- TheoBlog.de - https://theoblog.de -

Wo sind die „Betrügerinnen“?

Der Kirchengeschichtler Reinhart Staats hat in einem Leserbrief (FAZ vom 09.01.2013, Nr. 7, S. 30) darauf hingewiesen, dass nicht das grammatikalische Geschlecht für unnötige sprachliche Diskriminierungen verantwortlich gemacht werden kann. „Zum Beispiel ist ‚der Mensch‘ ein Maskulinum, und zum Glück hat sich die politische Sprache noch nicht in ‚die Menschin‘ verguckt. Im Schwedischen ist dasselbe Wort (människa) weiblichen Geschlechts, ohne dass daraus in Schweden politisches Kapital geschlagen wird.“ Der Satzzusammenhang muss in den Blick genommen werden.

Ein Satz von Prof. Staats ist so köstlich, dass ich ihn hier gleich bewerben möchte:

Die allgemeine Konsequenzmacherei im Sprachlichen hört aber bezeichnenderweise meist dort auf, wo in einem feministisch korrekt gemeinten Text zum Beispiel nur „Betrüger“, aber keine „Betrügerinnen“ oder „Verbrecherinnen“ und schon gar keine „Sünderinnen“ auftreten.