Vom Nutzen des Gehorsams

Ellis Potter schreibt in seinem Buch Drei Weltformeln über Autorität (Drei Weltformeln, 2013, S. 64):

Hierarchie hat nichts mit Ungleichheit von Wert oder Bedeutsamkeit zu tun. In Gott gebietet der Vater und der Sohn gehorcht, und beide sind gleichermaßen Gott. Der Sohn ist kein Gott in Ausbildung, der auf sein Diplom wartet. Er ist kein Junior-Gott, der darauf wartet, sein Reifezeugnis entgegenzunehmen. Er ist vollständig und ewig Gott und er gehorcht. Dieses Gottesbild passt nicht in unsere gegenwärtige Kultur, weil wir denken, dass wir mehr Mensch und lebendiger sind, wenn wir gebieten und weniger Mensch sind, wenn wir gehorchen. Das kann aber nicht stimmen, wenn wir in Gottes Ebenbild geschaffen sind. Zu gehorchen ist genauso göttlich wie zu gebieten. Somit ist gehorchen genauso menschlich wie gebieten. Leider werden Hierarchie und Autorität schrecklich missbraucht und das verursacht großes Leid. Wenn Hierarchie jedoch ein Teil Gottes ist, dann kann sie an sich nicht die Ursache für das Leiden sein. Bob Dylan hat recht, wenn er sagt, du musst jemandem dienen.

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7 Kommentare
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Günter

Ja, „Hierarchie hat nichts mit Ungleichheit von Wert oder Bedeutsamkeit zu tun.“ Aber das lerne ich nicht aus den Bziehungen innerhalb der Gottheit, sondern u. a. aus der Beziehung von Christus als Mensch zu Gott:

  • „Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi.“ 1 Kor 11.3

Ellis Potter geht von Hierarchie (also auch von Subordination) „in Gott“ aus. Aber das ist doch schon von der alten Kirche (m. E. zu Recht) als verkehrt verworfen worden. Dass dieser Gedanke in Verbindung mit der „gender debate“ wieder aufkommt, ist m. E. unnötig und gefährlich.

Günter

Herzlichen Dank, Ron, für die ergänzende Info!

LG Günter

Jörg

Ist die Unterordnung der Frau eine „ontologische“ oder eine „freiwillige“?
Und: Hat die Beziehung von Christus (und damit auch uns) als Mensch zu Gott wirklich „nichts mit Ungleichheit von Wert oder Bedeutsamkeit zu tun?“

Stephan

Gott ist ein Gott der Ordnung und nicht der Unordnung. Im AT, aber auch noch im NT, finden wir Hierachien. Gott-(König)-Stämme-Sippen-Familien. Wir lesen von Abraham, und irgendwann fällt auf in der Schrift, dass er über 300 Knechte hatte, die wiederum Familien hatten. „Abraham“ ist gleichzeitig die Person Abraham, aber auch eine Sippe. Man sieht Verantwortungsketten: Gott ruft Adam, obowohl Eva …, und Abraham muss Rechenschaft ablegen. Wir sehen es bei David und Nabal, es wäre ein Krieg geworden gegen Nabal und seine Knechte, wenn nicht Abigail gehandelt hätte. Die Kneche des Nabal stehen für die Entscheidung ihres Herrn mit gerade, der aber die Verantwortung trägt. Wir stehen in Verantwortung, anderen höhergestellten Gegenüber, und wir tragen Verantwortung für andere. Wir gehorchen, wir dienen. Das sehe ich als von Gott gesetzte Ordnung. Gleichermaßen sehe ich keinen unterschiedlichen Wert des Menschen. Denn vor Gott muss sich jeder einzeln verantworten oder durch Jesus rechtfertigen lassen. Und jeder Mensch ist nach „oben“ und „unten“ Rechenschaft… Weiterlesen »

Helge Beck

Und was ist der Nutzen?

Stephan

Der Nutzen ist eine funktionierende Gesellschaft mit maximal erreichbarer Freiheit. Die Ansätze, dass alle „gleich“ sind, sind ja nun oft genug gescheitert, weil eben nicht alle gleich waren. Auch im Sozialismus bildeten sich ganz schnell Hierarchien. Noch schlimmer: man hat erstmal diejenigen ausgeschaltet, die aufgrund gehobener Bildung oder Befähigung zu sehr aus den „Gleichen“ herausgeragt haben (Sowjetunion, China, Rote Khmer, …). Oder siehe auch in den Versuchen der „autonomen Zonen“ in manchen amerikanischen Städten dieses Jahr. Ganz oben über allen standen dann die mit den Waffen in der Hand. Und die „Autonomie“ hatte bereits da ein Ende, wo es um die Versorgung mit Lebensmitteln, Infrastruktur (Wasser, Strom) oder Krankenfürsorge ging. Also nach rund 2 Tagen. Der Nutzen einer Hierarchie ist, dass der weiter oben stehende schon aus Selbsterhaltung heraus darauf bedacht ist, dass es „den Gehorchenden“ gut geht. In einer hierarchiefreien oder hierarchisch flachen Gesellschaft fühlt sich so gut wie niemand für das Wohlergehen des Nächsten verantwortlich. Und, sie CHAZ… Weiterlesen »