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Wallace will die spielerische Postmoderne überwinden

Morgen erscheint Unendlicher Spaß, das Hauptwerk des amerikanischen Schriftstellers David Foster Wallace, auf Deutsch. In seiner oszillierenden Sprachvielfalt ist das Werk eine Herausforderung für jede Übersetzung. Der deutsche Übersetzer Ulrich Blumenbach, dem für seine Übertragung von Infinite Jest der diesjährige Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis zugesprochen wurde, gewährt heute in einem FAZ-Artikel Einblick in seine mehrjährige Übersetzungsarbeit.

Ein erstes Hufeisen, das ich in der Übersetzung nachschmieden musste, war die Ästhetik des Autors: Wallace will die spielerische Postmoderne überwinden und sich mit realen Gesellschaftsproblemen auseinandersetzen, ohne auf Ironie zu verzichten. Das findet seine stilistische Umsetzung in einer Art Doppelcodierung: Ein und derselbe Erzähler kann im Roman zwischen verschiedenen Ausdrucksweisen pendeln und plötzlich aus einem wissenschaftlichen Duktus in die flapsige Umgangssprache eines kleinkriminellen Exjunkies verfallen: »Als eine Substanz, deren zufällige Synthese den Sandoz-Chemiker in den vorzeitigen Ruhestand versetzte und zu anhaltend starren Wandbetrachtungen verführte, steht das unglaublich starke DMZ in weiten Kreisen chemischer Untergrundlaien im Ruf, der schlimmste Stoff zu sein, der je in einem Reagenzglas gezeugt wurde. Es ist heute außerdem die härteste Freizeitdroge, die in Nordamerika zu kriegen ist, abgesehen von vietnamesischem Rohopium, das, ach vergiss es.«

Hier der Artikel: www.faz.net.