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	<title>Martin Luther &#8211; TheoBlog.de</title>
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	<title>Martin Luther &#8211; TheoBlog.de</title>
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		<title>Reformationstag: Luthers Vorrede zum Römerbrief</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Oct 2026 13:03:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neues Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Luthers Vorrede zum Römerbrief ist mehr als doppelt so lang wie die allgemeine Vorrede zum Neuen Testament. Schon allein das zeigt, wie wichtig der Paulusbrief für den Reformator war. Er bezeichnet ihn „als das rechte Hauptstück des Neuen Testamentes“. Denn er „enthält das allerlauterste Evangelium, würdig und wert, dass ein Christenmensch diesen Brief nicht nur [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Luthers Vorrede zum Römerbrief ist mehr als doppelt so lang wie die allgemeine Vorrede zum Neuen Testament. Schon allein das zeigt, wie wichtig der Paulusbrief für den Reformator war. Er bezeichnet ihn „als das rechte Hauptstück des Neuen Testamentes“. Denn er „enthält das allerlauterste Evangelium, würdig und wert, dass ein Christenmensch diesen Brief nicht nur Wort für Wort auswendig lernt, sondern täglich damit umgeht wie mit dem täglichen Brot für die Seele“. Er schreibt in seiner Einleitung: </p>
<blockquote>
<p>Niemals kann er jedenfalls zu viel und zu gründlich gelesen oder betrachtet werden. Und je mehr er behandelt wird, desto kostbarer wird er, und umso besser schmeckt er. Deshalb will ich auch meinen Dienst dazutun und durch diese Vorrede einen Eingang bereiten, soweit mir Gott hilft, damit er desto besser von jedermann verstanden wird. Denn er ist bisher durch Glossen und mancherlei Geschwätz übel verfinstert worden, wo er doch an sich ein helles Licht darstellt, völlig ausreichend, die ganze Heilige Schrift zu erleuchten.</p>
</blockquote>
<p>Hier kann die Vorrede eingesehen werden: <a href="https://www.evangelium21.net/media/5345/luthers-vorrede-zum-roemerbrief" target="_blank" rel="noopener">www.evangelium21.net</a>.</p>
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		<title>Luther über die Prädestination</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Oct 2026 14:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Syst. Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Prädestination]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Robert Kolb und Carl Trueman schreiben über Luthers Sicht auf die Vorherbestimmung (Between Wittenberg and Geneva: Lutheran and Reformed Theology in Conversation, 2017, S. 95–96, #ad): Die Vorstellung, dass Gott die vollständige Kontrolle hat, machte nicht nur die Ohnmacht des Menschen deutlich, sondern auch, dass allein Gott aktiv daran wirkt, Sünder aus ihrem rebellischen und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Robert Kolb und Carl Trueman schreiben über Luthers Sicht auf die Vorherbestimmung (<a href="https://link.amazon/B09rMly2y" target="_blank" rel="noopener"><em>Between Wittenberg and Geneva: Lutheran and Reformed Theology in Conversation</em></a>, 2017, S. 95–96, #ad):</p>
<blockquote>
<p>Die Vorstellung, dass Gott die vollständige Kontrolle hat, machte nicht nur die Ohnmacht des Menschen deutlich, sondern auch, dass allein Gott aktiv daran wirkt, Sünder aus ihrem rebellischen und verdammten Dasein zu befreien. Jesus Christus steht im Mittelpunkt dieser Wiederherstellung, betonte Luther, doch die Neuschöpfung des Sünders zu einem Kind Gottes beruht auf Gottes Plan, der bereits vor der Erschaffung des Universums festgelegt wurde (Eph 1,4).</p>
<p>„Prädestination“ war in den 1510er-Jahren ein unter scholastischen Theologen diskutierter Begriff. Zwei Merkmale prägten seine Verwendung. Er bezeichnete die gesamte fürsorgliche Sorge Gottes um seine Schöpfung, nicht nur die Gewährung der Gnade der Erlösung. Seine Bedeutung wurde durch scholastische Theologen geschwächt, die, als sie ihn speziell auf die Erlösung anwendeten, seine Definition verwässerten, um ihn mit semi-pelagianischen Wegen zur Gottgefälligkeit in Einklang zu bringen. Hinzu kam, dass Luther zunehmend mit der Not und Verzweiflung von Anhängern konfrontiert war, die befürchteten, nicht zur Erlösung vorherbestimmt zu sein. Selbst in jenen Passagen in „Über den unfreien Willen“, die stark auf eine Lehre von der doppelten Prädestination hindeuten, bemühte sich Luther nicht, von Gottes Verantwortung für die Ablehnung seines Wortes und seiner Herrschaft durch die Sünder zu sprechen. „In diesem Werk, wie auch in anderen, interpretierte er 1. Timotheus 2,4 als eine Bestätigung, dass Christus starb, um für die Sünden aller zu sühnen (auch wenn er in seiner Übersetzung dieser Stelle in seiner deutschen Bibel den Begriff „Errettung“ als Bezug auf zeitliche Segnungen wiedergab). Daher sollte die Verheißung der Vergebung und des neuen Lebens in Christus allen verkündet werden.</p>
<p>Luther argumentierte, dass „wenn die Gnade aus dem Ratschluss oder der Vorherbestimmung Gottes kommt, sie aus Notwendigkeit und nicht durch unser Bemühen oder unsere Anstrengung kommt“. Somit dient diese Lehre als Grundlage für die Verlässlichkeit der Verheißung der Erlösung in Christus. Gottes Verheißung an sein Volk in seinem Wort ist vertrauenswürdig. Luthers Verständnis der Prädestination sollte lediglich die Verkündigung der Gewissheit stärken, die mit Gottes Verheißung einhergeht, die die Gläubigen durch die verschiedenen Formen seines Wortes empfangen. Aus Sorge um geplagte Gewissen, die ihren Kampf gegen die Sündhaftigkeit als Beweis dafür sahen, dass sie nicht auserwählt seien, vermied Luther den Begriff „Prädestination“ weitgehend. Stattdessen verwies er auf die Gewissheit, dass Gott stets treu zu der Verheißung steht, die er ihnen seit ihrer Taufe in den verschiedenen Formen des Evangeliums – schriftlich, mündlich und sakramental – gegeben hatte. Das bedeutete jedoch nicht, dass Luther darauf verzichtete, diese Verheißung und das Werk Christi auf Gottes Plan von vor der Grundlegung der Welt zu gründen. In seinem Galaterbrief-Kommentar von 1535 bezog sich Luther auf Gottes Prädestination des Paulus (1,15) – wobei er dem Apostel die Worte in den Mund legte: „So streitet Paulus gänzlich alle Verdienste ab und teilt Gott allein die Ehre, sich aber lauter Verwirrung zu, wie wenn er sagen wollte: alle Geschenke, die kleinsten und die größten, die geistlichen und die körperlichen, die mir Gott schenken wollte, und alle Guttaten, die ich jemals in meinem ganzen Leben tun würde, hatte Gott schon vorher bestimmt, als ich noch im Mutterleib war, wo ich weder denken, wunschen, noch irgend etwas Gutes tun konnte, sondern ein ungeformter Embryo war. Und darum ist aus lauter vorherbestimmender und erbarmender Gnade Gottes diese Gabe mir zuteil geworden, schon als ich noch nicht geboren war. Dann, als ich geboren war, hat er mich, der mit unendlichen Ungeheuern von Bosheit und Sünde belastet war, getragen“ (etwas ausführlicher zitiert als im engl. Buch aus: Martin Luther, <em>Der Galaterbrief</em>, 1987, S-59). </p>
<p>Einige von Luthers Anhängern, insbesondere unter den Adligen, so berichtete er, nutzten die Prädestination nicht als Grund zur Verzweiflung, sondern zur Überheblichkeit. Sie argumentierten: „Wenn ich vorherbestimmt bin, werde ich gerettet, ob ich nun Gutes oder Böses tue. Wenn ich nicht vorherbestimmt bin, werde ich ungeachtet meiner Werke verdammt.“ Luther wies solche „scheußlichen Aussagen“ zurück, indem er Gottes Auswahl der Seinen untrennbar mit dem Vertrauen auf Christus und dessen durch sein Wort empfangene Verheißung verband. Gottes unveränderliche Treue zu seiner Verheißung entsprang seiner Treue, die damit begonnen hatte, dass er die Seinen vor der Schöpfung erwählt hatte, gemäß Epheser 1,4, denn er ist der verlässliche Schöpfer und Geber alles Guten (Mal 3,6; Röm 11,29). Im Gespräch mit Studenten und Kollegen bei deren Abendversammlungen setzte Luther seine Hoffnung auf Gottes Erwählung vor der Grundlegung der Welt, eine Tat, von der er erst durch Gottes Offenbarung in Christus und der Heiligen Schrift erfahren hatte.</p>
<p>Die Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium bestimmte Luthers Umgang mit dem Begriff der Prädestination oder der gnädigen Erwählung durch Gott. Das bedeutete, dass er eine „gebrochene“ Lehre von der Prädestination vertrat. Den Studenten, die seinen Vorlesungen über die Genesis lauschten, hielt er vor, dass „sicherer Untergang“ droht, wenn man über die Prädestination philosophiert, „wenn wir zu hoch fliegen wollen“. Seine zugrunde liegende Sorge brachte er in einem Brief an einen anonymen Briefpartner zum Ausdruck, der mit persönlichen Zweifeln an der Prädestination rang: „Denke also daran, dass Gott, der Allmächtige, uns nicht geschaffen, vorherbestimmt und erwählt hat, um zu verderben, sondern um gerettet zu werden, wie Paulus den Ephesern bezeugte, und dass er seine Ausführungen nicht mit dem Gesetz oder mit der Vernunft beginnen musste, sondern mit der Gnade Gottes und dem Evangelium, das allen Menschen verkündet wird.“</p>
</blockquote>
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		<title>Vom Gebet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2026 12:12:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praktische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Gebet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Martin Luther (Großer Katechismus, 1996, S. 110–111): Denn das sollen sie wissen, dass unser ganzer Schutz und Schirm allein im Gebet besteht. Denn wir sind viel zu schwach gegenüber dem Teufel, der sich mit seiner Macht und seinem Anhang uns entgegenstellt; sie könnten uns wohl mit ihren Füßen zertreten. Darum müssen wir wachsam sein und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Luther (<em>Großer Katechismus</em>, 1996, S. 110–111):</p>
<blockquote>
<p>Denn das sollen sie wissen, dass unser ganzer Schutz und Schirm allein im Gebet besteht. Denn wir sind viel zu schwach gegenüber dem Teufel, der sich mit seiner Macht und seinem Anhang uns entgegenstellt; sie könnten uns wohl mit ihren Füßen zertreten. Darum müssen wir wachsam sein und zu den Waffen greifen, mit denen die Christen gerüstet sein sollen, um gegen den Teufel zu bestehen. Denn was meinst du, woran es gelegen hat, dass wir die Ratschläge und Pläne, den Mord und Aufruhr unserer Feinde haben abwehren und dämpfen können, mit denen der Teufel versucht hat, uns und das Evangelium zu unterdrücken? Es waren die Gebete etlicher frommer Leute, die wie eine eiserne Mauer auf unserer Seite dazwischengekommen sind und uns geschützt haben. Sie hätten sonst etwas ganz anderes erleben können, nämlich wie der Teufel ganz Deutschland in seinem eigenen Blut ins Verderben gebracht hätte. Sie mögen jetzt nur getrost darüber lachen und spotten, wir jedoch wollen sowohl unsern Feinden als auch dem Teufel gegenüber Manns genug sein – allein mit der Kraft des Gebetes, wenn wir nur fleißig beten und im Gebet nicht nachlässig werden. Denn wo immer ein frommer Christ betet: „Lieber Vater, lass doch deinen Willen geschehen“, spricht Gott droben: „Ja, liebes Kind, es soll gewiss sein und geschehen, dem Teufel und aller Welt zu Trotz.“</p>
</blockquote>
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		<title>Luther über gute Werke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2026 05:13:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praktische Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Martin Luther (Der Galaterbrief, 1987, S. 346–347): Es ist aber sehr vonnöten, nach dem Beispiel Pauli, die Gläubigen zum Gutestun zu ermahnen, also dazu, daß sie ihren Glauben durch gute Werke üben; wenn die Werke dem Glauben nicht folgen, ist es das gewisseste Zeichen, daß ihr Glaube nicht wahr ist. </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Luther (<em>Der Galaterbrief</em>, 1987, S. 346–347):</p>
<blockquote>
<p>Es ist aber sehr vonnöten, nach dem Beispiel Pauli, die Gläubigen zum Gutestun zu ermahnen, also dazu, daß sie ihren Glauben durch gute Werke üben; wenn die Werke dem Glauben nicht folgen, ist es das gewisseste Zeichen, daß ihr Glaube nicht wahr ist. </p>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/luther-ueber-gute-werke/48234/">Luther über gute Werke</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
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		<title>„So ist das Gesetz Diener und Türhüter für die Gnade“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2026 05:07:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neues Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Galaterbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Martin Luther schreibt zu: „Was soll dann das Gesetz? Es wurde hinzugefügt um der Übertretungen willen, bis der Nachkomme käme, dem die Verheißung gilt“ (Gal 3,19b): Aber wozu ist denn diese Erniedrigung, diese Zerstoßung und Zerschlagung durch den Hammer des Gesetzes gut? Dazu, daß die Gnade bei uns Eingang finden kann. So ist das Gesetz [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Luther schreibt zu: „Was soll dann das Gesetz? Es wurde hinzugefügt um der Übertretungen willen, bis der Nachkomme käme, dem die Verheißung gilt“ (Gal 3,19b):</p>
<blockquote>
<p>Aber wozu ist denn diese Erniedrigung, diese Zerstoßung und Zerschlagung durch den Hammer des Gesetzes gut? Dazu, daß die Gnade bei uns Eingang finden kann. So ist das Gesetz Diener und Türhüter für die Gnade. Denn Gott ist ein Gott der Niedrigen, der Elenden, der Angefochtenen, der Bedrückten, der Verzweifelten und aller derer, die völlig zunichte geworden sind. Es ist ja Gottes Natur, die Niedrigen zu erheben, die Hungrigen zu speisen und die Blinden zu erleuchten, die Elenden und Angefochtenen zu trösten, die Sünder zu rechtfertigen, die Toten lebendig zu machen, die Verzweifelten und Verurteilten zu retten etc. Er ist ja ein mächtiger Schöpfer, der alles aus Nichts macht. Zu diesem seinem eigentlichen und natürlichen Werk läßt Gott nicht kommen diese allerschädlichste Pestilenz, nämlich die Einbildung eigener Gerechtigkeit, die nicht sündig, unrein, elend und verdammt sein will, sondern gerecht, heilig etc. Darum muß Gott jenen Hammer, das Gesetz anwenden, der zerbricht, zermalmt und zerschlägt und völlig zunichte macht. Da gehts diesem Untier mit seinem eitlen Selbstvertrauen, Weisheit, Gerechtigkeit, Macht etc. ans Leben, so daß es schließlich aus seinem Unglück lernen muß, es sei verloren und verdammt. Wenn denn das Gewissen so durch das Gesetz erschüttert ist, hat die Lehre des Evangeliums und die Gnade Raum, richtet auf und tröstet, denn Christus ist nicht gekommen in die Welt, das zerstoßene Rohr zu zertreten, oder den glimmenden Docht auszulöschen, er ist gekommen, den Armen das Evangelium zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu heilen, den Gefangenen die Freiheit zu verkündigen etc.</p>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/so-ist-das-gesetz-diener-und-tuerhueter-fuer-die-gnade/48205/">„So ist das Gesetz Diener und Türhüter für die Gnade“</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
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		<item>
		<title>Wer hat euch bezaubert?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2026 19:36:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praktische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Satan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Martin Luther kommentierte in seiner Vorlesung über den Galaterbrief Galater 3,1, „Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor die Augen gemalt war als der Gekreuzigte?“, mit folgenden Worten:  Schließlich hat der Teufel eine solche Leidenschaft zu bezaubern und zu schaden, daß er nicht nur den sicheren und hochmütigen Geistern seine Blendwerke eingibt, nein, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/wer-hat-euch-bezaubert/48203/">Wer hat euch bezaubert?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Luther kommentierte in seiner Vorlesung über den Galaterbrief Galater 3,1, „Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor die Augen gemalt war als der Gekreuzigte?“, mit folgenden Worten: </p>
<blockquote>
<p>Schließlich hat der Teufel eine solche Leidenschaft zu bezaubern und zu schaden, daß er nicht nur den sicheren und hochmütigen Geistern seine Blendwerke eingibt, nein, er versucht auch diejenigen, die fromm und richtig mit dem Worte Gottes und der christlichen Religion umgehen, mit seinem Teufelsspiel zu täuschen. Mich selbst hat er oft so stark angegriffen und mit so traurigen Gedanken überschüttet, daß er mir Christus fast völlig verdunkelt, ja beinahe weggenommen hätte. In Summa, da ist keiner unter uns, der nicht immer wieder durch falsche Meinungen bezaubert würde, d.h. daß wir uns fürchten, vertrauen, Freude haben, wo nichts zu fürchten, zu vertrauen und zu freuen ist; wir alle denken manchesmal von Gott, von Christus, von dem Glauben, von unserer Berufung, von dem Christenstand anders als wir denken sollten. – Wenn uns der Teufel nicht nüchtern und mit geistlichen Waffen, d.h. mit dem Worte Gottes und im Glauben gerüstet findet, verschlingt er uns.</p>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/wer-hat-euch-bezaubert/48203/">Wer hat euch bezaubert?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum konvertieren Evangelikale zum römisch-katholischen Glauben?</title>
		<link>https://theoblog.de/warum-konvertieren-evangelikale-zum-roemisch-katholischen-glauben/47846/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 08:11:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kim Riddlebarger]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Horton]]></category>
		<category><![CDATA[Rod Rosenbladt]]></category>
		<category><![CDATA[Tim Staples]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer Folge von „White Horse Inn“ aus dem Jahr 1996 spricht Tim Staples, ein ehemaliger Evangelikaler, der zum römisch-katholischen Glauben konvertiert ist, gemeinsam mit Michael Horton, Kim Riddlebarger und Rod Rosenbladt darüber, was ihn und andere an Rom so anzieht. Dabei wird deutlich, dass psychologische Bedürftigkeiten eine große Rolle spielen. Die „Mutter Kirche“ bietet [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Folge von „White Horse Inn“ aus dem Jahr 1996 spricht Tim Staples, ein ehemaliger Evangelikaler, der zum römisch-katholischen Glauben konvertiert ist, gemeinsam mit Michael Horton, Kim Riddlebarger und Rod Rosenbladt darüber, was ihn und andere an Rom so anzieht. Dabei wird deutlich, dass psychologische Bedürftigkeiten eine große Rolle spielen. Die „Mutter Kirche“ bietet seelische Heimat und Wärme.</p>
<p>Hier das Gespräch: </p>
<audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-47846-2" preload="none" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://whi-radio-members.s3.us-west-2.amazonaws.com/2026whi1814jun14-extended.mp3?_=2" /><a href="https://whi-radio-members.s3.us-west-2.amazonaws.com/2026whi1814jun14-extended.mp3" target="_blank" rel="noopener">https://whi-radio-members.s3.us-west-2.amazonaws.com/2026whi1814jun14-extended.mp3</a></audio>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;"> </p>
<p style="font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: start; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration-line: none; text-decoration-thickness: auto; text-decoration-style: solid; caret-color: #000000; color: #000000;">Im Gespräch wird deutlich, dass auch die Sehnsucht nach historischer Anschlussfähigkeit wichtig ist. Viele Evangelikale sind der Meinung, die Kirche habe mit der Reformation ganz von vorn angefangen. Dass Martin Luther das anders sah, wird in seiner Schrift <em>Grund und Ursach aller Artikel</em> (1521) sehr deutlich. In dieser groß angelegten Selbstverteidigung gegen die päpstliche Bannandrohungsbulle „Exsurge Domine“ begründet er seine zentralen Lehrthesen aus der Schrift systematisch. Er schrieb sie, um Rom und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die von der Bulle verurteilten Artikel weder willkürliche Neuerungen noch subjektive Meinungen sind, sondern aus der Bibel und der altkirchlichen Tradition abgeleitete Positionen.</p>
<p>Er schreibt dort (<em>WA</em> 7, 315): </p>
<blockquote>
<p>Damit ich auch denen will antwortet haben, die mir Schuld geben, ich vorwerfe alle heilige Lehrer der Kirchen. Ich vorwirf sie nit. Aber dieweil jedermann wohl weiß, dass sie zuweilen geirret haben als Menschen, will ich ihn nit weiter Glauben geben, denn so fern sie mir Beweisung ihrs Vorstands aus der Schrift tun, die noch nie geirret hat. Und das heißet mich Sankt Pauel i. Tessal. ult. da er sagt: ‚Prufet und bewähret zuvor alle Lehre; wilche gut ist, die behaltet‘. Desselben gleichen schreibt Sant Augustin zu Sant Hieronymo: ‚Ich hab erlernet allein denen Bucher, die die heiligen Schrift heißen, die Ehre zu tun, dass ich festiglich gläube, keiner der selben Beschreiber habe je geirret, alle ander aber lese ich der maßen, dass ichs nit fur wahr hab, was sie sagen, sie beweisen mirs denn mit der Heiligen Schrift oder offentlicher Vornunft.</p>
</blockquote>
<p>VD: AR</p>
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		<title>Beunruhigt es dich, wenn du dir und den Menschen missfällst?</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Mar 2026 07:30:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Syst. Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[H.J. Iwand]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hans Joachim Iwand behauptet mit Luther, dass die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, allein bei und im Glauben an Jesus Christus zu finden ist (Glaubensgerechtigkeit, München: Kaiser, 1980, S. 111–112): Um die Gottesgerechtigkeit, aus der der Glaube lebt, recht zu erfassen, muß man also alles andere sich aus dem Sinn schlagen: Gesetz, Werk, Gewissen, Vernunft, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Hans Joachim Iwand behauptet mit Luther, dass die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, allein bei und im Glauben an Jesus Christus zu finden ist (<em>Glaubensgerechtigkeit</em>, München: Kaiser, 1980, S. 111–112):</p>
<blockquote>
<p>Um die Gottesgerechtigkeit, aus der der Glaube lebt, recht zu erfassen, muß man also alles andere sich aus dem Sinn schlagen: Gesetz, Werk, Gewissen, Vernunft, Gericht, Moral, und was der Dinge mehr sind, und – als fingen wir neu an zu leben, zu denken und zu begreifen – allein an Christus und aus ihm lernen, was „Gerechtigkeit Gottes“ heißt. Alles, was wir sonst davon wissen, hilft uns nicht, sondern hindert uns zu verstehen, was hier offenbar geworden ist.</p>
<p>Luther hat im Anschluß an Augustin  diese Gerechtigkeit gern eine solche genannt, mit der uns „Gott bekleidet“, die er uns schenkt, und so wird sie auch meistens dargestellt. Aber es mangelt diesen Darstellungen, wie ich meine, das Empfinden für das eigentliche Problem, um das es geht: warum diese Gnade, dies Geschenk, Gerechtigkeit heißt und ist, Gottes-Gerechtigkeit! Wer weiß, ob wir trotz reicher Darstellung von Luther und seiner Lehre diesen letzten und entscheidenden Punkt bei ihm, ja mehr: diesen innersten Punkt des Evangeliums und der Offenbarung Gottes ganz verstanden haben; wer weiß, ob nicht unser landläufiges Verständnis zu einfach, zu sehr in gewohnten Bahnen laufend ist, ob wir nicht hier weiterfragen und suchen müssen?!</p>
<p>Luther hat einmal einen seltsamen Satz über diese Gottesgerechtigkeit geschrieben, der uns vielleicht Fingerzeig sein kann: „so daß Gott und wir in ein und derselben Gerechtigkeit sind, wie auch Gott mit demselben Wort schafft und wir sind, was er schafft, so daß wir in ihm sind und sein Sein unser Sein ist“.  Der Vergleich mit der Schöpfung ist wichtig. Dieser in Christus uns begegnende Gott begegnet uns in der Tat als der Schöpfer, und das Sein, das er schafft, ist sein eigenes Sein. Nur daß hier Gott nicht schafft aus dem Nichts, sondern daß er erst zunichte machen muß, damit er neuschaffen kann! „Wer gerecht werden will, der muß zum Sünder werden, wer gesund werden möchte, gut, gerade, ja Gott ähnlich und ein christliches Glied der Kirche, der möge krank werden, böse, verkehrt, ja teuflisch, häretisch, ungläubig wie ein Türke, wie Paulus sagt: ,Wer unter euch will weise sein, der möge zum Toren werden, damit er weise werde.‘ [1 Kor 3,18] So möge denn diese Sentenz feststehen, denn so ist es der Wille Gottes im Himmel, daß er sich vorgenommen hat, durch Torheit hindurch weise, durch Schlechtigkeit hindurch gut, durch Sünde gerecht, durch Verkehrtheit gerade, durch Ungesundheit gesund, durch Ketzerei kirchlich, durch Unglaube Christen, durch die teuflische Form gottähnliche Menschen zu schaffen. Du fragst: Wie? Es soll dir schnell und kurz gesagt werden: Du kannst nicht der in Gott werden, der du möchtest, wenn du nicht zuvor der in dir selbst und vor den Menschen wirst, als den er dich will. Er will aber, daß du in dir selbst und vor den Menschen wirst, was du in Wahrheit bist, nämlich Sünder, böse, ungesund, verkehrt, teuflisch. Das sind deine Namen. Das sind deine Sachen, das ist deine Wahrheit selbst, und das ist die Demütigung; sobald das geschehen ist, bist du ja schon vor Gott, was du zu sein wünschtest, nämlich heilig, gut, wahr, gerade, fromm. Aus diesem Grunde wirst du ein anderer sein vor dir und den Menschen und ein anderer vor Gott. Was staunst du? Was beunruhigt es dich, wenn du dir und den Menschen mißfällst? Wenn du denen nicht mißfallen würdest, könntest du Gott nicht gefallen.“</p>
</blockquote>
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		<title>Zwischen Werkgerechtigkeit und Gesetzlosigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2026 08:07:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Syst. Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Albrecht Peters]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtfertigungslehre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass Luther keine billige Gnade verkündigte, stellt Albrecht Peters im folgenden Zitat heraus (Rechtfertigung, 1984, S. 34–35): Weil sie uns aufmerksam macht auf unseren faktischen Ort unter Gottes Gerichtsurteil im Gesetz und unter Gottes Gnadenzusage im Evangelium, wird bei Luther die Rechtfertigung weder zu einer dogmatischen Lehre unter anderen Lehrpunkten noch zu einem denkerischen Axiom [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Luther keine billige Gnade verkündigte, stellt Albrecht Peters im folgenden Zitat heraus (<a href="https://amzn.to/4jUtxsD" target="_blank" rel="noopener"><em>Rechtfertigung</em></a>, 1984, S. 34–35):</p>
<blockquote>
<p>Weil sie uns aufmerksam macht auf unseren faktischen Ort unter Gottes Gerichtsurteil im Gesetz und unter Gottes Gnadenzusage im Evangelium, wird bei Luther die Rechtfertigung weder zu einer dogmatischen Lehre unter anderen Lehrpunkten noch zu einem denkerischen Axiom für systematische Schlußfolgerungen. Zugleich leitet uns die Rechtfertigungsverkündigung an, angesichts des unerbittlichen Gerichtsurteils des heiligen Gottes unermüdlich zur Christusgnade Zuflucht zu nehmen. Als solenne Lehre entwickelt der Reformator die Rechtfertigung nur im spezifischen Gegenüber zur Werkfrömmigkeit. Ähnlich wie sich beim Apostel Paulus die klassischen Kontroversformeln „ohne des Gesetzes Werke – allein durch den Glauben“ fast nur im Galater- und Römerbrief finden, so tauchen sie auch bei Luther primär an der „Mönchsfront“ auf, dort also, wo es den Pharisäer der Werkgerechtigkeit, der mitten in der Christenheit erneut sein Haupt erhoben hat, zu ersäufen gilt. Der Luther an der „Bauernfront“ hingegen scheint jene zugespitzten Antithesen zu vermeiden. Sie treten zurück bei dem lehrenden und ermahnenden Visitator, der auf dem steinigen Boden seiner sächsischen Ackerbürger rechte Glaubensfrüchte ernten soll. Den Luther an der „Mönchsfront“ muß man suchen in den Auslegungen des Römer- und Galaterbriefes sowie der Psalmen; den Luther an der „Bauernfront“ findet man in den Dekalog- und Credo-Auslegungen oder in den Wochenpredigten. Beide Fronten sind miteinander im Blick vorzüglich in den großen Disputationen zur Rechtfertigung sowie gegen die Antinomer. Der Reformator an der „Mönchsfront“ gegen die Werkgerechtigkeit thematisiert wie der Apostel im Ringen mit kosmologischen Spekulationen, asketischer Gesetzlichkeit und enthusiastischer Gnosis judaisierender Gruppen das schroffe Nicht-Sondern des Articulus stantis aut cadentis Ecclesiae; der Reformator an der „Bauernfront“ gegen eine libertinistische Dickfelligkeit rückt jene polemische Alternative etwa mit dem Zeugnis des Epheser- und Kolosserbriefes hinein in den übergreifenden Bogen des göttlichen Schöpfer- und Erlöserwirkens und dringt auf eine tat- hafte Glaubensantwort. Und doch ist beides ein und derselbe Luther, ob auch ein und derselbe Paulus?</p>
</blockquote>
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		<title>Der endzeitliche Skopus von Luthers Rechtfertigungslehre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jan 2026 08:55:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Endgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtfertigungslehre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Albrecht Peters schreibt in seinem Buch Rechtfertigung über den oft ausgeblendeten eschatologischen Skopus der Rechtfertigungslehre Luthers (Rechtfertigung, 1984, S. 33–34): Entscheidend für den reformatorischen Ansatz ist nun freilich, daß die streng eschatologische Orientierung der Rechtfertigung auf ein letztgültiges Offenbarwerden aller Menschen vor dem Schöpfer- und Richtergott nicht verschleiert wird. Die Beichtpraxis des Mittelalters hatte gerade [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/der-endzeitliche-skopus-von-luthers-rechtfertigungslehre/47274/">Der endzeitliche Skopus von Luthers Rechtfertigungslehre</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albrecht Peters schreibt in seinem Buch Rechtfertigung über den oft ausgeblendeten eschatologischen Skopus der Rechtfertigungslehre Luthers (<a href="https://amzn.to/4jUtxsD" target="_blank" rel="noopener"><em>Rechtfertigung</em></a>, 1984, S. 33–34):</p>
<blockquote>
<p>Entscheidend für den reformatorischen Ansatz ist nun freilich, daß die streng eschatologische Orientierung der Rechtfertigung auf ein letztgültiges Offenbarwerden aller Menschen vor dem Schöpfer- und Richtergott nicht verschleiert wird. Die Beichtpraxis des Mittelalters hatte gerade den schlichten Gemeindegliedern unmißverständlich eingehämmert: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi“ (2 Kor 5,10).</p>
<p>Die tägliche Bereitung auf dieses Treten vor Gottes Angesicht konzentrierte sich in der solennen Ohrenbeichte, im gottesdienstlichen Schuldbekenntnis sowie in der Zurüstung zum Sterben. Die Reformation hat diese streng endzeitliche Ausrichtung des Lebens nicht entschärft, sondern eher noch verschärft. Gegen Gerhard Ebelings Interpretation der Initia Lutheri hat Albert Brandenburg gezeigt, welches Gewicht das Wörtlein „ludicium“ in Luthers erster Psalmenvorlesung hat. Die Trostschriften von 1518 bis 1520 sowie die ersten Vaterunser-Auslegungen orientieren sich daran, daß wir mit unserem Sterben unmittelbar in Gottes Gericht hineinfallen. Sie flehen deshalb: „Erlöse uns, o Vater, von deinem ewigen Zorn und der höllischen Pein. Erlöse uns von deinem gestrengen Urteil im Tod und am Jüngsten Tage“ (WA 7,229,10). Seit 1520 findet sich in Luthers sittlich-seelsorgerlichen Schriften zumeist im Eingang wie zum Beschluß ein Hinweis auf Gottes Urteil. Als ein öffentlicher Lehrer der Heiligen Schrift weiß er sich wie Hesekiel (Ez 3,16–21; 33,7–9) und Paulus (bes. Apg 20,17–35) zum Wächter bestellt. Alle Menschen sind mit ihren Taten, Worten und Gedanken schon jetzt offenbar im unerträglichen Lichtglanz des heiligen Gottes. Der Reformator will mit seinem Verkündigen und Schreiben den wenigen Menschen, die noch nach dem ewigen Herrn und Richter fragen, dessen Weisungen und Tröstungen vor Augen stellen, damit sie sich nicht in Schuld verstricken oder ohne Hilfe bleiben. Wie ein Kehrreim tauchen deshalb die Wendungen auf: Ich habe gewarnt, rein bin ich von eurem Blute und vom Blute der durch euch mit ins Verderben Gerissenen! Unter den neueren Dogmatikern hat fast nur Werner Elert hierauf den Finger gelegt; nach ihm soll Luther die gesamte „Predigt des Gesetzes“ auf diesen einen Punkt nicht nur konzentriert, sondern „reduziert“ haben: „Er hat der Obrigkeit, den Untertanen, dem Hausvater, seinen Kindern und Knechten, dem Kaufmann und dem Kriegsmann eins eingehämmert: daß sie sich vor Gott zu rechtfertigen haben.“</p>
<p>Um diesen endzeitlichen Skopus der Rechtfertigung plastisch werden zu lassen, seien lediglich zwei Texte zitiert. Die „Predigt, daß man Kinder zur Schule halten soll“ (1530) setzt ein mit den drastischen Worten: »Hab ich mir vurgenommen, diese Vermahnung an euch zu tun, ob vielleicht noch etliche Leute wären, die noch ein wenig gläubten, daß ein Gott im Himmel und eine Helle für die Ungläubigen bereit sei. Denn es stellet sich schier alle Welt, als wäre weder Gott im Himmel noch Teufel in der Helle« (WA 30 II, 526,27). An die auf dem Reichstag zu Augsburg versammelten „katholischen“ geistlichen wie weltlichen Herren schreibt er: „Euer Blut sei auf eurem Kopf; wir sind und wollen unschuldig sein an eurem Blut und Verdammnis, als die wir euch euer Missetat gnugsam angezeigt, treulich vermahnet zur Buße, herzlich gebeten und zu allem, das zum Frieden dienet, aufs höhest erboten und nichts anders gesucht noch begehrt denn den einigen Trost unser Seelen, das freie, reine Euangelion, also daß wir mit gutem Gewissen rühmen mügen, der Mangel sei an uns nicht gewesen“ (WA 30 II,355,29).</p>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de/der-endzeitliche-skopus-von-luthers-rechtfertigungslehre/47274/">Der endzeitliche Skopus von Luthers Rechtfertigungslehre</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://theoblog.de">TheoBlog.de</a>.</p>
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