Autismus

„Das Autismus-Spektrum ist gescheitert“

Die in London lehrende Deutsche Uta Frith ist eine Pionierin der Autismusforschung. Sie trug maßgeblich dazu bei, den Begriff „Spektrum“ zu etablieren. Mittlerweile glaubt sie jedoch nicht mehr daran.

In einem Interview hat sie kürzlich, wie Die WELT berichtet, erklärt:

Im Interview mit dem „TES Magazine“ (früher „Times Educational Supplement“) schlägt Frith vor, künftig besser zwischen zwei Untergruppen zu unterscheiden. Die eine seien „Menschen, die in der frühen Kindheit diagnostiziert werden – in der Regel vor dem dritten oder fünften Lebensjahr, abhängig von Dingen wie ihren intellektuellen Fähigkeiten und ihrer Sprache.“ Von dieser Gruppe zu unterscheiden sei die andere, die erst viel später diagnostiziert wird: „Diese besteht aus vielen Jugendlichen, darunter viele junge Frauen. Dabei handelt es sich um Menschen ohne intellektuelle Beeinträchtigung, die vollkommen in der Lage sind, verbal und nonverbal zu kommunizieren, die sich aber in sozialen Situationen sehr ängstlich fühlen können. Sie sind vielleicht vor allem durch eine Art Überempfindlichkeit gekennzeichnet.“

Es ist laut Frith die zweite Gruppe, die mit erschreckender Geschwindigkeit wächst, während die Wachstumsrate der ersten Gruppe nur moderat ist. Und bei autistischen Kindern mit geistiger Behinderung habe es sogar überhaupt keinen Anstieg gegeben: „Diese Gruppe scheint ziemlich stabil zu sein.“

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.

Familien mit autistischen Kindern helfen

Lilia Stromberg meint, dass Familien mit autistischen Kindern Ermutigung durch das Evangelium brauchen. In dem Artikel „Familien mit autistischen Kindern helfen“ schreibt sie: 

Jeden autistischen Menschen muss man individuell sehen und kennenlernen. Grundsätzlich gilt, dass man nicht über das autistische Kind spricht, sondern freundlich und interessiert mit dem Kind redet, auch wenn ununterbrochen dieselbe Frage gestellt wird, scheinbar unpassende Aussagen fallen und der Humor anders aufgefasst wird. Man wird erstaunt sein, dass viele autistische Personen gar nicht so unbeholfen im Gespräch sind, wenn man sich die Zeit nimmt, Vertrauen aufzubauen.2 Die Eltern werden gerne einige Informationen dazu geben, wie man ihr Kind erreichen kann und seine Bedürfnisse verstehen lernt. Keinen Blickkontakt zu halten, bedeutet eben nicht Ablehnung. Keine Umarmungen zu mögen, bedeutet nicht Gefühllosigkeit. Körpersprache, Mimik und Wortmelodie vom Gegenüber misszuverstehen, bedeutet nicht Beziehungsunfähigkeit. Insgesamt gilt, dass dieses Erleben „normal“ ist und ein Miteinander selbstverständlich sein sollte. Manchmal ist es sinnvoll, aus dem überfüllten Raum hinauszugehen, damit die autistische Person von den vielen verschiedenen Geräuschen (tickende Uhr, weinende Kinder, Geräusche aus dem Kaffeeautomaten, usw.) nicht überreizt wird und das Gespräch genießen kann. Die Unterhaltung kann dann zu einer tiefen Begegnung werden, wenn man sich von einem womöglich monotonen Tonfall oder sich wiederholenden oder zu direkten Aussagen nicht abschrecken lässt. Es ist bereichernd, wenn explizite Worte mehr zählen als Floskeln und wenn im Gespräch über die Beziehung zu Gott vielleicht Fakten und Details mehr bedeuten als Gefühle. Es ist spannend, wenn man gemeinsam über Tatsachen staunt, manchmal einfach schweigt oder von der Logik des Glaubens spricht, ohne fragen zu müssen: „Wie fühle ich mich? Wie geht es dir oder mir?“

Autistische Menschen haben oft besondere Interessen. Sie sind dementsprechend äußerst bewandert in diesem Gebiet. Das Interesse für ihre Gedankenwelt ermöglicht eine wachsende Beziehung. In der Begleitung eines Teenagers etwa habe ich ehrlich gesagt fast nichts davon verstanden, wie die Gesetze der Physik genau funktionieren. Aber nach den Gesprächen konnte ich nicht anders, als Gott anzubeten, weil der Schöpfer großartig ist und mich seine unglaublichen Ordnungen in ihm zuversichtlich ruhen lassen.

Mehr: www.evangelium21.net.

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