<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	
	>
<channel>
	<title>
	Kommentare zu: Warum es Kirchengemeinden gibt	</title>
	<atom:link href="https://theoblog.de/warum-es-kirchengemeinden-gibt/47591/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://theoblog.de/warum-es-kirchengemeinden-gibt/47591/</link>
	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
	<lastBuildDate>Fri, 17 Apr 2026 23:28:44 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>
	<item>
		<title>
		Von: Kommentator		</title>
		<link>https://theoblog.de/warum-es-kirchengemeinden-gibt/47591/comment-page-1/#comment-92878</link>

		<dc:creator><![CDATA[Kommentator]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 23:28:44 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://theoblog.de/?p=47591#comment-92878</guid>

					<description><![CDATA[Es ist offensichtlich, dass Edwards exklusiv für den amerikanischen Markt schreibt: Schon die Übersetzung von &quot;church&quot; in &quot;Ortsgemeinde&quot; passt nicht so richtig. Denn die Wunsch-Megagemeinde wird in der hochmobilen Gesellschaft einfach angefahren. Deshalb finden sich trotz geringer Bevölkerungsdichte örtlich dann auch mal zehntausend(e) Besucher zusammen. Mit der Kultur der früheren Dorfkirche ist das gar nicht vergleichbar und das darf man dort auch nicht hineinlesen, aber derartige kulturelle Missverständnisse gibt es ja schon bei Bibelübersetzungen.

Die pseudowissenschaftlichen Diagnose der &quot;westlichen Gesellschaft&quot; wird von der religionssoziologischen Forschung schnell widerlegt. Nicht nur ist der nordeuropäische Individualismus schon deutlich älter als das Christentum (und war schon den römischen Legionen zum Verhängnis geworden), auch im sehr kollektivistischen Asien will man von Religionen nichts mehr wissen. Eine neuere Untersuchung zeigt weltweite Muster der in unterschiedlichem Tempo ablaufende Prozesse der Säkularisierung in allen Teilen der Welt quer durch sämtliche Religionen:

https://www.nature.com/articles/s41467-025-62452-z

(Die Studie benennt dabei auch Israel als bemerkenswerte Ausnahme.) Dabei nimmt über mehrere Generationen zuerst die Beteiligung ab, dann die Wichtigkeit und schließlich verschwindet die religiöse Identität.

Den Vertretern der Institutionen geht es nachvollziehbarer Weise um &quot;Butts in Seats&quot;, sie fordern zum Kirchenbesuch auf und versuchen diesen theologisch zu begründen. Aber wer mit der Zusammensetzung der typischen deutschen Gemeinde theologisch argumentieren möchte, rennt sogleich in massive Probleme. Denn dort versammeln sich die typischen Vertreter der nennen wir es mal &quot;arbeitsmarktfernen&quot; und &quot;betreuungsintensiven&quot; Sphäre: Senioren, &quot;kleinbürgerliche Vollzeitmuttis mit Kuschelgott&quot; (frei nach Friedrich W. Graf), dazu die typischen Zielgruppen von Sozialarbeit (sog. Klientel) und jede Menge kirchliche Mitarbeiter - also so grob auch diejenigen, die man regelmäßig in kirchlicher Kita oder anderen kirchlichem Sozialeinrichtungen findet: als Kunden, Betreuer und Angehörige.

Wollte man jetzt so argumentieren, dass diese &quot;Gemeinde&quot; die &quot;Gemeinschaft der Heiligen&quot; sein möchte, während &quot;draußen&quot; die &quot;Verlorenen&quot; leben, müsste sich empirisch eigentlich ein Querschnitt der Gesellschaft finden, beschränkt auf diejenigen, die getauft sind und das Evangelium haben. Im kirchlichen Umfeld finden sich als Nicht-Karteileichen aber hauptsächlich Leute, die an vorrangig an Betreuung interessiert sind, nicht vorrangig an Christentum. Und während die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder und Gemeinden beständig sinkt, steigt fortwährend die Anzahl der staatlich finanzierten EKD-Betreuungseinrichtungen. Ein Mangel entsteht also erst gar nicht.

Hier löst also schlicht ein Betreuungsangebot das andere ab. Deshalb bleiben nun auch noch deren Zielgruppen aus der Kirchengemeinde weg. Übernimmt ein säkularer Träger die Sozialarbeit einschließlich &quot;Begegnungszentrum&quot; (z. B. besetzt mit Absolventen des Studienganges &quot;soziale Arbeit&quot;, ausgebildet von einer Einrichtung der Kirchen), gibt es keinen Grund mehr, sonntags auch zum &quot;Kirchenkaffee&quot; zu gehen. Da helfen auch die romantisierenden historisch nicht belegten Vorstellungen von der &quot;Urkirche&quot; wenig weiter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist offensichtlich, dass Edwards exklusiv für den amerikanischen Markt schreibt: Schon die Übersetzung von &#8222;church&#8220; in &#8222;Ortsgemeinde&#8220; passt nicht so richtig. Denn die Wunsch-Megagemeinde wird in der hochmobilen Gesellschaft einfach angefahren. Deshalb finden sich trotz geringer Bevölkerungsdichte örtlich dann auch mal zehntausend(e) Besucher zusammen. Mit der Kultur der früheren Dorfkirche ist das gar nicht vergleichbar und das darf man dort auch nicht hineinlesen, aber derartige kulturelle Missverständnisse gibt es ja schon bei Bibelübersetzungen.</p>
<p>Die pseudowissenschaftlichen Diagnose der &#8222;westlichen Gesellschaft&#8220; wird von der religionssoziologischen Forschung schnell widerlegt. Nicht nur ist der nordeuropäische Individualismus schon deutlich älter als das Christentum (und war schon den römischen Legionen zum Verhängnis geworden), auch im sehr kollektivistischen Asien will man von Religionen nichts mehr wissen. Eine neuere Untersuchung zeigt weltweite Muster der in unterschiedlichem Tempo ablaufende Prozesse der Säkularisierung in allen Teilen der Welt quer durch sämtliche Religionen:</p>
<p><a href="https://www.nature.com/articles/s41467-025-62452-z" rel="nofollow ugc">https://www.nature.com/articles/s41467-025-62452-z</a></p>
<p>(Die Studie benennt dabei auch Israel als bemerkenswerte Ausnahme.) Dabei nimmt über mehrere Generationen zuerst die Beteiligung ab, dann die Wichtigkeit und schließlich verschwindet die religiöse Identität.</p>
<p>Den Vertretern der Institutionen geht es nachvollziehbarer Weise um &#8222;Butts in Seats&#8220;, sie fordern zum Kirchenbesuch auf und versuchen diesen theologisch zu begründen. Aber wer mit der Zusammensetzung der typischen deutschen Gemeinde theologisch argumentieren möchte, rennt sogleich in massive Probleme. Denn dort versammeln sich die typischen Vertreter der nennen wir es mal &#8222;arbeitsmarktfernen&#8220; und &#8222;betreuungsintensiven&#8220; Sphäre: Senioren, &#8222;kleinbürgerliche Vollzeitmuttis mit Kuschelgott&#8220; (frei nach Friedrich W. Graf), dazu die typischen Zielgruppen von Sozialarbeit (sog. Klientel) und jede Menge kirchliche Mitarbeiter &#8211; also so grob auch diejenigen, die man regelmäßig in kirchlicher Kita oder anderen kirchlichem Sozialeinrichtungen findet: als Kunden, Betreuer und Angehörige.</p>
<p>Wollte man jetzt so argumentieren, dass diese &#8222;Gemeinde&#8220; die &#8222;Gemeinschaft der Heiligen&#8220; sein möchte, während &#8222;draußen&#8220; die &#8222;Verlorenen&#8220; leben, müsste sich empirisch eigentlich ein Querschnitt der Gesellschaft finden, beschränkt auf diejenigen, die getauft sind und das Evangelium haben. Im kirchlichen Umfeld finden sich als Nicht-Karteileichen aber hauptsächlich Leute, die an vorrangig an Betreuung interessiert sind, nicht vorrangig an Christentum. Und während die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder und Gemeinden beständig sinkt, steigt fortwährend die Anzahl der staatlich finanzierten EKD-Betreuungseinrichtungen. Ein Mangel entsteht also erst gar nicht.</p>
<p>Hier löst also schlicht ein Betreuungsangebot das andere ab. Deshalb bleiben nun auch noch deren Zielgruppen aus der Kirchengemeinde weg. Übernimmt ein säkularer Träger die Sozialarbeit einschließlich &#8222;Begegnungszentrum&#8220; (z. B. besetzt mit Absolventen des Studienganges &#8222;soziale Arbeit&#8220;, ausgebildet von einer Einrichtung der Kirchen), gibt es keinen Grund mehr, sonntags auch zum &#8222;Kirchenkaffee&#8220; zu gehen. Da helfen auch die romantisierenden historisch nicht belegten Vorstellungen von der &#8222;Urkirche&#8220; wenig weiter.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
	</channel>
</rss>
