Pädagogik

Zum Akkreditierungsentzug der STH

Der STH in Basel (Schweiz) wird die staatliche Anerkennung unter anderem deshalb entzogen, weil sie nur männliche Professoren hat – und weil der „Diversitätsbegriff“ der Hochschule zu eng sei.

Die FAZ berichtet: 

In der Schweiz, wo sich das akademische Geschlechterverhältnis auf ähnlichem Niveau wie in Deutschland bewegt, versuchte man jetzt etwas nachzuhelfen. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, verlor die in Basel ansässige „Staatsunabhängige Theologische Hochschule“ (STH) ihre staatliche Anerkennung unter anderem deshalb, weil sie zu wenig weibliches Führungspersonal hat. Alle fünf Professuren der Privathochschule sind mit Männern besetzt. Der Akkreditierungsrat wertete dies als Verstoß gegen das Gleichstellungsprinzip.

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Außerdem rügen die Gutachter den zu engen, nur auf Mann und Frau begrenzten Diversitätsbegriff der STH. Soll die Hochschule akademische Stellen demnach nicht nur bevorzugt an Frauen, sondern auch bevorzugt an andere unterrepräsentierte Gruppen vergeben, und wenn ja, in welcher Gewichtung? Bezieht sich Diversität nur auf äußere Merkmale oder auch auf die intellektuelle Vielfalt oder soziale Herkunft? Und wie kann das mit dem Leistungsprinzip in Einklang gebracht werden an einer kleinen Hochschule, die nur wenige Professuren zu besetzen hat? Das Gutachten gibt darauf nur die nebulöse Antwort, der interdisziplinäre Diversitätsdiskurs sei „noch nicht aufgenommen, reflektiert und mit strategischen Zielen einbezogen“ worden.

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Permanente Geschlechtsmarkierung

Gendersterne und andere „gerechte“ Sonderzeichen widersprechen den amtlichen Rechtschreibregeln. Dennoch machen sie sich schon im Unterricht für Grundschüler breit. Gerald Ehegartner schreibt: 

Gendern steht auch in einem Spannungsverhältnis zum sprachlichen Ökonomieprinzip. Untersuchungen zeigen, dass Sprachen Informationen trotz großer struktureller Unterschiede mit einer erstaunlich ähnlichen Rate von durchschnittlich rund 39 Bit pro Sekunde übertragen. Wird für eine vergleichbare Information mehr sprachliches Material benötigt, zum Beispiel mit der Paarform „Schülerinnen und Schüler“ oder mit „Schüler:innen“ statt „Schüler“, so verlängert sich tendenziell die Übertragungsdauer.

Sprache unterliegt einem natürlichen Ökonomisierungsdruck: Was häufig gebraucht wird, tendiert zu Verkürzung und Vereinfachung – nicht zu zusätzlicher Komplexität.

Gendern wirkt diesem Prinzip entgegen: Es erweitert oder markiert Personenbezeichnungen zusätzlich und unterbricht in der gesprochenen Form bei Sonderzeichen den Redefluss durch einen Glottisschlag. Zugleich markiert die Gendersprache permanent das Geschlecht – auch wenn dieses völlig unerheblich ist. Das gilt ebenso für die Paarform. Gendern sexualisiert damit die deutsche Sprache – nicht im Sinne einer Erotisierung, sondern einer permanenten Kategorisierung nach Geschlecht.

Dabei verlieren Tausende grammatisch maskuline Oberbegriffe wie „Bürger“ oder „Schüler“ ihre geschlechtsneutrale Funktion. Oberbegriffe sind für das abstrakte und schnelle Verarbeiten von Informationen jedoch unerlässlich.

Damit stellt sich die Frage, ob der Verlust einer universellen, generischen Ebene unsere Fähigkeit schwächt, sprachlich vom Besonderen zu abstrahieren und das Allgemeine zu denken. Der erzwungene Einschub der Geschlechterklasse fragmentiert jedenfalls die sprachliche Repräsentanz des Universalen – das generische, also geschlechtsneutrale Maskulinum muss einer permanenten Geschlechtsmarkierung weichen.

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„Manche Eltern haben regelrecht Angst, Grenzen zu setzen“

Mütter und Väter heute haben hohe Ansprüche an die Erziehung, doch die Kinderärztin Katharina Schroth warnt: Wenn die angeblichen Bedürfnisse des Kindes immer an oberster Stelle stehen, schadet das. Hier Auszüge aus einem Interview: 

Sie erleben, dass Eltern, die keine Grenzen setzen, am Ende sind?

Ja, absolut. Was ich häufig beobachte: Eltern, die den Anspruch der Bedürfnisorientierung exzessiv verfolgen, schaffen es beim ersten Kind vielleicht gerade noch so. Beim zweiten geraten viele schnell an ihre Grenzen. Manche Mütter stillen dann zum Beispiel im Tandem, verlieren deutlich an Gewicht, berichten über starken Haarausfall und sind körperlich wie nervlich völlig erschöpft. Das Problem ist für mich nicht das Stillen oder das Familienbett an sich, sondern wenn sich dauerhaft alles nur noch um die Bedürfnisse der Kinder dreht und die Eltern ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse aus den Augen verloren haben. Und selbst dann haben viele noch ein schlechtes Gewissen, weil sie glauben, ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden zu sein.

Wenn Sie in der Praxis merken, dass Eltern kurz vor dem Burnout stehen: Nutzen Sie dann die Möglichkeit, das anzusprechen?

Dahinter steckt ja ein vielschichtiges Problem. Es liegt nicht nur an der Idee der Bedürfnisorientierung, sondern an massiven strukturellen und gesellschaftlichen Belastungen. Oft ist das Kind elf Monate alt, der Wiedereinstieg in den Job steht an, es wird noch gestillt, und die Väter sind wieder voll im Beruf eingebunden. Wenn Mütter dann erschöpft bei mir sitzen, sage ich nicht einfach „Holen Sie sich Hilfe“ oder „Organisieren Sie sich besser“. Ich sage ihnen ganz bewusst: „Es ist völlig in Ordnung, wenn das Kind mal vor dem Fernseher sitzt.“ Und es ist auch völlig menschlich, wenn man mal die Nerven verliert und lauter wird. Das soll kein Freifahrtschein für Gewalt oder eine Rückkehr zu autoritären Schlägen sein – überhaupt nicht! Aber wir müssen viel milder mit uns selbst sein, denn was in uns passiert, überträgt sich auch aufs Kind. Wir Erwachsenen steuern ja schließlich das Schiff. Es ist nicht nur legitim, einem Kind Grenzen zu setzen und Nein zu sagen; es ist auch menschlich, wenn man mal an seine eigenen Grenzen stößt.

Eltern müssen also den Perfektionismus ablegen?

Ja, genau. Viele Eltern haben sich das Ziel gesetzt, dass ihr Kind absolut frei aufwachsen soll, ohne jeglichen Zwang. Dahinter steckt oft auch eine große Sehnsucht nach einer perfekt harmonischen, fast freundschaftlichen Beziehung zum eigenen Kind. Manche haben regelrecht Angst, diese Nähe durch Konflikte, klare Grenzen oder ein Nein zu gefährden. Aber wenn man den Punkt verpasst hat, frühzeitig klare Routinen einzuführen – etwa beim Zähneputzen, Zubettgehen oder bei den Mahlzeiten –, dann ist es mit einem Dreijährigen unglaublich kräftezehrend, das noch nachzuholen und plötzlich strenge Regeln durchzusetzen.

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T.S. Eliot: Christliche Bildung als Gebot der Stunde

T.S. Eliot schreibt in „Moderne Erziehung und humanistische Bildung“ (Essays 1, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1988, S. 212–221, hier S. 221):

Mit der immer zunehmenden Verweltlichung der Welt im allgemeinen wird es zum dringenden Gebot der Stunde, daß Menschen, die sich zum Christentum bekennen, eine christliche Erziehung erhalten, die sowohl Erziehung für das weltliche Leben wie zur wahren Frömmigkeit sein sollte.

„Sexuellen Bildung“

In einem IDEA-Beitrag zeichnet der Publizist Martin Voigt nach, wie die Ideen Helmut Kentlers (siehe hier) noch heute die Sexualerziehung in den Bildungseinrichtungen prägen. 

Entscheidend für die Überführung von Kentlers Ansatz in die Schulen und Kitas war sein Meisterschüler, der Pädagoge Uwe Sielert. Er gründete 1988 das Institut für Sexualpädagogik (isp) und brachte Kentlers emanzipatorische Sexualpädagogik unter dem neuen Begriff „sexuelle Bildung“ in den Bildungsbetrieb ein. Über seinen Einfluss auf die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und mittelbar auch auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), über Fortbildungen für zahlreiche Pädagogen und den Aufbau eines weit verzweigten sexualpädagogischen Netzwerks schuf Sielert nach und nach ein ganzes sexualpädagogisches Universum im Sinne Kentlers.

Nachdem die pädokriminelle Vergangenheit Kentlers publik wurde, distanzierte sich Sielert von Kentler. An der inhaltlichen Ausrichtung der Kentler-Sielert-Schule hat sich jedoch nichts geändert. Die Sexualpädagogik der „Falken“ entspricht dieser Kentler-Sielert-Schule. Sie steht ideologisch in einer Reihe mit der „Sexualpädagogik der Vielfalt“ (BELTZ), jenem von Elisabeth Tuider, Stefan Timmermanns, Mario Müller, Carola Koppermann und Petra Bruns-Bachmann erstellten Praxisbuch der „sexuellen Bildung“, das ab 2014 für bundesweite Aufregung sorgte.

So empfiehlt etwa eine Sexualpädagogik-Broschüre der „Falken“ eine Grabbelsack-Übung, bei der Achtjährige Sex-Spielzeug, „Lecktücher“, Kondome, Gleitgel, Holzpenisse und Vibratoren herausziehen und dazu etwas sagen sollen. Weitere Spiele wie „Sex-Salat“ oder „Schwul-Lesbisches Bingo“ zielen ebenso auf die Sexualisierung der Kinder.

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Bibel als Weltliteratur

Die neue Lektüreliste für texanische Schüler hat viel Kritik auf sie gezogen – auch, weil die Bibel in der Schule gelesen werden soll. Kritiker erkennen darin einen weiteren Schritt hin zu einer schleichenden Aushöhlung der Trennung von Staat und Religion, die in den USA vorgeschrieben ist. Doch sie erweist sich die Liste in manchen Aspekten als sinnvoll, wenn es um die Vermittlung literarischer Kompetenz geht – meint Reinhard Zöllner. 

Er schreibt (FAZ, 11.07.2026, Nr. 158, S. Z2): 

Wer sich jedoch die Mühe macht, die siebzehnseitige Liste für die Jahrgangsstufen von Kindergarten bis Oberstufe tatsächlich zu lesen, stößt auf ein überraschend anderes Bild. Zweifellos ist der Lektüreplan insgesamt deutlich konservativer als vergleichbare Curricula in Europa. Er betont die amerikanische Gründungsgeschichte, die Verfassung, George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und die Geschichte von Texas. Daneben finden sich auch konservativ-libertäre Autoren wie die Atheistin Ayn Rand oder der schwarze Ökonom Thomas Sowell, der sich gegen Affirmative Action ausspricht. Der politische Akzent ist klar zu erkennen.

Aber für die Auswahl der biblischen Texte lässt sich eine solche Tendenz nicht ohne Weiteres behaupten. Der Kanon behandelt die Bibel nicht als Katechismus, sondern als Weltliteratur. Selbst wer den Lehrplanschreibern christlich-nationale Motive unterstellt, muss feststellen, dass das Ergebnis erstaunlich säkular und bildungsbürgerlich wirkt. Aufgenommen wurden insgesamt vierzehn biblische Geschichten und Texte, darunter aus dem Alten Testament die Geschichten von Noah, David und Goliath, Daniel in der Löwengrube, Psalm 23, Prediger 3 („Alles hat seine Zeit“), Hiob sowie der Sündenfall. Aus dem Neuen Testament kommen unter anderem die Seligpreisungen aus der Bergpredigt, das Gleichnis vom Verlorenen Sohn und das Hohelied der Liebe aus dem 1. Korintherbrief hinzu. Fast sämtliche ausgewählten Bibelstellen behandeln universale menschliche Fragen: Wie geht man mit Angst, Leid und Schuld um? Wie lebt man demütig? Was ist Liebe? Dies sind Themen, die man in Deutschland heute wohl als „Lebenskunde“ verstehen würde. Besonders aufschlussreich ist, was nicht auf der Liste steht. Ausgerechnet die Schöpfungsgeschichte fehlt. Wer in dem Lehrplan einen Versuch vermutet, den Kreationismus durch die Hintertür in den Englischunterricht einzuführen, dürfte überrascht sein. Statt Genesis 1 begegnen den Schülerinnen und Schülern erst Adam und Eva – als eine der großen Erzählungen über Freiheit, Schuld und menschliche Selbstüberschätzung. Die Zehn Gebote sind nicht dabei, ebenso keine Texte, die klassische christliche, aber konfessionell strittige Themen wie Rechtfertigung und Gnade, Kreuzigung, Auferstehung und Apokalypse behandeln. Nicht einmal Weihnachten kommt vor. Die Auswahl folgt insgesamt erkennbar nicht theologischen, sondern literarischen Kriterien. Viele der zu lesenden Texte sind zudem außerordentlich wirkmächtig; sie wurden in der Literatur- und Kulturgeschichte unzählige Male aufgegriffen.

Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen nicht „wegzuerziehen“

Aus einem FAZ-Leserbrief zum Thema „Diskriminierung von Jungen“ (06.06.2026, Nr. 128, S. 7):

Kaum ein gesellschaftlicher Bereich wurde seit den späten Sechzigerjahren derart von politischen Glaubenssätzen durchdrungen wie das Bildungswesen. Die Vorstellung, geschlechtsspezifische Unterschiede seien weitgehend soziale Konstruktionen, gehört längst zum unhinterfragbaren Dogma vieler Bildungsfunktionäre. Die Folgen sind sichtbar: Jungen scheitern häufiger in der Schule, verlieren früher die Motivation und geraten häufiger in problematische Entwicklungen. Bemerkenswert ist dabei die Gleichgültigkeit, mit der dies oft hingenommen wird – nicht selten mit dem Hinweis, Männer würden später im Berufsleben ohnehin wieder profitieren. Man stelle sich vor, über schulische Benachteiligungen von Mädchen würde in vergleichbarer Weise gesprochen.

Der modische Begriff der „toxischen Männlichkeit“ spiegelt diese Geisteshaltung inzwischen auch sprachlich wider. Er steht sinnbildlich für ein kulturelles Klima, in dem männliche Eigenschaften zunehmend unter Generalverdacht geraten. Wer Jungen über Jahre vermittelt, sie seien zugleich privilegiert, problematisch und letztlich selbst schuld an ihrem Scheitern, darf sich über Frustration, Entfremdung und politische Radikalisierung eines Teils junger Männer nicht wundern.

Der Versuch, erkennbare Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen durch eine zunehmend feminisierte Pädagogik gleichsam „wegzuerziehen“, ist zum Scheitern verurteilt. Wirklichkeit lässt sich auf Dauer nicht ideologischen Wunschbildern unterordnen. Vielleicht sollte man deshalb endlich aufhören, die Dinge zu beschönigen, und das Kind beim Namen nennen: Vieles spricht dafür, dass wir es inzwischen mit einer ideologisch motivierten Diskriminierung von Jungen zu tun haben.

Kika – eine Politikschleuder

Geschlechterrollen, Rassismus, Kriminalität: Der öffentlich-rechtliche Kinderkanal Kika transportiert am laufenden Band politische Botschaften an die Kinder – will sie quasi erziehen:

Die Kika-Beiträge zählen laut Rundfunkstaatsvertrag zu Bildungsbeiträgen. Sie müssen regulär laut Medienstaatsvertrag nach fünf Jahren gelöscht werden. Die Länder wollen mit unterschiedlichen Löschfristen verhindern, dass die Mediatheken von ARD und ZDF private Streaming-Anbieter ausstechen. Bei keinem der von WELT ausgewerteten Beiträge war die Löschfrist abgelaufen.

Allen gemeinsam ist ihre unübersehbare Parteinahme. Das gilt auch für den 2023 erstmals veröffentlichten Beitrag über „Nick“, das Mädchen, das im falschen Körper geboren sei. „Besonders problematisch ist, dass die Sendung medizinische Eingriffe in ‚Nicks‘ Körper inklusive chemischer Kastration und Testosteronspritzen in eine kindgerechte Glückserzählung einbettet, an deren Ende Nick glücklich und akzeptiert ist“, kommentiert die Biologin Vollbrecht. Die Botschaft des Films nennt sie „fatal“: „Wer als Mädchen keine Barbies mag, bekommt die medizinisch animierte Erlösung als Junge.“

Meine Meinung: KiKA gar nicht erst einschalten. Das Programm hemmt die Kreativität von Kindern ohnehin.

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Die Massenuniversität frisst ihre Kinder

Der Althistoriker Michael Sommer beschreibt in einem WELT-Beitrag den Niedergang der Bildung in Deutschland, der nun durch die KI-Welle noch einmal beschleunigt wird. 

Zitat: 

Die Umorientierung der jungen Leute – weg von Ausbildungsberufen, rein in die Hochschulen – bekamen nicht nur die Arbeitgeber zu spüren, sie veränderte auch die Universitäten nachhaltig. Viele angehende Studenten glaubten nur zu gerne, was ihnen Politik und Elternhäuser versprachen: dass das Studium die Eintrittskarte für ein besseres Leben, vor allem besser bezahlte Jobs sein würde. Die Motivation, mit der Abiturienten ein Studium aufnehmen, hat sich so grundlegend gewandelt wie die Fertigkeiten, mit denen sie in die Hochschule kommen. Die intrinsische Motivation, sich auf Wissenschaft einzulassen, ist der extrinsischen Motivation gewichen, durch das Studium von der vermeintlichen Pole Position in den Arbeitsmarkt zu starten.

Die Politik hat – europaweit – auf die gewandelte Rolle der Universitäten reagiert, indem sie mit der Bologna-Reform das Studium in eine Prüfungsrallye umfunktioniert hat. Im Vordergrund steht statt sperriger Inhalte und Methoden das Sammeln von Zertifikaten, die den Absolventen als formal qualifiziert ausweisen. Weil aber die Grundbedingung der Studierfähigkeit mittlerweile bei mehr als der Hälfte der Studienanfänger nicht mehr oder nur noch zum Teil gegeben ist, verkommt das Zertifikatesammeln zur Farce. Alle wissen es, aber die Hochschulen sind willige Komplizen, weil sie ihre Größe und relative Finanzkraft den Studentenarmeen verdanken, die sie bis zum Examen durchschleusen.

Die Künstliche Intelligenz ist jetzt der Lackmustest für die Massenuniversität. Dass Professoren zurecht fürchten, von einer neuen, die Plagiatswelle noch übertreffenden Betrugslawine überrollt zu werden, ist im Grunde die Anerkenntnis dessen, dass die Universitäten heute ein dysfunktionales System sind und den Test nicht bestanden haben. Denn zum Betrügen gehören außer der KI noch zwei: Studenten, die sich Zertifikate erschleichen, und Professoren, die sie damit durchkommen lassen.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.

„Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen“

Der Neurobiologe Martin Korte hat in der FAZ beschrieben, warum gerade Kinder so anfällig für Social-Media-Angebote sind. Dabei geht es nicht nur um Dopamin und Sucht, sondern auch um die Vorbildfunktion der Eltern. Korte plädiert dafür, dass die Eltern viel Zeit spielerisch mit den Kindern verbringen und dabei die Smartphones ausgeschaltet bleiben.

Zitat (FAZ, 09.03.2026, Nr. 57, S. 18):

Ganz im Sinne von Augustinus’ Ausspruch „Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen“ gilt aber, dass es nicht nur darum geht, wie viel Bildschirmzeit Kinder haben, sondern auch, was die Erziehungsberechtigten um sie herum für ein Mediennutzungsverhalten an den Tag legen. Bemerkenswert in diesem Kontext ist eine Studie von Chen Yu von der Indiana-Universität in den Vereinigten Staaten. Diese hat ergeben: Je konzentrierter die Eltern nur eine Sache anschauten (ohne Unterbrechungen!), umso konzentrierter waren auch die eigenen Kinder. Die Studie zeigte auch, dass Kinder umso schneller Spiele abbrechen, je häufiger die Eltern auf ihre Handys schauten. Kinder imitieren nicht nur das Onlineverhalten ihrer Eltern. Auch wie konzentriert sie versuchen, bei einer Tätigkeit zu bleiben, wird beeinflusst durch das, was ihre Eltern ihnen vorleben. Gerade das Spielen mit Kindern profitiert, wenn es ausschließlich stattfindet, also auch aufseiten der Eltern nicht gleichzeitig mit etwas anderem. Aber der Einfluss der digitalen Mediennutzung der Erziehungsberechtigten geht noch weiter: In einer Studie mit knapp 200 Eltern-Kind-Beziehungen über einen sechsmonatigen Beobachtungszeitraum zeigte sich eindeutig: Je mehr Zeit Eltern an Bildschirmen verbringen, umso aggressiver und unruhiger waren zweijährige Kinder, vor allem wohl, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erregen. Studien haben außerdem erbracht, dass die Schulleistung generell um sechs Prozent steigt, wenn Eltern die Handynutzung einschränken, unter schwächeren Schülern sogar um 14 Prozent.

Warum ist die Zeit des freien Spielens, der Interaktion mit Kindern und deren Chance, freie Zeit für sich und Freunde zu haben, so wichtig? Ein Grund liegt darin, dass Kinder darin geschult werden, selbst zu entscheiden und Aspekte ihres Lebens mitzugestalten; all das steigert die Selbstkompetenz. Die PISA-Studie definiert Selbstkompetenz als „selbständiges Handeln, das den Einzelnen in die Lage versetzt, sein Leben durch eigenständiges Kontrollieren der Lebens- und Arbeitsbedingungen auf verantwortungsvolle und sinnvolle Weise zu gestalten“. Die neueste PISA-Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass gerade in Deutschland die Selbstkompetenz und Selbstwirksamkeit, der Glaube an die eigene Fähigkeit, mit Lernsituationen effektiv umgehen zu können und Schwierigkeiten zu überwinden, unter Jugendlichen sinkt. Diskutiert werden müsste, ob auch dies mit einem zunehmenden Medienkonsum in dem Sinne zusammenhängt, als dass dadurch bedingt weniger Zeit für freies kreatives Spielen vorhanden ist.

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