Wo ist die christliche Kunst geblieben?

Hans Rookmaaker schreibt in Modern Art and the Death of a Culture (1994, S. 67):

Was geschah im Anschluss an die Aufklärung eigentlich mit der „christlichen Kunst“ oder besser gesagt mit der Kunst, die biblische Geschichten oder Themen mit Bezug zum christlichen Glauben darstellt? Vor der Erörterung konkreter Werke fallen zwei Dinge auf. Erstens sind die rechtgläubigen evangelikalen Gruppen trotz des großen Erweckung im 18. und frühen 19. Jahrhundert auffallend abwesend, denn der neu belebte Evangelikalismus war oft von einer unbiblischen, anti-intellektuellen und anti-kulturellen Einstellung geprägt (deren Hintergrund wir bereits in einem früheren Kapitel gesehen haben). Zweitens war der „Zeitgeist“ nicht wirklich christlich im biblischen Sinne. Vielleicht liegt einer der tragischsten Aspekte des 19. Jahrhunderts in der Tatsache, dass nur sehr wenige Christen die tiefgreifenden entchristlichenden Einflüsse der Aufklärung wirklich erkannt haben.

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Thomas S.
29 Tage zuvor

Ich begrüße es, wenn die geistliche Situation im 18. und 19. Jahrhundert kritisch betrachtet wird. Hier ist m.E. allzu oft noch eine verklärende Sicht anzutreffen.
Auch den im Beitrag vom 10.5. zitierten Tagespost-Artikel fand ich hinsichtlich der Verquickung von Nationalromantik und Protestantismus (leider) zutreffend.
„Zurück zu unseren christlichen Wurzeln“ ist eine fragwürdige Parole – zumindest wenn sie nicht konkret auf einen lebendigen, christuszentrierten und auf der ganzen Schrift basierenden Glauben abzielt.

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