Worum ging es bei der Reformation?

Vor 500 Jahren begann mit dem deutschen Mönch Martin Luther die Reformation. Worum ging es bei dieser Erneuerungsbewegung? Dieses kurze Video von Ligionier gibt einige Antworten:

VD: RE

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Im Kern also alles das, was man bei kirchlichen und musealen Ausstellungen zur Reformation nicht erfährt.

  2. Markus Jesgarz meint:

    In dem Video von Ligionier wird gesagt: (1:46/ 2:46)
    Die Reformation erkannte, dass das Wort Gottes die höchste Autorität in dieser Welt hat.
    1.
    Meiner Meinung nach vertritt Augustinus von Hippo ein ähnliches Schriftverständnis.
    2.
    In dem Buch
    The Annotated Luther, Volume 4: Pastoral Writings
    herausgegeben von Mary Jane Haemig
    steht auf Seite 481 in den Zeilen 21-24:
    https://books.google.de/books?id=SztHDQAAQBAJ&pg=PA481&lpg=PA481&dq=I+have+learned+to+yield+this+respect+and+honor+only+to+the+canonical+books+of+Scripture:+of+these+alone+do+I+most+firmly+believe+that+the+authors+were+completely+free+from+error.&source=bl&ots=SPQVTM9oiV&sig=sAmsQpPJVavW4Obku22F8EgIiXE&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjRtcyI0f7WAhVBcBoKHU-6DTUQ6AEIUjAH#v=onepage&q=I%20have%20learned%20to%20yield%20this%20respect%20and%20honor%20only%20to%20the%20canonical%20books%20of%20Scripture%3A%20of%20these%20alone%20do%20I%20most%20firmly%20believe%20that%20the%20authors%20were%20completely%20free%20from%20error.&f=false
    Herein I follow the example of St. Augustine, who was, among other things, the first and almost the only one who determined to be subject to the Holy Scripture alone, and independent of the books of all the fathers and saints. [16]
    annotation:
    [16]
    Cf. Ep. 82:1,3; MPL 33: 277; CSEL 34:354:
    „I have learned to yield this respect and honor only to the books of Scripture which are now called ´canonical`: of these alone do I most firmly believe that the authors were completely free from error.“

  3. Konrad Kugler meint:

    Das lutherische Dogma „Allein die Schrift“ ist falsch, weil die Schrift nur ein Teil der Überlieferung ist. Aus mündlichen und schriftlichen Weitergaben, angefangen bei der Predigt Petri an Pfingsten, entstand das Evangelium.

    Haben nicht vor allem protestantische Exegeten versucht, die Niederschrift der Evangelien soweit weg wie möglich von den Ereignissen zu datieren?

  4. Schandor meint:

    @Konrad Kugler

    Fall nicht auf die Sprache rein. Luther meint nicht, es sei nur die Bibel zu lesen, sondern die Bibel allein habe Letztentscheidungsautorität.

    Und ja: protestantische Exegeten waren es, aber liberale Antitheologen. Sie dienten nicht Gott, sondern der historisch-kritischen Methode.

  5. Roderich meint:

    @Konrad,
    die Predigt von Petrus wurde ja zu einem Teil der Apostelgeschichte. Außerdem sprachen die Apostel ja mit der Autorität Gottes.

  6. Etwas in Richtung eines vorigen Kommentars:

    Auch wenn ich dieses Video gut und wichtig finde, vermittelt es leider den Eindruck, die Reformation sei auf eine Entdeckung gegründet, die vorher nie so gemacht wurde. Das ist schlicht falsch (und wird auch von Ligonier nicht behauptet, was man ja aber nur weiß, wenn man die kennt). Klar, dass ein kurzes Überblicksvideo nicht alles erläutern kann, was gesagt werden müsste; schade um das Fehlen der Erwähnung der Historizitätsverbundenheit der Reformation ist es trotzdem.

  7. Markus Jesgarz meint:

    @KM:
    Dies ist eine Anmerkung zur „Historizitätsverbundenheit“ der Reformation.
    1.
    Meiner Meinung nach glaubte Thomas von Aquin, wie der Reformator Martin Luther:
    Nur die Bibel ist unfehlbar.
    2.
    In dem Buch
    Truth
    St. Thomas Aquinas
    Translated by
    James V. McGlynn,S.J.
    VOLUME II
    QUESTIONS X-XX
    https://books.google.de/books?id=6KpjHMdZD7YC&pg=PA258&lpg=PA258&dq=And+we+believe+the+successors+of+the+apostles+and+the+prophets+only+in+so+far+as+they+tell+us+those+things+which+the+apostles+and+prophets+have+left+in+their+writings&source=bl&ots=6AA4GY_3t4&sig=OnrdFHXlZlYN7zG4KMnU_d9-H_E&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi2u_zmlYbXAhUHBMAKHZxUBzEQ6AEINjAD#v=onepage&q=And%20we%20believe%20the%20successors%20of%20the%20apostles%20and%20the%20prophets%20only%20in%20so%20far%20as%20they%20tell%20us%20those%20things%20which%20the%20apostles%20and%20prophets%20have%20left%20in%20their%20writings&f=false
    steht auf Seite 258 unter:
    QUESTION FOURTEEN
    FAITH
    unter:
    Article X
    In The Tenth Article We Ask:
    IS IT NECESSARY FOR MAN TO HAVE FAITH?
    unter „11.“:
    And we believe the successors of the apostles and the prophets only in so far as they tell us those things which the apostles and prophets have left in their writings.

  8. Thomas von Aquin meint:

    @Markus Jesgarz

    Äh, bitte?

  9. Roderich meint:

    @Thomas von Aquin,
    schön, dass Du Dich kurz von Wolke 7 zu Wort meldest. Wie ist die Temperatur da oben heute? 🙂

    @Markus Jesgarz,
    ein interessantes Zitat, aus dem man entnehmen kann, dass für Thomas von Aquin die Tradition jeweils anhand der Bibel zu bewerten ist.

    (Natürlich reicht so ein Einzelzitat nicht aus, um bei einem großen Denker wie Thomas, der sehr viel geschrieben hat, so etwas zu beweisen, man müsste sein gesamtes Werk untersuchen – dann sieht es vermutlich etwas differenzierter aus).

  10. Markus Jesgarz meint:

    @Roderich :
    1.
    Die Heilige Schrift steht über der menschlichen Tradition.
    1.
    In Matthäus 15,3 steht:
    Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?
    2.
    In Matthäus 15,6 steht:
    Und so habt ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen aufgehoben.
    2.
    In dem Beitrag:
    Countdown to Reformation Day: Responding to Objections to Sola Scriptura
    von Kenneth Richard Samples am 15. Juni 2017
    https://www.whitehorseinn.org/2017/06/countdown-to-reformation-day-responding-to-objections-to-sola-scriptura/#top7
    steht unter „Response:“ zu „Objection #5:“:
    1.
    Other historical theologians, such as Reinhold Seeberg and J. N. D. Kelly, cite a number of early church fathers as believing Scripture to be the absolute authority as a doctrinal norm. (Reinhold Seeberg, Text-book of the History of Doctrines, vol. 1, History of Doctrines in the Ancient Church (Grand Rapids: Baker,1964), 358; J. N. D. Kelly, Early Christian Doctrine (San Francisco: Harper, 1978), 42-43.) Debates over the exact relationship between Scripture and church tradition took place long before the Protestant Reformers came along.
    2.
    Thomas Aquinas (1225-74) stated:
    We believe the prophets and apostles because the Lord has been their witness by performing miracles…and we believe the successors of the apostles and prophets only in so far as they tell us those things which the apostles and prophets have left in their writings. (Thomas Aquinas, De veritate 14.10, ad 11.)
    Only to those books or writings which are called canonical have I learnt to pay such honour that I firmly believe that none of their authors have erred in composing them. (Thomas Aquinas, Summa Theologiae 1a.1.8.)

  11. Markus Jesgarz meint:

    Meiner Meinung nach gingen führende Kirchenväter wie der Reformator
    Martin Luther von der Irrtumslosigkeit der Bibel aus.
    In dem Beitrag:
    Proof Inerrancy Is Historical / Biblical
    von „Defending Inerrancy“
    http://defendinginerrancy.com/historical-evidence-for-inerrancy/
    steht unter „The Church Fathers“
    unter „The Patristic View Of The Bible“
    in den Zeilen 2-6 die Aussage:
    „The Church Fathers believed that the Bible is the infallible rule for faith.
    It is absolutely true in all its utterances, since it is given by God Himself.
    The Bible is harmonious, containing no contradictions;
    and it has absolute divine authority.
    This applies to all the historical statements of Scripture
    as well as the spiritual and moral truths.“
    Folgende Kirchenväter werden mit unterstützenden Zitaten genannt:
    1. Clement of Rome (A. D. 30—100)
    2. Justin Martyr (A. D. 100—165)
    3. Irenaeus (Second Century A. D.)
    4. Tertullian (A. D. 160—220)
    5. Origen (A. D. 184/185—254/255)
    6. Clement of Alexandria (A.D. 150—215)

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