Augustins’ Gottsuche unter der ziehenden Kraft der Gnade

Bengt Hägglund schreibt über die Bekehrung von Augustins (Geschichte der Theologie, 1997, S. 89).

In den „Confessiones“ beschreibt Augustin seinen Weg zum Christentum: Er irrte danach in seiner Blindheit auf falschen Wegen umher, stand die ganze Zeit über jedoch unter der ziehenden Kraft der Gnade und wird immer wieder von der Liebe zur Wahrheit ergriffen, bis diese Liebe und sein Sinn schließlich durch die Bekehrung beständig auf die geistliche Wirklichkeit gelenkt werden. Zuvor habe er die Wahrheit nur verschwommen in der Feme geschaut; die Liebe zu ihr habe nur aus zeitweiligen Stimmungen bestanden, die die Liebe zur Welt nicht zu überwinden vermochten. Das Vielerlei in der Welt habe ihn gefangengehalten und sein Wesen zersplittert. Erst als er zum Glauben vordrang und sich der Wahrheit der Schrift unterwarf, habe er Frieden gefunden. Erst da erreichte er das, wonach er vordem gesucht hatte, ohne es finden zu können. Diese Erfahrung ist es, die Augustin mit den bekannten Worten zusammenfaßt: „Fecisti nos ad te, et inquietum est cor nostrum donec requiescat in te“ (Du hast uns zu Dir hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir – Conf. 1,1).

Der endzeitliche Skopus von Luthers Rechtfertigungslehre

Albrecht Peters schreibt in seinem Buch Rechtfertigung über den oft ausgeblendeten eschatologischen Skopus der Rechtfertigungslehre Luthers (Rechtfertigung, 1984, S. 33–34):

Entscheidend für den reformatorischen Ansatz ist nun freilich, daß die streng eschatologische Orientierung der Rechtfertigung auf ein letztgültiges Offenbarwerden aller Menschen vor dem Schöpfer- und Richtergott nicht verschleiert wird. Die Beichtpraxis des Mittelalters hatte gerade den schlichten Gemeindegliedern unmißverständlich eingehämmert: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi“ (2 Kor 5,10).

Die tägliche Bereitung auf dieses Treten vor Gottes Angesicht konzentrierte sich in der solennen Ohrenbeichte, im gottesdienstlichen Schuldbekenntnis sowie in der Zurüstung zum Sterben. Die Reformation hat diese streng endzeitliche Ausrichtung des Lebens nicht entschärft, sondern eher noch verschärft. Gegen Gerhard Ebelings Interpretation der Initia Lutheri hat Albert Brandenburg gezeigt, welches Gewicht das Wörtlein „ludicium“ in Luthers erster Psalmenvorlesung hat. Die Trostschriften von 1518 bis 1520 sowie die ersten Vaterunser-Auslegungen orientieren sich daran, daß wir mit unserem Sterben unmittelbar in Gottes Gericht hineinfallen. Sie flehen deshalb: „Erlöse uns, o Vater, von deinem ewigen Zorn und der höllischen Pein. Erlöse uns von deinem gestrengen Urteil im Tod und am Jüngsten Tage“ (WA 7,229,10). Seit 1520 findet sich in Luthers sittlich-seelsorgerlichen Schriften zumeist im Eingang wie zum Beschluß ein Hinweis auf Gottes Urteil. Als ein öffentlicher Lehrer der Heiligen Schrift weiß er sich wie Hesekiel (Ez 3,16–21; 33,7–9) und Paulus (bes. Apg 20,17–35) zum Wächter bestellt. Alle Menschen sind mit ihren Taten, Worten und Gedanken schon jetzt offenbar im unerträglichen Lichtglanz des heiligen Gottes. Der Reformator will mit seinem Verkündigen und Schreiben den wenigen Menschen, die noch nach dem ewigen Herrn und Richter fragen, dessen Weisungen und Tröstungen vor Augen stellen, damit sie sich nicht in Schuld verstricken oder ohne Hilfe bleiben. Wie ein Kehrreim tauchen deshalb die Wendungen auf: Ich habe gewarnt, rein bin ich von eurem Blute und vom Blute der durch euch mit ins Verderben Gerissenen! Unter den neueren Dogmatikern hat fast nur Werner Elert hierauf den Finger gelegt; nach ihm soll Luther die gesamte „Predigt des Gesetzes“ auf diesen einen Punkt nicht nur konzentriert, sondern „reduziert“ haben: „Er hat der Obrigkeit, den Untertanen, dem Hausvater, seinen Kindern und Knechten, dem Kaufmann und dem Kriegsmann eins eingehämmert: daß sie sich vor Gott zu rechtfertigen haben.“

Um diesen endzeitlichen Skopus der Rechtfertigung plastisch werden zu lassen, seien lediglich zwei Texte zitiert. Die „Predigt, daß man Kinder zur Schule halten soll“ (1530) setzt ein mit den drastischen Worten: »Hab ich mir vurgenommen, diese Vermahnung an euch zu tun, ob vielleicht noch etliche Leute wären, die noch ein wenig gläubten, daß ein Gott im Himmel und eine Helle für die Ungläubigen bereit sei. Denn es stellet sich schier alle Welt, als wäre weder Gott im Himmel noch Teufel in der Helle« (WA 30 II, 526,27). An die auf dem Reichstag zu Augsburg versammelten „katholischen“ geistlichen wie weltlichen Herren schreibt er: „Euer Blut sei auf eurem Kopf; wir sind und wollen unschuldig sein an eurem Blut und Verdammnis, als die wir euch euer Missetat gnugsam angezeigt, treulich vermahnet zur Buße, herzlich gebeten und zu allem, das zum Frieden dienet, aufs höhest erboten und nichts anders gesucht noch begehrt denn den einigen Trost unser Seelen, das freie, reine Euangelion, also daß wir mit gutem Gewissen rühmen mügen, der Mangel sei an uns nicht gewesen“ (WA 30 II,355,29).

Wir brauchen eine Revolte gegen die KI-Sprache

Laut einer Analyse des Internetdienstleisters „Graphite“ wurden im Mai des vergangenen Jahres 52 Prozent aller neu publizierten Internetartikel von künstlicher Intelligenz verfasst. Insgesamt betrug der Anteil an KI-generierten Texten im Internet – also inklusive der vor Mai 2025 publizierten Artikel – sogar 57 Prozent.

Jens Ulrich Eckhard plädiert dafür, diesem Trend etwas entgegenzusetzen. Zum Beispiel Gedichte. Denn die Poesie überfordert die Dummheit der digitalen Logik.

Zitat: 

Gedichte werden den Lauf der Zeit nicht aufhalten, generative KI wird weiter das Internet fluten. Worum es vielmehr geht, ist die Frage, wie wir uns dazu verhalten. Irgendetwas macht es mit uns, dass es seit einigen Jahren diese digitalen Maschinen gibt, die in unserer Sprache herumfuhrwerken und Sätze nach Wahrscheinlichkeiten bilden.

Einen Hinweis auf die Dimension dieser Umwälzung liefert Rüdiger Safranski, dessen für Herbst angekündigtes Buch den Titel „Die vierte Kränkung. Der Mensch im Schatten der Künstlichen Intelligenz“ trägt. Nach der kopernikanischen Wende, Darwins Evolutionstheorie und Freuds Entdeckung des Unbewussten hat nun das „rechnende Denken“ Einzug in unsere Sprache gehalten. Generative KI macht uns einmal mehr klar: Der Mensch ist nichts Besonderes, seine Kommunikation ist reproduzierbar und sein „Haus des Seins“, wie Heidegger die Sprache nannte, hat er sich fortan mit den Algorithmen zu teilen.

Gegen die Schwemmgebiete im Digitalen, die sprachliche Landschaften aus Kies und Geröll hinterlassen, hilft somit nur die Ausweichbewegung in die Höhe. Das Gedicht als karstiger Fels, in dessen Spalten züngelnde Salamander hausen. Wer Weltfremdheit aushält, wird dort oben eine schöne Zeit haben.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.

Alter Gnostizismus in neuem Gewand?

In den letzten Jahren haben christliche Gelehrte wie Oliver O’Donovan und Nancy Pearcey die moderne Transgender-Bewegung mit der alten Häresie des Gnostizismus verglichen. In „Transsexualism and Christian Marriage“ (dt. „Transsexualität und die christliche Ehe“) schreibt O’Donovan:

Wenn ich behaupte, ein ‚wahres Geschlecht‘ zu besitzen, das mit dem Geschlecht meines Körpers kollidiert (oder mindestens in einer ungewissen Beziehung zu diesem steht), werde ich davor zurückschrecken, mich selbst als physisches und geistiges Wesen freudig anzunehmen; stattdessen suche ich Selbsterkenntnis in einer Art gnostischen Abkehr von der materiellen Schöpfung.

In Liebe deinen Körper vertritt Pearcey einen ähnlichen Standpunkt:

Junge Menschen verinnerlichen die Vorstellung, dass der physische Körper nicht Teil des authentischen Selbst ist – dass das authentische Selbst nur das autonom entscheidende Selbst ist. Das ist alter Gnostizismus in neuem Gewand.

Ob dieser Vergleich wirklich berechtigt ist, wird von Meagan Stedman in dem Aufsatz „Alter Gnostizismus in neuem Gewand?: Gnostische Anthropologie, der Transgenderismus und die Antwort Tertullians“ untersucht, der hier nachgelesen werden kann: www.evangelium21.net.

Zur Vertiefung des Themas sei auch das Buch Der Siegeszug des modernen Selbst von Carl Trueman empfohlen.

Der NT-Kanon: Menschenwerk oder Gottes Werk?

Wie ist der Kanon des Neuen Testaments enstanden und welche Rolle spielt Gott bei der Entstehung? Der Althistoriker Prof. Dr. Weiß versucht, diese komplexe Frage in sechs Minuten zu beantworten. Es ist ihm gut gelungen.

Hier:

Die Abwärtsspirale bei den Bildungsleistungen

Was Heiko Schmoll heute in der FAZ schreibt, klingt schon wie ein Offenbarungseid. Die Reformpädagogik mit ihrer Bedürfnisorientierung und dem Kompetenzetwicklungswahn hat den Weg frei gemacht für die Verblödung und Infantilisierung der Gesellschaft. Und sie hat auch den wirtschaftlichen Absturz vorbereitet, der nämlich sehr viel mit Neugier und Leistungswilligkeit zu tun hat. 

Hier ein Auszug aus „Abwärtsspirale im Deutschunterricht“ (FAZ, 20.01.2026, Nr. 16, S. 1):

Eigentlich waren die Klassiker in einfacher Sprache für den Deutschunterricht an allen Schulen gedacht, aber nicht für die Gymnasien. Inzwischen nutzen Deutschlehrer sie auch für die Oberstufe des Gymnasiums. Denn das in vielen Ländern mehr oder weniger zugangsfreie Gymnasium ist längst zu einer Art Einheitsschule geworden, die mit unterschiedlichsten Schülern und Sprachniveaus zurechtkommen muss. Wie sehr auch die Gymnasien in den Sog der Abwärtsspirale bei den Bildungsleistungen geraten sind, hat der letzte Ländervergleich des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen gezeigt.

Im Unterschied zum Englischunterricht, den Schüler wegen der vielen filmischen und aktuellen Zugänge attraktiv finden, wird der Deutschunterricht als langweilig und angestaubt empfunden. In beiden Fächern ist die Lektüre von bestimmten Klassikern in vielen Ländern nicht mehr verpflichtend. Goethes Faust I (von Faust II ganz zu schweigen) ist häufig aus den Lehrplanempfehlungen ebenso verschwunden wie Shakespeare – selbst im Leistungsfach Englisch.

Oft genug wird Literatur nicht als eigener Inhalt oder ästhetische Kategorie gesehen, sondern funktionalisiert. Literarische Texte werden analysiert, um sprachliche, kommunikative und mediale Fähigkeiten einzuüben. Hinzu kommt, dass der Deutschunterricht als Querschnittsfach gesehen wird. So steht etwa im Kernlehrplan Nordrhein-Westfalens nicht nur Literatur im Mittelpunkt, sondern auch Menschenrechtsbildung, Werteerziehung, Demokratieerziehung, Bildung für die digitale Welt oder für nachhaltige Entwicklung.

Dabei bietet die Schule für die meisten Schüler die einzige Möglichkeit, die Hürde zu einer fremd wirkenden sprachlichen Welt zu überwinden. Die erste Lektüre eines klassischen literarischen Textes erfordert Anstrengung, mehrfaches Lesen, Sicheinlassen auf eine andere, neue Welt, sich auf eine gedankliche Erkundung zu begeben.

Warum eigentlich trauen Lehrer ihren Schülern immer weniger zu, obwohl die Bildungsforschung erwiesen hat, dass niedrigere Erwartungen auch zu schwächeren Leistungen führen? Warum entwickeln viele so wenig Phantasie, wenn es darum geht, Schülern Zugänge zu Klassikern zu schaffen?

Religiöse Symbole reichen nicht

Francis Schaeffer (#ad Gott ist keine Illusion, 1974, S. 62–63):

Auf den ersten Blick erscheint die Neo-Orthodoxie sehr „geistlich“. „Ich frage nicht nach Antworten, ich glaube einfach.“ Das klingt ungeheuer fromm, und viele Menschen lassen sich dadurch täuschen, besonders junge Männer und Frauen, die sich nicht damit begnügen, die Phrasen des intellektuellen oder geistlichen Status quo nachzuplappern. Sie sind zu Recht unzufrieden mit den abgedroschenen Sprüchen einer verstaubten und selbstgefälligen Orthodoxie. Die moderne Theologie hingegen erscheint ihnen geistlich und schwungvoll, und so tappen sie in die Falle.

Sie zahlen jedoch für diese vermeintliche „Geistlichkeit“ einen hohen Preis, denn wer im oberen Bereich mit Undefinierten religiösen Wörtern arbeitet, der verliert die Möglichkeit des Erkennens und Handelns für den ganzen Menschen, ja gibt seine Ganzheit auf. Diese jungen Leute dürfen wir nicht auffordem, zu einem erbärmlichen Status quo zurückzukehren, sondern wir müssen sie zu einer lebendigen Orthodoxie rufen, die sich mit dem Verhältnis des ganzen Menschen zu Gott befaßt – einschließlich seiner Vernunft und seines Intellekts.

Wo immer Menschen nach der letzten Wirklichkeit suchen, müssen wir ihnen das wahre Christentum zeigen. Hier können sie die Wirklichkeit finden, denn hier begegnen sie dem Gott, der da ist und der Aussagen über sich selbst gemacht hat, und nicht nur den Symbolen „Gott“ oder „Christus“, die zwar geistlich klingen, es aber nicht sind. Die Menschen, die lediglich das Symbol gebrauchen müßten eigentlich Pessimisten sein, denn das Wort Gott oder die Idee Gott allein bietet keine ausreichende Grundlage für den Optimismus, den sie zur Schau stellen. 

Sebastian Ostritsch spricht über die Gottesbeweise

Der Philosoph Sebastian Ostritsch (vgl. hier) spricht im Cicero-Podcast über die Gottesbeweise. Er erklärt nicht nur die „Fünf Wege“ des Thomas von Aquin akkurat, sondern stellt auch den ontologischen Gottesbeweis von Anselm sehr anschaulich dar. 

Obwohl aus protestantischer Sicht von den Gottesbeweisen weniger zu erwarten ist als innerhalb der thomistischen Tradition, dürfen wir uns sehr freuen, dass wieder über Themen wie diese gesprochen wird. 

Hier: 

Comic-Zeichner Scott Adams vielleicht im Glauben verstorben

Der Comic-Künstler Scott Adams ist gestern, also am 13. Januar 2026, im Alter von 68 Jahren verstorben. Sehr bekannt wurde er durch die Dilbert-Comics.

In einem Livestream nach seinem Tod teilte Adams’ Ex-Ehefrau eine Erklärung mit, die er vor seinem Tod verfasst hatte und in der er verkündete, dass er Jesus Christus als seinen Herrn und Erlöser angenommen habe

Hier der bewegende Mitschnitt:

Jesaja 7,14 doch messianisch?

Jesaja 7,14 bleibt einer der am meisten diskutierten Verse der hebräischen Bibel, insbesondere hinsichtlich seiner Zitierung in Matthäus 1,23 als eine Prophezeiung, die sich in der jungfräulichen Geburt Jesu erfüllt hat. Viele Gelehrte behaupten, dass der ursprüngliche Kontext eine historische Erfüllung während der Regierungszeit von Ahas und Hiskia erfordert, wodurch Matthäus’ Lesart bestenfalls als nicht wörtlich oder typologisch erscheint.

Auch sprachlich gibt es bedeutsame Einwände gegen eine Übersetzung von ʿalmāh mit „Jungfrau“. Deshalb übersetzen zum Beispiel die Basisbibel oder auch die Gute Nachricht mit „junge Frau“.

In einem bemerkenswerten Aufsatz argumentiert Seth Postell, Professor für Altes Testament am Israel College in Israel, für eine messianische Lesart von Jesaja 7,14.  Durch die Lektüre von Jesaja 7 im Lichte seiner Platzierung innerhalb von Jesaja 2–12, einem Abschnitt, der von eschatologischer Hoffnung und messianischer Erwartung geprägt ist, zeigt er, dass Jesaja 7,14 eine zukünftige, wundersame Geburt vorwegnimmt. Darüber hinaus zeigt eine genaue Betrachtung der sprachlichen Merkmale und der wiederkehrenden Bilder von Zerstörung und Erneuerung, dass Jesaja eine kohärente Vision der messianischen Hoffnung präsentiert, wobei die Immanuel-Prophezeiung ein integraler Bestandteil dieser Vision ist. In diesem Licht erscheint die Interpretation des Matthäus nicht als apostolische Auferlegung, sondern als getreue Auslegung der beabsichtigten Botschaft Jesajas.

Aus dem Fazit: 

Wir haben uns die bemerkenswerten Ähnlichkeiten zwischen dem davidischen Spross, der hervorgeht, wenn der Zweig des prahlerischen assyrischen Königs vollständig abgeschnitten ist (Jes 10,33–11,1; siehe auch 8,21–9,6), und der Erzählung über Hiskia angesehen, den Gott zusammen mit einem Überrest auf wundersame Weise vor dem prahlerischen König von Assyrien bewahrt hat (Jes 36–37). Die Ähnlichkeiten führen zu einer Spannung zwischen den begrenzten Errungenschaften Hiskias und der Erwartung eines ewigen Friedensreiches. Das Buch Jesaja löst diese Spannung, indem es Assyrien mit Babylon verschmilzt (Jes 13–14), während das Kommen des Messias speziell mit einer zweiten Verbrennung verbunden ist – einer zweiten Zerstörung des Landes durch eine große Weltmacht (6,11–13). Als Teil der literarischen Strategie des Buches verwendet der Autor Hiskia als vorausschauende Analogie für den König, durch den Jesajas Vision erfüllt werden würde. Schließlich argumentierten wir, dass ʿalmāh „junge Jungfrau” bedeutet. Wir argumentierten auch, dass dieses Wort strategisch als Teil eines Wortspiels im unmittelbaren Kontext und als Parallele zu dem Zeichen gewählt wurde, das Hiskia in Jesaja 38 gegeben wurde. Wenn man die Parallele betrachtet, muss das Zeichen des ʿalmāh so hoch wie der Himmel sein, ein Wunder von der Größenordnung, wie wir es in Matthäus 1,23 finden: „Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, was übersetzt bedeutet: Gott mit uns.” Obwohl sich diese Studie ausschließlich auf die Bedeutung von Jesaja 7,14 im Buch Jesaja konzentrierte, haben wir schließlich den Gipfel eines sehr hohen Berges erreicht, und zu unserer großen Überraschung sitzt Matthäus mit verschränkten Armen da und fragt sich, warum wir so lange gebraucht haben, um hierher zu gelangen!

Die Lektüre von „Is Isaiah 7:14 messianic?“, JETS, Vol. 68.3 (2025), S. 465–493, sei hiermit empfohlen. Erreichbar ist der Aufsatz über einschlägige Bibliotheken oder Onlinedatenbanken. 

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