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Warum das Böse nicht banal ist

Hannah Arendt deutete Eichmann realitätsfernen Apparatschik (siehe Über das Böse). Sie hätte es besser wissen können, meint Alan Posener. Der Holocaust-Organisator tötete als Idealist, nicht als bloßer Befehlsempfänger.

Dass der Judenhass Eichmann motiviert haben könnte, leugnete Arendt. Für sie waren die Juden das eher zufällige Opfer einer sich radikalisierenden totalitären Maschinerie; und selbst Adolf Hitler galt ihr als »lediglich eine höchst notwendige Funktion der Bewegung«.

Nun, wir wissen es inzwischen besser; und auch Arendt hätte es wissen können. Hatte doch Eichmann, nachdem er mit Hilfe des Vatikans nach Argentinien geflüchtet war, sich gegenüber seinem SS-Kumpan Willem Sassen gebrüstet: »Hätten wir 10,3 Millionen Juden getötet, dann wäre ich befriedigt und würde sagen, gut, wir haben einen Feind vernichtet. (…) Ich war kein normaler Befehlsempfänger, dann wäre ich ein Trottel gewesen, sondern ich habe mitgedacht, ich war ein Idealist gewesen.«

Sehr richtig und wichtig die Aussage:

Die Verbrecher selbst mögen banale Existenzen sein, das Böse aber liegt in den Ideen, die sich ihrer bemächtigen und die keineswegs banal sind.

Hier der Artikel: www.welt.de.