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	<title>Seelsorge &#8211; TheoBlog.de</title>
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	<title>Seelsorge &#8211; TheoBlog.de</title>
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		<title>Jay Adams und die Antithese in der biblischen Seelsorge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2026 07:37:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Cornelius Van Til]]></category>
		<category><![CDATA[Jared Poulton]]></category>
		<category><![CDATA[Jay Adams]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jared Poulton hat den Seelsorgeansatz von Jay Adams daraufhin untersucht, ob er die von Cornelius Van Til betonte „Antithese“ akkurat aufgenommen hat. Und er ist zu dem Ergebnis gelangt, dass Adams die Antithese leider nicht im Sinne von Bavinck oder Van Til interpretiert, was zu einem falschen Verständnis des „sola scriptura“ in der biblischen Seelsorge [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jared Poulton hat den Seelsorgeansatz von Jay Adams daraufhin untersucht, ob er <a href="https://frame-poythress.org/van-til-on-antithesis/" target="_blank" rel="noopener">die von Cornelius Van Til betonte „Antithese“</a> akkurat aufgenommen hat. Und er ist zu dem Ergebnis gelangt, dass Adams die Antithese leider nicht im Sinne von Bavinck oder Van Til interpretiert, was zu einem falschen Verständnis des „sola scriptura“ in der biblischen Seelsorge geführt hat.</p>
<p>Er schreibt (<a href="https://link.amazon/B008cFg4a" target="_blank" rel="noopener"><em>Van Tils’s Counseling Movement</em></a> (2026, S. 215–216, #ad):</p>
<blockquote>
<p>Die Antithese ist ein zentrales Element von Adams’ Beratungssystem. Jay Adams passte dieses Van-Tilianische Konzept an den Beratungskontext an und argumentierte, dass säkulare Beratungssysteme in ihrem Kern die menschliche Autonomie im Gegensatz zu Gott hochhalten. Die Antithese ermöglicht es Jay Adams, den kosmischen Konflikt hervorzuheben, der sich in der Welt zwischen dem Rat Gottes und dem satanischen Rat entfaltet. Aufgrund der Anfälligkeit christlicher Seelsorge für satanische Unterwanderung kommt Adams zu dem Schluss, dass Christen nur dann sicher sind, wenn sie ihren gesamten Rat aus der Heiligen Schrift ableiten.</p>
<p>Dennoch begeht Adams einen entscheidenden Fehler, indem er Van Tils Verständnis der Antithese falsch interpretiert. Er übersieht Van Tils wesentliche ethische Einschränkungen hinsichtlich dieses Prinzips der Feindseligkeit im Herzen des gefallenen Menschen. Der niederländische Apologet beschreibt die Antithese zwar als absolut, stellt jedoch klar, dass sie ethischer Natur ist und grundsätzlich nur aufgrund der ethischen Einschränkungen der metaphysischen Verfassung des Menschen und des mäßigenden Wirkens der allgemeinen Gnade zum Tragen kommt. Aufgrund der Antithese zögern viele biblische Seelsorger, Nichtchristen positive Beiträge in Bezug auf Wissen, Moral oder Ratschläge zuzuschreiben. Da Nichtchristen nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden und Empfänger der allgemeinen Gnade sind, verfügen sie jedoch möglicherweise über relatives moralisches Wissen und relative Güte, die mit dem in der Heiligen Schrift enthaltenen Wahrheitssystem im Einklang stehen, was es unmöglich macht, dass christliche und nichtchristliche Seelsorgesysteme einander absolut entgegengesetzt sind.</p>
<p>Eine Analyse von Adams’ Verständnis der Antithese offenbart verschiedene Implikationen für die moderne Bewegung der biblischen Seelsorge. Bis vor relativ kurzer Zeit fand Adams’ nouthetischer Seelsorgeansatz außerhalb fundamentalistischer Kreise kaum Beachtung. Die biblische Seelsorge dringt in neue kirchliche Zielgruppen vor, und Adams’ Darstellung der Antithese verliert ihre Bedeutung als Kennzeichen für den Unterschied zwischen biblischer und nichtchristlicher Seelsorge. Es wird wichtig sein zu beobachten, ob die Bewegung der biblischen Seelsorge weiterhin an Adams’ radikaler Antithese zwischen nichtchristlicher Seelsorge und aus der Schrift abgeleiteter Seelsorge festhält, ob sie Van Tils notwendige ethische Voraussetzungen anwenden wird oder ob sie die Antithese sogar von ihrer zentralen Rolle innerhalb des Systems der biblischen Seelsorge entthronen wird.</p>
</blockquote>
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			</item>
		<item>
		<title>Martyn Lloyd-Jones: Psychische Erkrankungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2026 06:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Jay Adams]]></category>
		<category><![CDATA[Martyn Lloyd-Jones]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Arzt und Prediger Martyn Lloyd-Jones war zu seinen Lebzeiten sehr besorgt darüber, dass einige Theologen, Pastoren und Seelsorger sich der Anti-Psychiatrie-Bewegung anschlossen. Auch gegenüber Thesen von Jay Adams, dem Vater der sogenannten „Biblischen Seelsorge“, äußerte er grundlegende Vorbehalte. In einem Vortrag, den er 1974 vor der Christliche Ärztegemeinschaft hielt, sagte er Folgendes (Healing and [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Arzt und Prediger Martyn Lloyd-Jones war zu seinen Lebzeiten sehr besorgt darüber, dass einige Theologen, Pastoren und Seelsorger sich der Anti-Psychiatrie-Bewegung anschlossen. Auch gegenüber Thesen von Jay Adams, dem Vater der sogenannten „Biblischen Seelsorge“, äußerte er grundlegende Vorbehalte. In einem Vortrag, den er 1974 vor der Christliche Ärztegemeinschaft hielt, sagte er Folgendes (<em>Healing and the Scriptures</em>, 1988, S. 152–158):</p>
<blockquote>
<p>Die dritte Kategorie, zu der Ihr Patient oder Ihr Ratsuchender gehören könnte, ist das Psychische. Ich verwende diesen allgemeinen Begriff, aber wenn Sie es vorziehen, könnte man auch von „psychischen Erkrankungen“ sprechen. Dies ist derzeit ein wichtiger Aspekt, da wir uns gerade mitten in einem der neuesten Trends oder Moden in der christlichen und sogar evangelikalen Welt befinden. Das Konzept der „psychischen Erkrankung“ steht derzeit in der Kritik, vor allem aufgrund der Schriften von Thomas Szasz. Er hat eine Reihe von Büchern verfasst, darunter <em>Der Mythos der Geisteskrankheit</em>, <em>Die Fabrikation des Wahnsinns</em> und <em>Ideology and Insanity</em>.</p>
<p>Wie lautet Szasz’ These? Er behauptet, dass diese Einstufung von Menschen als psychisch krank und deren entsprechende Behandlung lediglich die jüngste Ausprägung eines Phänomens sei, das schon seit Jahrhunderten besteht. Im Mittelalter, so behauptet er, war es die Bestrafung von Heterodoxie durch die Kirche. Ein Ketzer wurde ausgegrenzt und von der Inquisition auf verschiedene Weise bestraft. Dies geriet allmählich in Vergessenheit und wurde durch die Hexenjagd abgelöst, die in diesem Land und in Amerika bis zum Ende des 17. Jahrhunderts andauerte. Was tun sie heute? Szasz’ Antwort lautet: „Sie diagnostizieren bei Menschen psychische Erkrankungen und stecken sie in verschiedene Einrichtungen.“ Das Argument lautet, dass genau dies geschieht und dass es etwas ist, dem wir widerstehen müssen.</p>
<p>Dieser Mann, Szasz, und seine Schriften sind nicht nur interessant, sondern auch unterhaltsam. Er ist ein brillanter Schriftsteller und ein fähiger Mann. Wenn Sie unterhaltsame Lektüre suchen, sollten Sie einige seiner Bücher lesen, die beispielsweise in der Bibliothek der Royal Society of Medicine erhältlich sind und inzwischen möglicherweise auch in Großbritannien importiert oder gedruckt wurden. In dem, was er sagt, steckt viel Wahres. Er ist ein Anti-Freudianer und greift das an, was zu einem Kult geworden ist: „Schickt ihn zum Psychologen.“ Jeder wird abgestempelt, und alles wird unter dem Deckmantel der Psychologie abgedeckt. </p>
<p>Szasz erörtert die finanziellen Aspekte dieser Entwicklung – und damit muss man sich auseinandersetzen. Was ihn jedoch noch mehr beunruhigt, ist das damit verbundene Element moralischer Beurteilung. Manchmal wird ein Mann von seiner Frau, seiner Familie und dem Arzt in moralischer Hinsicht abgestempelt. Er mag völlig hilflos sein und wird einfach einer Behandlung in irgendeiner Form unterzogen. Er wird begutachtet, Urteile werden über ihn gefällt, und wenn dieser Prozess anhält und sich weiter ausbreitet, entsteht eine akute Gefahr für die individuelle Freiheit. </p>
<p>Die Presse gibt von Zeit zu Zeit Einblicke in das, was – in extremer Form – in Russland geschieht. Doch es besteht keinerlei Zweifel daran, dass in Amerika Ähnliches in einer höflicheren Form bereits in großem Umfang in die Wirtschaft Einzug gehalten hat. Menschen erhalten aufgrund solcher Einstufungen durch Psychologen keine Stelle oder werden entlassen. </p>
<p>Menschen, die in irgendeiner Weise anders sind, werden möglicherweise mit einem Etikett versehen, es wird ein Urteil über sie gefällt, und sie werden gegen ihren Willen manipuliert. Szasz legt Wert darauf, darauf hinzuweisen, wie diese Psychologen (oder manchmal sogar Psychiater) es sich anmaßen, pauschale Urteile zu fällen. Jeder lässt sich erklären – Hamlet zum Beispiel oder Darwin, wie oben bereits angedeutet. Doch dieser Trend beschränkt sich nicht einfach auf einige wenige postmortale Diagnosen. Der Autor zitiert den Fall eines Mannes, der sich zur Wahl zum Präsidenten der USA aufstellen lassen wollte und auf diese Weise begutachtet wurde. Der Bericht wurde in den Zeitungen veröffentlicht, und es gab Menschen, die bereit waren, ihm Glauben zu schenken und anzunehmen, dass diese Psychologen ein umfassendes Verständnis der menschlichen Natur sowie der Eigenschaften und Schwächen jedes einzelnen Menschen hätten.</p>
<p>Szasz betont daher die enorme Gefahr. Er will beweisen: Wenn man liest, was man in der Vergangenheit mit Menschen gemacht hat, die als „verrückt“ galten, ist man entsetzt; doch, so betont er, genau dasselbe geschehe heute auf eine höflichere Art und Weise. In seinem Buch <em>Die Fabrikation des Wahnsinns</em> weist er darauf hin: </p>
<p>„Noch 1860 musste man nicht psychisch krank sein, um in einer Anstalt für Geisteskranke eingewiesen zu werden. Es reichte aus, eine verheiratete Frau zu sein! Als die berühmte Mrs. Packard in die staatliche Irrenanstalt von Jacksonville eingewiesen wurde, weil sie mit ihrem Ehemann, einem Pfarrer, nicht einer Meinung war, sahen die Einweisungsgesetze des Staates Illinois vor, dass verheiratete Frauen auf Antrag ihres Ehemanns oder Vormunds in die Anstalt eingewiesen oder dort festgehalten werden konnten, ohne dass der üblicherweise erforderliche Nachweis einer Geisteskrankheit vorlag.“ </p>
<p>Diese Frau wurde in eine Anstalt gesteckt, weil sie es gewagt hatte, mit ihrem „Ehemann, einem Pfarrer“, nicht einer Meinung zu sein!</p>
<p>Wie reagieren Sie auf eine solche Aussage? Ich bin mir sicher, dass die meisten von Ihnen die Tatsache beklagen würden, dass Menschen sich jemals eines solchen Verhaltens schuldig gemacht haben könnten. (Auch wenn vielleicht der eine oder andere unter den Anwesenden vor sich hin murmelt: „Das waren noch Zeiten!“) Ich bin jedoch überzeugt, dass Szasz seine These völlig übertreibt. Zwar steckt in vielem, was er sagt, ein beträchtlicher Kern Wahrheit, doch geht er zu weit, wenn er behauptet, es gäbe so etwas wie eine psychische Erkrankung gar nicht. Leider hat er mittlerweile auch eine Reihe von Anhängern, die seine Ansichten in populären Büchern niederschreiben. Einer der bekanntesten ist Jay Adams mit seinem Bestseller <em>Befreiende Seelsorge: Theorie und Praxis einer biblischen Lebensberatung</em> (1973) . Doch er ist lediglich ein Popularisierer von Thomas Szasz und bekräftigt ebenso wie Szasz, dass es so etwas wie eine psychische Erkrankung nicht gibt, dass die Patienten in Wirklichkeit unter Sünde leiden und ausschließlich auf biblische Weise behandelt werden müssen. Diese Autoren tadeln die Betroffenen und beraten sie mit großer Strenge.</p>
<p>Es ist notwendig, dass wir mit den Fachleuten auf diesem Gebiet zusammenarbeiten, die die Realität psychischer Erkrankungen nachweisen; andernfalls machen wir uns gegenüber einigen derjenigen, die zu uns in die Beratung kommen, großer Grausamkeit schuldig.</p>
<p>Warum sollte ich die Realität solcher Erkrankungen bejahen? Ich behaupte, dass allein das bekannte (erbliche) Element in den Fallgeschichten ausreicht, um dies zu belegen. Ein weiterer Faktor ist die für viele Fälle so charakteristische Periodizität – klare, lucide Intervalle, gefolgt von einem Rückfall. Nicht nur das, sondern es gibt viele Fälle von psychischen Erkrankungen, die überhaupt nicht auf spirituelle, biblisch orientierte Behandlungen ansprechen und durch diese sogar noch verschlimmert werden.</p>
<p>Ich würde wie folgt argumentieren: Es gibt verschiedene psychologische Typen. Manche Menschen sind gelassen, manche sind launisch und wieder andere haben ein ganz anderes Temperament. Bei psychischen Erkrankungen werden diese Unterschiede als Krankheitsbilder weitergeführt.  </p>
<p>Zumindest gewinnt heute die Ansicht an Popularität, dass psychische Erkrankungen auf Störungen in der Chemie des Gehirns zurückzuführen sind, genauso wie Diabetes auf eine Störung der Chemie der Bauchspeicheldrüse zurückzuführen ist. So schwierig es auch sein mag, sie zu klassifizieren, gibt es in der Psychiatrie offensichtlich einige klare klinische Entitäten. </p>
<p>In der Geschichte gab es Fälle, die die Tatsache psychischer Erkrankungen eindeutig belegen. Ein herausragendes Beispiel ist der Dichter William Cowper. Er war ein gläubiger Christ, der die evangelische Lehre kannte und sich daran erfreute. Doch er litt unter periodischen Anfällen seiner psychischen Erkrankung. Seine Freunde versuchten, ihn zur Vernunft zu bringen, und taten alles, was uns oft als Hilfe in solchen Fällen empfohlen wird – jedoch ohne Erfolg. Es verschlimmerte seinen Zustand eher noch und verstärkte sein Leid.</p>
<p>Ein puritanischer Schriftsteller – Richard Baxter – offenbart vor dreihundert Jahren in höchst bemerkenswerter Weise große Einsicht in dieser Frage. Baxter liefert uns – besser als jeder andere, den ich zu diesem Thema je gelesen habe – die Differentialdiagnose zwischen einem geistlichen und einem psychischen Fall. Er sagt:</p>
<p>„Ich bezeichne jene nicht als melancholisch, die vernünftigerweise über die Sünde traurig sind, sich dieses Elends bewusst sind und um ihre Genesung und Erlösung besorgt sind, sei es auch mit so großer Ernsthaftigkeit, wie es ihre geistigen Fähigkeiten ertragen können. Solange sie über einen gesunden Verstand verfügen und die Vorstellungskraft, Fantasie oder Denkfähigkeit nicht verwirrt oder krank ist. Unter Melancholie [d h. psychischer Erkrankung] verstehe ich jedoch diese krankhafte Verwirrung, Störung oder Verirrung der Vorstellungskraft und folglich des Verstandes, die an diesen Anzeichen zu erkennen ist.“</p>
<p>Anschließend führt er fünfunddreißig Punkte zur Differentialdiagnose zwischen sogenannten „psychisch kranken“ Fällen und solchen an, die sich in „geistlicher“ Not befinden. Im Folgenden sind einige der Punkte aufgeführt, die er in Bezug auf psychisch Kranke anführt:</p>
<ul>
<li>Sie sind gewöhnlich überaus ängstlich, grundlos oder über das Maß hinaus, das durch einen Grund gerechtfertigt wäre. Alles, was sie hören, verstärkt ihre Ängste, insbesondere wenn Angst die ursprüngliche Ursache war, wie es üblicherweise der Fall ist.</li>
<li>Ihre Fantasie trägt am stärksten dazu bei, ihre Sünden, Gefahren oder ihr Unglück zu verschlimmern.</li>
<li>Sie sind nach wie vor einer übermäßigen Traurigkeit verfallen; manche weinen, ohne zu wissen warum, und manche glauben, es müsse so sein; und wenn sie lächeln oder fröhlich sprechen sollten, plagt sie ihr Gewissen, denn es ist, als hätten sie etwas Falsches getan.</li>
<li>Sie legen den größten Teil ihrer Frömmigkeit in Trauer und Entbehrungen für das Fleisch.</li>
<li>Sie klagen sich ständig selbst an und machen alles, was sie hören, lesen, sehen oder denken, zum Gegenstand der Anklage gegen sich selbst.</li>
<li>Sie fürchten sich nach wie vor davor, von Gott verlassen zu sein, und neigen zur Verzweiflung.</li>
<li>Sie glauben nach wie vor, dass die Zeit der Gnade vorbei und es nun zu spät sei, Buße zu tun oder Barmherzigkeit zu finden.</li>
<li>Sie sind oft versucht, aus der Lehre von der Prädestination verzweifelte Gedanken zu schöpfen und zu denken, dass, wenn Gott sie verworfen oder nicht erwählt habe, weder alles, was sie tun können, noch alles, was die Welt tun kann, sie retten könne. </li>
</ul>
<p>Und so fährt er mit seiner Liste von fünfunddreißig Punkten fort. Doch er schließt wie folgt: </p>
<p>„Punkt 35. Doch trotz all dieser Unruhe werden nur wenige von ihnen glauben, dass sie melancholisch [oder psychisch erkrankt] sind; vielmehr verabscheuen sie es, wenn man ihnen dies sagt, und behaupten, es sei lediglich das rationale Bewusstsein ihres Unglücks und des Verlassenseins sowie des schweren Zorns Gottes. Und deshalb lassen sie sich kaum dazu überreden, irgendwelche Medikamente einzunehmen oder irgendwelche Mittel zur Heilung ihres Körpers anzuwenden; sie sagen, es gehe ihnen gut, und sind überzeugt, dass nur ihre Seelen in Not sind. Das ist der elende Zustand dieser armen Menschen, die sehr zu bemitleiden sind und von niemandem verachtet werden dürfen. Ich habe nichts anderes gesagt als das, was ich oft gesehen und erfahren habe, und niemand soll solche Menschen verachten; denn Menschen aller Art geraten in dieses Elend, Gebildete und Ungebildete, Hohe und Niedrige, Gute und Böse; ja, sogar einige, die in größter Fröhlichkeit und Sinnlichkeit gelebt haben, als Gott sie ihre Torheit spüren ließ.“</p>
<p>Dem kann ich nichts hinzufügen. Ich hoffe sehr, dass Menschen, die dazu neigen, Thomas Szasz und seinem Popularisierer Jay Adams zu folgen, sich all das zu Herzen nehmen werden. </p>
<p>Soweit meine eigene Erfahrung reicht, würde ich Baxters fünfunddreißig Punkte wie folgt zusammenfassen: Ich glaube, Sie werden fast ausnahmslos feststellen, dass psychisch Kranke Ihnen nicht wirklich zuhören. Sie zitieren die Heilige Schrift, sie hören nicht zu. Sie wiederholen immer wieder dieselben Aussagen und vermitteln den Eindruck, als würden sie darauf warten, dass man fertig ist, damit sie ihr Ding noch einmal loswerden können. Das ist fast ausnahmslos so.</p>
<p>Man bemerkt den Unterschied im Vergleich zu denen, die in geistlicher Not sind. Letztere sind begierig darauf, Hilfe zu erhalten. Die anderen sind es nicht. Ich habe bei ihnen immer das Gefühl, dass ich eine Art Tangente an einen Kreis bin. Man dringt nie zu ihnen durch, sie sind fast ungeduldig und wiederholen immer wieder dasselbe.</p>
</blockquote>
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		<title>Helft einander</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 12:44:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praktische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sünde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gemeinde ist unter anderem dafür da, dass wir uns einander dabei helfen, auf dem rechten Weg zu bleiben: Christen sind Menschen, die untereinander „wahrhaftig in der Liebe“ sind (Eph 4,15). Das bedeutet, dass wir einander so sehr lieben, dass wir ehrlich über unsere Kämpfe sprechen und uns so umeinander kümmern, dass wir anderen in [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gemeinde ist unter anderem dafür da, dass wir uns einander dabei helfen, auf dem rechten Weg zu bleiben:</p>
<blockquote>
<p>Christen sind Menschen, die untereinander „wahrhaftig in der Liebe“ sind (Eph 4,15). Das bedeutet, dass wir einander so sehr lieben, dass wir ehrlich über unsere Kämpfe sprechen und uns so umeinander kümmern, dass wir anderen in ihren Kämpfen beistehen. Wir gehen einander nach und sprechen über unangenehme Lebensbereiche, in denen wir sündigen, weil wir wissen, dass Isolation der Feind der Reinheit und Dunkelheit der Nährboden für Sünde ist.</p>
<p>„Authentisch“ zu sein ist jedoch kein Selbstzweck. Satan freut sich, wenn Menschen offen über ihre Sünden sprechen – solange sie keine Schritte in Richtung Buße unternehmen. Es gibt eine Heuchelei, die sich den Schein der Ernsthaftigkeit gibt, wobei sogar Tränen beim Bekennen einer Sünde vergossen werden können, ohne dass echte Schritte zur Veränderung gegangen werden. Wir müssen gesunde Beziehungen aufbauen, in denen wir uns gegenseitig barmherzig zu Ehrlichkeit und Buße anspornen.</p>
<p>Baust du bewusst intensive Beziehungen auf, in denen du göttliche Ermutigung, Bekenntnis und Zurechtweisung gibst und empfängst?</p>
</blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://www.evangelium21.net/media/5093/die-bedeutung-der-gemeinde-fuer-deinen-kampf-um-reinheit" target="_blank" rel="noopener">www.evangelium21.net</a>.</p>
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		<item>
		<title>Beunruhigt es dich, wenn du dir und den Menschen missfällst?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2026 07:30:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Syst. Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[H.J. Iwand]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hans Joachim Iwand behauptet mit Luther, dass die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, allein bei und im Glauben an Jesus Christus zu finden ist (Glaubensgerechtigkeit, München: Kaiser, 1980, S. 111–112): Um die Gottesgerechtigkeit, aus der der Glaube lebt, recht zu erfassen, muß man also alles andere sich aus dem Sinn schlagen: Gesetz, Werk, Gewissen, Vernunft, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hans Joachim Iwand behauptet mit Luther, dass die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, allein bei und im Glauben an Jesus Christus zu finden ist (<em>Glaubensgerechtigkeit</em>, München: Kaiser, 1980, S. 111–112):</p>
<blockquote>
<p>Um die Gottesgerechtigkeit, aus der der Glaube lebt, recht zu erfassen, muß man also alles andere sich aus dem Sinn schlagen: Gesetz, Werk, Gewissen, Vernunft, Gericht, Moral, und was der Dinge mehr sind, und – als fingen wir neu an zu leben, zu denken und zu begreifen – allein an Christus und aus ihm lernen, was „Gerechtigkeit Gottes“ heißt. Alles, was wir sonst davon wissen, hilft uns nicht, sondern hindert uns zu verstehen, was hier offenbar geworden ist.</p>
<p>Luther hat im Anschluß an Augustin  diese Gerechtigkeit gern eine solche genannt, mit der uns „Gott bekleidet“, die er uns schenkt, und so wird sie auch meistens dargestellt. Aber es mangelt diesen Darstellungen, wie ich meine, das Empfinden für das eigentliche Problem, um das es geht: warum diese Gnade, dies Geschenk, Gerechtigkeit heißt und ist, Gottes-Gerechtigkeit! Wer weiß, ob wir trotz reicher Darstellung von Luther und seiner Lehre diesen letzten und entscheidenden Punkt bei ihm, ja mehr: diesen innersten Punkt des Evangeliums und der Offenbarung Gottes ganz verstanden haben; wer weiß, ob nicht unser landläufiges Verständnis zu einfach, zu sehr in gewohnten Bahnen laufend ist, ob wir nicht hier weiterfragen und suchen müssen?!</p>
<p>Luther hat einmal einen seltsamen Satz über diese Gottesgerechtigkeit geschrieben, der uns vielleicht Fingerzeig sein kann: „so daß Gott und wir in ein und derselben Gerechtigkeit sind, wie auch Gott mit demselben Wort schafft und wir sind, was er schafft, so daß wir in ihm sind und sein Sein unser Sein ist“.  Der Vergleich mit der Schöpfung ist wichtig. Dieser in Christus uns begegnende Gott begegnet uns in der Tat als der Schöpfer, und das Sein, das er schafft, ist sein eigenes Sein. Nur daß hier Gott nicht schafft aus dem Nichts, sondern daß er erst zunichte machen muß, damit er neuschaffen kann! „Wer gerecht werden will, der muß zum Sünder werden, wer gesund werden möchte, gut, gerade, ja Gott ähnlich und ein christliches Glied der Kirche, der möge krank werden, böse, verkehrt, ja teuflisch, häretisch, ungläubig wie ein Türke, wie Paulus sagt: ,Wer unter euch will weise sein, der möge zum Toren werden, damit er weise werde.‘ [1 Kor 3,18] So möge denn diese Sentenz feststehen, denn so ist es der Wille Gottes im Himmel, daß er sich vorgenommen hat, durch Torheit hindurch weise, durch Schlechtigkeit hindurch gut, durch Sünde gerecht, durch Verkehrtheit gerade, durch Ungesundheit gesund, durch Ketzerei kirchlich, durch Unglaube Christen, durch die teuflische Form gottähnliche Menschen zu schaffen. Du fragst: Wie? Es soll dir schnell und kurz gesagt werden: Du kannst nicht der in Gott werden, der du möchtest, wenn du nicht zuvor der in dir selbst und vor den Menschen wirst, als den er dich will. Er will aber, daß du in dir selbst und vor den Menschen wirst, was du in Wahrheit bist, nämlich Sünder, böse, ungesund, verkehrt, teuflisch. Das sind deine Namen. Das sind deine Sachen, das ist deine Wahrheit selbst, und das ist die Demütigung; sobald das geschehen ist, bist du ja schon vor Gott, was du zu sein wünschtest, nämlich heilig, gut, wahr, gerade, fromm. Aus diesem Grunde wirst du ein anderer sein vor dir und den Menschen und ein anderer vor Gott. Was staunst du? Was beunruhigt es dich, wenn du dir und den Menschen mißfällst? Wenn du denen nicht mißfallen würdest, könntest du Gott nicht gefallen.“</p>
</blockquote>
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		<title>Hypergeistlichkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2026 09:24:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Francis Schaeffer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 4. Juli 1970 schrieb Francis Schaeffer einen Brief an einen jungen Mann in Japan, der die Beziehung zu einer jungen Amerikanerin mit dem Namen Carolyne beendet hatte, da er unter dem Eindruck stand, dass seine Liebe nicht „rein genug“ war. Schaeffer griff in hilfreicher Weise Themen wie Vollkommenheitsideal, Hypergeistlichkeit oder Antinomismus auf. Nachfolgend gebe [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 4. Juli 1970 schrieb Francis Schaeffer einen Brief an einen jungen Mann in Japan, der die Beziehung zu einer jungen Amerikanerin mit dem Namen Carolyne beendet hatte, da er unter dem Eindruck stand, dass seine Liebe nicht „rein genug“ war.</p>
<p>Schaeffer griff in hilfreicher Weise Themen wie Vollkommenheitsideal, Hypergeistlichkeit oder Antinomismus auf. Nachfolgend gebe ich einen Auszug weiter (aus #ad <a href="https://amzn.to/4kzQ7qI" target="_blank" rel="noopener"><em>Letters of Francis A. Schaeffer: Spiritual Reality in the Personal Christian Life</em></a>, hrsg. von Lane T. Dennis, Wheaton, IL: Crossway, 1985, S. 197–198):</p>
<blockquote><p>Ich bin der festen Überzeugung, dass einer der größten Flüche eines Großteils des evangelikalen Christentums darin besteht, dass Menschen das Gefühl haben, sie hätten das Recht, anderen Menschen zu sagen, was der Wille des Herrn für sie ist; und ehrlich gesagt glaube ich, dass einige Deiner Fehler ihren Ursprung in den meiner Meinung nach schlechten Ratschlägen haben, die Dir Christen seit Deiner Rückkehr nach Japan gegeben haben.</p>
<p>Wenn Maßstäbe aufgestellt werden, die nicht wirklich biblisch sind, und insbesondere wenn diese als geistlicher Maßstab dargestellt werden, nach dem wir streben sollten, kann das nur zu Kummer führen. Wenn wir versuchen, eine Geistlichkeit zu erreichen, die höher ist als die, die die Bibel vorgibt, wird sie sich immer als niedriger erweisen. Mir ist klar, dass Christen, die dies tun, nicht glauben, dass sie einen Maßstab aufstellen, der sich von der Schrift unterscheidet, aber in Wirklichkeit ist es genau das.</p>
<p>[Im Bereich der Liebesbeziehung wie auch im gesamten Leben] gibt es zwei Gefahren, denen man widerstehen muss. Die erste ist der Antinomismus. Dies ist seit den Anfängen der Kirche eine Irrlehre. Der Antinomismus lehrt, dass wir durch das Blut Christi und nichts anderes gerettet werden und es daher nach unserer Errettung keine Rolle spielt, wie wir leben. Die gegenteilige Gefahr, die ebenso zerstörerisch ist, ist jede Form von Askese. Askese ist die Abwertung des ganzen Menschen – theoretisch, um den spirituellen Teil des Menschen zu stärken. Diese Abwertung des ganzen Menschen kann die Abwertung des Intellekts, des Künstlerischen oder des Körperlichen sein. Was die Menschen vergessen, ist, dass Gott den ganzen Menschen geschaffen hat und kein Teil des Menschen von Natur aus sündig ist. Jeder Teil des Menschen kann sündhaft sein, und in einer gefallenen Welt gibt es selbst für Christen keine Vollkommenheit in irgendeinem Bereich unseres Lebens.</p>
<p>Somit sind zwei Dinge zu beachten. Die Erkenntnis, dass wir in keinem Bereich unseres Lebens vollkommen sind, bedeutet, dass wir unsere Fehler in jedem Bereich unseres Lebens ständig unter das Blut Christi bringen müssen, um Vergebung zu erlangen. Gleichzeitig müssen wir Christus bitten, seine Frucht in allen Bereichen unseres Lebens hervorzubringen. Das andere, was wir ständig im Auge behalten müssen, ist die Tatsache, dass kein Teil des ganzen Menschen an sich sündhaft ist. Die Vorstellung, dass das „Geistige” hoch und das Intellektuelle oder Körperliche niedrig ist, entspricht nicht dem biblischen Christentum. Es ist eine Askese, die aus der Auferlegung platonischen Denkens auf das Christentum entstanden ist. Ich muss sagen, dass ich aufgrund Deiner Briefe an Carolyn und nun auch Deiner Briefe an mich den Eindruck habe, dass Du diesem Irrtum zum Opfer gefallen bist.</p></blockquote>
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		<title>Die Gefahren seelsorgerlicher Angebote in der Gemeinde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 08:49:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Individualismus]]></category>
		<category><![CDATA[Stanley Hauerwas]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin ja nicht immer mit Stanley M. Hauerwas einer Meinung. Aber hier stimme ich ihm von Herzen zu:  Der Pastor soll ein Verkündiger der Wahrheit sein, der den Getauften hilft, als Christen zu wachsen und zu überleben. Seelsorge soll die Aufgabe der gesamten Kirche sein. Sowohl als akademische Disziplin als auch in der Praxis [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja nicht immer mit Stanley M. Hauerwas einer Meinung. Aber hier stimme ich ihm von Herzen zu: </p>
<blockquote>
<p>Der Pastor soll ein Verkündiger der Wahrheit sein, der den Getauften hilft, als Christen zu wachsen und zu überleben. Seelsorge soll die Aufgabe der gesamten Kirche sein.</p>
<p>Sowohl als akademische Disziplin als auch in der Praxis hat sich die Seelsorge auf die persönlichen Wunden von Menschen in fortgeschrittenen Industriegesellschaften fixiert, die entdeckt haben, dass ihrem Leben der Sinn fehlt. „Was habt ihr denn erwartet?“, möchte ich diese Menschen fragen. „Nehmt euch selbst nicht so ernst. Genießt es, dass euer Narzissmus besiegt wird, indem ihr in die eschatologische Mission der Kirche hineingezogen werdet, Zeugnis abzulegen für das Kreuz und die Auferstehung Christi.“ Das ist Seelsorge, die den Namen „christlich“ verdient.</p>
</blockquote>
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		<title>Tagung zum 50. Todestag von Eduard Thurneysen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 07:12:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Eduard Thurneysen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eduard Thurneysen ist einer der bedeutendsten praktischen Theologen des 20. Jahrhunderts. Er war eng mit Karl Barth befreundet, wirkte als Pfarrer am Basler Münster und lehrte als außerordentlicher Professor an der Universität Basel. (Leider fehlte Thurneysen der Mut, im Blick auf die Dreier-Beziehung von Karl Barth mit Nelly und Charlotte ein Machtwort zu sprechen). Er [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eduard Thurneysen ist einer der bedeutendsten praktischen Theologen des 20. Jahrhunderts. Er war eng mit Karl Barth befreundet, wirkte als Pfarrer am Basler Münster und lehrte als außerordentlicher Professor an der Universität Basel. (Leider fehlte Thurneysen der Mut, im Blick auf die Dreier-Beziehung von Karl Barth mit Nelly und Charlotte ein Machtwort zu sprechen). Er ist einer der Väter der sogenannten „Kerygmatischen Seelsorge“ (vgl. dazu <a href="https://theologie.uni-greifswald.de/storages/uni-greifswald/fakultaet/theologie/ls-pt/2016_17_VL_Seelsorge/HGW_-_WS_2016-17_-_Vorlesung_-_02_-_ERBE_UND_SCHATTEN_161021-_AB_03.pdf" class="mtli_attachment mtli_pdf" target="_blank" rel="noopener">hier</a>).</p>
<p>Thurneysens praktisch-theologisches Denken ist geprägt durch seine pastorale Tätigkeit, insbesondere durch Seelsorge und Predigt. Thurneysens pointierte Aussagen wurden ebenso geschätzt wie kritisiert. Der 50. Todestag Thurneysens bietet eine gute Gelegenheit, über die aktuelle und bleibende Bedeutung Thurneysens für Seelsorge, Predigt und Gottesdienst nachzudenken. </p>
<p>Die STH Basel wird vom 25. bis 26. Oktober 2024 eine Tagung anläßlich des 50. Todestages veranstalten. Mehr Informationen dazu gibt es hier: <a href="https://sthbasel.ch/veranstaltungen/thurneysen-aktuell-tagung/" target="_blank" rel="noopener">sthbasel.ch</a>.</p>
<p>VD: FL</p>
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		<title>Autogene Training – eine dunkle Entstehungsgeschichte</title>
		<link>https://theoblog.de/autogene-training-eine-dunkle-entstehungsgeschichte/42318/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 16:20:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Autogenes Training]]></category>
		<category><![CDATA[Hypnose]]></category>
		<category><![CDATA[J.H. Schultz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit vielen Jahren ist das autogene Training ein Renner. Die These: Mit Hilfe der eigenen Vorstellungskraft könne man sich durch autogenes Training in einen Zustand der Entspannung versetzen, Stress abbauen und sogar Schlafstörungen lindern. Die sanfte Form der Selbsthypnose wird nicht nur von verschiedensten Krankenkassen empfohlen (vgl. hier), sondern hat sich hin und wieder auch [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit vielen Jahren ist das autogene Training ein Renner. Die These: Mit Hilfe der eigenen Vorstellungskraft könne man sich durch autogenes Training in einen Zustand der Entspannung versetzen, Stress abbauen und sogar Schlafstörungen lindern. Die sanfte Form der Selbsthypnose wird nicht nur von verschiedensten Krankenkassen empfohlen (vgl. <a href="https://www.aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/achtsamkeit/autogenes-training-eine-anleitung-zur-entspannung/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>), sondern hat sich hin und wieder auch in christliche Seelsorgeangebote eingeschlichen. Und Jesusnachfolger, die einst Esoteriker waren und heute vor der Methode warnen, werden nicht selten schief angeschaut.</p>
<p>DIE WELT präsentiert den Artikel eines Arztes, der dem autogenen Training abgeschworen hat, nachdem er auf die dunkle Geschichte des deutschen Erfinders Johannes Heinrich Schultz gestoßen ist. Schultz, als „international herausragende Persönlichkeit der Neuropsychiatrie und Psychotherapie“ gefeiert, war ein echter Nazi und Förderer des „Euthanasie“-Programms.</p>
<p>Zitat: </p>
<blockquote>
<p>Das Autogene Training wurde vor rund hundert Jahren von dem deutschen Psychiater Johannes Heinrich Schultz (1884 – 1970) entwickelt. Schon als junger Arzt begann Schultz, der Medizin in Lausanne, Breslau und Göttingen studiert hatte, sich für Hypnose zu interessieren und hierzu seine eigene Methode zu entwickeln. Zunächst hatte er, der 1924 nach Berlin gezogen war, sie als „autogene Organübungen“ benannt, aber in seinem Buch von 1932 änderte er dann den Namen in „Autogenes Training“, ein Begriff, der so viel bedeutet wie ein Training, das aus sich selbst heraus entsteht.</p>
<p>Schultz kann als überzeugter Nazi gelten. Er war zwar in erster Ehe mit einer jüdischen Kinderärztin verheiratet gewesen, machte dennoch rasch Karriere. Schultz wurde 1933 Vorstandsmitglied der Deutschen Medizinischen Gesellschaft für Psychotherapie unter Matthias Heinrich Göring, Arzt und Cousin des Reichsmarschalls Hermann Göring.</p>
<p>Von 1936 an war er Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Psychologische Forschung und Psychotherapie. Er trat dem Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps (NSKK) bei, das 1935 in der SA aufging, und war Mitglied der Nationalsozialistischen Ärztekammer.</p>
<p>Schultz war ein aktiver Befürworter der Zwangssterilisation von Personen, die damals als genetisch belastet eingestuft wurden, und des „Euthanasie“-Programms der Nazis, das die Vernichtung von Behinderten und anderen „lebensunwerten“ Menschen betrieb. Durch seine Diagnosen fällte Schulz zahlreiche Todesurteile und er prägte sogar den Begriff „Todesurteil in Form einer Diagnose“. Schultz wurde schließlich stellvertretender Direktor des Göring-Instituts in Berlin. </p>
</blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://www.welt.de/gesundheit/plus252638998/Psychologie-Die-dunkle-Geschichte-des-Nazi-Arztes-der-das-Autogene-Training-erfand.html" target="_blank" rel="noopener">www.welt.de</a>.</p>
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		<title>Gibt es psychische Erkrankungen?</title>
		<link>https://theoblog.de/gibt-es-psychische-erkrankungen/41905/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 May 2024 14:20:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Gavin Ortlund]]></category>
		<category><![CDATA[John MacArthur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen hat Pastor John F. MacArthur öffentlich behauptet, dass es so etwas wie psychische Erkrankungen nicht gibt. Er nannte konkret die „Aufmerksamkeitsdefizit-Störung mit Hyperaktivität“ (ADHS) oder die „Posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS). Als jemand, der sich gegen die Psychologisierung der Seelsorge gestellt hat und stellt und der sich dafür ausspricht, sich kritisch mit den Ansichten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Wochen hat Pastor John F. MacArthur öffentlich behauptet, dass es so etwas wie psychische Erkrankungen nicht gibt. Er nannte konkret die „Aufmerksamkeitsdefizit-Störung mit Hyperaktivität“ (ADHS) oder die „Posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS). Als jemand, der sich gegen die Psychologisierung der Seelsorge gestellt hat und stellt und der sich dafür ausspricht, sich kritisch mit den Ansichten und Einsichten der Psychologie auseinanderzusetzen, widerspreche ich in diesem Punkt. Ein Seelsorger, der die Existenz von psychischen Erkrankungen leugnet, wird die Dynamik von psychischen Erkrankungen nicht verstehen können. Ratsuchenden hilft das nicht.</p>
<p>Ich empfehle dazu einen Videokommentar von Gavin Ortlund:</p>
<p><iframe title="John MacArthur on Mental Illness: This is Bad Theology" width="580" height="325" frameborder="0" allowfullscreen="" consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/2JFmxGYtEXk" consent-required="38343" consent-by="services" consent-id="39573" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/2JFmxGYtEXk?autoplay=1" consent-thumbnail="{&quot;embedId&quot;:&quot;d85aaff24cc575ee510a2b4e144eb2de&quot;,&quot;fileMd5&quot;:&quot;87371367269b3468679dda9ff3a778c2&quot;,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/theoblog.de\/wp-content\/uploads\/embed-thumbnails\/d85aaff24cc575ee510a2b4e144eb2de-87371367269b3468679dda9ff3a778c2.jpeg&quot;,&quot;title&quot;:&quot;John MacArthur on Mental Illness: This is Bad Theology&quot;,&quot;width&quot;:640,&quot;height&quot;:480,&quot;forceRatio&quot;:56.0344827586206832847892655991017818450927734375}"></iframe></p>
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		<item>
		<title>Biblische Seelsorge, allgemeine Offenbarung und die Genugsamkeit der Schrift</title>
		<link>https://theoblog.de/biblische-seelsorge-allgemeine-offenbarung-und-die-genuegsamkeit-der-schrift/41782/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2024 05:36:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Syst. Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[John Frame]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der freundlichen Erlaubnis von John Frame gebe ich nachfolgend einen Briefwechsel zur Frage der Genugsamkeit der Heiligen Schrift in der Seelsorge wieder. Im April 2016 erreichte John Frame eine diesbezügliche Anfrage. Er hatte das Buch Theologie der biblischen Seelsorge von Heath Lambert empfohlen. Darauf meldete sich verwundert E.L. und wollte wissen, ob nicht John [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der freundlichen Erlaubnis von John Frame gebe ich nachfolgend einen Briefwechsel zur Frage der Genugsamkeit der Heiligen Schrift in der Seelsorge wieder. Im April 2016 erreichte John Frame eine diesbezügliche Anfrage. Er hatte das Buch <em><a href="https://www.3lverlag.de/kategorien/1848-theologie-der-biblischen-seelsorge.html" target="_blank" rel="noopener">Theologie der biblischen Seelsorge</a></em> von Heath Lambert empfohlen. Darauf meldete sich verwundert E.L. und wollte wissen, ob nicht John Frame in seiner Ethik einen anderen Ansatz vertritt als Heath Lambert in seiner Seelsorgelehre. Frame nutzte die Gelegenheit, um seine Sicht der Dinge etwas konkreter darzulegen.</p>
<p>Hier der Briefwechsel zwischen E.L. und John Frame:</p>
<p>April, 2016</p>
<p>Dr. Frame, ich war überrascht zu sehen, dass Sie Heath Lamberts neues Buch <em>A Theology of Biblical Counseling</em> befürworten, obwohl Sie Heaths Ansatz zur Beratung in Ihrem eigenen Ansatz zur Ethik ablehnen. In <a href="https://amzn.to/3wcYnZ4" target="_blank" rel="noopener"><em>The Doctrine of God</em></a> [#ad] sagen Sie (S. 194–197):</p>
<blockquote>
<p>Eine vollständig christliche Ethik erkennt allein Gottes Wort als ultimativ an. Dieses Wort findet sich in erster Linie in der Heiligen Schrift, der Bundesverfassung des Volkes Gottes (Dtn 6,6–9; Mt 5,17–20; 2Tim 3,15–17; 2Petr 1,21), aber es offenbart sich auch in der Welt (Ps 19,1ff.; Röm 1,18ff.) und im Menschen selbst (Gen 1,27ff.; 9,6; Eph 4,24; Kol 3,10). Ein Christ wird diese drei Bereiche studieren, wobei er ihre Kohärenz voraussetzt und daher an jedem Punkt versucht, jede Erkenntnisquelle mit den beiden anderen zu integrieren … Denn ethische Urteile beinhalten exegetisches, empirisches und psychologisches Wissen, das wiederum Logik und andere Fähigkeiten einschließt. Da verschiedene Christen unterschiedliche Gaben haben, müssen wir zusammenarbeiten …  Ja, das Schriftwort ist als Bundesverfassung des Volkes Gottes vorrangig. Wir können die Heilige Schrift ohne die subjektive Erleuchtung durch Gottes Geist nicht richtig anwenden. Ja, die Heilige Schrift ist bedeutungslos, wenn sie nicht auf Situationen anwendbar ist, also müssen wir die Zeit, in der wir leben, wirklich verstehen. Nein, keine dieser Perspektiven hat, wenn sie richtig verstanden wird, Vorrang vor den beiden anderen, denn jede schließt die beiden anderen ein …</p>
</blockquote>
<p>Sie treten also für den Vorrang der Schrift (normative Perspektive) bei ethischen Entscheidungen ein, halten aber auch das Wissen, das sich im Selbst (subjektiv) und in der Welt (situativ) offenbart, für notwendig. Aber es sind die beiden letztgenannten Wissensperspektiven, die Heaths Ansatz (und ein Großteil der traditionellen biblischen Seelsorge) für entbehrlich hält. Heath wird oft zugeben, dass situatives und subjektives Wissen wahr und vielleicht sogar hilfreich für die Beratung ist (obwohl er dem manchmal widerspricht), aber er beharrt darauf, dass situatives und subjektives Wissen für die Bewältigung von Beratungsfragen nicht notwendig ist. Heaths mangelnde Bereitschaft, situatives und subjektives Wissen zu akzeptieren, passt nicht zu Ihrer eigenen Bereitschaft, sie anzunehmen und sie als notwendig für ethische Fragen zu bezeichnen. Daher bin ich überrascht und entmutigt, dass Sie sein Buch so herzlich empfehlen. Und ich hoffe, Sie werden es sich noch einmal überlegen.</p>
<p>E.L.</p>
<p>Lieber Herr L.,</p>
<p>zunächst einmal sollten Sie bedenken, dass die seelsorgerliche Beratung nicht mein akademisches Fachgebiet ist. Im Laufe der Jahre hatte ich gute Beziehungen zu Seelsorgelehrern verschiedener Denkrichtungen. Jay Adams war in meiner Zeit in Philadelphia und Kalifornien ein sehr guter Freund. Heute bin ich Kollege von Professoren der Seelsorge, die eher integrativ denken. Ich habe verschiedene Aspekte beider Ansätze zu schätzen gewusst und gute und schlechte Beispiele für die Beratung unter beiden Flaggen miterlebt. Ich kann also nicht garantieren, dass ich in diesem Bereich zu 100 Prozent konsistent bin.</p>
<p>Dennoch muss ich auf Ihre Kritik in einigen Punkten eingehen. Wie Sie wissen, habe ich eine hohe Sicht von der Heiligen Schrift (siehe mein Buch <a href="https://amzn.to/3Unajzd" target="_blank" rel="noopener"><em>Doctrine of the Word of God</em></a>) (#ad) und vertrete eine dreiseitige Perspektive der Erkenntnistheorie. Diese beiden Auffassungen sind unterschiedlich, aber ich denke, sie sind miteinander vereinbar.</p>
<p>Denken Sie daran, dass die normative Perspektive nicht die Schrift ist. Die normative Perspektive umfasst die gesamte Offenbarung Gottes, und die ist natürlich universell. Theologen unterscheiden also zwischen „spezieller Offenbarung“, „allgemeiner Offenbarung“ und der Offenbarung im Menschen als Ebenbild Gottes, was ich „existentielle Offenbarung“ nenne. Im dreiperspektivischen Verständnis schließt jede dieser Perspektiven die beiden anderen ein. So schließt die normative Perspektive alles ein. Sie sieht Gott und seine gesamte Schöpfung als Normgeber für menschliche Entscheidungen.</p>
<p>Die Heilige Schrift ist nicht die normative Perspektive. Sie ist ein Teil der normativen Perspektive, aber auch ein Teil der situativen und existentiellen Perspektive. Sie ist ein Buch, das normativ ist, aber auch eine Tatsache der objektiven Welt (situativ) und eine Tatsache der menschlichen Erfahrung (existenziell).</p>
<p>Das Besondere an der Heiligen Schrift ist, dass sie das Dokument des Bundes ist, das Gott inspiriert hat, um sein Volk und letztlich die Menschheit zu leiten. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Heilige Schrift von anderen „Normen“. Wir bezeichnen sie als notwendig, verbindlich, klar und ausreichend. Winnie the Pooh ist auch Teil der normativen Perspektive (da alles Teil der normativen Perspektive ist), aber er hat eine ganz andere Funktion als die Schrift innerhalb der normativen Perspektive. Die Heilige Schrift ist irrtumslos, Winnie ist es nicht.</p>
<p>Nochmals: Ich glaube nicht, dass es einen Widerspruch zwischen meiner Lehre von der Schrift und meiner dreiperspektivischen Erkenntnistheorie gibt. Die Schrift ist eine ganz besondere Art von Norm, die innerhalb der normativen Betrachtungsweise über allen anderen Normen steht. Sie ist freilich auch Teil der situativen Perspektive, also der Tatsache, die alle anderen Fakten erhellt. Und sie ist Teil meiner subjektiven Erfahrung, der Erfahrung, die all meine anderen Erfahrungen bestimmt.</p>
<p>Wie gesagt, das passt alles gut zusammen. Aber natürlich ist es möglich, dass Christen dies missverstehen und eine unzulässige Dichotomie zwischen der Schrift und den drei Perspektiven aufstellen, wenn jemand sagt: „Die Schrift ist unsere Regel, nicht die normative Perspektive“. Natürlich ist die Heilige Schrift unser Maßstab, unsere letzte Autorität. Aber jeder versteht, dass wir die Schrift BENUTZEN, indem wir sie auf Situationen außerhalb der Schrift ANWENDEN. Um die Heilige Schrift zu nutzen, müssen wir also Dinge verstehen, die über die Heilige Schrift hinausgehen. Das heißt, um diese Norm anwenden zu können, müssen wir Situationen und Personen verstehen. Um unsere maßgebliche Schrift zu nutzen, müssen wir also ihre Beziehung (als ultimative Norm) zu den situativen und existentiellen Perspektiven verstehen.</p>
<p>In der Theorie der seelsorgerischen Beratung konzentriert sich die nouthetische bzw. „biblische“ Schule auf die Autorität, insbesondere die Suffizienz, der Schrift. Die „Integrationisten“ konzentrieren sich auf die Notwendigkeit, die Heilige Schrift mit außerbiblischen Daten in Beziehung zu setzen. In meinen Worten: Sie konzentrieren sich auf die Ausgewogenheit der drei Perspektiven.</p>
<p>In einem wichtigen Punkt haben beide recht. Christliche Seelsorger müssen fest an der Genugsamkeit der Schrift festhalten. Aber wenn sie natürlich nur die Schrift haben und sich weigern, die Schrift auf Situationen und Menschen anzuwenden, dann kann ihre Beratung nicht gelingen. Die Integrationisten haben demnach auch Recht; aber sie müssen daran erinnert werden, dass die Schrift das Buch des Bundes ist: Wenn außerbiblische Daten in eine andere Richtung zu weisen scheinen, müssen wir uns an die Schrift halten, sogar an Scriptura SOLA.</p>
<p>Im Großen und Ganzen würde ich mir eine weniger polemische Beziehung zwischen diesen beiden Schulen wünschen. Konzeptionell besteht dafür keine Notwendigkeit. Die Genugsamkeit der Schrift ist mit der Notwendigkeit vereinbar, die Schrift mit außerbiblischen Daten zu integrieren. Und die außerbiblischen Daten müssen im Licht der Heiligen Schrift verstanden werden. Keines von beiden kann ohne das andere funktionieren.</p>
<p>Die nouthetische bzw. biblische Fraktion hat den Wert der dreiperspektivischen Erkenntnistheorie anerkannt. Dave Powlison hat mir dazu in sehr ermutigender Weise geschrieben. Andererseits haben meine [integrativ arbeitenden] Kollegen hier meine Lehre von sola Scriptura nicht in Frage gestellt. Mein alter Freund Jim Hurley sagte vor einiger Zeit zu mir, dass „Jay Adams uns die Bibel zurückgegeben hat“. Worüber kann man also noch streiten? Vielleicht ist ein Teil des Problems Parteilichkeit oder Team-Rivalität.</p>
<p>Wenn ich ein Buch wie das von Lambert lese, sehe ich, dass er sich auf das Prinzip sola Scriptura konzentriert. Meiner Meinung nach lehnt er unsere Verantwortung, die Schrift mit außerbiblischen Daten in Beziehung zu setzen, nicht ab. Das Buch nimmt diese Verantwortung an, aber es argumentiert für die Notwendigkeit, außerschriftliche Daten gemäß dem Sola-Scriptura-Prinzip zu lesen. Als solches halte ich es für ein gutes Buch.</p>
<p>Wenn Hurley oder Coffield argumentieren würden, dass wir die Lehre von sola Scriptura fallen lassen können, würde ich ihnen widersprechen. Aber ich sehe nicht, dass sie so argumentieren.</p>
<p>Der Streit dreht sich vielleicht um die relative Betonung auf beiden Seiten. Und zur relativen Betonung habe ich keine starke Meinung. Sollen die beiden Schulen doch miteinander darüber streiten. Mir ist das ziemlich egal. Wir sollten denjenigen Grundsatz betonen, der gerade in Frage gestellt wird. Manchmal sollten wir das eine betonen, manchmal das andere. Manchmal bin ich der Meinung, dass ein Buch auf der einen Seite zu ausgewogen ist, oder dass ein anderes Buch auf der anderen Seite unausgewogen ist. Ich habe keine Kritik an Lamberts Ausgewogenheit, aber ich könnte einem Buch mit dem entgegengesetzten Schwerpunkt ebenso wohlwollend gegenüberstehen, solange es die Genugsamkeit der Schrift anerkennt. Ich stimme nicht mit Ihrer Aussage überein, dass Lambert „die [situativen und existentiellen] Perspektiven für unnötig hält“. Ich stimme auch nicht mit Ihnen darin überein, dass „Heath darauf beharrt, dass situatives und subjektives Wissen für die Behandlung von Beratungsfragen nicht notwendig ist“. Er würde, denke ich, sagen, dass diese nicht „notwendig“ sind, da die Schrift notwendig ist („Notwendigkeit“ ist eine der reformatorischen Attribute der Schrift), aber ich glaube nicht, dass er die Absurdität lehrt, dass es in der Beratung mit jemandem ausreicht, die Bibel zu kennen, und dass man gar nichts über den Klienten wissen muss.</p>
<p>Zu all dem könnte man noch mehr sagen, aber ich würde es vorziehen, wenn die Seelsorger diese Fragen unter sich besprechen würden.</p>
<p>Ich hoffe, dass das eine oder andere für Sie hilfreich ist.</p>
<p>Seien Sie gesegnet im Herrn,</p>
<p>Dr. John Frame</p>
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