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	<title>Feuilleton &#8211; TheoBlog.de</title>
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	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
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	<title>Feuilleton &#8211; TheoBlog.de</title>
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		<title>Wenn eine Künstlerin zurück in die Kirche findet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 11:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Richter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich weiß. Viele der zunehmenden Konversionserzählungen sind theologisch dünn. Und sie klammern konfessionelle Fragen meist vollständig aus. Trotzdem freue ich mich riesig, wenn Menschen anfangen, die Denkvoraussetzungen der Moderne zu hinterfragen und sich dazu öffentlich bekennen. Das hat kürzlich die Regisseurin Angela Richter getan. Und es ihr fabelhaft gelungen, die Reaktionen ihrer ehemaligen (!) Bewunderer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Ich weiß. Viele der zunehmenden Konversionserzählungen sind theologisch dünn. Und sie klammern konfessionelle Fragen meist vollständig aus. Trotzdem freue ich mich riesig, wenn Menschen anfangen, die Denkvoraussetzungen der Moderne zu hinterfragen und sich dazu öffentlich bekennen. Das hat kürzlich die Regisseurin Angela Richter getan. Und es ihr fabelhaft gelungen, die Reaktionen ihrer ehemaligen (!) Bewunderer auf den Punkt zu bringen.</p>
<p>Hier: </p>
<p>Ich bin als Künstlerin wieder katholisch geworden. In meiner Branche ist das ungefähr so anschlussfähig wie Rauchen im OP-Saal.</p>
<blockquote>
<p>Vor etwa drei Jahren stand ich in Wien auf der Premierenfeier meines Theaterstücks. Es war einer dieser seltenen Abende, an denen alles stimmt: Der Applaus war lang, die Gespräche fließen, diese milde, warme Euphorie nach gelungener Arbeit. Eine Frau kam auf mich zu – vermutlich selbst Künstlerin – strahlend, zugewandt, schon ein bisschen angetrunken. Wir redeten lange und offen. Irgendwann, fast experimentell, sagte ich es: „Ich bin katholisch.“</p>
<p>Es war, als hätte jemand die Luft aus dem Raum gesaugt. Die eben noch bewunderte Regisseurin verwandelte sich in ein kognitives Problem. Der Rest des Abends, mindestens zwei Stunden (!), wurde zu einer umgekehrten Missionierung. Sie versuchte mit echter Inbrunst, mich vom Katholizismus zu „befreien“.</p>
<p>Ich hörte zu, fragte nach. Am Ende blieb vor allem eine Kindheitserinnerung: Sie war auf dem Land aufgewachsen und hatte die katholischen Kinder um ihre Kommunionkleider und Firmungsfeiern beneidet, fühlte sich ausgeschlossen. Und als Feministin fühlt sie sich vom Priesteramt ausgeschlossen. Das war das, was sich bei ihr als Begründung herauskristallisierte. Keine Missbrauchszahlen, keine Theologie, keine Historie. Eher etwas sehr Persönliches, das sich im Laufe der Zeit in eine grundsätzliche Ablehnung verwandelt hatte.</p>
<p>Das ist kein Einzelfall. Das ist das Muster, das ich seither immer wieder erlebe. In den Kreisen, in denen ich mich bewege, ist die Ablehnung des Katholischen absolut, aber selten gut begründet. Es ist ein kultureller Reflex. Man weiß, dass man dagegen ist.</p>
<p>Fragt man konkret nach, wird es dünn. Kindesmissbrauch? Ja – ein schweres, reales Verbrechen, das die Kirche zutiefst beschmutzt hat und für das sie Verantwortung trägt. Aber wenn ich nach Zeiträumen, Zahlen und Vergleichen frage, wird es oft schnell still. Das Problem des Missbrauchs taucht überall dort auf, wo Macht, Abhängigkeit und Nähe zusammentreffen – in Schulen, Sportvereinen, Familien, anderen Kirchen.</p>
</blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://www.corrigenda.online/kultur/angela-richter-warum-ich-als-kunstlerin-wieder-katholisch-geworden-bin?__readwiseLocation=" target="_blank" rel="noopener">www.corrigenda.online</a>.</p>
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		<title>Über die Neigung zu Sophismus und Geblende</title>
		<link>https://theoblog.de/ueber-die-neigung-zu-sophismus-und-geblende/47612/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2026 09:23:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[M.V. Llosa]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Foucault]]></category>
		<category><![CDATA[Postmoderne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mario Vargas Llosa schreibt über die Selbsttäuschung von Michel Foucault und den Sophismus unserer Tage (#ad Alles Boulevard, 2014, S. 88–90): Nicht von ungefähr erwähne ich Michel Foucault als ein paradoxes Beispiel. Seine Kritik war ernst gemeint, und sein libertäres Ideal ist unbestreitbar. Seine Vorbehalte gegen die westliche Kultur – die trotz aller Begrenztheiten und [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mario Vargas Llosa schreibt über die Selbsttäuschung von Michel Foucault und den Sophismus unserer Tage (#ad <a href="https://amzn.to/4u1PlWY" target="_blank" rel="noopener"><em>Alles Boulevard</em></a>, 2014, S. 88–90):</p>
<blockquote>
<p>Nicht von ungefähr erwähne ich Michel Foucault als ein paradoxes Beispiel. Seine Kritik war ernst gemeint, und sein libertäres Ideal ist unbestreitbar. Seine Vorbehalte gegen die westliche Kultur – die trotz aller Begrenztheiten und Verirrungen wie keine andere in der Geschichte die Freiheit, die Demokratie und die Menschenrechte befördert hat – verleiteten ihn zu der Annahme, leichter als in den Klassenzimmern oder an den Wahlurnen erreiche man die moralische und politische Emanzipation mit Steinwürfen auf Polizisten, mit dem Besuch einer Schwulensauna in San Francisco oder eines SM-Clubs in Paris. Und in seiner paranoiden Anprangerung der Tricks, deren sich ihm zufolge die Macht bedient, um die öffentliche Meinung ihren Diktaten zu unterwerfen, leugnete er bis zum Schluss die Wirklichkeit von Aids – der Krankheit, an der er starb – als ein weiteres Täuschungsmanöver des Establishments und seiner wissenschaftlichen Kollaborateure, um die Bürger einzuschüchtern und sie sexuell zu unterdrücken. Sein Fall ist paradigmatisch: Der intelligenteste Denker seiner Generation hatte, bei aller Ernsthaftigkeit, mit der er seine Forschungen auf den unterschiedlichsten Gebieten betrieb – Geschichte, Psychiatrie, Kunst, Soziologie, Erotik und natürlich Philosophie –, immer einen Hang zu Ikonoklasmus und Provokation, was zuweilen zu einer bloßen Attitüde geriet. Auch darin war Foucault nicht allein, er machte sich einen Generationsauftrag zu eigen, der die Kultur seiner Zeit tief prägen sollte: die Neigung zu Sophismus und Geblende.</p>
<p>Genau das ist ein weiterer Grund dafür, dass viele Denker ihre Autorität verloren haben, denn es mangelte ihnen an Ernsthaftigkeit, sie spielten mit den Ideen und Theorien wie die Jongleure im Zirkus mit ihren Bällen und Kegeln, was amüsant sein mag und staunen macht, aber kaum Überzeugungskraft besitzt. In der Kultur gelang ihnen dabei eine kuriose Umkehrung der Werte: Die Theorie, das heißt die Deutung, ersetzte das Kunstwerk, wurde zu seinem Daseinsgrund. Der Kritiker war wichtiger als der Künstler, war der eigentliche Schöpfer. Die Theorie rechtfertigte das Kunstwerk, es existierte allein, um vom Kritiker interpretiert zu werden, war so etwas wie eine Hypostase der Theorie. Diese maßlose Erhöhung der Kritik hatte den paradoxen Effekt, dass die Kulturkritik sich immer weiter vom großen Publikum entfernte, selbst von dem zumindest allgemein gebildeten, und betrieb so mit am wirksamsten die Frivolisierung der heutigen Kultur. Außerdem legten diese Theoretiker ihre Theorien häufig in einem derart esoterischen, eitlen und nicht selten hohlen Jargon vor, dass selbst Foucault, der ihm auch schon mal verfiel, ihn „terroristischen Obskurantismus“ nannte.</p>
</blockquote>
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		<title>Die spirituelle Reise von David Bowie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 12:15:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographien]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[David Bowie]]></category>
		<category><![CDATA[John Duggan]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Ormerod]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Journalist Peter Ormerod hat ein Buch über die spirituelle Reise von David Bowie geschrieben. Der Verlag erklärt zu David Bowie and the Search for Life, Death and God: A Spiritual Meditation on His Music and Creativity (#ad, Bloomsbury Continuum, 2026): Ormerod nimmt Bowies spirituelle Erkundungen und seinen Glauben ernst und zeigt uns, wie diese Suche [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="81CGberCrWL._SL1500_.jpg" src="https://theoblog.de/wp-content/uploads/2026/04/81CGberCrWL._SL1500_.jpg" alt="81CGberCrWL. SL1500 ." width="294" height="450" border="0"></p>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Der Journalist Peter Ormerod hat ein Buch über die spirituelle Reise von David Bowie geschrieben. Der Verlag erklärt zu <a href="https://amzn.to/4cWF5cN" target="_blank" rel="noopener"><em>David Bowie and the Search for Life, Death and God: A Spiritual Meditation on His Music and Creativity</em></a> (#ad, Bloomsbury Continuum, 2026):</p>
<blockquote>
<p>Ormerod nimmt Bowies spirituelle Erkundungen und seinen Glauben ernst und zeigt uns, wie diese Suche nach Sinn ihn durch seine dunkelsten Momente und größten Erfolge trieb und seiner Musik eine Zeitlosigkeit und Tiefe verlieh, die so viele Menschen auf der ganzen Welt angesprochen hat. Ob er nun während seiner okkulten Phase in LA eine dunkle Nacht der Seele durchlebte oder vor Tausenden von Konzertbesuchern das Vaterunser rezitierte – Bowie war stets auf der Suche nach jener universellen Wahrheit, die jenseits der alltäglichen Realität liegt.</p>
</blockquote>
<p>John Duggan hat für FIRST THINGS das Buch gelesen und seine Eindrücke in dem Artikel „The Church of David Bowie“ festgehalten. Über das „Vaterunser“, welches <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Iv6C7F2w7cw" target="_blank" rel="noopener">der Popstar spontan bei einem Freddie-Mercury-Tribute-Konzert im Jahr 1992 gesprochen hatte</a>, sagt Duggan:</p>
<blockquote>
<p>Wie steht Ormerod nun zu dem Gebet in Wembley, das für seine eigene These doch von enormer Bedeutung sein dürfte? Tatsächlich zeigt er seltsamerweise kaum Interesse an diesem Vorfall und erledigt ihn auf etwa zwei Seiten. Vielleicht weil er wusste, wie sehr Bowie aus dem Instinkt heraus handelte und wie diese Instinkte ihn schnell an einen ganz anderen Ort führen konnten, kam Ormerod zu dem Schluss, dass es sinnlos wäre, einer spontanen Geste eine präzise Bedeutung aufzubürden. Bowie sagte, er habe das Gebet einem Freund gewidmet, der an AIDS starb; und damit endet die Spur.</p>
<p>Doch das scheint eine schwache Schlussfolgerung zu sein. Schließlich sprach ihn der Gnostizismus, ein weiteres Glaubenssystem, mit dem sich Bowie beschäftigte, unter anderem deshalb an, weil es „keinen großen Schwerpunkt auf Sünde legte und keine Beichte erforderte“. Doch hier sprach er die Worte „vergib uns unsere Schuld“, „führe uns nicht in Versuchung“, „erlöse uns vom Bösen“. Warum sollte er dieses Gebet vor diesem Publikum bei dieser Veranstaltung rezitieren? Nutzte Bowie seinen Einfluss (und den Überraschungseffekt), um eine Botschaft zu vermitteln, die sonst nicht zu vermitteln gewesen wäre? In einem Beitrag für First Things im Juni 2018 vermutete John Waters, dass für einen intelligenten Mann wie David Bowie die verschiedenen Formen sexueller und narkotischer Abenteuerlust, die er Anfang der siebziger Jahre mit der Welt geteilt hatte, bis 1992 „längst aufgehört hatten, als eindeutige Freiheiten zu erscheinen“.</p>
</blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://firstthings.com/the-church-of-david-bowie/" target="_blank" rel="noopener">firstthings.com</a>.</p>
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		<title>Glaubensvertiefung als Handwerk</title>
		<link>https://theoblog.de/glaubensvertiefung-als-handwerk/47493/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Mar 2026 07:29:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Jüngerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[W.C. Jaeschke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei Evangelium21 ist ein Artikel von Wolf Christian Jaeschke und mir über das Thema „Glaubensvertiefung“ erschienen. Dabei wird hervorgehoben, dass „Jüngerschaft“ zwar immer noch gern gelehrt wird, aber oft die praktische Hinführung fehlt. Zitat: Um die andere Seite allerdings, die des gemeinsamen Unterwegsseins im Alltag und der persönlichen Begleitung in der praktischen Nachfolge Jesu, ist [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/glaubensvertiefung-als-handwerk/47493/">Glaubensvertiefung als Handwerk</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Evangelium21 ist ein Artikel von Wolf Christian Jaeschke und mir über das Thema „Glaubensvertiefung“ erschienen. Dabei wird hervorgehoben, dass „Jüngerschaft“ zwar immer noch gern gelehrt wird, aber oft die praktische Hinführung fehlt. Zitat:</p>
<blockquote>
<p>Um die andere Seite allerdings, die des gemeinsamen Unterwegsseins im Alltag und der persönlichen Begleitung in der praktischen Nachfolge Jesu, ist es oft weniger gut bestellt.</p>
<p>Ja, wir lehren Jüngerschaft, und das ist sehr wichtig. Aber wir zeigen nicht unbedingt, wie sie konkret im Alltag aussieht. Bildlich gesprochen: Bei der Vertiefung des Glaubens ist uns das Schulmodell wesentlich vertrauter als das Modell des ausbildenden Handwerksbetriebs.</p>
<p>Checkfrage: Was hilft einem am meisten, wenn man irgendetwas Kompliziertes ausfüllen, zusammenbauen, reparieren, programmieren usw. muss? Schriftliche Instruktionen sind ein guter Anfang. Noch besser ist ein Video aus dem Internet, in dem ein freundlicher Mensch das Ganze Schritt für Schritt vormacht. Und am liebsten wäre es uns wohl, dieser freundliche Mensch säße sogar leibhaftig neben uns und könnte uns zeigen, wie man’s macht.</p>
<p>Auch im praktischen Christenleben ist hier ein großer Bedarf. Und gerade weil es um Praxis geht, ist hier der ideale Einsatzort für Ehrenamtler. Nicht alle Christen sind begabte Prediger, Katecheten, Evangelisten und Apologeten. Aber (fast) jeder Christ kann sich über das, was er täglich im Glauben erlebt, mit jüngeren Christen austauschen. Dies ist dann weniger ein zusätzlicher Programmpunkt im sowieso schon angefüllten Gemeindeleben, sondern Bestandteil einer informellen Gemeindekultur.</p>
<p>Der bekannte kanadische Neutestamentler Don Carson schrieb einmal:</p>
<p>„Du, der du älter [im Glauben] bist, solltest dich umschauen nach jüngeren Leuten und ihnen … sagen: ‚Schau mir zu!‘ Komm – ich zeige dir, wie man Familienandachten hält. Komm – ich zeige dir, wie man die Bibel studiert. Komm – ich erkläre dir ein paar Grundlagen des Glaubens. Komm – ich zeige dir, wie man betet. Komm – ich zeige dir, wie man ein gläubiger Ehemann und Vater, eine gläubige Ehefrau und Mutter ist. An einem bestimmten Punkt des Lebens sollte der ältere Mentor anfangen, auch andere Dinge zu sagen, zum Beispiel: Ich zeige dir, wie man stirbt. Schau mir zu.“</p>
<p>Das alles geschieht in unseren Gemeinden offenbar zu wenig. Es hatte sicher seinen Grund, dass Carson es thematisiert. Er zählt hier eine ganze Palette an Themen auf, die von allen möglichen Seiten an einen herangetragen werden können. Sie stammen aus den verschiedensten Entwicklungsphasen des Christseins, ein buntes Durcheinander von „Anfängerfragen“ und „weiterführenden Fragen“.</p>
</blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://www.evangelium21.net/media/5098/weide-meine-schafe" target="_blank" rel="noopener">www.evangelium21.net</a>.</p>
<p>Übrigens wird es zu dem Thema ein zweitägiges Seminar auf der E21-Hauptkonferenz vom 30. April bis 2. Mai 2026 in der Arche-Gemeinde in Hamburg geben. Für die Konferenz mit dem Oberthema „Glaube, der bleibt – von Generation zu Generation“ kann man sich <a href="https://www.evangelium21.net/serie/e21-konferenz-2026" target="_blank" rel="noopener">hier</a> anmelden.</p>
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		<title>Francis Schaeffer: Moment für Moment auf Gottes Verheißungen vertrauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 09:37:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Praktische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Bruce Little]]></category>
		<category><![CDATA[Francis Schaeffer]]></category>
		<category><![CDATA[Geistliches Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bruce A. Little beschreibt in dem Buch Why Truth Matters (DeWard Publishing, 2026, #ad), dass Francis Schaeffer am Ende seines Lebens sehr darüber besorgt war, dass Christen geistliches Leben mechanistisch verstanden. Bruce A. Little schreibt (S. 70–71):  Als Schaeffer den Anhang A für die fünfbändige Ausgabe seiner Werke von 1982 verfasste, äußerte er eine Sorge, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bruce A. Little beschreibt in dem Buch <a href="https://amzn.to/4rw3p9E" target="_blank" rel="noopener"><em>Why </em><em>Truth</em><em> Matters </em></a>(<a>DeWard Publishing, 2026</a>, #ad), dass Francis Schaeffer am Ende seines Lebens sehr darüber besorgt war, dass Christen geistliches Leben mechanistisch verstanden.</p>
<p>Bruce A. Little schreibt (S. 70–71): </p>
<blockquote>
<p>Als Schaeffer den Anhang A für die fünfbändige Ausgabe seiner Werke von 1982 verfasste, äußerte er eine Sorge, die er in den 1980er Jahren hatte – nämlich dass Christen versuchen würden, wahre Geistlichkeit als mechanische Formel zu leben. Schaeffer betonte jedoch wiederholt, dass wahre Spiritualität in der vollen Realität des Todes und der Auferstehung Christi gelebt wird. Es ist Leben, keine Formel. Dies, so Schaeffer, sei das Herzstück von L’Abri. Wahre Geistlichkeit bedeutet, die Realität des Todes und der Auferstehung Christi zu leben, damit der Christ in der Neuheit des Lebens wandeln kann. Es ist keine einmalige Verpflichtung. Diese Art zu leben bedeutet, von Moment zu Moment auf Gottes Verheißung zu vertrauen, dass wir mit Christus gekreuzigt worden sind und das Leben der Auferstehung erhalten haben, um in der Gegenwart zu leben.</p>
<p>Schaeffer verwies auf Texte wie Römer 6,1–12, um zu erklären, dass wahre Geistlichkeit keine ferne Realität in „dem zukünftigen Millennium oder der Ewigkeit“ ist; das ist etwas anderes. Jetzt können wir „in der Neuheit des Lebens wandeln“. Durch das Bekenntnis zu Christus wird der Geist des Menschen lebendig gemacht und das wiederhergestellt, was durch den Sündenfall verloren gegangen war. Wie sieht das in der täglichen Praxis aus? Schaeffer antwortete entschieden: „Zunächst einmal bedeutet es ganz sicher Folgendes: In unseren Gedanken und in unserem Leben sollen wir jetzt so leben, als wären wir bereits gestorben, im Himmel gewesen und als Auferstandene zurückgekehrt.” Er spricht hier nicht von einer physischen Erfahrung, sondern von einer geistlichen Realität, etwas, das im Bereich des Geistes geschieht, zu dem Christen gehören, ob sie es nun erkennen oder nicht.</p>
<p>Das Wort „geistlich“ bedeutet nicht, dass es nicht real ist, denn in gewisser Weise ist es realer als der Stuhl, auf dem ich gerade sitze. Schaeffer erklärte: „Wir, die wir jetzt die ‚Bürgschaft‘ des Heiligen Geistes haben und somit aufgrund der Realität des vollbrachten Werkes Christi Zugang haben – nicht in der Theorie, sondern in der Realität – zur Kraft des gekreuzigten, auferstandenen, verherrlichten Christus durch die Vermittlung des Heiligen Geistes.“ So wie man durch den Glauben errettet wird, so kommt auch wahre Geistlichkeit durch den Glauben; es ist ein momentanes Vertrauen in das Kreuz und die Auferstehung Christi, das nun für den Christen gilt. Es geschieht durch den Glauben und unabhängig von Werken, wie Schaeffer klarstellte: „Wahre Geistlichkeit wird nicht durch unsere eigene Kraft erreicht. Das „Wie“ der Art von Leben, von der wir gesprochen haben, das wahre christliche Leben, die wahre Spiritualität, steht in Römer 6,11: „So achtet auch ihr euch selbst (da ist der Glaube, dann der negative Aspekt) als tot für die Sünde (aber dann der positive Aspekt), aber lebendig für Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.“ Das ist das „Wie“, und es gibt kein anderes.“</p>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/francis-schaeffer-moment-fuer-moment-auf-gottes-verheissungen-vertrauen/47455/">Francis Schaeffer: Moment für Moment auf Gottes Verheißungen vertrauen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
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		<item>
		<title>Francis Schaeffer: Warum Wahrheit wichtig ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 14:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Praktische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Bruce Little]]></category>
		<category><![CDATA[Francis Schaeffer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Bruce A. Little hat ein kleines Buch über Francis Schaeffer veröffentlicht. Why Truth Matters (DeWard Publishing, 2026, #ad) stellt sein einflussreiches Wirken vor und unterstreicht dessen Überzeugung, dass wahre Geistlichkeit ein Leben im Glauben ist, das jeden Augenblick von dem unfehlbaren Wort Gottes geprägt und geleitet wird. Ohne Vertrauen auf die objektive Offenbarung in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="61AbkheNViL._SL1360_.jpg" src="https://theoblog.de/wp-content/uploads/2026/03/61AbkheNViL._SL1360_.jpg" alt="61AbkheNViL. SL1360 ." width="272" height="421" border="0"></p>
<p> </p>
<p>Bruce A. Little hat ein kleines Buch über Francis Schaeffer veröffentlicht. <a href="https://amzn.to/4rw3p9E" target="_blank" rel="noopener"><em>Why </em><em>Truth</em><em> Matters </em></a>(<a>DeWard Publishing, 2026</a>, #ad) stellt sein einflussreiches Wirken vor und unterstreicht dessen Überzeugung, dass wahre Geistlichkeit ein Leben im Glauben ist, das jeden Augenblick von dem unfehlbaren Wort Gottes geprägt und geleitet wird. Ohne Vertrauen auf die objektive Offenbarung in der Heiligen Schrift läuft das christliche Leben Gefahr, die Orientierung vor Gott und in der Welt zu verlieren.</p>
<p>Ich werde ab heute einige Zitate aus dem gut lesbaren Buch veröffentlichen. Ich beginne mit einigen Ausführungen zu <em><a href="https://amzn.to/414AZbK" target="_blank" rel="noopener">Geistliches Leben &#8211; Was ist das?</a> (Haus der Bibel, 1975, #ad), </em>ein Buch, dass für Schaeffer sehr wichtig war.</p>
<p>Bruce A. Little schreibt (S. 68–69): </p>
<blockquote>
<p>In <em>Geistliches Leben &#8211; Was ist das?</em> verdeutlichte Schaeffer die Grundlage dessen, was er als wahre Geistlichkeit bezeichnete – nämlich das christliche Leben. Er schrieb:</p>
<p>„Die Realität, im Glauben zu leben, als wären wir bereits gestorben, im Glauben in offener Gemeinschaft mit Gott zu leben und dann in die äußere Welt zurückzukehren, als wären wir bereits von den Toten auferstanden – das ist keine einmalige Angelegenheit, sondern eine Frage des Glaubens von Augenblick zu Augenblick und des Lebens von Augenblick zu Augenblick. Der Glaube von heute Morgen reicht für heute Mittag nicht aus. &#8230; Gott sei Dank für die Realität, für die wir geschaffen wurden, eine Kommunikation mit Gott selbst von Moment zu Moment. Wir sollten in der Tat dankbar sein, denn die Qualität von Augenblick zu Augenblick bringt das Ganze auf die Größe, die wir haben, so wie Gott uns geschaffen hat.“</p>
<p>Wie Jesus uns sagt, sollen wir um unser tägliches Brot beten, nicht um unser monatliches Brot So wie das Manna im Alten Testament, das am Montag gegeben wurde, für den Dienstag nicht ausreichen würde, so reicht der Glaube von heute Morgen nicht für heute Abend aus.</p>
<p>Über die Beziehung zwischen Rechtfertigung und wahrer Geistlichkeit sagte Schaeffer:</p>
<p>„Lassen Sie mich wiederholen: Der einzige Unterschied in der Praxis besteht darin, dass die Rechtfertigung ein für alle Mal geschieht, während das christliche Leben von Augenblick zu Augenblick gelebt wird. Das christliche Leben besteht darin, von Moment zu Moment nach dem gleichen Prinzip und auf die gleiche Weise zu handeln, wie ich im Moment meiner Rechtfertigung gehandelt habe.“</p>
<p>Später erklärte er: „Wenn wir also an Gottes Verheißungen glauben, wenden wir sie an – die gegenwärtige Bedeutung des Werkes Christi für den Christen – für und in diesem einen Moment – einen Moment nach dem anderen. Wenn man das nur erkennen kann, ändert sich alles.“</p>
<p>Existentiell gesehen wirkt wahre Spiritualität von Augenblick zu Augenblick, da der Christ aus dem Glauben an die Wahrheit der Gegenwart Gottes in ihm lebt, die durch den Glauben an das vollendete Werk Christi ermöglicht wird. Das habe ich einmal geglaubt, aber im Laufe der Jahre verlor diese Realität langsam ihren Platz in meinem Leben. Ich bin Schaeffer dankbar, dass er mich zu dieser grundlegenden Wahrheit des Christentums zurückgebracht hat.</p>
</blockquote>
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		<title>„Leser dürfen erwarten, dass das Buch auf sie zukommt“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 06:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibelwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelübersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Bezos]]></category>
		<category><![CDATA[Lesegewohnheiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeff Bezos von Amazon hat bei der von ihm gekauften WASHINGTON POST massive Kürzungen durchgesetzt. Einerseits kann ich verstehen, dass er irgendwann mal schwarze Zahlen schreiben möchte, andererseits ist es irgendwie betrüblich, dass er auch die Redaktion der „Book World“ und damit den kompletten Rezensionsteil rausgeworfen hat. Amazon ist ursprünglich mit dem Verkauf von Büchern [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeff Bezos von Amazon hat bei der von ihm gekauften WASHINGTON POST massive Kürzungen durchgesetzt. Einerseits kann ich verstehen, dass er irgendwann mal schwarze Zahlen schreiben möchte, andererseits ist es irgendwie betrüblich, dass er auch die <a href="https://www.nytimes.com/2026/02/23/books/washington-post-book-world.html" target="_blank" rel="noopener">Redaktion der „Book World“ und damit den kompletten Rezensionsteil rausgeworfen hat</a>. Amazon ist ursprünglich mit dem Verkauf von Büchern groß geworden. Bücher scheinen aber inzwischen für den Chef (und den Konzern) nur noch Waren zu sein, mit denen Geld verdient werden soll. </p>
<p>In dem Artikel „Büchertapete gefällig?“ (FAZ, 28.02.2026, Nr. 50, S. 12) weist Steffen Martus darauf hin, dass die Einstellung der seriösen Literaturkritik ein Symptom einer größeren Entwicklung sei. Diese Entwicklung könne auf den Punkt gebracht werden: „Der Kunde wird überall zum König. Dieser Marketinggrundsatz, den sich niemand so sehr zu eigen gemacht hat wie Amazon, klingt schlicht, bedeutet aber für bestimmte Gesellschaftsbereiche eine enorme Herausforderung. Statt nämlich die Güte eines Produkts aus dessen Leistung und Qualität abzuleiten, tritt der Rezeptionserfolg in den Vordergrund. Der Fehler liegt somit stets beim Produkt, das sich nicht verständlich machen kann, und nicht etwa beim Kunden, der zu wenig von der Sache versteht.“</p>
<p>Für Bücher bedeutet das:</p>
<blockquote>
<p>Diese Umorientierung ist durch viele unscheinbare Signale fest im Alltag verankert. So bestätigen etwa die omnipräsenten Kundenbefragungen den Konsumenten permanent in seiner Urteilsbefugnis und erzeugen im gleichen Moment Urteilsbedarf. Wer an immer mehr Orten – in der Toilette, im Zug, im Restaurant, beim Bäcker, in der Bibliothek, im Museum – und in immer mehr Situationen als Kunde angeschaut wird, schaut dann eben auch immer häufiger als Kunde zurück, und zwar auch auf jene Bereiche, denen das nicht guttut. Im Fall des Buches bedeutet dies: Die Leser dürfen erwarten, dass das Buch auf sie zukommt und nicht umgekehrt. Die Populärliteratur hat damit, wie der Namen [sic!] schon sagt, keine Probleme. Für die „hohe“ Literatur, die auf Originalität, Konventionsbruch und die Herausforderung der Leser setzt, verändert es die Geschäftsgrundlage.</p>
</blockquote>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Wenn ein Buch immer nur den Erwartungen der Leser entspricht, bleibt kaum Raum für eine Transformation durch die Lektüre. Bücher dürfen und sollen Leser herausfordern – und auch überfordern. Kant hat die Welt verändert, obwohl seine Leser zunächst die kantische Sprache erlernen mussten – nicht, weil er ihnen entgegengekommen ist.</p>
<p>Übrigens lässt sich in der christlichen Szene ein vergleichbarer Trend im Umgang mit der Bibel feststellen. Die Bibelleser werden dazu erzogen, dass die Heilige Schrift auf sie zukommt. Einige Kirchenvertreter <a href="https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/ohne-hebraeisch-griechisch-und-latein-sollte-niemand-pfarrer-werden-koennen-19397934.html" target="_blank" rel="noopener">fordern, dass die alten Sprachen aus dem Theologiestudium verbannt werden</a>. Und auch die immer stärkere Verbreitung kommunikativer Bibelübersetzungen ist nichts anderes als ein Auf-den-Leser-Zugehen. Sätze in der <em>BasisBibel</em> enthalten in der Regel nicht mehr als 16 Wörter. Der eine Satz aus Epheser 1,3–14 enthält nach meiner Zählung 202 Wörter. </p>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Wenn die Bibel ständig an den Erkenntnishorizont ihrer Leser herangeführt wird, können diese nicht aus ihrer Erkenntnisenge herausgeführt werden. Kommunikative Bibelübersetzungen haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Bei ihrem besonnenen Einsatz darf allerdings nicht vergessen werden, dass es der menschliche Sinn ist, der einer Transformation bedarf. Die Bibel darf und soll ihren Leser überfordern, aufregen und stören. Nur dann kann das Gedankenkarussell des menschlichen Denkens aufgebrochen werden. </p>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Gleiches ließe sich über die Predigt sagen. In vielen Kirchengemeinden wird noch maximal 15 Minuten gepredigt. Das mag den Erwartungshaltungen der Hörer entsprechen. Bibeltexte gründlich auslegen kann man in so einer kurzen Zeit aber nicht. </p>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Hier übrigens noch eine Buchempfehlung für Bibeleinsteiger: <a href="https://amzn.to/4b2Qgi1" target="_blank" rel="noopener">Bibelstudium für Einsteiger: Eine Einführung in das Verstehen der Heiligen Schrift</a> von R.C. Sproul (#ad).</p>
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		<title>Der Preis der Spezialisierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 09:55:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftstheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Geisteswissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Poppenberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Romanist Gerhard Poppenberg bedauert in „Das Leben des Geistes“ die Abwertung der Geisteswissenschaften und macht dabei auf zwei wichtige Sachverhalte aufmerksam (FAZ, 25.02.26, Nr. 47, S. N4).  Erstens erklärt Poppenberg, dass wir bei aller vermeintlichen „Faktizität“ Dinge wie Naturphänomene immer auslegen. O-Ton: Warum und wozu brauchen wir Geisteswissenschaften? Philosophie und Kunst, Literatur und Geschichte [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Romanist Gerhard Poppenberg bedauert in „Das Leben des Geistes“ die Abwertung der Geisteswissenschaften und macht dabei auf zwei wichtige Sachverhalte aufmerksam (FAZ, 25.02.26, Nr. 47, S. N4). </p>
<p>Erstens erklärt Poppenberg, dass wir bei aller vermeintlichen „Faktizität“ Dinge wie Naturphänomene immer auslegen. O-Ton:</p>
<blockquote>
<p>Warum und wozu brauchen wir Geisteswissenschaften? Philosophie und Kunst, Literatur und Geschichte sind Teil der westlichen Zivilisation. Ideen, Bilder, Geschichten und Erinnerungen machen die Verfassung des menschlichen Geistes aus. Die Philosophie zeigt, dass Gedanken und Begriffe eine historische Dimension haben. Sie entfalten sich im Laufe der Zeit durch Differenzierung und setzen so ihre Wahrheit nach und nach frei. Bei Worten und Bildern, Mythen und Geschichten verhält es sich entsprechend. Diese Dynamik, so Gadamer in der Nachfolge Hegels, bildet das Leben des Geistes.</p>
<p>Die Erklärung beispielsweise von Naturphänomenen ist immer auch in eine Auslegung der Welt, der Natur und des Menschen eingebunden. Es ist ein bedeutender Unterschied, ob die Welt griechisch als physis und kosmos, christlich als Schöpfung und gefallene Welt oder wissenschaftlich als naturgesetzmäßig geordnete Ansammlung von Atomen, hervorgegangen aus einem Urknall, konzipiert wird. Welt ist nicht einfach da, sie wird immer schon gedeutet. Und sich darüber Klarheit zu verschaffen, ist die Aufgabe jeder historisch ausgelegten Forschung. Sie zeigt, dass es auch anders sein könnte und dass Veränderungen des leitenden Deutungsmusters zu Veränderungen im Weltbild führen können.</p>
</blockquote>
<p>Zweitens spricht er an, dass wir heutzutage durch eine immer weitergehende Spezialisierung verlernt haben, in Zusammenhängen zu denken:</p>
<blockquote>
<p>Vergangenes Jahr hat der Historiker Dieter Langewiesche eine Studie über die im 19. Jahrhundert bis tief ins 20. Jahrhundert an Universitäten regelmäßig gehaltenen Rektoratsreden vorgelegt. Auffällig ist, dass in den Reden ein Grundgedanke über alle Fächer und alle Zeiten hinweg gleich blieb. „Die Universität ist ein Ort der Forschung und deshalb eine Bildungsinstitution.“ Das Bildende der Forschung liege im wissenschaftlich-methodisch ausgerichteten Zugang zur Welt, der nicht nur für einen besonderen Beruf qualifiziere, sondern darüber hinaus grundlegende Fähigkeiten ausbilde. Das Ziel war ein „Habitus, den man im Studium erwirbt und sich lebenslang bewahrt“: eine Form von Urteilskraft, die neue Probleme anzugehen und mit Unvorhergesehenem und Unbekanntem umzugehen versteht.</p>
<p>Dieser Grundgedanke wird mit zunehmender Differenzierung und Spezialisierung der Fächer immer problematischer. Schon vor hundert Jahren stellten Fachwissenschaftler ernüchtert fest, dass sie Mühe hatten, etwa als Physiker von der ingenieurwissenschaftlichen Mechanik über die Teilchenphysik bis zur Astrophysik das gesamte Fach im Einzelnen im Blick zu haben – von anderen Fächern zu schweigen.</p>
<p>Das gilt heute endgültig, und zwar nicht nur für ganze Fachkomplexe, denn die Spezialisierungen reichen inzwischen bis in die Spezialgebiete eines Faches.</p>
</blockquote>
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		<title>Kehrt das „Sie“ langsam zurück?</title>
		<link>https://theoblog.de/kehr-das-sie-langsam-zurueck/47380/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2026 10:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Andredeformen]]></category>
		<category><![CDATA[Jannis Koltermann]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jahrhundertelang wurden die Anredeformen respektvoller, doch seit sechzig Jahren breitet sich das „Du“ aus. Eine Wirkung der 68er-Generation. Jannis Koltermann erklärt die Entwicklung und sieht inzwischen ausgerechnet in Skandinavien Anzeichen für einen Gegentrend. Hier ein Auszug (FAZ, 21.02.26, Nr. 44, S. 14):  In den Siebzigerjahren sorgte der Soziologe Richard Sennett mit dem Schlagwort „Tyrannei der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jahrhundertelang wurden die Anredeformen respektvoller, doch seit sechzig Jahren breitet sich das „Du“ aus. Eine Wirkung der 68er-Generation. Jannis Koltermann erklärt die Entwicklung und sieht inzwischen ausgerechnet in Skandinavien Anzeichen für einen Gegentrend.</p>
<p>Hier ein Auszug (FAZ, 21.02.26, Nr. 44, S. 14): </p>
<blockquote>
<p>In den Siebzigerjahren sorgte der Soziologe Richard Sennett mit dem Schlagwort „Tyrannei der Intimität“ für Aufsehen. Die Gegenwart, beklagte er, habe Nähe zu einem moralischen Wert an sich erhoben und den Mythos etabliert, dass sich „sämtliche Missstände der Gesellschaft auf deren Anonymität, Entfremdung, Kälte zurückführen“ ließen.</p>
<p>Die Ausbreitung des Duzens hatte Sennett damals nicht gemeint – vielleicht, weil er sich vorrangig im englischen Sprachraum bewegte, vielleicht, weil sie damals gerade erst eingesetzt hatte. Doch fühlt sich unweigerlich an Sennett erinnert, wer heute an einem gewöhnlichen Tag in Deutschland darauf achtet, wie er von wem angesprochen wird. „Was möchtest du trinken?“, fragt der Kellner im Café. Auf der Arbeit eine E-Mail von der Chefin: „Würdest du das bis heute Abend schaffen?“ Der Energieanbieter teilt mit: „Deine Rechnung ist online.“ Und das Museum verspricht: „Du bist Teil der Geschichte!“</p>
<p>In all diesen Situationen wäre vor sechzig und vermutlich noch vor zwanzig Jahren das Sie üblich gewesen. In all diesen Situationen wird einem das Du heute geradezu aufgedrängt. Servicekräfte und Unternehmen scheinen gar nicht daran zu denken, dass man vielleicht lieber gesiezt werden möchte – und wer lehnt schon das Duz-Angebot seines Vorgesetzten ab? Während man früher im Zweifel auf das Sie setzte, gilt gerade das heute in vielen Situationen als deplatziert. Siezen auf Twitter sei „unhöflich“, befand der Youtuber Rezo einmal.</p>
<p>Historisch ist diese Entwicklung nahezu einmalig. Über Jahrhunderte hinweg wurden die Anredeformen immer respektvoller. Ursprünglich gab es im Deutschen nur das Du, ehe sich im Hochmittelalter das Ihr als höflichere Anrede für und unter Adeligen herausbildete. Um 1600 kam das Er/Sie (dritte Person Singular), um 1700 das Sie (dritte Person Plural) als jeweils noch ehrerbietigere Formen hinzu, sodass im 18. Jahrhundert ganze vier Anredeformen nebeneinanderstanden, mit denen sich gesellschaftliche Rangunterschiede präzise benennen ließen. Dann erfolgte eine Angleichung nach oben: Ihr und Er gerieten allmählich in Vergessenheit, weil das aufstrebende Bürgertum nun ebenfalls das Sie als höchste Höflichkeitsform für sich in Anspruch nahm.</p>
</blockquote>
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		<title>Magisches Denken</title>
		<link>https://theoblog.de/magisches-denken/47378/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Feb 2026 08:27:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Wiele]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jan Wiele fragt sich, weshalb viele Menschen für die KI schwärmen, obwohl die Schwächen so offensichtlich sind. Hier ein Auszug (FAZ, 23.02.26, Nr. 43, S. 11): Warum reden rationale Menschen so schwärmerisch über Künstliche Intelligenz wie die Anhänger einer Religion? Woher das Vertrauen?Was „Künstliche Intelligenz“ angeht, erleben wir seit einiger Zeit einen Extremfall von kognitiver [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jan Wiele fragt sich, weshalb viele Menschen für die KI schwärmen, obwohl die Schwächen so offensichtlich sind. Hier ein Auszug (FAZ, 23.02.26, Nr. 43, S. 11):</p>
<blockquote>
<p>Warum reden rationale Menschen so schwärmerisch über Künstliche Intelligenz wie die Anhänger einer Religion? Woher das Vertrauen?<br />Was „Künstliche Intelligenz“ angeht, erleben wir seit einiger Zeit einen Extremfall von kognitiver Dissonanz: Auf der einen Seite wird ständig erzählt, wie diese sogenannte Intelligenz immer besser werde und immer komplexere Aufgaben lösen könne. Auf der anderen Seite zeigen sich weiter jeden Tag die haarsträubenden Fehler, die KI erzeugt. Längst ist die Welt durchsetzt von Falschinformationen, die zum Teil leicht erkennbar sind, in vielen Fällen aber nicht, weil das Erkennen Expertenwissen erfordert.</p>
<p>Jüngst etwa musste Google KI-Zusammenfassungen über Leberfunktionstests entfernen. Die falschen Informationen in den Zusammenfassungen wurden von Experten als gesundheitsgefährdend und daher alarmierend eingestuft. Eine von 22 internationalen Nachrichtenportalen gemeinsam durchgeführte Überprüfung aus dem Herbst 2025 ergab, dass KI-Assistenten Nachrichteninhalte in 45 Prozent der Fälle falsch darstellen.</p>
<p>Die Fehler der KI, so auffällig oder so alarmierend sie sind und so oft sie dokumentiert werden, scheinen allerdings weder bei den bezahlten Propagatoren noch den freiwilligen Werbeträgern zu einer Einsicht zu führen. Egal, wie eklatant KI versagt, die Reaktion darauf scheint stets schon ausgemacht: Das seien eben „Kinderkrankheiten“, die bald überwunden sein werden.</p>
<p>Erstaunlich ist, dass dieses Mantra auch aus den Mündern von Menschen kommt, die es eigentlich besser wissen müssten und wider alle Evidenz daran festhalten.</p>
</blockquote>
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