Von der Gebetslosigkeit in den Gemeinden

John Onwuchekwa schreibt über das Gebet:

Ich habe in den letzten zehn Jahren in zwei Gemeinden pastoral gearbeitet. Ich war in Netzwerken, Organisationen, Seminaren, Kollektiven und anderen christlichen Gruppen tätig. Ich habe mit visionären Leitern zusammengesessen, die Gemeinden haben, die mit großartigen Strategien vorangehen. Ich habe auch mit Leitern zusammengesessen, die nicht besonders visionär sind und die Gemeinden mit schlechten Strategien betreuen. Ich habe mit begabten Menschen gearbeitet, mit Menschen mit durchschnittlichen Gaben und Menschen mit eher wenigen Gaben oder Fähigkeiten. Ich habe mit attraktiven Kirchen, Missionskirchen, Megakirchen, mittleren Kirchen und mageren Kirchen zusammengearbeitet.

Aus meiner Erfahrung heraus habe ich gelernt, dass diese Unterscheidungen nicht die wichtigsten sind, sondern unwesentlich und sekundär. Wenn ich eine Grenze ziehen müsste, um zwei Kategorien von Kirchen zu schaffen, würde sie sich nicht an diesen Unterschieden entlang ziehen. Ich habe gelernt, zwischen Kirchen die beten und solchen, die nicht beten, zu unterscheiden. Die Verpflichtung einer Gemeinde zum Gebet ist einer der wichtigsten Faktoren im Blick auf ihre Wirksamkeit im Dienst. Das Gebet ist Sauerstoff für den Christen. Es unterstützt uns. Daraus folgt, dass das Gebet eine Quelle des Lebens für jede Gemeinschaft von Christen sein muss.

Mehr: credomag.com.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Gibt es Erfahrungsberichte, wie Gemeinden von Nichtbetern zu Betern wurden? (Ich vermute: selber anfangen / Seminare darüber halten / Gebetskreise gründen?)

  2. Gebetslosigkeit ist immer ein Folge von etwas anderem und nicht die Wurzel des Problems, wo es wie im Text oben beschrieben ein guter Indikator ist
    Wenn eine biblische Theologie vorhanden ist, wird mich das in das Gebet treiben, weil ich dann weiss es kann nur mit Gottes Kraft geschehen und ich muß ihm allein vertrauen
    Wenn die Aktivitäten in der Gemeinde zu meinem Heil beitragen, wenn alle Glaubensrichtungen gleich richtig sind oder gar Gott so gut wie keinen Einfluss auf mein persönliches Leben nimmt was ja alles mittlerweile gelehrt wird warum soll ich dann viel beten?

  3. Roderich meint:

    @Matze, sicherlich kann eine falsche Theologie auch zu Gebetslosigkeit fuehren. Aber gibt es nicht auch Gemeinden, in denen die Theologie „richtig“ ist, aber trotzdem wenig gebetet wird? (Richtige Theologie ist wohl nur eine notwendige, keine hinreichende Bedingung).

  4. Danke für diesen Beitrag. Meine Erfahrung zeigt, dass betende Gemeinden häufig von betenden Leitern geführt werden, die einen Lebensstil des Betens und Fastens vormachen. Und: Vielerorts inspirieren übergemeindliche Gebets Initiativen und -Häuser das Gebet in Gemeinden.

  5. Betende Gemeinde heisst ja- auch-, dass die Gemeinde einen Gebetstermin anbietet oder bewirbt. Also: Kommt bitte am FREITAG um 18 Uhr in die Gebetsstraße 1.
    -Nun haben die Gemeinden den SONNTAGsgottesdienst.
    -an einem Tag in der Woche – sagen wir MITTWOCH- sollen sich bitte die Kleingruppen treffen, damit es alles ein bisschen persönlicher wird.
    – viele Gemeindeleute sollen in vielen Diensten mitarbeiten, die die Gemeinde als Kleingruppe unternimmt (Musik, Kinder, Deko, Senioren, Hauskreise, Seelsorge, Gebet, Evangelisation, Chor, Putzteams, Kochteams, Frühstücksveranstaltungen, Nachhilfe, Jugendkreis, Pfadfinder, biblischer Unterricht, Mädchentreff, christliche Sportgruppe, Missionsunterstützer, Humanitäre Hilfe etc pp) – die Mitarbeiter jeweils dieser Gruppen treffen sich zur Durchführung ihrer Aktivitäten und / oder zur Besprechung derselben, sagen wir am DIENSTAG.
    Am Sonntag in der Predigt hört das Gemeindemitglied in der Predigt, „du bist das Salz der Erde“ und sollst dich nicht nur in deine 4 Wände zurückziehen, sondern Menschen in deiner Gegend, Nachbarn kennen und kennenlernen. So geht er neuerdings am DONNERSTAG zum Tischtennis oder Feuerwehrverein in seinem Dorf oder er macht einen Nachbarschaftstreff.
    Gemeindemitglied beschloss eine Art Eheabend einzuführen, weil er auf die Idee kam, die Beziehung zu seiner Frau sei wichtig und reserviert seitdem für sie den MONTAG.
    Am FREITAG geht Gemeindemitglied tatsächlich zum Gebetstreff und es sind auch noch zwei oder drei andere Mitbeter da, der Pastor lässt sich entschuldigen, da er an einem der zahlreichen Kleingruppentreffs teilnehmen muss und danach und davor einen wichtigen Termin hat. Dafür nimmt abwechselnd der Älteste X teil, damit jemand von der Gemeindeleitung präsent ist.
    Was ist wichtig?

  6. ..noch ein kleiner Nachsatz: Ich wollte damit sagen, dass es oft sehr viele Termine sind und das wichtige Gemeindegebet dadurch flach fällt. Dennoch können diese Termine ihre Wichtigkeit haben, aber was ist prioritär?

  7. @Rolf Oetinger
    sehr gut, und nach unserer Gesellschaft sollen dann noch beide Partner arbeiten, jede Woche ins Fitness gehen und das selbstgezogene Gemüse aus dem eigenen Garten selbst zubereiten usw. Merken wir eigentlich noch wie uns alles immer mehr in Beschlag nimmt auch gerade im frommen Bereich. Wann kommen wir denn selbst mal zur Ruhe? Gerade die vielen Veranstaltungen und auch die Personen, die dafür benötigt werden ist: z.B. ein Lobpreisteam + 2 Techniker für Folien und Ton (wenn nur einer am Klavier sitzt ist die Gemeinde „gezwungen“ mitzusingen und lauscht nicht bei der Lobpreisband einem Konzert), ein Kaffeeteam für den Ständerling danach mit 4 Personen usw. zeigen dies. Ist ja alles gut gemeint, doch bleibt bei dem ganzen frommen Trubel nicht das Wesentliche nämlich Jesus und sein Wort auf der Strecke? In den Gemeinden sollte es dringend andere Prioitäten geben. Nicht mehr Action und Programm sondern
    die 3 G aus der Agp. 2 Gottes Wort, Gebet, Gemeinschaft. Aber Gemeinschaft nicht in Form von neuen Zugedröhne, sondern mit: Wie geht es dem andern wirklich, mit dem anderen mittragen, Gebet nicht als Pflaster im Sinne von „heile heile Segen, es tut nicht mehr weh“, sondern die Müden und Verzagten zu ermutigen. Wir sind dann vielleicht nicht mehr die Hans Dampf Gemeinde die mit ihrem Internetauftritt Furore macht, aber Menschen erfahren den lebendigen Herrn (Das ist jetzt vielleicht alles ein bißchen überzeichnet, aber man muß es ja auch verstehen können 🙂 )

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