Warum Judith Butler Unterwerfung fordert

Marco Ebert hat für die FAZ einen gehaltvollen Beitrag über Judith Butler veröffentlicht. Während in den Gender Studies Butler bis heute die Rolle einer moralischen Instanz ausübt und ihre Unterscheidung zwischen Gender und Sex und damit ihr Konzept „Gender Doing“ weitestgehend unwidersprochen vermittelt wird (wir haben im Blog schon viel darüber diskutiert, siehe etwa hier und hier), ist kaum darüber reflektiert worden, dass sich die Philosophin von liberalen und linken Freiheitsvorstellungen entfernt hat und sich inzwischen den Positionen islamistischer Ideologien annähert. So ist auch Butlers Engagement gegen den jüdischen Staat verständlich. Bereits 2006 lobte die Professorin während einer Podiumsdiskussion in Berkeley die antisemitischen Terrororganisationen Hamas und Hizbullah als „soziale“ und „progressive“ Bewegungen und Teil einer „globalen Linken“.

Marco Ebert schreibt:

Dass es sich bei dem hier vertretenen Menschen- und Gesellschaftsbild nicht um einen radikalen Pazifismus oder um eine „Ethik der Gewaltlosigkeit“ handelt, wie Butler selbst behauptet, sondern um eine Ideologie, die überaus gewaltvolle Konsequenzen zeitigt, lässt sich ihren Schriften unmittelbar entnehmen.

Durch die radikale Ablehnung liberaler und linker Freiheitsvorstellungen samt deren Kernbegriffen Universalismus, Subjektivität und Individuum nähert sich Butler den Positionen islamistischer Ideologen an. Das tut sie, indem sie eine Neudefinition von Freiheit fordert, die nicht mehr auf Subjektivität, sexueller und künstlerischer Ausdrucksfreiheit beruht, sondern vom Begriff der Handlungsfähigkeit (agency) ausgeht: Agency „erlaubt diverse Praktiken als Ausdruck von Freiheit vorzustellen, die nicht unbedingt dem Individuum entspringen oder irgendeiner innerlichen Vorstellung von Selbstbestimmung“. Eine solche Praktik ist für Butler beispielsweise die „Freiheit, eine Burka zu tragen“.

Hier der Artikel, der allerdings hinter einer Bezahlschranke liegt: www.faz.net.

Diskriminierende Werbung wird gerügt

Für Werbung, die den Klischees der „Genderpolizei“ nicht entspricht, wird die Luft dünner. In Deutschland werden bestimmte Reklamevideos gerügt, in England werden sie jetzt gleich verboten.

Die Zeiten, in denen man im öffentlichen Raum witzig sein durfte, ironisch oder provokant, neigen sich dem Ende zu. Irgendwer fühlt sich immer beleidigt und sieht rote Linien überschritten. Eine ganze Twitter-Gemeinde – gern Publizisten und Politiker –, wartet nur aufs Stichwort, um im Namen der Political-, Gender- und Minderheiten-Correctness Inquisition zu spielen.

Das bekommen auch die Werber zu spüren. 1524 Beschwerden über Reklame verzeichnet der Deutsche Werberat für das erste Halbjahr 2019. Das sind schon jetzt mehr als im vergangenen Jahr insgesamt, in dem das Selbstkontrollorgan der Werbewirtschaft 1235 Eingaben verzeichnete.

Zu tun hat das auch mit der Edeka-Werbung zum Muttertag, die sich über Väter als sozial minderbegabte Familienmonster lustig machte. Diese Darstellung konnten – so sie unbedingt wollten –, Frauen wie Männer diskriminierend finden. Allein zu diesem Video gingen 750 Beschwerden ein, der Werberat sprach eine öffentliche Rüge aus.

Mehr bei der FAZ: www.faz.net.

Die Tragödie von Joshua Harris: Ernüchternde Gedanken für Evangelikale

Al Mohler hat sich sehr ausführlich zur Dekonversion von Joshua Harris geäußert. Christian Beese hat die Gedanken übersetzt und in der Facebook-Gruppe von E21 gepostet (Vielen Dank!).

Hier ein langer Auszug:

Auch der nächste Absatz war sehr wichtig: „Martin Luther sagte, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein sollte. In diesem Gedanken liegt eine gewisse Schönheit, unabhängig von deiner Sichtweise auf Gott. Ich habe in den letzten Jahren in der Buße gelebt“, schrieb er, „die Buße für meine Selbstgerechtigkeit, meine angstbasierte Lebensweise, die Lehre in meinen Bücher, meine Ansichten über Frauen in der Gemeinde und meine Herangehensweise an die Erziehung, um nur einige Punkte zu nennen, doch“, fuhr er fort, „ich möchte diese Liste jetzt ausdrücklich erweitern. Der LGBTQ+-Gemeinschaft möchte ich sagen, dass es mir leid tut, was ich in meinen Büchern und als Pastor über Sexualität gesagt habe. Ich bedaure, dass ich mich gegen die Ehe für alle ausgesprochen habe, dass ich euch und euren Platz in der Gemeinde nicht gestärkt habe, und dass ich durch mein Schreiben und Reden zu einer Kultur der Ausgrenzung und Fanatismus beigetragen habe. Ich hoffe, ihr könnt mir verzeihen.“

Das waren die wichtigsten Abschnitte des Postings, und die wichtigste Aussage ist, dass er eine massive Veränderung hinsichtlich seines Glaubens an Christus erfahren habe. Er sagte wiederum: „Die gängige Begriff dafür ist Dekonstruktion, der biblische Begriff ist Abfall vom Glauben. Gemessen an allen Richtilinien, die ich habe, um zu definieren, was ein Christ ist, bin ich kein Christ.“ Das sind absolut umwerfende Worte. Sie wären umwerfend und unglaublich beunruhigend, wenn sie von einer x-beliebigen Person kommen würden, aber vom ehemaligen Pastor einer Mega-Kirche und von jemandem, der einen sehr bedeutenden Einfluss auf die evangelikale Welt hatte, ist dies wirklich ein Meilenstein. Es erfordert auch viel Nachdenken und sehr ehrliche Rückbesinnung von Seiten amerikanischer Evangelikaler.

Viele Leute haben sich offensichtlich gefragt: „Wie kam dies nur so plötzlich aus heiterem Himmel?“ Aber es kam nicht wirklich aus heiterem Himmel. Es gab seit einiger Zeit beunruhigende Anzeichen dafür, dass Joshua Harris sich in einem sehr bedeutsamen weltanschaulichen und geistlichen Wandel befand.

Das wurde auch in einem Interview mit dem liberalen Magazin Sojourners sehr deutlich. Die Interviewerin war Sandi Villarreal, und das Interview wurde auch bei Sojourners gerade zu dem Zeitpunkt veröffentlicht, als er die Bekanntgabe der Scheidung von seiner Frau machte. Vor dieser Bekanntgabe trennte er sich demnach auch vom christlichen Glauben. In diesem Interview zeigt Joshua Harris interessanterweise, inwieweit er sich nicht nur von seinen Aussagen in I Kissed Dating Goodbye, sondern auch vom Überbau des biblischen Christentums und vor allem von dessen offenbarten Sexualethik getrennt hat.

Er hinterfragte die sogenannte „Reinheitskultur“, zu der er selbst sehr viel beigetragen hatte. Er hinterfragte auch die Lehre des Komplementarismus, doch hauptsächlich, um seine früheren Überzeugungen zu widerlegen. Was überhaupt nicht klar war – und immer noch nicht klar ist: Was genau wird an die Stelle seiner früherern Lehren treten? Eine der interessantesten und wichtigsten Momente des Interviews ist, als Villarreal sagt: „Sie sagen in der Dokumentation, dass es viele Leute gibt, die wollen, dass Sie die gesamte Grundlage Ihres Buch verwerfen“. Sie fuhr fort: „Aber ich frage mich: Wenn Sie ‚alles‘ sagen, meinen Sie damit Ihren Glauben an das Christentum in seiner Gesamtheit oder Ihre Auffassungen zu vorehelichem Sex im Allgemeinen? Ich bin neugierig, was Sie da mit einbeziehen.“

Joshua Harris antwortete: „Ich denke, einige Leuten hätten gern, dass ich sage, Sex positiv zu sehen bedeute, nun ja, die Art historischer Sexualethik, die mit Sex außerhalb der Ehe und mit Homosexualität verbunden ist, grundsätzlich abzulehnen, und eine gesunde Auffassung von Sex zu vertreten bedeute, alles anzunehmen, was in der christlichen Tradition als gut gilt“.

Er fuhr fort: „Ich denke jedoch, dass es für mich, bei einer so grundlegenden Veränderung der Deutung hinsichtlich Sexualität, einfach schwer ist, … Nunja, in gewisser Weise ist es für mich fast einfacher, darüber nachzudenken, den ganzen christlichen Glauben zu verwerfen, als ihn beizubehalten und ihn auf diesen verschiedenen Sichtweisen anzupassen.“

Das ist wirklich umwerfend. Es ist unglaublich aufschlussreich. In diesem Interview, das vor seiner Ankündigung seiner Abkehr vom Christentum kam, sagte Harris, dass er, als er anfing, die biblische Sexualethik des historischen Christentums neu zu überdenken, meinte, in dem Moment verstanden zu haben – und das ist für uns von entscheidender Bedeutung –, dass es für ihn an diesem Punkt einfacher sei, zu erwägen, den gesamten christlichen Glauben zu verwerfen, als diesen Glauben zu verändern oder neu zu formulieren, um eine neue Sexualethik zu entwickeln.

Darin –und das müssen wir anerkennen – zeigt sich eine grundlegende Ehrlichkeit. In seiner Erklärung im Interview mit Sojourners und in der ausführlichen Erklärung, in der er ankündigte, dass er sich vom Christentum verabschiedete, wird unter anderem deutlich, dass Joshua Harris versteht, dass es zwei absolut gegensätzliche Weltanschauungen gibt, die im Grunde nicht miteinander vereinbar sind. Es gibt keine Versöhnung zwischen der biblischen Weltanschauung und der modernen säkularen Weltanschauung.

Er versteht, dass es keinen Kompromiss gibt, und in diesem Sinne ist es intellektuell redlich von ihm zu verstehen, dass der theologische Liberalismus, der versucht, einen Anspruch auf das Christentum aufrechtzuerhalten, während er seine biblischen Wahrheitsansprüche ablehnt, unhaltbar ist. Darin steckt intellektuelle Ehrlichkeit. Doch jede Ankündigung, dass jeder vom christlichen Glauben abgewichen ist, birgt eine unglaubliche geistliche und theologische Tragödie, die grundlegende theologische Fragen aufwirft. Kann man Christ sein und dann irgendwann nicht mehr Christ sein?

Können Gläubige ihren Glauben verlieren? Kann man letztendlich abfallen, wenn man wirklich von neuem geboren ist? Die Antwort ist nein. Die Bibel ist an der Frage eindeutig. Wenn man einmal durch die Kraft Christi erneuert wurde, wenn man ein echter Christ geworden ist und mit Christus vereint ist, kann uns nichts von Christus trennen, nicht einmal unsere eigene Sünde.

Die historischen evangelischen Bekenntnisse, die die Bibel widerspiegeln, machen die biblische Wahrheit sehr deutlich: Auch wenn man nach der Bekehrung und dem Glauben an Christus, nach der Neugeburt, sündigen kann, ja sündigen und sogar der Gemeinde schweren Schaden zufügen wird, ist es für jemanden, der wirklich von Neuem geboren ist, unmöglich, von Christus abzufallen und von ihm getrennt zu werden.

Es mag sogar einige geben, die sündigen, indem sie den christlichen Glauben ablehnen, aber wenn sie jemals wirklich christlich waren, werden sie irgendwann aus Reue zurückkehren; und das ist eine Evangeliumsverheißung. Wenn die Menschen ihre Ablehnung des Christentums fortsetzen, dann müssen wir uns den Text 1. Johannes 2,19 ins Gedächtnis rufen, in dem uns gesagt wird: „Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns“, das heißt, sie waren nie echte Christen. Sie waren vorgetäuschte Gläubige.

Jesus spricht dazu auch in Matthäus 13 im Gleichnis von den vier Ackerböden. Es gibt diejenigen, die Anzeichen des Lebens zeigen, aber sie gehen schließlich weg. Jesus macht sehr deutlich, dass sie nie wahre Christen waren, und doch muss man auch verstehen, dass es sogar einige geben könnte, die in der Gemeinde zu Einfluss gekommen sind – das Neue Testament macht das deutlich –, die später abfallen würden, doch sie sind von uns ausgegangen, weil sie nicht von uns waren.

Evangelikale sollten darüber nachdenken, was diese tragische Schlagzeile uns über unsere Anfälligkeit für eine Konsumkultur und auch für eine Prominentenkultur sagt. Das ist immer eine Gefahr. Es ist unmöglich, ein gewisses Maß an Einfluss ohne eine gewisse Prominenz zu haben, aber wir müssen alles anhand der Schrift prüfen. Und wir müssen auch verstehen (wie es die frühe Gemeinde erfahren musste), dass es einige gibt, die gläubig zu sein scheinen und sogar Einfluss haben, sogar Pastoren sind, aber schließlich abfallen. Das muss zur Kenntnis genommen werden.

Es gibt noch etwas anderes, das in diesem Fall von größter Bedeutung ist, und ich sage das als Präsident eines theologischen Seminars und einer christlichen Hochschule, aber das ist ausgesprochen wichtig. Wir brauchen theologische Tiefe. Eine biblische Sexualethik und die Wahrheit des Evangeliums von Jesus Christus lässt sich nur aufrechtzuerhalten durch ernsthafte biblische Inhalte, ernsthafte biblische Erkenntnis, tiefe Theologie, Apologetik, biblische Theologie, ein tiefes Verständnis, eine feierliche und begeisterte Annahme des Evangelium von Jesus Christus und ein Verständnis jedes Evangeliums, des wahren Evangeliums, des biblischen Evangeliums, des Evangeliums von Jesus Christus, im Gegensatz zu allen oberflächlichen Heuchlern und auch zu falschen Theologien, einschließlich jeder Form von Gesetzlichkeit, die sich einschleichen kann.

Die Reinheitskultur, von der Joshua Harris sagt, dass er sie jetzt ablehnt, ist etwas, das wir als Evangelikale sehr genau betrachten müssen, weil wir verstehen, dass es eine gewisse gesetzliche Tendenz in dieser Reinheitskultur bei einigen gegeben hat, die eine Art von Religion aus I Kissed Dating Goodbye oder irgendeiner anderen Form von Gesetzlichkeit gemacht haben. Sie haben manchmal auch unbeabsichtigt das Evangelium untergraben, indem sie diese Art von gesetzlicher Ethik emporgehoben haben.

Aber gleichzeitig bewahrt die Bibel ihre eigene Reinheitsethik. Die Bibel offenbart Gottes Absicht für uns in unserem Geschlecht, in unserer Sexualität, in der Ehe und in allen sexuellen Ausdrucksformen, und die Bibel hält auch die Tatsache hoch, dass der einzig legitime sexuelle Ausdruck in der Ehe als heiliger Bund eines Mannes und einer Frau vor Gott liegt.

Aber wir müssen in diesem evangelikalen Schlüsselmoment sehr, sehr vorsichtig sein, dass die Anerkennung der Gefahr des Gesetzlichkeit nicht zu einer Art Antinomismus führt. Tatsache ist, dass die ursprüngliche Reinheitskultur im Evangelium selbst zu finden ist. Sie ist in der Schrift zu finden, in Gottes offenbartem Wort, aber das heißt nicht, dass wir rein geboren wurden. Im Gegenteil, es zeigt an, dass wir als Sünder geboren wurden, und die Antwort auf unsere Sünde ist nicht die Gesetzlichkeit, sondern das Evangelium von Jesus Christus.

Doch sobald wir Christus als Retter kennengelernt haben, sind wir berufen, allem zu gehorchen, was er befohlen hat, und Christus hat befohlen, so wie er gesagt hat, was von Anfang an Gottes Absicht war, dass sich der sexuelle Ausdruck auf die Bündnisvereinigung eines Mannes und einer Frau beschränkt. Wir müssen uns auch daran erinnern, dass, obwohl die Welt diese Einschränkung hasst, es nicht nur das offenbarte Wort Gottes ist, sondern auch der gute Wille Gottes. Es ist sein Plan für menschliches Glück, menschliche Ganzheit, menschliches Gedeihen.

Die Schlagzeilen über Joshua Harris – ja, über Joshua und Shannon Harris – sind zutiefst demütigend für den amerikanischen Evangelikalismus. Sie sollten sehr ernüchternd sein. Sie sollten uns dazu bringen, für die Harris und unsere Gemeinden zu beten. Sie sollten uns zu einem tieferen Verständnis des Evangeliums und zur Wertschätzung des Evangeliums Christi führen und gleichzeitig zu einer Selbstprüfung unserer biblischen Treue und der Tiefe unserer Hingabe an Christus und das biblische Christentum. Doch diese herzzerreißende Schlagzeile erinnert uns auch daran, dass wir unser Vertrauen auf keinen sündigen Menschen setzen können, sondern nur auf Christus, denjenigen, der allein unser Vertrauen verdient.

Stoppt die „Influencer“ in der Kirche

Angesichts der Tatsache, dass sich junge „Influencer“ wie Joshua Harris oder Marty Sampson vom christlichen Glauben distanzieren, hat der Musiker John Cooper mit einem erfrischenden Post reagiert.

Ein Auszug:

Meine Schlussfolgerung für die Kirche (alle Christen) lautet: Wir müssen aufhören, Lobpreisleiter, Meinungsbildner, „Influencer“, „coole“ oder „relevante“ Menschen zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in der Christenheit zu machen. (Und ja, das schließt Leute wie mich ein!) Ich sage seit 20 Jahren (und es erschien einigen meiner Altersgenossen wahrscheinlich recht verurteilend), dass wir uns an einem gefährlichen Ort befinden, wenn die Kirche auf 20-jährige Anbetungssänger als unsere Quelle der Wahrheit schaut.

500 Jahre Zwingli

In der Schweiz wird 500 Jahre Reformation gefeiert. Die Kirche könne vom Reformator Ulrich Zwingli lernen, dass die Gottesfrage zentral sei, sagt die sehr gelehrte Berliner Kirchenhistorikerin Dorothea Wendebourg in einem interessanten Gespräch mit dem DLF. 

Hier: 

 

„Schwangerschaftskommunismus“

Wenn ich in den letzten Jahren mit Freunden und Bekannten über den erweiterten Ehebegriff diskutierte, haben einige unter ihnen mit der Einführung der „Ehe für alle“ (Efa) im Jahr 2017 die Hoffnung verknüpft, dass „das Thema gegessen sei“ und man sich wieder den wichtigen tagespolitischen Themen zuwenden werde. Ich hörte sogar das Argument, bei dem Theater gehe es im Kern darum, den Schutz der Familie zu festigen. Schutz eben unter neuen Bedingungen. Die Gesellschaft entwickele sich weiter. Das „Prinzip Ehe“ solle gerade unter den Wandlungen, die die Spätmoderne mit sich bringt, erhalten werden.

Ich war hingegen immer der Meinung, dass genau diejenigen kulturellen Strömungen, die im Streit um die Efa vor „Familienfreundlichkeit“ strotzen, bei genauer Betrachtung das Anliegen verfolgen, die Familie abzuschaffen. Die Efa war nur ein durchschlagender Etappensieg. Weil – um es mal mit dem Neomarxisten Max Horkheimer zu sagen – Familien die „Keimzelle des Faschismus“ sind, kann erst durch deren Abschaffung Ruhe einkehren und sich der Mensch in herrschaftsfreien Räumen natürlich entfalten (siehe a. hier).

Die Wochenzeitung DIE ZEIT macht uns in einem aktuellen Beitrag mit dem Ideal einer elternlosen Gesellschaft vertraut. Aber nicht nur das. Sie rückt unverhohlen die Verteidiger der Familie in eine rechtsradikale Ecke und schreibt ihnen erhebliche Gewaltbereitschaft zu. So entsteht der Eindruck, Anwälte der traditionellen Familie zwischen einem Mann und einer Frau und biologischen Kindern seien per se Feinde der offenen Gesellschaft.

Mit Rückgriff auf die Arbeiten der Britin Sophie Lewis heißt es etwa:

Lewis stellt sich vor, wie es wäre, wenn wir Familien nicht mehr bräuchten, weil die Gesellschaft ausreichend Fürsorge und Nähe spendete, sie schreibt von „Polymutterschaften“ und „Schwangerschaftskommunismus“. Und ihre Hauptforderung lautet: „Wir müssen Wege finden, um der Exklusivität und Vormachtstellung ‚biologischer‘ Eltern im Leben von Kindern entgegenzuwirken.“

Kern dieser Revolution ist die Überwindung der Familie, eine Forderung, mit der Lewis längst nicht allein ist. Sie bezieht sich auf eine Reihe junger queerer Theoretikerinnen, die dazu forschen und schreiben. Jules Joanne Gleeson und Kate Doyle Griffiths zum Beispiel, die 2015 einen Essay mit dem Titel Kinderkommunismus veröffentlichten, „eine Analyse der Beziehungen zwischen Familie, Gender und der Reproduktion des Kapitalismus“. Oder die in Sydney lehrende Professorin Melinda Cooper, die in ihrem Buch Family Values aufzeigt, wie zentral die „Kernfamilie“ nicht nur für „sozial Konservative“, sondern auch für Neoliberale sei (in der Boston Review erschien ein Essay, der aus dem Buch destilliert war). Im Mittelpunkt beider Ideologien stehe am Ende, wie Cooper erklärt, immer noch die weiße, heterosexuelle Familie, als moralische und ökonomische Norm.

Ich lege aufgeweckten Christen die Lektüre des Artikels sehr ans Herz. Der Text stimmt auf die Kulturkämpfe der nächsten Jahre ein. Jene, die meinen, mit Weltflucht oder Resignation reagieren zu müssen, sollten nicht stolz auf ihre Haltung sein. Unsere Kinder und Enkel müssen es ausbaden. 

Also: Wir brauchen in dieser wichtigen Debatte weder aggressive Kampfschriften noch Gesten der Kapitulation, sondern Mut und Hoffnung, die sich auch darin kundtun, dass wir uns gründlich, vernünftig und praktisch in die Kontroversen einmischen.

Hier der Artikel „Die elternlose Gesellschaft“: www.zeit.de.

„Alle drei Personen sind gleich ewig und gleichartig“

Heinrich Bullinger schrieb 1549 etwas über die Trinität, was angesichts heutiger Debatten über die „Sohnschaft“ als vorzüglich gelten kann (Schriften, Bd. 3, 2006, S. 52–53):

Der Vater wurde von niemand gemacht noch geschaffen noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht und auch nicht erschaffen, sondern gezeugt; der Heilige Geist ist vom Vater und Sohn, nicht gemacht noch geschaffen noch gezeugt, sondern er geht aus ihnen hervor. Ein Vater also, nicht drei Väter, ein Sohn, nicht drei Söhne, ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geiste. Und in dieser Dreieinigkeit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner, sondern alle drei Personen sind gleich ewig und gleichartig, so dass in allem, wie oben schon gesagt wurde, sowohl die Einheit in der Dreiheit als auch die Dreiheit in der Einheit zu verehren ist. Wer also gerettet werden will, soll so über die Dreieinigkeit denken.

Die Aufgabe der Exegese bei Calvin

Marjus Lange von Ravensburg fasst in seiner Dissertation Augustinus totus noster (Göttingen, 1990, S. 122) Calvins Exegeseverständnis wie folgt zusammen:

Obwohl nur der Heilige Geist allein nach freier Wahl ein wirkliches Verstehen des Wortes für den Menschen zu bewirken und die Schrift als Gottes Wort pro me zu bezeugen vermag, so bleibt doch auch schon die vorfindliche Schrift selber das deutlich sichtbare und klare Gestalt gewordene Wort Gottes. Dieses als solches zugänglich zu machen, es aufzuschließen und zu übersetzen, ja seine ,äußere intelligentia‘ zu bewirken, ist Aufgabe sowohl der Pastoren als auch in besonderem Maße der Doktoren. Offenkundig findet demnach bei Calvin ein zweifaches Verständnis der Schrift Verwendung, eine ,intelligentia externa‘ und ,interna‘. Indem aber die ,Worte‘ der Schrift und die „mens scriptoris scripturae“ auf möglichst klare und durchsichtige Weise verdeutlicht werden, erschließen sich die an einen alttestamentlichen oder neutestamentlichen Zeugen ergangenen und für diesen Zeugen verständlichen Worte Gottes. Exegese ist deshalb nach Calvin ,Verständnishilfe‘, „bonne aide pour entendre“, der an die „ministri verbi Dei“ ergangenen Worte Gottes. Dies erklärt Calvins z.T. leidenschaftliches Interesse an dem in die jeweilige historische Situation hineindiktierten äußeren Wort und dessen genauer Erfassung.

JETZT

Ich habe in der letzten Zeit indirekt mehrere Beiträge zur „Ethischen Nicht-Monogamie“ gepostet. „Ethische Nicht-Monogamie“ ist ein Überbegriff für verschiedene Beziehungsmodelle, darunter Polyamorie, offene Beziehungen, sexuelle Begegnungen mit mehr als zwei Menschen usw. Oberflächlich mögen diese Modelle attraktiv erscheinen. Aber hinter dem bunten Schaufenster lassen sich viel Schmerz, Vertrauensverlust, Aggressionen und selbstredend Erkrankungen finden. 

Ich finde es dennoch interessant, wie aggressiv diese Beziehungsmodelle propagiert werden. 2017 hatte ich auf den Einfluss des GEZ-finanzierten Jugendsender Funk hingewiesen, der sehr einseitig informierte. Das Format „Fick dich!“, das besonders provokativ ausstrahlte, scheint inzwischen wegen vieler Proteste abgesetzt worden zu sein (siehe auch hier). Bei den Recherchen bin ich nun noch auf die Online-Plattform JETZT gestoßen, die zur SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) gehört und sich vor allem an 18- bis 30-Jährige richtet. Das Portal ist im Jahr 2006 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden. Zur Begründung heißt es unter anderem:

jetzt.de ist das Jugend-Magazin der Süddeutschen Zeitung im Internet. Ausgewählte Artikel werden dem Infopool der Redaktion der Süddeutschen Zeitung entnommen, neu sortiert und ergänzt. Daraus entsteht eine neue Nomenklatur, die nicht mehr der Struktur einer Zeitung, sondern der Erwartungshaltung ihrer Adressaten folgt. Die Site weist eine hohe Tagesaktualität auf, die dem Rezeptionsverhalten der Nutzer entsprechend aufbereitet ist und von ihnen maßgeblich mitgestaltet wird.

Diese Form eines „partizipativen Online-Magazins“ motiviert die Nutzer und eliminiert die Kluft zwischen dem passiven Nachrichtenkonsum einerseits und einer Selbstbeteiligung andererseits, sei es in Form einer Kommentierung von Nachrichten, der Platzierung von eigenen News oder durch zahlreiche Blogs. Informationen werden den Themen Macht, Pop, Sex, Job, Kultur, Technik, Leben zugeordnet und durch eine eigene Redaktion ergänzt.

Wer aber hofft, JETZT sei eine Plattform für übergreifende politische oder kulturelle Diskurse, wird enttäuscht werden. Es braucht nicht viel Erfahrung, um zu entdecken, dass progressive, kulturmarxistische Interessen bedient werden. Immerhin findet man hier und da das Bekenntnis, dass andere Meinungen ausgehalten werden müssen (siehe z.B.: „Der linke Diskurs ist kaputt“). Das ist ja schon was.

Große Aufmerksamkeit bekommen – wahrscheinlich wegen der Zielgruppen – Beziehungsfragen und Sex. Wir finden unter den insgesamt 22 Rubriken die Themen: Sex, Trennungskolumne, Coming-out-Kolumne, Liebe und Beziehungen, Gender, Jungsfrage, Mädchenfrage. Es lohnt sich – gerade auch für Jugendpastoren, Eltern, Pädagogen – genauer hinzuschauen, was JETZT im Blick auf Beziehungsmodelle für Ratschläge erteilt. Ich nenne hier nur mal eine Auswahl von Artikelüberschriften:

  • Lass sie labern, Online-Dating ist toll!: Unser schwuler Autor schreibt Briefe an sein jüngeres Ich. Thema dieses Mal: Die Grindr-Offenbarung.
  • „Die Leute sollen sich nicht schuldig fühlen, wenn sie masturbieren.“: Michael und Thomas haben ein Sextoy für Männer entwickelt, das Frauen nicht zum Objekt machen soll.
  • Jemanden zu lieben bedeutet nicht, ihm treu zu sein: Seit unsere Autorin und ihr Mann mit anderen schlafen, heißt es oft: „Das ist doch keine richtige Beziehung!“ Zeit für eine Begriffsklärung.
  • Ein Dreier im Namen der Aufklärung: Das Videoprojekt „Sex School“ will junge Erwachsene aufklären – Anschauungsmaterial inklusive.
  • „Morgen schlafe ich mit einem anderen, okay?“: Jede offene Beziehung hat ihre eigenen Regeln. Aber wie findet man heraus, welche das sind?
  • Danke, dass du meinen Mann gevögelt hast! Das Abenteuer „Offene Beziehung“ begann für unsere Autorin mit einem lauten Knall. 
  • „Nicht einfach Riesenbrüste, Riesenpenis, fertig“: Kira und Leon haben einen feministischen Porno gedreht. Und der ist ziemlich heiß.
  • Jungs, was ist euer Problem mit Sexspielzeug für Männer?: Dass Frauen Sextoys nutzen, ist im Mainstream angekommen. Warum seid ihr da so verklemmt?
  • Frauen, macht es euch selbst!: Männer masturbieren schließlich auch regelmäßig.
  • Stefan erledigt als Haussklave Dienste in Frauen-WGs: Dabei putzt er unter anderem in Dessous und mit pinker Perücke.
  • Swingerpartys sind was für alte Leute: Dachte ich mal. Dann bin ich auf eine U40-Swingerparty gegangen.
  • Auch wer sich nicht für homophob hält, ist es oft: Das erlebt unser Autor immer wieder, vor allem im Job.

Das alles wird natürlich im Namen von Aufklärung, Freiheit, Emanzipation und Fortschritt gepostet. Vielleicht finde ich mal die Zeit, ein paar grundsätzliche Gedanken dazu zu formulieren. Jetzt bleibt es beim dem Hinweis, dass das die Dinge sind, die viele junge Leute an den Schulen und den Unis zu hören bekommen. Ob wir mit ihnen darüber reden oder nicht. 

Ethische Nicht-Monogamie

Durch ein halbes Jahrhundert sexueller Umwälzungen galt im Westen die Monogamie als Fels in der Brandung verschiedenster Beziehungsmodelle. Die Tradition, gleichzeitig nur einen Partner zu haben, bröckelt zunehmend. Die NEW YORK TIMES berichtet darüber, dass an den meisten Wochenenden in New York Veranstaltungen angeboten werden, die einen nicht-monogamen Lebensstil favorisieren. Es gibt Vortragsreihen, Workshops und Diskussionsrunden und natürlich Partys. Im Trend ist die „Ethische Nicht-Monogamie“. Das ist ein Überbegriff, der verschiedene Beziehungsmodelle umfasst, darunter Polyamorie, offene Beziehungen, sexuelle Begegnungen mit mehr als zwei Menschen und das Swingen.

Nehmen wir als Beispiel Tyomi Morgan, die „die Freiheit“ für sich entdeckt hat und nun andere Leute ausbildet. 

Frau Morgan ist aufgewachsene Baptistin und arbeitet heute als Sexualberaterin; sie betrachtet die Aufklärung über Nicht-Monogamie als Teil einer geistlichen Mission. „Innerhalb der schwarzen Gemeinschaft gibt es viele Menschen, die an einer Denkweise festhalten, dass es böse ist, so zu leben“, sagte sie. „Wir denken, dass Gott Liebe ist.“

Hier der Artikel, leider nur in englischer Sprache: www.nytimes.com.

VD: WH

Der Lügendetektor

Pastor Gottfried Martens hat tausend Iraner und Afghanen getauft. Nun prüfen Richter, ob sie wirklich fromm sind – oder nur ihre Chancen im Asylverfahren verbessern wollen. Doch wie soll man Religiosität beweisen? Ein heißen Thema. DIE ZEIT hat sich damit beschäftigt:

Martens’ Dreieinigkeits-Gemeinde gilt als eine der Gemeinden Deutschlands mit dem größten Anteil an Flüchtlingen, die nach ihrer Ankunft hier zum Christentum übergetreten sind. Aber die Fälle der nachträglichen Konversion beschäftigen die Verwaltungsgerichte in ganz Deutschland. Wie viele Fälle es genau sind, das weiß man auch beim Bamf in Nürnberg nicht. Hierzu würden keine Zahlen erfasst, teilt man auf Anfrage von Christ&Welt mit. Martens schätzt, dass es sich um eine vierstellige Zahl an Fällen handelt, allein in seiner Gemeinde gebe es Hunderte Gerichtsfälle.

Hier: www.zeit.de.

Save the Date: Kevin DeYoung 2020 in München

Lustvolle Befreiung?

Auf dem Sender ARTE lief kürzlich eine umfangreiche Dokumentation über die Sexuelle Revolution unter dem Titel „Lustvolle Befreiung“ (zwei Teile, in der Mediathek noch abrufbar). Ich habe nur einige Minuten hineingeschaut, da mich das Thema langweilt. Aber schon in den ersten Minuten gibt es einträgliche Aussagen. Zwei Beobachtungen möchte ich kurz mitteilen.

1. Der Historiker Carl Marklund, der in der Dokumentation zu Wort kommt, deutet an, dass mit der Sexuellen Revolution die christliche Moral überschrieben wurde. Es ging um eine Entledigung von nichtnatürlichen Moralvorstellungen. Statt Menschen ein bestimmtes Sexualverhalten aufzuzwingen, sollen sie die natürlichen Bedürfnissen ausleben: „Nicht das Verhalten, die Moral gehört infrage gestellt.“ Alain Giami, der ebenfalls zu Wort kommt, spricht von einer Änderung des wissenschaftlichen Diskurses. Der Diskurs „verließ die Ebene der christlichen Moral hin zu einem Plädoyer für die Natürlichkeit sexueller Lust; für eine biologische, fast animalische Natürlichkeit sexuellen Vergnügens“ (ab ca. Minute 5:00 im Teil 1). Anders gesagt: Es ging um eine „Repaganisierung“ des Sexuellen.

Das ist insofern aufschlussreich, da heute ja postevangelikale Christen gern darauf verweisen, dass die spätmoderne Sexualmoral mit der christlichen vereinbar sei. Die Behauptung ist historisch schlichtweg falsch. (Nebenbei sollten wir einmal überlegen, was es bedeuten würde, die Gesetze konsequent dem Begehren von Menschen anzupassen.)

2. Eine Schlüsselfunktion bei der Neuformatierung der Sexualmoral kommt Alfred Charles Kinsey und seinen Berichten zu (1948 u. 1954). Darauf verweist die Dokumentation sehr klar (besonders ab Minute 7:00). Die vornehmliche Stellung von Kinsey ist auch allgemein unbestritten. Was allerdings in der Dokumentation völlig unter den Tisch fällt, ist eine kritische Aufarbeitung von Kinseys Forschungsarbeiten. Ich habe hier schon darauf hingewiesen, dass Kinsey seine Statistiken nachweislich auf perverse und verlogene Weise zustande kommen ließ (siehe dazu hier). Die Biografie von James Jones, die all das thematisiert, wurde bisher leider nicht in die deutsche Sprache übersetzt.

DIE WELT schrieb immerhin:

James Jones und andere Forscher kritisieren Kinseys methodische Fehler; zu viele männliche Häftlinge und Schwule etwa verzerrten die Zahlen über homoerotisches Verhalten. Der widersprüchliche Pionier, als menschenscheuer „Kontrollfreak“, (T. C. Boyle), verrückter Professor und dirty old man beschrieben, war weder als Wissenschaftler noch als Mann ohne Tadel. Nur deshalb wuchs er zu einem „Riesen unter Pygmäen“, nur so spürte der „Bluthund der Begierden“, wie man Vergangenheit von Menschen „kannibalisiert“. So beschreibt ihn die Kunstfigur John Milk in Boyles Kinsey-Roman „The Inner Circle“ (der im Frühjahr unter dem Titel „Dr. Sex“ bei Hanser erscheint). Und bewundert die Reinheit der Wissenschaft.

Missbrauch, Falschdarstellungen, Überinterpretationen haben maßgeblich zur Sexuellen Revolution beigetragen. Das aber scheint nur wenige zu interessieren. The Show must go on.

Japan erlaubt Züchtung von Mischwesen

Japan erlaubt das erste Experiment, bei dem Chimären bis zur Geburt heranwachsen dürfen. Das behauptet SPIEGEL ONLINE mit Verweis auf das Fachjournal NATURE

Ein Japaner darf als erster Forscher weltweit Mensch-Tier-Chimären erzeugen und bis zur Geburt wachsen lassen. Tokio erlaubt und fördert ein entsprechendes Projekt, berichtet unter anderem die Nachrichtenseite des Fachjournals „Nature“.

Die Tier-Embryonen sollen mit menschlichen Zellen bestückt und einem Muttertier eingepflanzt werden, das sie zur Welt bringt. Zunächst will die Forschergruppe um Hiromitsu Nakauchi von der University of Tokyo und der Stanford University in Kalifornien das Verfahren in Mäusen und Ratten testen.

Langfristiges Ziel ist es, Mischwesen aus Mensch und Tier herzustellen, denen menschliche Organe wachsen, die dann transplantiert werden können. Die Technik soll eines Tages Patienten helfen, die auf ein Spenderorgan warten.

Furchtbar, was so passiert, wenn der Mensch ohne Gott ewig Leben möchte.

Jesus Christus, Superstar

Marie-Astrid Langer hat für die NZZ einen recht guten Beitrag über die Megakirchen in den USA geschrieben. Darin sagt sie unter anderem über die Lakewood Church von Joel und Victoria Osteen:

Heute ist Lakewood Church ein erfolgreiches Unternehmen mit Einnahmen von 89 Millionen Dollar allein im Jahr 2017. Auch privat profitieren die Osteens vom Erfolg der Kirche: Mit ihren zwei Kindern leben sie in einer 12-Millionen-Dollar-Villa am Stadtrand von Houston mit 13 Zimmern und 5 Feuerstellen, wie der «Houston Chronicle» schreibt. Für die Osteens ist das kein Widerspruch zum Christentum, denn sie predigen die «Prosperity Gospel». Diese zum Teil umstrittene Richtung innerhalb des Protestantismus besagt, dass derjenige persönlichen und materiellen Erfolg hat, der viel an Gott – sprich die Kirche – spendet. Überspitzt könnte man sagen, dass man Gott manipulieren kann, um materiellen Wohlstand zu erreichen. Etwa ein Viertel der «Megachurches» predigen dies Lehre. Bemerkenswert sei auch, dass inzwischen etwa ein Drittel der Megakirchen nicht mehr konfessionsgebunden sei, sagt der Religionswissenschafter Thumma vom Hartford Institute. Um möglichst viele Gläubige anzulocken, legten sich viele Megakirchen nicht auf eine Lehrmeinung fest. «Traditionelle Kirchen sind wie Boutiquen», sagt er. Der Kunde wisse genau, was er wolle. «Megakirchen sind dagegen wie Shoppingmalls, dort findet jeder irgendwo irgendetwas, das ihm gefällt.»

Hier mehr: www.nzz.ch.

Eine Theologische Arbeitsgruppe der Lausanner Bewegung hat vor einige Jahren eine Stellungnahme zum Wohlstandsevangelium verfasst, die hier heruntergeladen werden kann: lausanne_wohlstand.pdf.

Wie oft liest du deine Bibel?

Eine kürzlich von LifeWay Research gesponserte und von Facts & Trends herausgegebene Studie zeigt einige unschöne und wenig überraschende Ergebnisse: Ein Drittel der Amerikaner, die regelmäßig eine protestantische Kirche besuchen (32%), behaupten, dass sie die Bibel jeden Tag persönlich lesen. Etwa ein Viertel (27%) sagen, dass sie es ein paar Mal pro Woche lesen. Hier die Hauptergebnisse der Studie:

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Die vollständigen Ergebnisse und Erläuterungen gibt es hier. Tim Challies hat ein paar Schlüsse aus der Umfrage gezogen: www.challies.com.