Vom Wesen des Neuen Testaments

Der evangelikale Prof. Armin Baum und der historisch-kritische Theologe Prof. Udo Schnelle haben in einem idea-Streitgespräch über die Entstehung und Glaubwürdigkeit des Neuen Testaments debattiert. Das Netzwerk  Bibel und Bekenntnis hat auf das Gespräch, das von Carsten Huhn moderiert wurden ist, verwiesen.

Hier ein Auszug:

Baum: Sie sagen: Es macht ja nichts aus, ob im Johannesevangelium nun die Worte Jesu stehen oder die Worte anderer. Für mich wäre es aber ein Problem, wenn in den Evangelien Jesus Worte in den Mund gelegt werden, die er nie gesagt hat – nicht einmal dem Sinne nach. Müsste man dann nicht von einer Fälschung reden? Dies stände im Widerspruch zum Anspruch der Heiligen Schrift, wahrhaftiges Wort Gottes zu sein.

Schnelle: Alle Evangelien gehen davon aus, dass der historische Jesus und der auferstandene Jesus eine Person sind. Sie sind miteinander verwoben. Deshalb sind die nachösterlichen Interpretationen über Jesus genauso wertvoll wie die Aussagen des historischen Jesus.

Baum: Ich halte die Auffassung, dass Jesus nachösterlich Worte in den Mund gelegt werden, für problematisch. Damit wird – auch nach antikem Wahrheitsverständnis – eine Grenze überschritten zwischen historischer Wirklichkeit und Fiktion. Das Johannesevangelium hat den Anspruch, historische Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte wird nicht erst nachträglich mit Hilfe eines Osterglaubens mit göttlichem Glanz überstrahlt. Der Evangelist Johannes berichtet etwas, was in allen Religionen einzigartig ist: Gott wird Mensch und betritt mit seinem Sohn Jesus von Nazareth die Bühne der Weltgeschichte.

Schnelle: Ich glaube, dass Ihr Begriff des „Nachträglichen“ falsch ist. Alles im Neuen Testament ist nachträglich, weil es erst nach den Ereignissen geschrieben worden ist.

Baum: Darin sind wir uns einig. Schnelle: Das bedeutet, dass es notwendigerweise ein Ineinander von historischem Jesus und dem Christus des Glaubens gibt.

Baum: Sie gehen davon aus, dass der Verfasser des Johannesevangeliums Jesus nachträglich Worte zugeschrieben hat. Wenn das ein anderer antiker Historiker mit einem Feldherrn oder Politiker seiner Zeit tat, haben ihn seine Kollegen der historischen Unwahrheit bezichtigt.

Schnelle: Nein! Nie und nimmer. Johannes hat Jesus genial interpretiert …

Baum: … nach Ihrem Verständnis im Sinne eines Künstlers, aber nicht im Sinne eines Historikers.

Schnelle: Nein, im Sinne einer Einheit des irdischen und des himmlischen Wirkens. Sie lesen die Evangelien falsch, wenn Sie diese allein danach lesen, ob historisch etwas stimmt oder nicht.

Baum: Der Evangelist Johannes erhebt den Anspruch, dass es Augenzeugen gibt, die seinen Bericht belegen.

Mehr: Streitgespraech_Baum_Schnelle.pdf.

Einleitung in das Neue Testament - Evangelien und Apostelgeschichte von Armin D. Baum

Preis: EUR 70,00

53 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 67,00

 

Kommentare

  1. Jörg meint:

    Schnelle ist nicht irgendein historisch-kritischer Theologe. Er ist Verfasser des historisch-kritischen Standardwerkes zur NT-Einleitung, mithin das Beste, was das historisch-kritische Paradigma auf diesem Gebiet zu bieten hat. Schön, dass durch das Buch von Baum scheinbar eine akademische Debatte der unterschiedlichen Paradigmen auf dem höchsten Niveau angestoßen und ermöglicht wird.

  2. Im Gespräch hätte es ein Mehr um das Ringen der Begrifflichkeiten gehen sollen. Dann wäre – hoffentlich – der Standpunkt von A. Baum auch deutlicher geworden.

  3. FrankS meint:

    Als die „Einleitung in das Neue Testament“ von Bruder Baum erschien, habe ich mich gleich an die Lektüre gewagt. Auch als Nichtakademiker kann man sich da gut einlesen und stark davon profitieren. Auch im persönlichen Kontakt zu Herrn Baum viel mir seine kompetente und gut verständliche Art sehr positiv auf. Dieser Eindruck wird durch das hier abgedruckte Gespräch weiter bekräftigt. Der in dem verlinkten Gespräch vorherrschende respektvolle Umgang, macht mir darüber hinaus Mut, weiter im Dialog mit Vertretern der historisch-kritischen Theologie zu bleiben.

  4. Schandor meint:

    Wenn Johannes Jesus genial interpretiert hat,
    hat Jesus gewisse Worte nie gesagt.
    Das versteht jeder, außer er ist akademisch gebildet,
    als Fälschung, daran ändert auch der Euphemismus „genial interpretiert“ nichts.
    Des Kaisers neue Kleider eben.
    Da können Theologen größten Kalibers für ihresgleichen formulieren.
    Wer logisch denkt, kann den Unsinn freilich sehen.
    (Allerdings kann man Schnelles Anthropologie sehr Gutes entnehmen.)

  5. Robertus Theophilus meint:

    Hä? 😉
    Ich les Deine Kommentare wirklich am Liebsten, Schandor, und wunder mich oft, was da wohl für eine Person dahinter steckt. In diesem Fall versteh ich Dich nicht. Elaboriere er! 😉
    Hab mir schon des öfteren vorgestellt, mit dem Herrn Schandor bei nem Gläschen Wein über eine vielleicht sehr ähnliche Weltansicht mit sehr unterschiedlichem Charakter und vermutlich andersartigem Lebenshintergrund zu philosophieren. 🙂

    But nevermind… 😉

  6. Schandor meint:

    @Robertus

    Nun, das ist vielleicht weniger kontrovers, als es klingen mag.

    Ich will auch gar nichts reaktionär oder ultrakonservativ argumentieren, aber was im Namen des Zweifels unter der Fahne der Bibelkritik manchmal geboten wird, geht zu weit.

    Ich habe den geschätzten (und das meine ich ernst) Herrn Prof. Schnelle so verstanden, als wolle er sagen: Ja, Johannes hat Jesus Christus in seinem Evangeliumsbericht „genial interpretiert“ einige Worte in den Mund gelegt, und du, lieber Leser, darfst ruhig glauben, Jesus habe das selbst gesagt, auch wenn es nicht so ist, denn Johannes wird doch schon wissen, was er gesagt haben könnte oder vermutlich gesagt hat. (Prof. Baum benennt das ja weiter unten im Text auch)

    Meine Spitze richtet sich gegen Aussagen (nicht gegen Hrn. Prof. Schnelle), die Christen auf diese Weise verunsichern. Du brauchst etwa nur mal bei evangelischen Theologen lesen, mit welcher unerhörten Spitzfindigkeit sie zum Beispiel die Jungfrauengeburt als metaphorisches Geschehen umdeuten, während „in Wahrheit“ Josef ganz normal mit Maria … naja, Du weißt, wovon ich rede. Dann war auch das leere Grab „nicht historisch“, das Manna war Koriandersamen, die Brotvermehrung Freigebigkeit usw. usf. Der liberale Zweifel wirkt eben.

    Mir ist schon klar, der Glaube ist ein unverfügbares Geheimnis, aber Theologen, die ihren Zweifel ungeschickt genug kaschieren und ihr „Zuvielwissen“ nicht dezenter verbergen, müssen sich von Menschen, die das eben sehr wohl glauben, doch diesen Vorwurf gefallen lassen, denke ich.

    Es sind die verräterischen Formulierungen wie: Alle Evangelien gehen davon aus, dass der historische und der auferstandene Jesus ein- und dieselbe Person ist. Das ist ein Truismus, der sich als Erkenntnis ausgibt. Wenn der historische und der auferstandene Jesus ein- und derselbe Mann ist, dann sind nicht zwei Personen „miteinander verwoben“, sondern dann ist das begriffliches Brimborium. Ich weiß, man sagt das so nicht, sondern man sagt euphemistisch „problematisch“, weil das sonst zu ungeschützt klingt.

    Prof. Schnelle zaubert sich mit Formulierungen, die sein Zuvielwissen deutlich erkennen lassen, weiter durch die Sache, etwa wenn er den Begriff des „Nachträglichen“ im konsensualen Behauptungsgestus beschwichtigend zu deeskalieren sich bemüht.

    Der historisch-kritische Geist hat gelernt, dass man den eigenen Zweifel nur transportieren kann, wenn man sich der begrifflichen Umdeutungsmaschinerie bedient, weil die nicht so schnell jeder durchschaut.

    So scheinen die beiden Professoren von einem gemeinsamen Nenner auszugehen, aber schnell wird deutlich: Prof. Schnelle relativiert diesen Nenner, indem er dezent auf eine Voraussetzung anspielt, die Prof. Baum als Evangelikaler kaum teilen dürfte, nämlich, ob es wichtig sei, ob Paulus den Brief an Timotheus geschrieben hat. Wenn das nämlich nicht der Fall ist, werden Millionen Menschen hinters Licht geführt. Da kann man nicht mit „historischen Zuschreibungen“ abwinken.

    Was da wirklich gesagt wird, ist doch: Die Verfasser der Pseudepigraphen haben alles „im guten Glauben“ getan. Und woher will man das wissen? Könnte es nicht sein, dass diese Leute einfache Menschen waren, denen es gerade nicht in den Sinn gekommen ist, dem Sohn Gottes (ich weiß, dieser Titel ist dem historischen Jesus, einem einfachen Häuslebauer mit Weltverbesserungsattitüden und eschatischen Überhöhungserwartungen, erst viel später beigelegt worden) etwas „in den Mund zu legen“, sondern das zu berichten, was sie gesehen und gehört haben? Hat nicht genau das Johannes am Ende seines Berichts explizit gesagt?

    Mich erinnert das ein wenig an die Hamburger Goetheausgabe mit tausenden Kommentarseiten, was Goethe „wirklich“ gemeint hat. Hätte Goethe all das „wirklich“ gemeint, was da geschrieben ist, er hätte mindestens 300 Jahre alt werden müssen. Trotzdem gilt das als Wissenschaft.

    Da sagt Prof. Schnelle zum Beispiel: Eine Aussage, die wir Jesus zuschreiben (sic!), sei nicht wertvoller als eine Aussage, die durch Gemeindebildung entstanden ist. Wenn wir (wer ist „wir“?) Jesus eine Aussage „zuschreiben“, dann bedeutet das, die Authentizität einer Aussage muss zuerst von Professoren geprüft und abgesegnet werden? Oder verstehe ich ihn da falsch?

    Der größte – anachronistische – Witz steckt m. E. in der Aussage, es handele sich um eine — und jetzt Augen auf! — „theologische Augenzeugenschaft“, nicht um eine historische. Das Oxymoron ist offenbar.

    Schade. Ich schätze sehr vieles von Prof. Schnelle, besonders in seinem Werk zur Anthropologie. Aber hier sind wir ganz sicher an der Schnittstelle von Glauben zu Unglauben angelangt, und hier sei der Christ (ob verbalinspirationsgläubig oder nicht) gewarnt: hic sunt leones! (Und damit will ich wiederum nichts gegen Herrn Prof. Schnelle gesagt haben.)

    Wenn Prof. Schnelle nun den Glauben als Weltsicht gegen andere Weltsichten quantifiziert und qualifiziert, mag er das gerne tun, das bleibt ihm ja unbenommen. Aber das ist Meinung, nicht Wissenschaft oder gar Wahrheit.

    Sophistisch nenne ich Aussagen wie diese: Sie versuchen, mit Ihrer Kategorie der moralischen Fälschung eine Echtheit der Brief(e) zu erzwingen (sic).

    Was wohl der Sohn Gottes dazu sagen würde, wenn er sähe, dass Prof. Schnelles Studenten dermaleinst ernst machten mit ihren Erkenntnissen und den einfachen Gemeindegliedern sagen würden: Liebe Leute, ihr glaubt vielleicht, Paulus habe den Epheserbrief geschrieben. Leider ist das nicht so, aber keine Sorge, seine Schüler, die diesen Brief (wahrscheinlich) geschrieben haben, haben nur das wiedergegeben, was Paulus auch gesagt hätte.

    Damit geraten bibelkritische Theologen in ganz gefährliche Nähe jenes (zugeschriebenen?) Jesuswortes vom Mühlstein des Ärgernisses.

    An den beiden letzten Aussagen erkennt man noch Prof. Schnelles Knicks an die Genderei („Studierenden“), der sich Prof. Baum – gottseidank – enthält.

    Es ist eben so: Herr Professor Schnelle hält die Inanspruchnahme des Paulus durch seine Schüler für einen legitimen Vorgang.
    Das könnte sogar der Fall sein — eben dann, wenn diese Schüler die Zuschreibung des Briefes an Paulus auch explizit gemacht hätte. So aber … nein. Wenn vorgebliche Paulusschüler die Verfasser der so genannten Pseudepigraphen waren und ein solchermaßen vom Geist Gottes durchwehtes Stück verfasst haben, dabei aber nicht gemerkt haben, dass die Rezipienten die fehlende Zuschreibung als Authentizität fehldeuten würden, hält man sie für dümmer, als sie waren — wenn sie denn die Verfasser waren, woran ich herzlichst zweifle.

    Ich verweise an dieser Stelle an einen anderen idea-Artikel, der höchst lesenswert ist für alle, denen die (pseudepigraphische) Lektüre durch die bibelkritische Zweiflerei ungemütlich geworden ist:

    http://www.kath.net/news/41449

  7. Schandor meint:

    @Robertus

    Nun, das ist vielleicht weniger kontrovers, als es klingen mag.

    Ich will auch gar nichts reaktionär oder ultrakonservativ argumentieren, aber was im Namen des Zweifels unter der Fahne der Bibelkritik manchmal geboten wird, geht zu weit.

    Ich habe den geschätzten (und das meine ich ernst) Herrn Prof. Schnelle so verstanden, als wolle er sagen: Ja, Johannes hat Jesus Christus in seinem Evangeliumsbericht „genial interpretiert“ einige Worte in den Mund gelegt, und du, lieber Leser, darfst ruhig glauben, Jesus habe das selbst gesagt, auch wenn es nicht so ist, denn Johannes wird doch schon wissen, was er gesagt haben könnte oder vermutlich gesagt hat. (Prof. Baum benennt das ja weiter unten im Text auch)

    Meine Spitze richtet sich gegen Aussagen (nicht gegen Hrn. Prof. Schnelle), die Christen auf diese Weise verunsichern. Du brauchst etwa nur mal bei evangelischen Theologen lesen, mit welcher unerhörten Spitzfindigkeit sie zum Beispiel die Jungfrauengeburt als metaphorisches Geschehen umdeuten, während „in Wahrheit“ Josef ganz normal mit Maria … naja, Du weißt, wovon ich rede. Dann war auch das leere Grab „nicht historisch“, das Manna war Koriandersamen, die Brotvermehrung Freigebigkeit usw. usf. Der liberale Zweifel wirkt eben.

    Mir ist schon klar, der Glaube ist ein unverfügbares Geheimnis, aber Theologen, die ihren Zweifel ungeschickt genug kaschieren und ihr „Zuvielwissen“ nicht dezenter verbergen, müssen sich von Menschen, die das eben sehr wohl glauben, doch diesen Vorwurf gefallen lassen, denke ich.

    Es sind die verräterischen Formulierungen wie: Alle Evangelien gehen davon aus, dass der historische und der auferstandene Jesus ein- und dieselbe Person ist. Das ist ein Truismus, der sich als Erkenntnis ausgibt. Wenn der historische und der auferstandene Jesus ein- und derselbe Mann ist, dann sind nicht zwei Personen „miteinander verwoben“, sondern dann ist das begriffliches Brimborium. Ich weiß, man sagt das so nicht, sondern man sagt euphemistisch „problematisch“, weil das sonst zu ungeschützt klingt.

    Prof. Schnelle zaubert sich mit Formulierungen, die sein Zuvielwissen deutlich erkennen lassen, weiter durch die Sache, etwa wenn er den Begriff des „Nachträglichen“ im konsensualen Behauptungsgestus beschwichtigend zu deeskalieren sich bemüht.

    Der historisch-kritische Geist hat gelernt, dass man den eigenen Zweifel nur transportieren kann, wenn man sich der begrifflichen Umdeutungsmaschinerie bedient, weil die nicht so schnell jeder durchschaut.

    So scheinen die beiden Professoren von einem gemeinsamen Nenner auszugehen, aber schnell wird deutlich: Prof. Schnelle relativiert diesen Nenner, indem er dezent auf eine Voraussetzung anspielt, die Prof. Baum als Evangelikaler kaum teilen dürfte, nämlich, ob es wichtig sei, ob Paulus den Brief an Timotheus geschrieben hat. Wenn das nämlich nicht der Fall ist, werden Millionen Menschen hinters Licht geführt. Da kann man nicht mit „historischen Zuschreibungen“ abwinken.

    Was da wirklich gesagt wird, ist doch: Die Verfasser der Pseudepigraphen haben alles „im guten Glauben“ getan. Und woher will man das wissen? Könnte es nicht sein, dass diese Leute einfache Menschen waren, denen es gerade nicht in den Sinn gekommen ist, dem Sohn Gottes (ich weiß, dieser Titel ist dem historischen Jesus, einem einfachen Häuslebauer mit Weltverbesserungsattitüden und eschatischen Überhöhungserwartungen, erst viel später beigelegt worden) etwas „in den Mund zu legen“, sondern das zu berichten, was sie gesehen und gehört haben? Hat nicht genau das Johannes am Ende seines Berichts explizit gesagt?

    Mich erinnert das ein wenig an die Hamburger Goetheausgabe mit tausenden Kommentarseiten, was Goethe „wirklich“ gemeint hat. Hätte Goethe all das „wirklich“ gemeint, was da geschrieben ist, er hätte mindestens 300 Jahre alt werden müssen. Trotzdem gilt das als Wissenschaft.

    Da sagt Prof. Schnelle zum Beispiel: Eine Aussage, die wir Jesus zuschreiben (sic!), sei nicht wertvoller als eine Aussage, die durch Gemeindebildung entstanden ist. Wenn wir (wer ist „wir“?) Jesus eine Aussage „zuschreiben“, dann bedeutet das, die Authentizität einer Aussage muss zuerst von Professoren geprüft und abgesegnet werden? Oder verstehe ich ihn da falsch?

    Der größte – anachronistische – Witz steckt m. E. in der Aussage, es handele sich um eine — und jetzt Augen auf! — „theologische Augenzeugenschaft“, nicht um eine historische. Das Oxymoron ist offenbar.

    Schade. Ich schätze sehr vieles von Prof. Schnelle, besonders in seinem Werk zur Anthropologie. Aber hier sind wir ganz sicher an der Schnittstelle von Glauben zu Unglauben angelangt, und hier sei der Christ (ob verbalinspirationsgläubig oder nicht) gewarnt: hic sunt leones! (Und damit will ich wiederum nichts gegen Herrn Prof. Schnelle gesagt haben.)

    Wenn Prof. Schnelle nun den Glauben als Weltsicht gegen andere Weltsichten quantifiziert und qualifiziert, mag er das gerne tun, das bleibt ihm ja unbenommen. Aber das ist Meinung, nicht Wissenschaft oder gar Wahrheit.

    Sophistisch nenne ich Aussagen wie diese: Sie versuchen, mit Ihrer Kategorie der moralischen Fälschung eine Echtheit der Brief(e) zu erzwingen (sic).

    Was wohl der Sohn Gottes dazu sagen würde, wenn er sähe, dass Prof. Schnelles Studenten dermaleinst ernst machten mit ihren Erkenntnissen und den einfachen Gemeindegliedern sagen würden: Liebe Leute, ihr glaubt vielleicht, Paulus habe den Epheserbrief geschrieben. Leider ist das nicht so, aber keine Sorge, seine Schüler, die diesen Brief (wahrscheinlich) geschrieben haben, haben nur das wiedergegeben, was Paulus auch gesagt hätte.

    Damit geraten bibelkritische Theologen in ganz gefährliche Nähe jenes (zugeschriebenen?) Jesuswortes vom Mühlstein des Ärgernisses.

    An den beiden letzten Aussagen erkennt man noch Prof. Schnelles Knicks an die Genderei („Studierenden“), der sich Prof. Baum – gottseidank – enthält.

    Es ist eben so: Herr Professor Schnelle hält die Inanspruchnahme des Paulus durch seine Schüler für einen legitimen Vorgang.
    Das könnte sogar der Fall sein — eben dann, wenn diese Schüler die Zuschreibung des Briefes an Paulus auch explizit gemacht hätte. So aber … nein. Wenn vorgebliche Paulusschüler die Verfasser der so genannten Pseudepigraphen waren und ein solchermaßen vom Geist Gottes durchwehtes Stück verfasst haben, dabei aber nicht gemerkt haben, dass die Rezipienten die fehlende Zuschreibung als Authentizität fehldeuten würden, hält man sie für dümmer, als sie waren — wenn sie denn die Verfasser waren, woran ich herzlichst zweifle.

    Ich verweise an dieser Stelle an einen anderen idea-Artikel, der höchst lesenswert ist für alle, denen die (pseudepigraphische) Lektüre durch die bibelkritische Zweiflerei ungemütlich geworden ist:

    http://www.kath.net/news/41449

  8. Schandor meint:

    @Robertus

    Mein Kommentar wird von der WebSite abgelehnt.

  9. Markus Jesgarz meint:

    Dies ist ein Kommentar zu der Aussage auf der Seite 1 zu der Frage
    „Was denken Sie?“:
    Schnelle: Ich frage zunächst nach dem zentralen Inhalt des christlichen Glaubens.
    Das ist für mich, dass Gott Jesus von Nazareth von den Toten auferweckt hat.
    Meine Meinung ist:
    1.
    Die Auferstehung von Jesus von Nazareth ist eine wichtige Aussage des christlichen Glaubens.
    1.
    Wichtige christliche Glaubensbekenntnisse enthalten die Aussage:
    Jesus ist von den Toten auferstanden.
    1.
    Im „Apostolisches Glaubensbekenntnis“ steht:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Apostolisches_Glaubensbekenntnis#Wortlaut
    am dritten Tage auferstanden von den Toten,
    2.
    Im „Bekenntnis von Nicäa“ steht:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnis_von_Nicäa#Text
    und am dritten Tage auferstanden ist,
    (Ergebnis des ersten Konzils von Nicää im Jahre 325)
    3.
    Im „Nicäno-Konstantinopolitanum“ steht:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Nicäno-Konstantinopolitanum#Text_mit_Übertragung
    ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
    (Bekenntnis des ersten Konzils von Konstantinopel von 381)
    2.
    In dem Artikel:
    Zur Historizität der Auferstehung von Jesus Christus
    http://www.professorenforum.de/bibliothek/artikel/detailansicht/zur-historizitaet-der-auferstehung-von-jesus-christus/
    am 01.01.2000 von Prof. Dr. Peter Zöller-Greer steht:
    1.
    am Anfang:
    Das Christentum steht und fällt mit der Auferstehung Jesu Christi.
    2.
    am Ende:
    Alles in allem muss also aus den vorgelegten Daten der Schluss gezogen werden, dass Jesus Christus tatsächlich nach drei Tagen von den Toten auferstanden ist, wie er es selbst vorhersagte. Damit muss er jedoch die Person gewesen sein, die er behauptete zu sein: Der Sohn Gottes.
    2.
    Der zentrale Inhalt des christlichen Glaubens ist die Errettung von der Sünde:
    1. Die Errettung von der Strafe der Sünde (die Rechtfertigung).
    2. Die Errettung von der Macht der Sünde (die Heiligung).
    3. Die Errettung von der Gegenwart der Sünde (die Verherrlichung).
    3.
    Für den rettenden Glauben sind folgende Glaubensinhalte essenziell:
    1. Für alle Epochen gilt:
    1. Der Mensch ist erlösungsbedürftig seit dem Sündenfall.
    2. Es gibt nur einen Gott.
    3. Die göttliche Gnade ist zur Errettung notwendig.
    4. Der Glaube ist zur Errettung notwendig.
    2. Für die aktuelle Epoche
    „Die Epoche der Gemeinde durch das Kreuz Christi und
    das Herabkommen des Heiligen Geistes.“
    gilt:
    5. Jesus Christus ist wahrer Gott.
    6. Jesus Christus ist wahrer Mensch.
    7. Jesus Christus starb stellvertretend für die Sünde der Menschen.
    8. Jesus Christus ist leiblich auferstanden.
    Quelle:
    1.
    The Essentials of the Faith (Zeitpunkt: 23:58 / 52:29)
    https://www.youtube.com/watch?v=pjdy-VWXrik&list=RDpjdy-VWXrik&t=12
    2.
    Epochen der Heilsgeschichte von Herbert Briem (Seite 32)
    clv.de/clv-server.de/wwwroot/pdf/256262.pdf

  10. Robertus Theophilus meint:

    @Schandor :
    Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!
    Seh ich auch so, die Herren gehen nicht mit dem Bagger dran (ala Nietzsche) sondern klopfen da Stück für Stück mit dem Meiselchen aus dem Glaubensfundament. Frag mich nur, was sie damit erreichen wollen? Oder fehlt ihnen einfach nur der Mut, sich konsequent zu ihrem Unglauben zu stellen? Oder vielleicht gefällt ihnen einfach nur die „christliche Idee“ und basteln sich – ohne wirkliche Glaubenserfahrung/Offenbarung – eine intellektuell zufriedenstellende Theologie zusammen, mit der’s sich auch gut leben lässt.

    Ich frag mich auch manchmal, wie Johannes an einzelne Gesprächsinhalte gekommen ist, oder auch, wie er sich nach all der Zeit (Erleben bis Niederschrift) noch an vieles erinnern kann, aber dann merk ich wiederum, dass ich unterbewusst den selben Fehler der Bibelkritiker mach … ich rechne nicht (oder zu wenig) mit einem lebendigen, sich offenbarenden Gott! 😉

    Nochmals vielen Dank, sehr interessant!

  11. Markus Jesgarz meint:

    Dies ist ein Kommentar zu der Aussage auf der Seite 2 von 7:
    Baum: Ich bestreite es schon! Ich glaube nicht, dass sich die Darstellung Jesu in den vier Evangelien im Kern unterscheidet.
    Meine Meinung ist:
    1.
    Jeder der vier Evangelisten möchte im Kern das Evangelium verkünden:
    https://thefour.com/de/
    1. Gott liebt mich
    2. Ich habe gesündigt
    3. Jesus starb für mich
    4. Will ich mit Jesus leben?
    2.
    Im Kern zeigt jeder der vier Evangelisten:
    1. Jesus Christus ist wahrer Gott.
    2. Jesus Christus ist wahrer Mensch.
    3. Jesus Christus starb stellvertretend für die Sünde der Menschen.
    4. Jesus Christus ist leiblich auferstanden.
    3.
    Die sieben „Ich bin“-Worte im Johannesevangelium belegen die Aussage:
    Jesus Christus ist wahrer Gott.
    4.
    Bei Markus, Matthäus, Lukas heißt es:
    „Wer kann Sünden vergeben, außer Gott allein?“
    um die Aussage zu belegen:
    Jesus Christus ist wahrer Gott.

  12. Markus Jesgarz meint:

    Dies ist ein Kommentar zu der Aussage von Herrn Schnelle auf der Seite 3:
    Johannes hat Jesus genial interpretiert.
    Meine Meinung ist:
    Das Johannesevangelium ist genial.
    1.
    In dem Prolog (1,1-18) erklärt der Evangelist, dass in der Person Jesus Christus,
    Jesus von Nazareth, sich die göttliche Natur mit der menschlichen Natur vereint.
    1.
    Das Wort ist Gott.
    In Johannes 1,1 steht:
    https://www.bibleserver.com/text/SLT/Johannes1
    Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
    2.
    Das Wort wurde Mensch und ist Jesus.
    In Johannes 1,14 steht:
    Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater,
    voller Gnade und Wahrheit.
    3.
    In dem theologischen Prolog wird:
    1. auf das historische Ereignis der Menschwerdung Gottes verwiesen und
    2. die theologische Interpretation gegeben:
    1. Jesus Christus ist wahrer Gott.
    2. Jesus Christus ist wahrer Mensch.
    4.
    Sieben Zeichen Jesu in dem Buch der Zeichen (1,19-12,50)
    belegen die Aussage: Jesus Christus ist wahrer Gott.
    1. Die Verwandlung von Wasser in Wein (2,1-11)
    2. Die Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten in Kapernaum (4,46-54)
    3. Die Heilung eines Gelähmten am Teich Betesda in Jerusalem (5,1-18)
    4. Die Speisung der Fünftausend am Galiläischen Meer (6,5-15)
    5. Das Gehen auf dem Wasser des Galiläischen Meeres (6,16-21)
    6. Die Heilung eines Blindgeborenen in Jerusalem (9,1-7)
    7. Die Auferweckung des Lazarus in Betanien (11,1-45)
    5.
    Die sieben „Ich bin“-Worte im Buch der Zeichen und
    in den Abschiedsreden an die Jünger (13,1-17,26)
    belegen die Aussage: Jesus Christus ist wahrer Gott.
    6.
    Jesu Passion und Auferstehung (18,1-20,31) und das Epilog (21,1-25)
    belegen die Aussage:
    1. Jesus Christus starb stellvertretend für die Sünde der Menschen.
    2. Jesus Christus ist leiblich auferstanden.
    7.
    Das Tunwort „glauben“ benutzt der Evangelist achtundneunzigmal.
    Der Leser soll an Jesus Christus glauben.
    1.
    In Johannes 1,12 steht:
    Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht,
    Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;
    2.
    In Johannes 3,16 steht:
    Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
    damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
    3.
    In Johannes 20,31 steht:
    Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus,
    der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

  13. Schandor meint:

    Die fasslichste Erklärung zum Logos-Begriff bei Johannes habe ich – man lese und staune – in Thomas Hobbes‘ Leviathan gefunden.
    Sie ist so genial und einleuchtend, dass mir manche Arbeiten von Theologen vorkommen wie Wolkenkuckucksheime, in denen gerne wohnt, wer sich kein eigenes Luftschloss leisten kann. Ich will sie euch nicht vorenthalten:

    „Und das Wort ward Fleisch.“ Dies bedeutet das Wort oder die Verheißung, Christus werde in die Welt kommen, das am Anfang bei Gott war. Das wiederum heißt: Es war die Absicht Gott-Vaters, den Gottes-Sohn in die Welt zu senden und die Menschen auf dem Weg des ewigen Lebens zu erleuchten. Dies war aber bis dahin noch nicht verwirklicht und tatsächlich Fleisch geworden, so daß unser Heiland an dieser Stelle das Wort genannt wird, und zwar nicht deshalb, weil der die Verheißung, sondern weil er die versprochene Sache [selbst] war.

    Leviathan, Kap. 36

    (Kursiv im Original, Fett von mir)

  14. Markus Jesgarz meint:

    Dies ist ein Kommentar zu der Aussage von Herrn Schnelle
    am Ende auf der Seite 2:
    Eine Aussage, die wir Jesus zuschreiben, ist nicht wertvoller als eine Aussage, die durch Gemeindebildung entstanden ist.
    Mich interessiert die Frage:
    Wer hat das Johannesevangelium zusammengestellt?
    Meine Vermutung ist:
    Johannes, der Sohn des Zebedäus hat weitgehend den Text des Johannesevangelium zusammengestellt.
    1.
    In dem Beitrag von:
    Early Christian Writings
    http://www.earlychristianwritings.com/text/irenaeus-book3.html
    steht unter
    Irenaeus of Lyons
    Book III.
    Chapter I.-The Apostles Did Not Commence to Preach the Gospel, or to Place Anything on Record, Until They Were Endowed with the Gifts and Power of the Holy Spirit. They Preached One God Alone, Maker of Heaven and Earth.
    1. im letzten Satz:
    Afterwards, John, the disciple of the Lord, who also had leaned upon His breast, did himself publish a Gospel during his residence at Ephesus in Asia.
    2.
    In dem Beitrag von:
    Griechische Patristik und orientalische Sprachen
    https://www.unifr.ch/bkv/kapitel49-23.htm
    steht unter
    Eusebius von Cäsarea († um 340) – Kirchengeschichte (Historia Ecclesiastica)
    Drittes Buch 24. Kap. Die Reihenfolge der Evangelien.
    24. Diese Erzählung des Klemens ist hier aufgenommen aus geschichtlichen Gründen und zugleich auch zur Erbauung der Leser.
    1.
    Auch die übrigen Schüler unseres Erlösers, die zwölf Apostel, die siebzig Jünger und außerdem noch unzählige andere waren nicht ohne Kenntnis der gleichen Geheimnisse geblieben. Doch von allen haben uns nur Matthäus und Johannes Erinnerungen an die Lehrvorträge unseres Herrn hinterlassen;
    2.
    Nachdem nun Markus und Lukas die von ihnen gepre- [S. 131] digten Evangelien herausgegeben hatten, sah sich nach der Überlieferung schließlich auch Johannes, der ständig sich mit der mündlichen Predigt des Evangeliums beschäftigt hatte, zur Niederschrift veranlaßt, und zwar aus folgendem Grunde: Nachdem die zuerst geschriebenen drei Evangelien bereits allen und auch dem Johannes zur Kenntnis gekommen waren, nahm dieser sie, wie man berichtet, an und bestätigte ihre Wahrheit und erklärte, es fehle den Schriften nur noch eine Darstellung dessen, was Jesus zunächst, zu Beginn seiner Lehrtätigkeit, getan habe.

  15. Markus Jesgarz meint:

    Dies ist ein Kommentar zu der Aussage von Herrn Schnelle auf der Seite 1:
    Die Frage ist nur, was wir darunter (Die Heilige Schrift ist ganz Menschenwort und zugleich ganz Gotteswort.) verstehen. Gilt das als eine allgemeine Zuschreibung, die die Freiheit lässt, bei einzelnen Wörtern, Sätzen oder Schriften der Bibel durchaus zu unterscheiden, oder gilt dieser Satz generell für jedes Wort der Bibel – so wie es die klassische orthodoxe Inspirationslehre formuliert?
    Meine Meinung ist:
    Da die Verfasser der Heiligen Schrift von dem Heiligen Geist inspiriert waren ist die ganze Heilige Schrift irrtumslos.
    In dem Beitrag:
    Five Questions You Need to Know About Inerrancy
    https://apologeticseducation.wordpress.com/2018/06/13/reasoning-rightly-about-biblical-inerrancy-five-questions-you-need-to-know/
    am 13.6.2018 von Doug Potter steht unter
    „4. What does “cannot err” mean and not mean?“:
    1.
    Inerrancy guarantees the truth of all the Bible teaches, implies, and entails whether spiritual (unseen) matters or factual (seen) matters.
    2.
    Likewise, when the Bible speaks of how to get to heaven it is so.
    3.
    Finally, it does not mean everything in the Bible is literal. There are many figures of speech used and therefore many ways truth can apply to reality. Indeed, you may need your grammar text for this, as it can apply literally (Mark 1:16), allegorically (Galatians 4:23-24), metaphorically (Isaiah 55:12), similarly (Isaiah 7:2), analogically (2 Corinthians 5:7), symbolically (Hebrew 9:7-9), hyperbolically (Judges 7:12), phenomenologically (Joel 2:31), informally (Numbers 11:21), synecdochically (Matthew 6:11), and metonymically (Matthew 8:8; Luke 7:6) (See Dr. Richard Howe’s presentation “The Concept of Truth in the Inerrancy Debate, Revisited” https://www.youtube.com/watch?v=nAF2KZC0oEU&list=PLfg6-G5mePpTPpoVkePcWW1rF3RKH-xqc&index=5 ab 40:09 / 1:09:31).

  16. Markus Jesgarz meint:

    Dies ist ein Kommentar zu der Aussage von Herrn Baum
    auf der Seite 1 zu der Frage:
    Welche Rolle spielte Gott bei der Entstehung des Neuen Testaments?
    Baum: Die beste Beschreibung der Heiligen Schrift ist für mich: Sie ist ganz Menschenwort und zugleich ganz Gotteswort.
    Meine Meinung ist:
    1.
    Thomas von Aquin benutzte für die Erklärung der Inspiration
    ein Lehrer-Schüler Modell.
    2.
    Thomas von Aquin glaubte, dass die Worte der Heiligen Schrift
    ganz göttlich und ganz menschlich seien.
    In dem Beitrag:
    A Seismic Shift in the Inerrancy Debate
    defendinginerrancy.com/a-seismic-shift-in-the-inerrancy-debate/
    am 28.3.2018 von Norman L. Geisler und Douglas E. Potter steht
    unter „St. Thomas Aquina“:
    (auf den Seiten 4 bis 6 von 27 in der pdf-Version)
    1.
    Aquinas illustrates the divine–human relation in prophecy by the model of teacher–learner: “Prophecy is a type of knowledge impressed on the prophet’s intellect from a divine revelation. This happens after the manner of education. Now the truth of knowledge is the same in both the student and the teacher since the stu­dent’s knowledge is a likeness of the teacher’s knowledge.”
    Suma theologica 2a2ae. 171, 6.
    2.
    Every word was written by human beings in human language reflecting their human culture. All the human traits of Scripture remain intact, including the use of various literary styles. For “Scripture conveys divine things to man in a style that men are wont to use.”
    Commentary on Hebrews, I, lect. 4.
    3.
    In the final analysis, the words of Scripture are both wholly divine and wholly human. They are, to coin a term for Aquinas, theanthropic (God–man) words in Scripture. It is a co–authored book.
    4.
    Agreeing with Augustine, Aquinas affirms that “only to those books or writings which are called canonical have I learnt to pay such honour that I firmly believe that none of their authors have erred in composing them.”
    Summa Theologica 1a. 1, 8.

Ihre Meinung ist uns wichtig

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.