Diagnosen einschließlich 3 Differenzialdiagnosen.&#8220; &#8211; Das nennt sich dann &#8222;Medizin&#8220;.</p>
<p>Ich nehme heute zwar noch Medikamente, bekomme diese aber bei meiner Hausärztin. Wirkliche Hilfe bekomme ich tatsächlich eher von christlichen Seelsorgern/Pastoren oder Geschwistern im Herrn, die zu meinem Freundeskreis gehören. Das hilft mir zum Großteil weitaus besser, als die psychiatrische Medizin.</p>
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