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	<title>Theologie &#8211; TheoBlog.de</title>
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	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
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	<title>Theologie &#8211; TheoBlog.de</title>
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		<title>Was bedeuten die „alle“-Aussagen in Römer 5,18 und 1. Korinther 15,22?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2026 17:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Allversöhung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Vertreter einer Allversöhnungslehre ziehen für die Begründung die sogenannten „Alle-Ausagen“ heran. C. Jung hat sich zwei bekannte Stellen genauer angeschaut und kommt zu folgendem Ergebnis:  Vertreter der Allversöhnungslehre, die die beiden hier erörterten Verse „wörtlich“ nehmen wollen, beachten den jeweiligen Zusammenhang und die gesamtbiblischen Aussagen nicht ausreichend und reißen somit ungewollt sowohl Römer 5,18 [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Vertreter einer Allversöhnungslehre ziehen für die Begründung die sogenannten „Alle-Ausagen“ heran. C. Jung hat sich zwei bekannte Stellen genauer angeschaut und kommt zu folgendem Ergebnis: </p>
<blockquote>
<p>Vertreter der Allversöhnungslehre, die die beiden hier erörterten Verse „wörtlich“ nehmen wollen, beachten den jeweiligen Zusammenhang und die gesamtbiblischen Aussagen nicht ausreichend und reißen somit ungewollt sowohl Römer 5,18 als auch 1. Korinther 15,22 aus dem Zusammenhang. Damit diese Lesart von Römer 5,18 oder 1. Korinther 15,22 „funktioniert“, müssen eine postmortale Bekehrung in den Text hineingelesen und Gerichtspassagen relativiert werden.</p>
<p>Diese scheinbar wörtliche Auslegung der „alle-Aussagen“ in Römer 5,18 und 1. Korinther 15,22 wird dann absolut gesetzt, so dass alle dieser Deutung widersprechenden Aussagen dazu passend gemacht oder untergeordnet werden müssen.</p>
</blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://www.evangelium21.net/media/5294/werden-alle-menschen-gerettet" target="_blank" rel="noopener">www.evangelium21.net</a>.</p>
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		<title>Die doppelte Berufung der Jesus-Nachfolger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 09:38:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Jüngerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Missionsbefehl]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Parzany]]></category>
		<category><![CDATA[W.C. Jaeschke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Pfarrer Ulrich Parzany hat das Buch Menschenfischen &#38; Schafeweiden (Verbum Medien, 2026 #ad) von Wolf Christian Jaeschke besprochen. Hier ein Auszug: Das Buch ist nach dem Missionsauftrag Jesu (Matthäus 28,18–20) mit seinen zwei Komponenten Glaubensvermittlung („Menschen fischen“) und Glaubensvertiefung („Schafe weiden“) inhaltlich geordnet. Beide Komponenten bilden das „Zu-Jüngern-Machen“, mit dem Jesus seine Nachfolger beauftragt. Leider [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="VM-Jaeschke-Menschenfischen-Werbematerial-U1.jpg" src="https://theoblog.de/wp-content/uploads/2026/09/VM-Jaeschke-Menschenfischen-Werbematerial-U1.jpg" alt="VM Jaeschke Menschenfischen Werbematerial U1." width="284" height="437" border="0" /></p>
<p>Pfarrer Ulrich Parzany hat das Buch <a href="https://link.amazon/B02jf7apY" target="_blank" rel="noopener"><em>Menschenfischen &amp; Schafeweiden</em></a> (Verbum Medien, 2026 #ad) von Wolf Christian Jaeschke besprochen. Hier ein Auszug:</p>
<blockquote><p>Das Buch ist nach dem Missionsauftrag Jesu (Matthäus 28,18–20) mit seinen zwei Komponenten Glaubensvermittlung („Menschen fischen“) und Glaubensvertiefung („Schafe weiden“) inhaltlich geordnet. Beide Komponenten bilden das „Zu-Jüngern-Machen“, mit dem Jesus seine Nachfolger beauftragt. Leider wird in der Christenheit mal die eine, mal die andere Komponente vernachlässigt. Nachdem die Revision der Lutherbibel 2017 das „machet zu Jüngern alle Völker“ (Luther 1984) wieder in „lehret alle Völker“ (Luther 1912) zurückverwandelt hat, ist die begriffliche und theologische Klärung, die Jaeschke bietet, äußerst hilfreich.</p>
<p>Er schreibt: „Das ‚Jüngermachen‘ wird es wohl nicht in den Duden schaffen. Anders ist die Entwicklung im Englischen gelaufen. Dort sind die Begriffe discipling/disciplemaking und discipler/disciplemaker sprachliche Neuschöpfungen des 20. Jahrhunderts und haben sich als solche etabliert. Zu Matthäus 28,19 schrieb der bedeutende baptistische Neutestamentler John Albert Broadus 1886 in seinem großen Matthäuskommentar: ‚Wir brauchen dringend für diese Stelle und für [Mt] 13,52 und Apg 14,21 ein englisches Verb ‚[to] disciple‘.‘ Zu dieser Neuschöpfung kam es dann im Zuge der sogenannten Jüngerschaftsbewegung“ (S. 27). Die vor der Mitte des 20. Jahrhunderts entstandene neue Jüngerschaftsbewegung beschreibt Jaeschke anhand der Geschichte und Arbeit der Navigatoren.</p>
<p>Ich selber habe die Arbeit der Navigatoren durch die Teilnahme an der Billy-Graham-Evangelisation 1960 in Essen kennengelernt. Denn in der Vorbereitung und Nacharbeit zu diesen Großevangelisationen mit Billy Graham ging es nicht um Massen und öffentliche Kampagnen, sondern um persönliche Einladungen, Aufbau von Beziehungen und Begleitung Neubekehrter sowie Vertiefung ihres jungen Glaubens. Wolf Christian Jaeschke berichtet, wie die Navigatoren-Arbeit mit Dawson Trotman (1906–1956) in den 1930er Jahren begann und wie Billy Graham Dawson Trotman 1951 überzeugte, den Gemeinden in der Nacharbeit der großen Evangelisationsveranstaltungen zu helfen. Wie fruchtbar diese Zusammenarbeit war, habe ich als junger Christ erlebt.</p>
<p>Jaeschke erschließt für den deutschsprachigen Raum Theologie und Praxis der „Jüngerschaftsbewegung“. Er stellt sie mit ihren wesentlichen Inhalten sowohl in einen biblisch-theologischen als auch in einen kirchengeschichtlichen und missionstheologischen Zusammenhang. Er diskutiert auch die Kritik, die an dieser Bewegung geübt wurde.</p>
<p>Diese theologische Reflektion hätten wir in den 1970er Jahren gut gebrauchen können, bevor sich viele von der angeblichen Simplifizierung des Evangeliums durch die sogenannten „Vier geistlichen Gesetze“ abwandten. Jaeschke beschreibt die 1951 entstandene Brückenillustration (S. 72f.), die das Evangelium anschaulich zusammenfasst und die kurz als „Die vier geistlichen Gesetze“ formuliert wurde. Die Erläuterungen Jaeschkes werden heute hoffentlich vielen helfen, das rettende Evangelium von Jesus Christus wieder klar und anschaulich zu verkünden – im persönlichen Gespräch und in der öffentlichen Verkündigung. An dieser Klarheit mangelt es heute vielfach.</p>
<p>Auch das stellt Jaeschke überzeugend klar dar: Beide Komponenten des Missionsauftrags – das Menschenfischen und das Schafeweiden – geschehen in zwei Handlungsfeldern, nämlich öffentlich und individuell. Das öffentliche Handlungsfeld wird vor allem von den hauptamtlichen Mitarbeitern der Gemeinde bestellt, das individuelle vor allem von den ehrenamtlichen Gemeindegliedern. Jaeschke lässt keinen Zweifel daran, dass er das individuelle Handlungsfeld für wichtiger hält. Dem muss man zustimmen: Ohne die Mobilisierung aller Jesus-Nachfolger ist der Auftrag der Weltmission nicht zu erfüllen.</p></blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://www.bibelundbekenntnis.de/allgemein/menschenfischen-schafeweiden-rezension/" target="_blank" rel="noopener">www.bibelundbekenntnis.de</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/die-doppelte-berufung-der-jesus-nachfolger/48134/">Die doppelte Berufung der Jesus-Nachfolger</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
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		<title>Der lange Schatten von Paul Tillich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 07:39:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographien]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Tillich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Dezember 2010 habe ich hier im TheoBlog kurz auf die Radiosendung „Grenzgänger der Liebe: Karl Barth und Paul Tillich im Wechselspiel ihrer Beziehungen“ hingewiesen (der Audiobeitrag ist inzwischen beim BR nicht mehr zu finden). Berichtet wurde darin über Karl Barths Verhältnis mit Charlotte von Kirschbaum (vgl. hier), und Paul Tillichs Leben „on the boundary-line“. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Dezember 2010 habe ich <a href="https://theoblog.de/grenzganger-der-liebe-karl-barth-und-paul-tillich/10450/">hier im TheoBlog</a> kurz auf die Radiosendung „Grenzgänger der Liebe: Karl Barth und Paul Tillich im Wechselspiel ihrer Beziehungen“ hingewiesen (der Audiobeitrag ist inzwischen beim BR nicht mehr zu finden). Berichtet wurde darin über Karl Barths Verhältnis mit Charlotte von Kirschbaum (vgl. <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/karl-barths-dreiecksbeziehung-wie-liebe-seine-theologie-praegte-ld.1929307" target="_blank" rel="noopener">hier</a>), und Paul Tillichs Leben „on the boundary-line“. Zu hören war im O-Ton etwa Max Horkheimer, der über Tillich verniedlichend die Auskunft gab:</p>
<blockquote><p>Wenn sie mit ihm ausgingen und man stand vor einem schönen Lokal, auch sogar vor einem Nachtlokal, so konnte er durchaus sagen, wollen wir nicht da hineingehen. Und er hätte sich gut unterhalten. Aber, in einer Weise, die das, was Treue heißt, nicht berührte. Er war fähig, Menschen die Treue zu halten. Ohne dass er gegen andere Menschen verschlossen wurde.</p></blockquote>
<p>Hanna Tillich wurde mit den Worten zitiert (Hannah Tillich: <em>Ich allein bin</em>, S. 184):</p>
<blockquote><p>Als ich Paulus’ Vorliebe für Pornographie entdeckte, war ich schockiert und verstört. Ich weinte und war so entsetzt über das verzerrte Menschenbild, das in meinen Augen dahinter stand, dass ich mich einem befreundeten Psychoanalytiker anvertraute, der mir half, die Motive zu verstehen, die der Beschäftigung mit Pornographie zugrunde liegen. Daraufhin versuchte ich von mir aus, Paulus mit pornographischer Lektüre zu versorgen, was natürlich nicht funktionierte, da der Hauptreiz für ihn ja darin lag, sie vor mir geheim zuhalten. Dennoch benutzte er mich, um bestimmte Bücher zu bestellen, und natürlich hatten seine vielen Freundinnen Spaß daran.</p></blockquote>
<p>Tillich holte sich in den Grenzerfahrungen sado-masochistischer Sexualpraxis Energie für seine theologische und politische Arbeit. Viele Freunde und Bekannte wussten das. Doch den Lesern seiner theologischen Werke blieb das in der Regel verborgen.</p>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Peter Bruderer hat sich nun die Mühe gemacht, diesem „Mysterium” auf den Grund zu gehen. Herausgekommen ist ein gründlich recherchierter Aufsatz, der nebenbei nachzeichnet, dass Paul Tillich unter Postevangelikalen gerade eine Renaissance erlebt. Zitat:</p>
<blockquote>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">In der Theologie verhält es sich ähnlich wie in der Musik oder Mode. Trends lösen einander ab, während altbekannte Themen und Persönlichkeiten immer wieder eine Renaissance erleben. So ist es auch bei Paul Tillich (1886–1965).</p>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">In den vergangenen zirka 15 Jahren beginnen die theologischen Ideen von Tillich bei Aushängeschildern der Emergent-Church-Bewegung wie zum Beispiel Brian McLaren, Rob Bell oder Tripp Fuller wieder zu zirkulieren. So wies ein Gastbeitrag auf dem Blog von Tripp Fuller im Jahr 2013 auf die vielen Parallelen zwischen der Theologie von Paul Tillich und den Inhalten des Rob-Bell-Buches „What We Talk About When We Talk About God“ hin. In einem weiteren Artikel aus dem Jahr 2014 würdigt Brian McLaren Tillich, indem er ihn mit einem Arzt vergleicht, der einem Patienten eine anspruchsvolle, aber dringend notwendige Chemotherapie verschreibt.</p>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Ähnliche Töne sind bei den heutigen Erben der Emergent-Church-Bewegung zu hören, die sich in den postevangelikalen Netzwerken sammeln. So begründet beispielsweise der bekannte Songwriter Martin Pepper im Jahr 2018 seinen Eintritt in die Evangelische Kirche in Deutschland unter anderem mit Paul Tillich. In einem Facebook-Post erklärt er, er habe sich „mit Faszination durch die Systematische Theologie von Paul Tillich“ durchgearbeitet und „autodidaktisch alle wichtigen Veröffentlichungen von ihm mehrfach durchgearbeitet“.</p>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Der Theologe Thorsten Dietz hat im Jahr 2020 das Wirken von Tillich in einem ausführlichen und vielgesehenen Beitrag auf dem Worthaus-Portal präsentiert. Damit liegt er möglicherweise (mit) am Ursprung der kleinen Tillich-Renaissance im deutschsprachigen, postevangelikalen Milieu. Auch Martin Thoms, das jüngste Mitglied in der postevangelikalen Elite, hat Tillich gelesen und dabei erkannt: „Gott und Welt sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Wirklichkeit.“ Denn „Gott ist die Tiefe des Seins“. Zuletzt hat der junge Theologe Manuel Gräßlin in seinem vielbeachteten Buch „Theophobie – Warum Gott nicht sicher, aber gut ist“ (2026, SCM Brockhaus) in die Lobeshymne auf Paul Tillich eingestimmt. Als Pastor einer ICF-Gemeinde kann Gräßlin dem evangelikalen Milieu zugerechnet werden. In seinem Buch bezeichnet er Tillich als „großen Theologen des 20. Jahrhunderts“ und basiert seine eigenen Gedanken über Zweifel auf dessen „klugen theologischen Überlegungen“.</p>
</blockquote>
<p>Das von Tillich entwickelte Korrelationsprinzip hat auch meines Erachtens sehr wirkmächtig zur Entstehung des dekonstruktivistischen Postevangelikalismus beigetragen. Frau Anika Rönz hatte 2012 meine Sichtweise zutreffend wiedergegeben (Materialdienst der EZW, <em>Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen</em>, 75. Jg., 7/12, S. 257–263, hier S. 260–261):</p>
<blockquote><p>So formuliert beispielsweise Ron Kubsch, Dozent am Martin Bucer Seminar und aktiver Blogger, folgende Vorbehalte: Zum einen problematisiert er den „pluralistischen Denkstil“ von Christinnen und Christen, die der Emerging-Church-Bewegung zuzurechnen sind. Dieser steht für ihn im Gegensatz zur biblischen Forderung nach einem unterscheidenden Denken. Hinzu kommt für ihn eine von der Emerging-Church-Bewegung betriebene Relativierung der Schriftautorität, die sich über das Sola-Scriptura-Prinzip des Protestantismus hinwegsetze und die Bibel nach dem Korrelationsprinzip nach Paul Tillich in einer Wechselbeziehung zwischen biblischer Wahrheit und kulturellen Kategorien auslege. Ebenso wirft er der Bewegung eine Verengung der Sünden- und Sühnopferlehre vor: Indem sie das Sühnopfer Jesu vor dem Hintergrund eines bestimmten Gottesbildes ablehne, verkürze sie die biblische Lehre von Sünde und Sühne. Als einen weiteren Kritikpunkt nennt Kubsch schließlich eine „Religionsvermischung“ und kritisiert hiermit zum einen die Übernahme von Praktiken aus anderen religiösen Traditionen (wie Yoga, Meditation etc.) als auch die schon angesprochene, innerhalb der Bewegung recht verbreitete theologisch-inklusivistische Haltung. Die Aussage beispielsweise, man könne gleichzeitig Hindu sein und Jesus nachfolgen, hält Kubsch für eine „merkwürdige“ Verzerrung des neutestamentlichen Verständnisses. Grundsätzlich sieht er das postmoderne Denken, wie es beispielsweise von Hegel, Nietzsche und Heidegger vertreten wurde, mit dem grundlegenden Gedanken der „Nicht-Existenz einer Metaregel“ im extremen Gegensatz zum Evangelium: „Streng genommen ist das Evangelium innerhalb eines postmodernen Bezugsrahmens überhaupt nicht verstehbar.“</p></blockquote>
<p>Hier der empfehlenswerte Aufsatz von Peter Bruderer: <a href="https://danieloption.ch/sexualitaet/der-lange-schatten-von-paul-tillich/?fbclid=IwdGRleAUUaBhwZG9mBWZkaWQWUOYfrVxROi3Nn_FvtgBDlwUjYoZ3iGV4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDzE3Mzg0NzY0MjY3MDM3MAABHskBHV3voZIXNNlMDQcnznCwUrSJTIzT1MaRPIlISKwlGU_ePul0oPydq2J1_aem_2ZqYwMfZMRJf1lwz17ZmZQ&amp;__readwiseLocation" target="_blank" rel="noopener">danieloption.ch</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/der-lange-schatten-von-paul-tillich/48127/">Der lange Schatten von Paul Tillich</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Frankreich will Abtreibungsgesetzgebung weiter lockern</title>
		<link>https://theoblog.de/frankreich-will-abtreibungsgesetzgebung-weiter-lockern/48125/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 17:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2024 wurde die sogenannte „Freiheit zur Abtreibung“ in der französischen Verfassung verankert. Nun plant das Gesundheitsministerium zusätzlich längere Fristen und sogar das Ende der Gewissensklausel, die Personal bisher vor dem Antreibungszwang schützt.  DIE TAGESPOST schreibt: Die „besondere Gewissensklausel“ schützt bisher Ärzte und Hebammen ausdrücklich davor, selbst eine Abtreibung vornehmen zu müssen. Laut der französischen Zeitschrift [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>2024 wurde die sogenannte „Freiheit zur Abtreibung“ in der französischen Verfassung verankert. Nun plant das Gesundheitsministerium zusätzlich längere Fristen und sogar das Ende der Gewissensklausel, die Personal bisher vor dem Antreibungszwang schützt. </p>
<p>DIE TAGESPOST schreibt:</p>
<blockquote>
<p>Die „besondere Gewissensklausel“ schützt bisher Ärzte und Hebammen ausdrücklich davor, selbst eine Abtreibung vornehmen zu müssen. Laut der französischen Zeitschrift „Tribune Chrétienne“ würde ihre Abschaffung nicht nur bedeuten, dass sämtliche allgemeinen Gewissensrechte des medizinischen Personals entfielen. Der Schritt hätte darüber hinaus erhebliche symbolische Bedeutung: Der besondere Charakter der Abtreibung, der bislang einen eigenen gesetzlichen Gewissensschutz begründet, würde dadurch relativiert: Die Abtreibung „wird zu einer Gesundheitsleistung unter vielen, deren moralische Besonderheit ausgelöscht werden soll.“</p>
<p>Im Strategiepapier des Ministeriums erscheint die Gewissensklausel nicht bloß als mögliches organisatorisches Hindernis. Ihre Existenz wird mit der „anhaltenden Stigmatisierung“ der vorgeburtlichen Kindstötung in Verbindung gebracht, was den Gewissensvorbehalt politisch unter Rechtfertigungsdruck bringt.</p>
<p>Außerdem sieht der „Fahrplan“ vor, instrumentelle Abtreibungen in weiteren Einrichtungen (Zentren für sexuelle Gesundheit, multidisziplinäre Gesundheitszentren) anzubieten, entsprechende Kompetenzen von Hebammen auszubauen und die „Versorgung“ von Frauen zu verbessern, die sich dem Ende der gesetzlichen Frist nähern. Als ausdrückliche Ziele nennt das Gesundheitsministerium die „Verringerung territorialer und sozialer Ungleichheiten“, den Ausbau des Angebots und den Kampf gegen die „Stigmatisierung“ der Abtreibung.</p>
</blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://www.die-tagespost.de/politik/frankreich-bereitet-weitere-lockerung-der-abtreibungsgesetzgebung-vor-art-278600" target="_blank" rel="noopener">www.die-tagespost.de</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sterbehilfe bleibt in Großbritannien eine Straftat</title>
		<link>https://theoblog.de/sterbehilfe-bleibt-in-grossbritannien-eine-straftat/48123/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 05:56:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Sterbehilfe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Gesetzesinitiative zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe ist im britischen Parlament überraschend gescheitert. Die FAZ berichtet: Befürworter der Sterbehilfe in Großbritannien haben bei einer Abstimmung im Parlament einen überraschenden Rückschlag erlitten. Die Mehrheit der Abgeordneten des Unterhauses stimmte am Freitag nach einer emotionalen Debatte unerwartet gegen ein Gesetz zur Legalisierung der Sterbehilfe in England und [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Gesetzesinitiative zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe ist im britischen Parlament überraschend gescheitert. Die FAZ berichtet:</p>
<blockquote>
<p>Befürworter der Sterbehilfe in Großbritannien haben bei einer Abstimmung im Parlament einen überraschenden Rückschlag erlitten. Die Mehrheit der Abgeordneten des Unterhauses stimmte am Freitag nach einer emotionalen Debatte unerwartet gegen ein Gesetz zur Legalisierung der Sterbehilfe in England und Wales. Der Entwurf hätte die Sterbehilfe unter bestimmten Voraussetzungen für Erwachsene erlaubt, die todkrank sind und weniger als sechs Monate zu leben haben. Bislang gilt Beihilfe zum Suizid als Straftat.</p>
<p>Noch im vergangenen Jahr hatten die Abgeordneten für einen Gesetzentwurf gestimmt, der anschließend jedoch im britischen Oberhaus, dem House of Lords, wegen zahlreicher Änderungsanträge hängengeblieben war. Die Labour-Abgeordnete Lauren Edwards hatte deshalb einen nahezu identischen Entwurf eingebracht, um das Thema voranzubringen. Dieser wurde nun jedoch überraschend abgelehnt. Mit dem Scheitern des Entwurfs im Unterhaus ist die Legalisierung der Sterbehilfe in England und Wales erst einmal vom Tisch.</p>
</blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/sterbehilfe-in-grossbritannien-gesetz-scheitert-ueberraschend-im-unterhaus-201219505.html" target="_blank" rel="noopener">www.faz.net</a>.</p>
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		<item>
		<title>Evangelikalismus so gefährlich wie der politische Islam?</title>
		<link>https://theoblog.de/evangelikalismus-so-gefaehrlich-wie-der-politische-islam/48120/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 12:42:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Evangelikale]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Breidenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Islamisten, rechter Internet-Mob, die russische Orthodoxie oder christlich Evangelikale spielen in einer Liga gegen Menschenrechte und Demokratie, meint Heinrich Breitenbach. Ich lasse mich von der Undifferenziertheit linker oder grüner Publizisten inzwischen nicht mehr überraschen, auch dann nicht, wenn sie behaupten, dass Evangelikale wie Extremisten bekämpft werden müssen. Dabei würde ich mal vermuten, dass die allermeisten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Islamisten, rechter Internet-Mob, die russische Orthodoxie oder christlich Evangelikale spielen in einer Liga gegen Menschenrechte und Demokratie, meint Heinrich Breitenbach. Ich lasse mich von der Undifferenziertheit linker oder grüner Publizisten inzwischen nicht mehr überraschen, auch dann nicht, wenn sie behaupten, dass Evangelikale wie Extremisten bekämpft werden müssen. Dabei würde ich mal vermuten, dass die allermeisten Evangelikalen sich von einer faschistoiden Blut-und-Boden-Ideologie oder auch von Zwangsehen, Genitalverstümmelungen etc. abgrenzen oder diese sogar aktiv angehen.  </p>
<p>Zitat: </p>
<blockquote>
<p>Die religiöse, evangelikale Rechte etwa ist ein ideologischer und praktischer Wegbereiter bei der Wahl von gefährlichen Populisten und Rechtsextremisten in den USA und Lateinamerika. Einmal an der Macht zeigen sich diese, etwa im Gesundheits-, Schul- und Bildungswesen totalitär, wissenschaftsfeindlich und bevormundend. Dieses politisch-religiöse Netzwerk reicht bis Österreich. Die nahe russische Orthodoxie wiederum stellt eine dumpfe, faschistoide Blut- und Bodenideologie bereit, die als Rechtfertigung für die Eroberungskriege des russischen Präsidenten Wladimir Putin dient. Die Liste ähnlicher Missbräuche wäre lang.</p>
<p>Überall dort, wo religiöser oder politischer Extremismus mit Menschenrechten, Demokratie und Sicherheitsinteressen direkt kollidieren, etwa bei Zwangsehen, Genitalverstümmelungen, Freiheitsbeschränkungen für Mädchen und Frauen, Spionage, Gewalt, Terror, etc. ist das Strafrecht gefordert und braucht es eine klare Haltung des demokratischen Rechtsstaates. Das ist echte Extremismusbekämpfung, unabhängig von der jeweiligen religiösen oder politischen Färbung. Und natürlich ist es sinnvoll, aktive Propaganda für mörderische Vereinigungen wie den &#8222;Islamischen Staat&#8220; strafrechtlich präziser zu erfassen. Aber da wird es auch schon schwieriger. Warum dann etwa nicht auch Propaganda für die russische Orthodoxie und ihren Positionen zum Ukraine-Krieg, inklusive der skandalösen religiösen Legitimierung von Atomwaffen durch den Moskauer Patriarchen Kyrill I.? Das sind immerhin Atomwaffen, die direkt gegen Europa gerichtet sind und mit deren Einsatz regelmäßig gedroht wird.</p>
</blockquote>
<p>Mehr: <a href="https://www.derstandard.at/story/3000000339053/politischer-islam-fpoe-propaganda-statt-extremismusbekaempfung" target="_blank" rel="noopener">www.derstandard.at</a>.</p>
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		<item>
		<title>Geschichtsvergessenheit unter den jungen Reformierten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 08:41:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Calvinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Matthew Halsted]]></category>
		<category><![CDATA[Refomierte Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Matthew L. Halsted überzieht meines Erachtens, wenn er der „The Young, Restless, &#38; Reformed Movement“ Geschichtsvergessenheit vorwirft. Ich jedenfalls kenne nicht nur einige, sondern sogar viele, die sich zu dieser Bewegung zählen und gern Augustinus oder Calvin aufschlagen und auch gründlich in die Alte Kirche zurückblicken. Dennoch ist etwas dran an seiner Kritik. Mehr zurück [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Matthew L. Halsted überzieht meines Erachtens, wenn er der „The Young, Restless, &amp; Reformed Movement“ Geschichtsvergessenheit vorwirft. Ich jedenfalls kenne nicht nur einige, sondern sogar viele, die sich zu dieser Bewegung zählen und gern Augustinus oder Calvin aufschlagen und auch gründlich in die Alte Kirche zurückblicken. Dennoch ist etwas dran an seiner Kritik. Mehr zurück zu den Quellen <em>(ad fontes)</em> ist ein guter Rat. Umso mehr freue ich mich, dass demnächst die <a href="https://verbum-medien.de/products/reformierte-dogmatik-band-1-4" target="_blank" rel="noopener"><em>Reformierte Dogmatik</em></a> von Herman Bavinck in deutscher Sprache erscheint, denn Bavinck bezzieht die Theologiegeschichte sehr gründlich in seine Ausführungen ein und ermutigt dadurch zum Quellenstudium.</p>
<p>Aber hier der Punkt, auf den Halsted hinweist:</p>
<blockquote><p>Vor zwanzig Jahren war die Bewegung der „The Young, Restless, &amp; Reformed Movement“ in vollem Gange. Sie übte einen enormen Einfluss auf evangelikale Pastoren und Gemeinden aus. Meiner Meinung nach hatte dies auch einige positive Seiten. Zunächst einmal hat diese Bewegung die Bedeutung der Heiligen Schrift und das Nachdenken über jedes einzelne Wort im biblischen Text hervorgehoben. Das ist eine gute Sache.</p>
<p>Interessant ist jedoch – und zugegebenermaßen ist diese Beobachtung eher anekdotisch –, dass offenbar kein großer Wert darauf gelegt wurde, die Reformatoren selbst (nicht zuletzt Calvin) tatsächlich zu lesen. Stattdessen stammten die Bücher, die den Hauptantrieb hinter dieser Bewegung auf der Ebene der breiten Öffentlichkeit bildeten, nicht von Calvin, sondern von seinen modernen Anhängern: R.C. Sproul, John Piper und John MacArthur (Sproul sprach vor allem die Presbyterianer an, Piper und MacArthur eher die Baptisten).</p>
<p>Auffallend war, dass die Bewegung der „jungen, rastlosen Reformierten“ größtenteils aus Menschen bestand, die sich selbst als „reformiert“ und „calvinistisch“ bezeichneten, ohne jemals Calvins „Institutio“ aufgeschlagen zu haben – geschweige denn, tief über die relevanten Passagen nachgedacht zu haben. Fast jeder konnte jedoch auf seine Lieblingspredigt von John Piper verweisen oder eine Zeile aus Sprouls „Chosen by God“ zitieren, wenn es in einer Debatte darauf ankam. Ironischerweise wurde Calvin selbst jedoch weitgehend ignoriert (zumindest in populären Kreisen).</p>
<p>Interessanterweise gilt dasselbe für Augustinus: Es gab kaum eine direkte Auseinandersetzung mit seinem Werk „Über den freien Willen“ oder seinen anti-pelagianischen Schriften. Augustinus’ (ziemlich komplexe) Überlegungen zu solchen Themen wurden oft durch Sekundärquellen (d. h. Sproul et al.) gefiltert.</p>
<p>Ähnliches lässt sich auch über andere patristische Quellen sagen: Nur sehr wenige Menschen innerhalb der jungen, unruhigen, reformierten Bewegung setzten sich mit ihnen auseinander. Irenäus und Gregor von Nyssa beispielsweise fanden selten Eingang in evangelikale Predigtnotizen! Dies war meiner Meinung nach der größte Verlust der Bewegung. Selbst wenn sie sich eingehender mit Persönlichkeiten wie Calvin auseinandergesetzt hätte, wäre das nicht genug gewesen. Sie hätte weitaus mehr Quellen aus der Antike gebraucht, aus denen sie schöpfen konnte.</p></blockquote>
<p>Mehr (hinter einer Bezahlschranke): <a href="https://matthewhalsted.substack.com/p/the-young-restless-and-reformed-movement?utm_id=97758_v0_s00_e0_tv1_a1dennhbbxolfv&amp;fbclid=IwY2xjawUQmmJwZG9mBWV4dG4DYWVtAjEwAGJyaWQRMTd5Um5tWWNwYXptZlNFcVNzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEenOILfRyz60XAvIkjcHWbjMmDxQTf0UUMwGByVNpvykEOoQTjq5TFB1kGBfw_aem_L_dftAVVnYu7TEUFUxrLcw" target="_blank" rel="noopener">matthewhalsted.substack.com</a>.</p>
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		<title>Mensch als Mann und Frau</title>
		<link>https://theoblog.de/mensch-als-mann-und-frau/48113/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 06:57:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Syst. Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Denny Burk]]></category>
		<category><![CDATA[Herman Bavinck]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Herman Bavinck über die Schöpfung des Menschen als Mann und Frau (zitiert aus Denny Burk, Mere Complementarianism, 2026 #ad):  Gott ist der Schöpfer des Menschen und zugleich auch der Urheber der Sexualität und des geschlechtlichen Unterschieds. Dieser Unterschied ist nicht aus der Sünde hervorgegangen; er bestand von Anfang an, hat seinen Ursprung in der Schöpfung, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/mensch-als-mann-und-frau/48113/">Mensch als Mann und Frau</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Herman Bavinck über die Schöpfung des Menschen als Mann und Frau (zitiert aus Denny Burk, <a href="https://link.amazon/B0dZCee8t" target="_blank" rel="noopener"><em>Mere Complementarianism</em></a>, 2026 #ad): </p>
<blockquote>
<p>Gott ist der Schöpfer des Menschen und zugleich auch der Urheber der Sexualität und des geschlechtlichen Unterschieds. Dieser Unterschied ist nicht aus der Sünde hervorgegangen; er bestand von Anfang an, hat seinen Ursprung in der Schöpfung, ist eine Offenbarung von Gottes Willen und Souveränität und ist daher weise, heilig und gut. Daher darf niemand diesen geschlechtlichen Unterschied missverstehen oder verachten, weder in Bezug auf die eigene Identität noch auf die eines anderen Menschen. Er ist von Gott gewollt und in der Natur begründet. Er war damals und ist auch heute noch von Gott gewollt; Gott ist der souveräne Gestalter des Geschlechts; Mann und Frau verdanken Gott nicht nur ihre menschliche Natur, sondern auch ihre unterschiedlichen Geschlechter und Wesensarten. Beide sind gut, da sie beide aus Gottes Hand hervorgegangen sind.</p>
</blockquote>
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		<title>Ist das Neugeborene autonom?</title>
		<link>https://theoblog.de/ist-das-neugeborene-autonom/48083/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 07:23:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauke Brosius-Gersdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Kaube]]></category>
		<category><![CDATA[Leihmutterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Spätabtreibung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jürgen Kaube hat das neue Buch Wahl und Wahrheit (2026)von Frauke Brosius-Gersdorf gelesen und kritisiert ihr Würdekonzept, demgemäß Würde und Freiheit zusammenfallen. Er schreibt:  Für Brosius-Gersdorf ist Menschenwürde gleichzusetzen mit der Ausübung von Freiheit. Hier hat sie durchaus Sätze aus Karlsruher Urteilen auf ihrer Seite. Kann es dann einen Freiheitsgebrauch geben, der andere nicht schädigt [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jürgen Kaube hat das neue Buch <em>Wahl und Wahrheit</em> (2026)von Frauke Brosius-Gersdorf gelesen und kritisiert ihr Würdekonzept, demgemäß Würde und Freiheit zusammenfallen. Er <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/sachbuch/neues-buch-brosius-gersdorf-uebergeht-die-grenzen-der-juristischen-vernunft-accg-201153504.html" target="_blank" rel="noopener">schreibt</a>: </p>
<blockquote>
<p>Für Brosius-Gersdorf ist Menschenwürde gleichzusetzen mit der Ausübung von Freiheit. Hier hat sie durchaus Sätze aus Karlsruher Urteilen auf ihrer Seite. Kann es dann einen Freiheitsgebrauch geben, der andere nicht schädigt und dennoch Würdefragen aufwirft? Brosius-Gersdorf verneint das. Hieraus entspringt ihre Ablehnung des Verbots von Leihmutterschaft. Wenn Würde und Freiheit zusammenfallen, müsste auch der freiwillige Verzicht auf Freiheit durchweg würdevoll erfolgen können. Zwischen üblichen Arbeitsverträgen, Prostitution, Mitgliedschaft in einem Orden, Organhandel und Selbstversklavung gäbe es keinen Unterschied.</p>
<p>Der Embryo, der durch die Abtreibung maximal geschädigt wird, kann Freiheit selbst nicht ausüben. Wenn Würde allgemein an eine Praxis der Selbstdarstellung gebunden wird, ist es bedeutsam, dass auch dieser Aspekt für ihn ausfällt. Gerade weil er sich nicht äußern kann, soll er geschützt werden. Das macht die Argumentationen in der Frage der Abtreibung zusätzlich schwierig. Wer, wie Brosius-Gersdorf, Würde erst ab Geburt gegeben sieht, muss sich fragen lassen, weshalb sie im Kreißsaal schon vorliegen soll. Inwiefern ist das Neugeborene denn autonom? Es liegt auf der Hand, dass wir auch hier mit Fiktionen arbeiten und dass an die Abtrennung der Nabelschnur oder die akustische Präsenz der Neugeborenen nur schwer „denklogische“ Folgerungen geknüpft werden können.</p>
</blockquote>
<p>Was bei dem Verständnis von Frauke Brosius-Gersdorf fehlt, ist die Differenzierung von Person und Persönlichkeit, die von dem Bonner Ethiker Ulrich Eibach herausgestellt wurde. Ich zitiere hier aus Thomas Schirrmacher u. Ron Kubsch, „Die Alpträume des James D. Watson“, in: <em>Tabuthema Tod?</em>, hrsg. v. Roland Jung, Frank Koppelin, Thomas Schirrmacher, Bonn: VKW, 2004, S. 87–92,  hier S. 90–91):</p>
<blockquote>
<p>Der evangelische Bonner Ethikprofessor Ulrich Eibach hat treffend zwischen Person und Persönlichkeit unterschieden. Persönlichkeit ist das, was uns konkret von einem anderen Menschen entgegentritt. Person jedoch ist der unzerstörbare Wesenskern, den auch Personen haben, deren „Persönlichkeit“ für uns nur schwer feststellbar ist: z.B. Ungeborene, geistig Behinderte oder im Koma Liegende. Die unantastbare Würde der Person hängt gerade nicht am Beweis ihrer Persönlichkeit, also an dem Vorhandensein aller Körperteile, an bestimmten geistigen Fähigkeiten oder an der Fähigkeit, sich selbst verteidigen zu können.</p>
<p>Nach biblischem Verständnis ist ein Mensch auch dann eine unantastbare Person, die als „Ebenbild Gottes“ geschaffen wurde, wenn das Menschliche kaum noch zu erkennen ist. So war die Persönlichkeit des besessenen Geraseners, der wie ein Tier lebte, fraß und brüllte, kaum noch menschlich zu nennen. Der Teufel hatte die Persönlichkeit fast völlig zerstört. Doch Jesus sah in ihm die Person, das Geschöpf und Ebenbild Gottes. Durch die Befreiung aus der Macht des Bösen erschien die Persönlichkeit des Mannes wieder und er saß da und redete vernünftig mit Jesus, als wäre nie etwas gewesen. Hätte man ihn als Tier einstufen dürfen, nur weil das Menschliche kaum noch zu erkennen war? Und wer legt dann fest, welche äußeren Kennzeichen und Verhalten einen Menschen zum Menschen zu machen. Ob ein Watson die Embryos zu Unmenschen erklärt, Hitler die Juden oder ein Arzt einen Schwerkranken: Es läuft immer darauf hinaus, dass der Mensch definiert, wer Mensch sein darf und wechselnde Kriterien dafür festlegt.</p>
<p>In der biblischen Ethik ist dem Menschen die Definitionsgewalt dafür, wer Mensch ist und Menschenwürde genießt, völlig entzogen.</p>
</blockquote>
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		<title>David Hume (1711–1776)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2026 07:50:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Apologetik]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[David Hume]]></category>
		<category><![CDATA[James Anderson]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>David Humes Todestag hat sich am 25. August zum 205. Mal gejährt. Er wurde im Mai 1711 in Edinburgh (Schottland) geboren und als Kind von seiner Mutter gewissenhaft in den Lehren des Calvinismus unterrichtet (sein Vater starb, als er ca. 2 Jahre alt war). Als junger Mann verwarf Hume allerdings den christlichen Glauben und entwickelte [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/david-hume-1711-1776/48076/">David Hume (1711–1776)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>David Humes Todestag hat sich am 25. August zum 205. Mal gejährt. Er wurde im Mai 1711 in Edinburgh (Schottland) geboren und als Kind von seiner Mutter gewissenhaft in den Lehren des Calvinismus unterrichtet (sein Vater starb, als er ca. 2 Jahre alt war). Als junger Mann verwarf Hume allerdings den christlichen Glauben und entwickelte sich zu einem der schärfsten Aufklärer und Religionskritiker der Neuzeit. Er widmete sich dem Ziel, die Autorität von Offenbarung, Wundern und den klassischen Gottesbeweisen philosophisch zu erschüttern.</p>
<p>Es scheint so, dass ihm eine unter Frommen manchmal verbreitete Doppelmoral tief aufgestoßen ist. Ja er ging sogar davon aus, dass religiöse Menschen besonders unmoralisch leben. In seiner <em>Naturgeschichte der Religion</em> schreibt er (Meiner Verlag, 2000, S. 70–71):</p>
<blockquote><p>Was für ein edles Vorrecht ist es doch für die menschliche Vernunft, die Erkenntnis des höchsten Wesens zu erlangen und von den sichtbaren Naturwerken auf ein so erhabenes Prinzip wie das ihres höchsten Schöpfers schließen zu können! Aber man betrachte einmal die Kehrseite der Medaille. Wenn man die meisten Völker und Jahrhunderte überblickt und diejenigen religiösen Prinzipien untersucht, die tatsächlich in der Welt geherrscht haben, so wird man kaum zu der überzeugung gelangen, daß sie etwas anderes als die Träume kranker Menschen sind; es sei denn, man zöge es vor, sie eher für übermütige Grillen von Affen in Menschengestalt als für ernsthafte, bestimmte und dogmatische Überzeugungen eines sich selbst mit dem Namen „vernünftig“ schmückenden Wesens zu halten.</p>
<p>Hört man die verbalen Beteuerungen der Leute an, so ist nichts so gewiß wie die Lehre ihrer Religion; untersucht man jedoch ihren Lebenswandel, so wird man kaum annehmen, daß sie das geringste Vertrauen in sie setzen. Der größte und aufrichtigste Eifer gewährt uns keine Sicherheit vor der Heuchelei; die offensichtlichste Gottlosigkeit ist von geheimer Furcht und Gewissensbissen begleitet.</p>
<p>Es gibt keine noch so schreienden theologischen Unsinnigkeiten, die nicht bisweilen von Leuten mit größtem und gebildetstem Verstand angenommen, und keine noch so strengen religiösen Vorschriften, die nicht von den wollüstigsten und lasterhaftesten Menschen befolgt worden wären. „Unwissenheit ist die Mutter der Frömmigkeit“: ein Satz der sprichwörtlich ist und durch allgemeine Erfahrung bestätigt wird. Man halte nach einem Volk Ausschau, das ohne jede Religion ist. Wenn sich ein solches überhaupt findet, dann darf man sicher sein, daß die Menschen dort nur wenige Grade von den Tieren entfernt sind.</p>
<p>Was ist so rein wie manche Sittenlehren, die in einigen theologischen Systemen enthalten sind? Was ist so verderbt wie einige der Handlungen, die von diesen Systemen veranlaßt werden? Die tröstenden Aussichten, die uns der Glaube an ein zukünftiges Leben eröffnet, sind entzückend und herrlich. Wie schnell aber vergehen sie angesichts seiner Schrecken, die fester und dauerhafter Besitz von dem menschlichen Gemüt ergreifen?</p></blockquote>
<p>Hume wollte daher eine Morallehre entwickeln, die ohne göttliches Gesetz auskommt. Ob ihm das gelungen ist, hat James N. Anderson in seiner Einführung zu Hume untersucht (#ad):</p>
<ul>
<li>James N. Anderson, <a href="https://link.amazon/B08X617XD" target="_blank" rel="noopener"><em>David Hume</em></a>, R&amp;P Publishing, 2019.</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/david-hume-1711-1776/48076/">David Hume (1711–1776)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
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