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	Kommentare zu: Säkularisierungstempo nimmt zu	</title>
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	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
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		<title>
		Von: Jan Malcolm		</title>
		<link>https://theoblog.de/saekularisierungstempo-nimmt-zu/42606/comment-page-1/#comment-91638</link>

		<dc:creator><![CDATA[Jan Malcolm]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Mar 2025 12:44:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Irrtum beginnt schon damit, die Mitgliedschaft in einer Behördenkirche mit lebendigem Glauben gleichzusetzen und sodann von einer &quot;Säkularisierung&quot; zu sprechen. Kirchenmitgliedschaft in Volkskirchen war schon immer bestimmt vom gesellschaftlichen Druck, der dann je nach Wohnort auch gleich die Konfession bestimmte.

Dieser Druck ist nach der Umsetzung der Bekenntnisfreiheit mit etwas Zeitverzögerung im 20. Jhd. entfallen. In Ostdeutschland ging es damit bedingt durch die kirchenfeindliche Obrigkeit noch etwas schneller und nimmt die Entwicklung anderenorts vorweg.

Das zeigt sich vor allem darin, dass kirchliche Amtshandlungen wie Trauungen heute Ausdruck der Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Milieus sind, wo die Heirat vor kirchlicher Kulisse kostenaufwendig inszeniert wird. Wie man den Zahlen entnehmen kann, entfallen diese einfach mal ersatzlos, wenn sie wegen bestimmter gesundheitsbehördlicher Richtlinien nicht mehr möglich sind. Bekennende Christen würden sich wohl kaum die kirchliche Segnung oder ein Sakrament (Formpflicht!) entgehen lassen.

Die fromme Fantasie, das Land sei noch fast hälftig von Christen bevölkert, die nicht nur wegen ihres kirchlichen Arbeitgebers oder des netten Kirchenkaffees noch konfessionell gemeldet seien, dürfte sich spätestens nach Ende der staatlichen Kirchenfinanzierung komplett in Luft auflösen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Irrtum beginnt schon damit, die Mitgliedschaft in einer Behördenkirche mit lebendigem Glauben gleichzusetzen und sodann von einer &#8222;Säkularisierung&#8220; zu sprechen. Kirchenmitgliedschaft in Volkskirchen war schon immer bestimmt vom gesellschaftlichen Druck, der dann je nach Wohnort auch gleich die Konfession bestimmte.</p>
<p>Dieser Druck ist nach der Umsetzung der Bekenntnisfreiheit mit etwas Zeitverzögerung im 20. Jhd. entfallen. In Ostdeutschland ging es damit bedingt durch die kirchenfeindliche Obrigkeit noch etwas schneller und nimmt die Entwicklung anderenorts vorweg.</p>
<p>Das zeigt sich vor allem darin, dass kirchliche Amtshandlungen wie Trauungen heute Ausdruck der Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Milieus sind, wo die Heirat vor kirchlicher Kulisse kostenaufwendig inszeniert wird. Wie man den Zahlen entnehmen kann, entfallen diese einfach mal ersatzlos, wenn sie wegen bestimmter gesundheitsbehördlicher Richtlinien nicht mehr möglich sind. Bekennende Christen würden sich wohl kaum die kirchliche Segnung oder ein Sakrament (Formpflicht!) entgehen lassen.</p>
<p>Die fromme Fantasie, das Land sei noch fast hälftig von Christen bevölkert, die nicht nur wegen ihres kirchlichen Arbeitgebers oder des netten Kirchenkaffees noch konfessionell gemeldet seien, dürfte sich spätestens nach Ende der staatlichen Kirchenfinanzierung komplett in Luft auflösen.</p>
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		<title>
		Von: Stephan		</title>
		<link>https://theoblog.de/saekularisierungstempo-nimmt-zu/42606/comment-page-1/#comment-91407</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 09:34:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich bin spät dran mit einem Kommentar ...
Ein Mit-Problem ist, dass sich die wiedergeborenen Kinder Gottes in einigen Regionen kaum noch vernetzen können. 
Große Gemeinden, mit einem regen Gemeindeleben, findet man sicherlich noch in den Freikirchen, ebenfalls ist dort ein gutes theologisches Allgemeinwissen bei den Mitgliedern präsent. Es kann passieren, dass die nächste Freikirche dann in 60km Entfernung (oder tw. noch mehr) angesiedelt ist. Dazwischen ist dann der Dorfkirchenbereich der evangelischen Landeskirche.
Und dort gibt es u.a. folgende Herausforderungen:
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;Es gibt zu wenig Pfarrer / Pastoren, Stellen sind tw. jahrelang nicht besetzt.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Ein Pfarrer hat gerne mal 6 - 7 Predigtstellen ( = eine Gemeinde) inne, zzgl. Vertretungen in den vakanten Nachbargemeinden.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Dadurch finden Gottesdienste vor Ort nur noch alle 6 bis 12 Wochen statt. Damit fehlt ein wesentlicher Teil des Gemeindelebens.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die meisten Gottesdienstgänger sind nicht mehr mobil, Nachbarorte können daher Sonntags nicht aufgesucht werden. Die Gemeinde kennt sich nicht ortsübergreifend.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;(Gemeinsame) Veranstaltung außerhalb der Gottesdienste finden nicht statt, siehe mangelnde Mobilität, Altersproblematik, ...&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Für die Selbstorganisation von Andachten etc. fehlt es an motivierter, aber auch befähigter Mitarbeiterschaft. Die theologische Allgemeinbildung ist oftmals unterirdisch, weil es, s.o., keine gemeinsamen Veranstaltungen (Hauskreise etc.) mehr gibt.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Der Gemeindekirchenrat setzt sich nicht nach biblischen Prinzipien zusammen (z.B. zur Lehre befähigt), sondern nach weltlichen Interessen (Zuständigkeit Kindergarten, Kulturveranstaltungen, Friedhofsangelegenheiten, ...).&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Dementsprechend fordert ein GKR auch zu wenig ein von der Pfarrerschaft, und eine evtl. Pfarrersanstellung erfolgt bestenfalls nach Sympathie, oft genug nach &quot;wir kriegen ja sonst niemanden&quot;.&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;
Nach meiner Auffassung und sonntäglicher Beobachtung ist der kleine &quot;harte&quot; Kern der Gottesdienstbesucher nicht nur  Namenschrist, sondern um Nachfolge bemüht, verhungert dabei aber mangels Schwarzbrot, oftmals reicht es gerade mal für Milch.
Für ein funktionierendes Gemeindeleben fehlt die (Jargon aus der Kernphysik) &quot;kritische Masse&quot;, ab der Gemeinde vor Ort fast ein Selbstläufer ist.
Damit fehlt es aber auch an Nachwuchs. Selbst die Kinder / Enkel der noch treuen Gemeindemitglieder können keinerlei Bindung an die Gemeinde entwickeln. Deren letzter Gottesdienstbesuch ist zur Konfirmation, und danach nur noch zu folkloristischen Ereignissen wie Weihnachten, Hochzeit, ...

In Städten oder Ortschaften ab 15000 Einwohner sieht das alles noch besser aus, auch dafür kenne ich Beispiele. Ab xxxx Gemeindemitgliedern (= Kirchensteuerzahlern) gibt es eine Pfarrer- Vollzeitstelle für eine Gemeinde = Kirchgebäude, damit eine Regelmäßigkeit, aber auch genug freiwillige und auch bezahlte Mitarbeiter in der örtlichen Nähe. Die Dörferlandschaft mit tw. 300 Einwohnern ist abgehängt.

Vielleicht ist es an der Zeit, die evangelischen konfessionellen Grenzen etwas beiseite zu schieben. Dazu ist es notwendig, dass die Predigterlaubnis ebenso wie die Durchführung von Kasualien in den evangelischen Amtskirchen nicht mehr (nur) von formalen Voraussetzungen abhängt. 
Manch überkonfessioneller Hauskreis könnte in umliegenden Dörfer stattfinden - letzendlich bieten derzeit nur noch größere Freikirchen das Potential, die Umgebung mitversorgen zu können, sofern die Amtskirche sie läßt.
 
Bewegung wird es aber wohl erst dann geben, wenn vom Kirchensteueraufkommen her der Laden dicht gemacht werden muss, und auch der kirchliche Wasserkopf (mit all seinen bibelwridigen Institutionen und Beauftragten) weggeschrumpft wird. Gnade wäre, wenn die Kirchensteuer bald wegfallen würde, und man nicht auf das langsame Sterben aufgrund der Kohorteneffekte warten müßte. Im letzteren Fall wären manche Schäden kaum noch reparabel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin spät dran mit einem Kommentar &#8230;<br />
Ein Mit-Problem ist, dass sich die wiedergeborenen Kinder Gottes in einigen Regionen kaum noch vernetzen können.<br />
Große Gemeinden, mit einem regen Gemeindeleben, findet man sicherlich noch in den Freikirchen, ebenfalls ist dort ein gutes theologisches Allgemeinwissen bei den Mitgliedern präsent. Es kann passieren, dass die nächste Freikirche dann in 60km Entfernung (oder tw. noch mehr) angesiedelt ist. Dazwischen ist dann der Dorfkirchenbereich der evangelischen Landeskirche.<br />
Und dort gibt es u.a. folgende Herausforderungen:</p>
<ol>
<li>Es gibt zu wenig Pfarrer / Pastoren, Stellen sind tw. jahrelang nicht besetzt.</li>
<li>Ein Pfarrer hat gerne mal 6 &#8211; 7 Predigtstellen ( = eine Gemeinde) inne, zzgl. Vertretungen in den vakanten Nachbargemeinden.</li>
<li>Dadurch finden Gottesdienste vor Ort nur noch alle 6 bis 12 Wochen statt. Damit fehlt ein wesentlicher Teil des Gemeindelebens.</li>
<li>Die meisten Gottesdienstgänger sind nicht mehr mobil, Nachbarorte können daher Sonntags nicht aufgesucht werden. Die Gemeinde kennt sich nicht ortsübergreifend.</li>
<li>(Gemeinsame) Veranstaltung außerhalb der Gottesdienste finden nicht statt, siehe mangelnde Mobilität, Altersproblematik, &#8230;</li>
<li>Für die Selbstorganisation von Andachten etc. fehlt es an motivierter, aber auch befähigter Mitarbeiterschaft. Die theologische Allgemeinbildung ist oftmals unterirdisch, weil es, s.o., keine gemeinsamen Veranstaltungen (Hauskreise etc.) mehr gibt.</li>
<li>Der Gemeindekirchenrat setzt sich nicht nach biblischen Prinzipien zusammen (z.B. zur Lehre befähigt), sondern nach weltlichen Interessen (Zuständigkeit Kindergarten, Kulturveranstaltungen, Friedhofsangelegenheiten, &#8230;).</li>
<li>Dementsprechend fordert ein GKR auch zu wenig ein von der Pfarrerschaft, und eine evtl. Pfarrersanstellung erfolgt bestenfalls nach Sympathie, oft genug nach &#8222;wir kriegen ja sonst niemanden&#8220;.</li>
</ol>
<p>Nach meiner Auffassung und sonntäglicher Beobachtung ist der kleine &#8222;harte&#8220; Kern der Gottesdienstbesucher nicht nur  Namenschrist, sondern um Nachfolge bemüht, verhungert dabei aber mangels Schwarzbrot, oftmals reicht es gerade mal für Milch.<br />
Für ein funktionierendes Gemeindeleben fehlt die (Jargon aus der Kernphysik) &#8222;kritische Masse&#8220;, ab der Gemeinde vor Ort fast ein Selbstläufer ist.<br />
Damit fehlt es aber auch an Nachwuchs. Selbst die Kinder / Enkel der noch treuen Gemeindemitglieder können keinerlei Bindung an die Gemeinde entwickeln. Deren letzter Gottesdienstbesuch ist zur Konfirmation, und danach nur noch zu folkloristischen Ereignissen wie Weihnachten, Hochzeit, &#8230;</p>
<p>In Städten oder Ortschaften ab 15000 Einwohner sieht das alles noch besser aus, auch dafür kenne ich Beispiele. Ab xxxx Gemeindemitgliedern (= Kirchensteuerzahlern) gibt es eine Pfarrer- Vollzeitstelle für eine Gemeinde = Kirchgebäude, damit eine Regelmäßigkeit, aber auch genug freiwillige und auch bezahlte Mitarbeiter in der örtlichen Nähe. Die Dörferlandschaft mit tw. 300 Einwohnern ist abgehängt.</p>
<p>Vielleicht ist es an der Zeit, die evangelischen konfessionellen Grenzen etwas beiseite zu schieben. Dazu ist es notwendig, dass die Predigterlaubnis ebenso wie die Durchführung von Kasualien in den evangelischen Amtskirchen nicht mehr (nur) von formalen Voraussetzungen abhängt.<br />
Manch überkonfessioneller Hauskreis könnte in umliegenden Dörfer stattfinden &#8211; letzendlich bieten derzeit nur noch größere Freikirchen das Potential, die Umgebung mitversorgen zu können, sofern die Amtskirche sie läßt.</p>
<p>Bewegung wird es aber wohl erst dann geben, wenn vom Kirchensteueraufkommen her der Laden dicht gemacht werden muss, und auch der kirchliche Wasserkopf (mit all seinen bibelwridigen Institutionen und Beauftragten) weggeschrumpft wird. Gnade wäre, wenn die Kirchensteuer bald wegfallen würde, und man nicht auf das langsame Sterben aufgrund der Kohorteneffekte warten müßte. Im letzteren Fall wären manche Schäden kaum noch reparabel.</p>
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		<title>
		Von: Robert Renk		</title>
		<link>https://theoblog.de/saekularisierungstempo-nimmt-zu/42606/comment-page-1/#comment-91396</link>

		<dc:creator><![CDATA[Robert Renk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 16:46:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Niemand freut sich über diese Entwicklung,selbst ein substanzloses Namenschristentum hat noch das Potenzial  eines positiven Einflusses auf die Gesellschaft. Das setzt aber die Wahrheit nicht außer Kraft, nämlich, dass &quot;die Kirche&quot; ein &quot; Netzwerk&quot; der wahrhaft Gläubigen ist, die wiedergeborenen Kinder Gottes, die Nachfolger Jesu, die ihn als Herrn ihres Lebens angenommen haben. Diese Definition die sich aus dem Wort Gottes speist, sollte zumindest unter Evangelikalen Zustimmung finden. Somit verlieren die angeführten Zahlen ihren Schrecken, obwohl der Schrecken allerorten sichtbar wird !]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand freut sich über diese Entwicklung,selbst ein substanzloses Namenschristentum hat noch das Potenzial  eines positiven Einflusses auf die Gesellschaft. Das setzt aber die Wahrheit nicht außer Kraft, nämlich, dass &#8222;die Kirche&#8220; ein &#8220; Netzwerk&#8220; der wahrhaft Gläubigen ist, die wiedergeborenen Kinder Gottes, die Nachfolger Jesu, die ihn als Herrn ihres Lebens angenommen haben. Diese Definition die sich aus dem Wort Gottes speist, sollte zumindest unter Evangelikalen Zustimmung finden. Somit verlieren die angeführten Zahlen ihren Schrecken, obwohl der Schrecken allerorten sichtbar wird !</p>
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