Wissenschaft

Was hinter der Diagnose „trans“ bei Jugendlichen steckt

Eine Klientin bereut die Operation: Ihre Stimme und ihre Brüste sind weg. Ein Patient hat alle Eingriffe hinter sich, doch die Schmerzen und die Depression bleiben. In ihrer Praxis hat die Psychotherapeutin Dr. Ingeborg Kraus keinen einzigen Fall erlebt, in dem die Diagnose eindeutig war. Trotzdem gilt in deutschen Kliniken der affirmative Ansatz: zustimmen, nicht nachfragen. Kraus beschreibt, was dabei übersehen wird, warum sich kaum eine Kollegin traut, das öffentlich zu sagen, und was Eltern tun können, deren Kind glaubt, im falschen Körper zu sein.

Sie schreibt: 

Am 12. April 2024 habe ich mir die Debatte im Parlament zum Selbstbestimmungsgesetz angehört. Ich war über die Art der Debatten erstaunt.! Seitens der SPD und Grünen wurde mit Thesen argumentiert, die völlig unwissenschaftlich und falsch waren wie: Es gäbe mehr als zwei Geschlechter und, man könne das Geschlecht wechseln. Die SPD-Abgeordnete Anke Hennig brachte sogar das Beispiel eines sechsjährigen Mädchens ein, das denkt, sie wäre ein Junge, und dem nun aufgrund des Selbstbestimmungsgesetzes unkritisch entsprochen werden kann. Das ist kein Kinderschutz, sondern Kindeswohlgefährdung, der Frau Hennig hier mit ihrem Beispiel den Weg ebnet. Kinder können nämlich die weitreichenden Folgen so einer Entscheidung nicht ermessen.

Dieses Gesetz wurde vom Deutschen Bundestag trotz dieser absurden Argumentationen beschlossen. Das schockierte mich und motivierte mich, einen Essay darüber zu schreiben. Mein Beitrag, „Warum ich das Selbstbestimmungsgesetz als Psychotherapeutin gänzlich ablehne“, erhielt innerhalb kürzester Zeit eine sehr hohe Reichweite auf „X“ (ca. 500.000 Views).

In den folgenden Wochen und Monaten kontaktierten mich sehr viele Menschen: darunter verzweifelte Mütter, deren Kinder sich als „trans“ identifizierten. Verunsicherte Lehrerinnen, die von Schülern gezwungen werden, sie mit einem anderen Pronomen und Namen anzusprechen, Kolleginnen und Kollegen, die mir zustimmten.

In meinem Essay sprach ich über meine klinische Erfahrung mit „Trans“-Menschen aus meiner psychotherapeutischen Tätigkeit. Meine Erfahrungen kollidieren nämlich mit dem gängigen Bild, das von den Befürwortern des Selbstbestimmungsgesetzes verbreitet wird, wie: „Kinder und Jugendliche wüssten über ihr Geschlecht ganz genau Bescheid“. Und: „Das Geschlecht sei ein Gefühl, man sollte es nicht in Frage stellen“. Die Befürworter des SBGG zeichnen ein sehr vereinfachtes Bild von „Transsexualität“ bzw. „Geschlechtsdysphorie“, das mittlerweile sogar im Schulunterricht vermittelt wird.

Mehr hier: frauenheldinnen.de.

„Manche Eltern haben regelrecht Angst, Grenzen zu setzen“

Mütter und Väter heute haben hohe Ansprüche an die Erziehung, doch die Kinderärztin Katharina Schroth warnt: Wenn die angeblichen Bedürfnisse des Kindes immer an oberster Stelle stehen, schadet das. Hier Auszüge aus einem Interview: 

Sie erleben, dass Eltern, die keine Grenzen setzen, am Ende sind?

Ja, absolut. Was ich häufig beobachte: Eltern, die den Anspruch der Bedürfnisorientierung exzessiv verfolgen, schaffen es beim ersten Kind vielleicht gerade noch so. Beim zweiten geraten viele schnell an ihre Grenzen. Manche Mütter stillen dann zum Beispiel im Tandem, verlieren deutlich an Gewicht, berichten über starken Haarausfall und sind körperlich wie nervlich völlig erschöpft. Das Problem ist für mich nicht das Stillen oder das Familienbett an sich, sondern wenn sich dauerhaft alles nur noch um die Bedürfnisse der Kinder dreht und die Eltern ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse aus den Augen verloren haben. Und selbst dann haben viele noch ein schlechtes Gewissen, weil sie glauben, ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden zu sein.

Wenn Sie in der Praxis merken, dass Eltern kurz vor dem Burnout stehen: Nutzen Sie dann die Möglichkeit, das anzusprechen?

Dahinter steckt ja ein vielschichtiges Problem. Es liegt nicht nur an der Idee der Bedürfnisorientierung, sondern an massiven strukturellen und gesellschaftlichen Belastungen. Oft ist das Kind elf Monate alt, der Wiedereinstieg in den Job steht an, es wird noch gestillt, und die Väter sind wieder voll im Beruf eingebunden. Wenn Mütter dann erschöpft bei mir sitzen, sage ich nicht einfach „Holen Sie sich Hilfe“ oder „Organisieren Sie sich besser“. Ich sage ihnen ganz bewusst: „Es ist völlig in Ordnung, wenn das Kind mal vor dem Fernseher sitzt.“ Und es ist auch völlig menschlich, wenn man mal die Nerven verliert und lauter wird. Das soll kein Freifahrtschein für Gewalt oder eine Rückkehr zu autoritären Schlägen sein – überhaupt nicht! Aber wir müssen viel milder mit uns selbst sein, denn was in uns passiert, überträgt sich auch aufs Kind. Wir Erwachsenen steuern ja schließlich das Schiff. Es ist nicht nur legitim, einem Kind Grenzen zu setzen und Nein zu sagen; es ist auch menschlich, wenn man mal an seine eigenen Grenzen stößt.

Eltern müssen also den Perfektionismus ablegen?

Ja, genau. Viele Eltern haben sich das Ziel gesetzt, dass ihr Kind absolut frei aufwachsen soll, ohne jeglichen Zwang. Dahinter steckt oft auch eine große Sehnsucht nach einer perfekt harmonischen, fast freundschaftlichen Beziehung zum eigenen Kind. Manche haben regelrecht Angst, diese Nähe durch Konflikte, klare Grenzen oder ein Nein zu gefährden. Aber wenn man den Punkt verpasst hat, frühzeitig klare Routinen einzuführen – etwa beim Zähneputzen, Zubettgehen oder bei den Mahlzeiten –, dann ist es mit einem Dreijährigen unglaublich kräftezehrend, das noch nachzuholen und plötzlich strenge Regeln durchzusetzen.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

Philosophischen Notizbücher Kurt Gödels voller theologischer Überlegungen

In den letzten Jahren wurden die Notizbücher des großen Mathematikers erschlossen. Dass er einen mathematischen Gottesbeweis verfasst hatte, war bekannt. Überrascht waren die Herausgeber allerings, dass seine Notizen so viele theologische Gedanken enthalten. Ulf von Rauchhaupt schreibt (FAZ vom 30.09.2026, Nr. 277, S. 12):

Im Sommer 1961 schrieb Kurt Gödel einen Brief an seine Mutter. Die damals 82 Jahre alte Frau lebte in Wien, er in Princeton, New Jersey, wo er dem Institute for Advanced Study angehörte. 1940 war er in die Vereinigten Staaten emigriert. „Du stellst in deinem letzten Brief die schwerwiegende Frage, ob ich an ein Wiedersehen glaube“, schrieb Gödel – die Rede war von einem Wiedersehen nach dem Tod. „Darüber kann ich nun folgendes sagen: Wenn die Welt vernünftig eingerichtet ist und einen Sinn hat, dann muss es das geben.“

Nun ist Kurt Gödel nicht irgendein Gelehrter. Seine sogenannten Unvollständigkeitssätze hatten Anfang der Dreißigerjahre die Grundlagen der Mathematik nachhaltig erschüttert, und von Albert Einstein wird überliefert, er habe Gödel einmal den größten Logiker seit Aristoteles genannt. Der Mathematiker John von Neumann, der Gödels wissenschaftliche Leistungen sicher noch besser einschätzen konnte, erklärte 1951, diese seien „mehr als monumental“ und etwas, das „weit in Raum und Zeit sichtbar bleiben wird“.

Und so jemand glaubte an ein Leben nach dem Tod? Tatsächlich nicht nur das. Spätestens seit 1940 beschäftigte sich Gödel mit einem Argument für die Existenz Gottes, das Anselm von Canterbury im elften Jahrhundert formuliert hatte und das als „ontologischer Gottesbeweis“ bekannt wurde. Insbesondere Immanuel Kant, dessen kritische Philosophie darauf gerichtet war, die Grenzen der theoretischen Vernunft auszuloten, hatte das ontologische Argument Anselms als ein Beispiel für die unzulässige Überschreitung dieser Grenzen vorgeführt. Nun aber ging Gödel her und formulierte es neu in der Sprache der modernen Logik, veröffentlichte die Arbeit aber nie. Kollegen, die von Gödels theologischen Interessen wussten, waren diese mitunter peinlich. So notierte der Ökonom Oskar Morgenstern 1970 in sein Tagebuch, Gödel habe seinen Gottesbeweis nur als logisches Experiment gedacht und werde ihn nicht veröffentlichen, damit niemand denke, er glaube an Gott.

Ausgrenzung von Juden an den Universitäten

Es gibt also auch einen guten Antisemitismus. Die Antisemitismusforscherin Julia Bernstein  bescheinigt:

Die Antisemitismusforschung ist tief gespalten. Es gibt nicht wenige Antisemitismusforscher, die den israelbezogenen Antisemitismus, der an den Hochschulen stark verbreitet ist, ignorieren und sich ganz auf den rechten und den historischen Antisemitismus konzentrieren. Nicht selten stehen dann gegenüber Wissenschaftlern, die auf den israelbezogenen Antisemitismus hinweisen, Vorwürfe im Raum, zum Beispiel zu übertreiben oder sogar rassistisch zu agieren.

Mehr: www.faz.net.

T.S. Eliot: Christliche Bildung als Gebot der Stunde

T.S. Eliot schreibt in „Moderne Erziehung und humanistische Bildung“ (Essays 1, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1988, S. 212–221, hier S. 221):

Mit der immer zunehmenden Verweltlichung der Welt im allgemeinen wird es zum dringenden Gebot der Stunde, daß Menschen, die sich zum Christentum bekennen, eine christliche Erziehung erhalten, die sowohl Erziehung für das weltliche Leben wie zur wahren Frömmigkeit sein sollte.

Die Abschaffung der Kinderarbeit

Was ich bei der Lektüre von Das Kapitel sehr bewegend fand, ist die Schilderung der Kinderarbeit in England. Die eindringlichste Schilderung findet sich in Kapitel 13 in Abschnitt 3a „Weiber- und Kinderarbeit“ (Karl Marx, Das Kapital, Bd. 1, 1959, S. 416 ff.). Auch christliche Fabrikanten werden in England oder Deutschland von der Kinderarbeit provitiert haben. Allerdings wäre es falsch, zu vermuten, dass die Christen im 19. Jahrhundert grundsätzlich über die Kinderarbeit erfreut waren. Ganz im Gegenteil waren es Christen, die z.B. in England für die Abschaffung der Kinderarbeit wirkten.

Alvin Schmidt schreibt in seinem Buch Wie das Christentum die Welt veränderte (#ad, 2009) dazu (S. 169–172):

Im Laufe der Geschichte des Christentums kam es immer wieder vor, dass viele seiner Anhänger wie das Saatgut in Jesu Gleichnis vom Sämann waren, das unter die Dornen fiel; sie waren so mit dieser Welt und dem, was sie ihnen bot, beschäftigt, dass sie den Geist Christi erstickten und unfruchtbar wurden (Matthäus 13,22). Dieses Gleichnis ist ein treffendes Bild für die vielen Menschen bzw. Staaten, die in der Frühzeit der Industriellen Revolution in Westeuropa dem Namen nach Christen bzw. christlich waren, aber das, was Christus über die Barmherzigkeit und Nächstenliebe geboten hatte, schlicht weg ignorierten. Ein solches Land war England im 19. Jahrhundert.

Einer der großen Missstände der damaligen Zeit war der weit verbreitete Missbrauch der Kinderarbeit. Jungen und Mädchen im Alter von sieben bis vierzehn Jahren arbeiteten in Kohlebergwerken, wo sie oft auf allen Vieren durch die niedrigen Stollen krochen, um die Loren mit Kohle zu beladen. Ihre Kleidung war oft mangelhaft und zerlumpt und von dem Wasser in den Schächten durchnässt. Viele dieser Kinder hungerten. Eine Untersuchung bringt folgendes Beispiel: „Man zog zwei Jungen aus der Grube heraus … das Wasser tropfte an ihnen herunter, sie sahen so elend aus wie zwei ertränkte Ratten.“ Eine andere Form der Kinderarbeit bestand darin, dass kleine Jungen von offenen Kaminen aus den Schornstein hochklettern mussten, um ihn für den Schornsteinfeger, in dessen Dienst sie standen, zu reinigen. Solche und ähnliche Beispiele waren im frühindustriellen England an der Tagesordnung.

Diese Praktiken blieben nicht ohne Widerstand. Etliche mutige, integre Männer begannen, im Britischen Parlament für Gesetze zur Abschaffung der Kinderarbeit für Kinder unterhalb eines bestimmten Alters zu kämpfen. Zu den bekannteren gehörten u.a. William Wilberforce, Charles Dickens und Thomas Carlyle, aber der unermüdlichste Verfechter von Gesetzen gegen die Kinderarbeit war Anthony Ashley Cooper, auch bekannt als Lord Shaftesbury (1801-1885), der etliche Jahre Abgeordneter im englischen Parlament war. Die Triebfeder dieses unverdrossenen Kämpfers war die christliche Nächstenliebe. Mit 26 Jahren schrieb er: „Ich möchte nichts, als für Gott und mein Land nützlich zu sein.“ Der berühmte Prediger Charles Spurgeon sagte über seinen Zeitgenossen Shaftesbury: „Einen Mann, der so fest im Evangelium Jesu Christi steht und so aktiv ist für Gott und die Menschen, habe ich kein zweites Mal gefunden. In Jahren intensiver Bemühungen, mit zahllosen Reden, persönlichen Opfern und unermüdlicher Beharrlichkeit, konnte Shaftesbury die Verabschiedung mehrerer Gesetze erreichen, die das Los der arbeitenden Kinder spürbar verbesserten. Das erste solche Gesetz war der Factory Act von 1833, der die Arbeitszeit von Kindern unter 13 Jahren auf 48 Stunden pro Woche begrenzte. Weitere Gesetze folgten in den 1840-er Jahren. Drei neue Factory Acts wurden 1864, 1867 und 1871 Gesetz, 1875 schließlich (als Antwort auf das Ubel der Schornsteinfeger-Kinderarbeit) der Chimney Sweep Act – alle eine Frucht von Shaftesburys unermüdlicher Arbeit. Diese neuen Gesetze waren gewaltige Fortschritte, auch wenn sie noch nicht ausreichten, um die Kinderarbeit gänzlich abzuschaffen.

Im Laufe der Jahre führten weitere Gesetze schließlich zur Abschaffung aller Kinderarbeit in Fabriken, Mühlen und Bergwerken. Länder wie die USA, Deutschland und Frankreich folgten dem englischen Beispiel und erließen ebentalls Gesetze zur Verbesserung der Situation der Kinder. Noch 1938 verbesserten die USA den Schutz der Kinder durch den Fair Labor Standards Act. Heute ist die Kinderarbeit in den westlichen Ländern illegal, doch in China, Thailand, Bangladesh, Westafrika, Mexiko und anderen Ländern arbeiten heute noch bereits Siebenjährige in Fabriken, in der Textilindustrie und in der Landwirtschaft. 1997 schätzte die UNICEF, dass 2 bis 4 Millionen Kinder in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft Mexikos arbeiteten. 345 Wenn heute die Menschen im Westen schockiert reagieren, wenn sie hören, dass die Kinder arbeit noch in so vielen Ländern üblich ist, tun sie das, weil sie unbewusst von eben der Tradition christlicher Nächstenliebe geprägt sind, die die treibende Kraft im Lchen von Lord Shaftesbury war. Es war der Christ Shaftesbury, und nicht, wie manchmal behauptet wird, der Atheist Karl Marx, der das soziale Gewissen der Briten für das Übel der Kinderarbeit sensibilisierte. Als das englische Parlament 1833 aut Betreiben Shaftesburys den Factory Act verabschiedete, war Marx erst 15 Jahre alt.

Derrick Jensen kritisiert die Queer-Theorie

Der radikale Ökologist Derrick Jensen hat in der öffentlichen Bibliothek von Eugene in Oregon (USA) im Jahr 2018 anhand von Zitaten gezeigt, dass maßgebliche Vertreter der Queer-Theorie mit der Pädophilie sympathisieren. Was es auslösen kann, primäre Quelle zu zitieren, zeigt dieser Videomitschnitt:

Die Kirche und die Gründung der Universitäten

Rodney Stark in Der Sieg des Abendlandes (#ad, 2019, S. 100–101):

Bildung. Als sie von der Kirche im 12. Jahrhundert gegründet wurden, waren die Universitäten etwas gänzlich Neues unter der Sonne – eine Institution, die sich ausschließlich der höheren Bildung verschrieb. Diese christliche Erfindung war etwas völlig anderes als die chinesischen Akademien, auf denen Mandarine ihr Training erhielten, oder auch die Zen-Schulen. Den neuen Universitäten ging es nicht primär darum, überlieferte Weisheiten weiterzugeben. Stattdessen erlangten sie ihren Ruhm – nicht anders als es noch heute geschieht – stets durch Innovation. So versuchten die Professoren vor allem, ihren Studenten Mittel zur Aneignung von Wissen an die Hand zu geben. Sie gaben sich nicht damit zufrieden, von den Griechen übernommene Weisheiten wiederzukäuen, sondern waren bereits darauf eingestellt, die Altvorderen zu kritisieren und zu korrigieren.

Die beiden ersten Universitäten entstanden Mitte des 12. Jahrhunderts in Paris und Bologna. Um 1200 gründete man Oxford und Cambridge, gefolgt von einer ganzen Flut neuer Institutionen während des ganzen 13. Jahrhunderts: es entstanden Universitäten in Toulouse, Orléans, Neapel, Sevilla, Lissabon, Grenoble, Padua, Rom, Perugia, Pisa, Modena, Florenz, Prag, Krakau, Wien, Heidelberg, Köln, Budapest, Erfurt, Leipzig und Rostock. Ein verbreiteter Irrtum besagt, dass diese Häuser gar keine echten Universitäten gewesen seien, sondern nur aus drei oder vier Lehrern und einigen wenigen Dutzend Studenten bestanden. Aber auch das ist nicht wahr. Bereits im frühen 13. Jahrhundert schrieben sich zwischen 1000 und 1500 Studenten jeweils in Paris, Bologna, Oxford und Toulouse ein – in Paris waren es jedes Jahr sogar ca. 500 neue Studenten. Was die Qualität des Unterrichts angeht, darf man daran erinnern, dass in genau diesen Universitäten die Wissenschaft geboren wurde. Man beachte, dass diese Institutionen zutiefst christlich waren: alle Fakultäten unterstanden Ordensgemeinschaften und demzufolge auch alle frühen Wissenschaftler.

Das „Aushängeschild der Diversität“ ist in Wahrheit ein Hochstapler

Wir dürfen gespannt darauf warten, ob es eines Tages eine Netflix-Serie zum Thema geben wird. Jason Arday war der jüngste schwarze Cambridge-Professor aller Zeiten. Doch seine außergewöhnliche Biographie soll er maßgeblich erfunden haben. Jetzt ist er zurückgetreten. Die Universität hatte die Berufung im Februar 2023 selbst als große Erfolgsgeschichte präsentiert. Der damalige Vizekanzler für Bildung, Bhaskar Vira, bezeichnete Arday als „außergewöhnlichen Wissenschaftler“, der die Forschung in Cambridge erheblich voranbringen werde (vgl. hier).

Die FAZ berichtet in „Das ‚Aushängeschild der Diversität‘ ist in Wahrheit ein Hochstapler“:

Wer in 35 Tagen 30 Marathons läuft, neun davon mit einer Fissur im Oberschenkel, ist zweifellos ein Leistungssportler mit einer außergewöhnlich hohen Schmerztoleranz. Wer in sechs Tagen 600 Meilen zurücklegt, gehört vermutlich zu den besten Ausdauerläufern aller Zeiten: Der Weltrekord liegt bei 650 Meilen. Wer so etwas tut, um Spenden für karitative Zwecke zu sammeln, und in zwanzig Jahren über fünf Millionen Pfund einwirbt, erweist sich darüber hinaus als ebenso strebsamer wie wohltätiger Mensch. Oder aber er ist ein Lügner. Am späten Mittwochabend hat Jason Arday, Professor für Bildungssoziologie an der Universität Cambridge, seinen Rücktritt erklärt. Vorausgegangen waren immer neue Enthüllungen zu Unstimmigkeiten in seiner Biographie.

Auf den ersten Blick liest sich diese wie ein Aufsteigermärchen. Geboren 1985 als Kind ghanaischer Einwanderer, wuchs er in einer Londoner Sozialbausiedlung auf. Im Alter von drei Jahren wurde bei ihm Autismus diagnostiziert, erst mit elf lernte er sprechen, mit 18 lesen und schreiben. Damit war Arday vermutlich eines der am stärksten benachteiligten Kinder Großbritanniens.

Dennoch schaffte er es an die Universität, studierte Sport und Pädagogik, wurde 2015 an der John Moores University in Liverpool promoviert. Mit Forschungen zu rassistischen Strukturen im Bildungswesen machte er sich einen Namen. 2023 dann die Krönung: Arday wurde zum Professor an der Pädagogischen Fakultät in Cambridge berufen, als einer von nur sechs schwarzen Lehrstuhlinhabern der Universität und als jüngster aller Zeiten. Zeitungsporträts feierten seinen mustergültigen Aufstieg per aspera ad astra.

Das ist mehr als die Entlarvung einer Hochstablerei. Die gesamte Geschichte zeigt, wie traurig es um den Wissenschaftsbetrieb selbst an Eliteuniversitäten steht, wenn nicht Wahrheitsliebe, sondern Aktivismus im Vordergrund steht.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

Ich empfehle außerdem ein Gespräch mit Nathan Cofnas (Talk von News UK):

„Sexuellen Bildung“

In einem IDEA-Beitrag zeichnet der Publizist Martin Voigt nach, wie die Ideen Helmut Kentlers (siehe hier) noch heute die Sexualerziehung in den Bildungseinrichtungen prägen. 

Entscheidend für die Überführung von Kentlers Ansatz in die Schulen und Kitas war sein Meisterschüler, der Pädagoge Uwe Sielert. Er gründete 1988 das Institut für Sexualpädagogik (isp) und brachte Kentlers emanzipatorische Sexualpädagogik unter dem neuen Begriff „sexuelle Bildung“ in den Bildungsbetrieb ein. Über seinen Einfluss auf die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und mittelbar auch auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), über Fortbildungen für zahlreiche Pädagogen und den Aufbau eines weit verzweigten sexualpädagogischen Netzwerks schuf Sielert nach und nach ein ganzes sexualpädagogisches Universum im Sinne Kentlers.

Nachdem die pädokriminelle Vergangenheit Kentlers publik wurde, distanzierte sich Sielert von Kentler. An der inhaltlichen Ausrichtung der Kentler-Sielert-Schule hat sich jedoch nichts geändert. Die Sexualpädagogik der „Falken“ entspricht dieser Kentler-Sielert-Schule. Sie steht ideologisch in einer Reihe mit der „Sexualpädagogik der Vielfalt“ (BELTZ), jenem von Elisabeth Tuider, Stefan Timmermanns, Mario Müller, Carola Koppermann und Petra Bruns-Bachmann erstellten Praxisbuch der „sexuellen Bildung“, das ab 2014 für bundesweite Aufregung sorgte.

So empfiehlt etwa eine Sexualpädagogik-Broschüre der „Falken“ eine Grabbelsack-Übung, bei der Achtjährige Sex-Spielzeug, „Lecktücher“, Kondome, Gleitgel, Holzpenisse und Vibratoren herausziehen und dazu etwas sagen sollen. Weitere Spiele wie „Sex-Salat“ oder „Schwul-Lesbisches Bingo“ zielen ebenso auf die Sexualisierung der Kinder.

Mehr: www.idea.de.

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