Mannsein als Krankheit

Kürzlich habe ich darüber berichtet, dass gemäß einer neuen Richtlinie der American Psychological Association (APA) „traditionelle Männlichkeit“ für Männer und Jungen „schädlich“ ist. Es freut mich, dass ein linker Hegelianer diese Entscheidung ähnlich kritisch sieht wie ich.  Der Philosoph Slavoj Žižek fühlt sich an die totalitäre Psychiatrie der Sowjetunion erinnert:

Im Folgenden der exakte Wortlaut jener Aussage, die so schamlos an die Öffentlichkeit gebracht wurde: „Eigenschaften, die der sogenannten traditionellen Männlichkeit zuzuordnen sind, wie die Unterdrückung von Emotionen und das Verbergen von Schmerz, beginnen oftmals schon früh im Leben und stehen offenbar im Zusammenhang mit einer geringeren Bereitschaft von Jungen und Männern, sich Hilfe zu suchen, einem Hang zum Risiko und zur Aggression – wobei das Risiko besteht, dass sie sich selbst, oder jene mit denen sie interagieren, verletzen.“

Dem aufmerksamen Leser kann Ideologie, die klingen möchte wie nüchterne Expertise, kaum entgehen: eine starke ideologische Geste, die Phänomene, die sie als inakzeptabel definiert, als neutrale Beschreibung medizinischer Fakten maskiert und so pathologisiert. So wird unter dem Deckmantel medizinischer Beschreibung eine neue Normativität definiert, ein neues Feindbild entwickelt.

Der vollständige Artikel liegt hinter eine Paywall: www.welt.de.

Tod auf Verlangen liegt im Trend

Die Zeitschrift THE GUARDIAN meldet, dass 2017 in den Niederlanden weit über ein Viertel aller Todesfälle auf Formen der Sterbehilfe zurückzuführen ist.

Im Jahr 2002 legalisierte das Haager Parlament die Sterbehilfe für Patienten, die „unerträgliche Leiden ohne Aussicht auf Besserung“ erleiden. Seitdem werden die Euthanasie und assistierte Sterbehilfe, bei dem der eine den Selbstmord des anderen erleichtert, von Belgien und Kanada begrüßt, während die öffentlich zustimmende Meinung in vielen Ländern, in denen sie nicht im nationalen Recht steht, wie Großbritannien, den USA und Neuseeland, stark zugenommen hat.

Die Dynamik der Euthanasie scheint unaufhaltsam; nach Kolumbien im Jahr 2015 und dem australischen Bundesstaat Victoria im Jahr 2017 könnte Spanien die nächste große Gerichtsbarkeit für die Legalisierung des ärztlich unterstützten Todes sein, …

Hier das Essay „Death on demand: has euthanasia gone too far?“: www.theguardian.com.

Klaus Vollmer: Der Geist ist da!

Klaus Vollmer, Die Gemeinde kennt keine Stars (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 44–45):

Ein Christ kann darum niemals entscheiden, ob er an der Gemeinde mitbauen will oder nicht; er kann nur entscheiden, ob er an Christus glauben will oder nicht. Gehört er zu Christus, dann gehört er zur Gemeinde, und er wird befähigt, an der Gemeinde mitzutun! Der Christ wird in die Gemeinde ‚hineingebaut’, ‚und baut die Gemeinde mit auf’. Das ist keine Entscheidung, die ein Christ fällt, sondern diese Entscheidung wurde durch Christus über ihn gefällt. Anders formuliert: Bau der Gemeinde ist Wille unseres Herrn. Die Ströme des Lebens sind längst über die Gemeinde beschlossen, das Leben müssen wir nicht in die Gemeinde tragen, das Leben ist wirklich da, der Heilige Geist ist gegenwärtig, den müssen wir nicht erst machen! Und wenn wir ihn herabflehen, dann nur insofern, als wir beten: „Nun laß uns, Herr, die wir in dieser Geschichte, in dieser Situation leben, auch teilhaben an Deinem Geist, der längst Deiner Gemeinde verheißen ist.“ Es gäbe doch keine Gemeinde, es gäbe doch keinen Glauben, es gäbe doch keinen Trost, es gäbe doch keine Hoffnung, wenn der Geist Gottes nicht jetzt und hier in der Gemeinde herrschen und regieren würde. Es gäbe doch kein Verständnis des Evangeliums, wenn der Geist nicht jetzt unter uns herrschen würde.

Gefahren identitätsbasierter Medizin

Katherine Cave ist die Mutter eines trans-identifizierenden Teenagers. Gender-Kliniker überzeugten sie, den Übergang ihrer Tochter zu unterstützen, bis sie die Gefahren der identitätsbasierten Medizin und der Geschlechteridentitätsideologie erkannte. Katherine Cave ist übrigens ein Pseudonym zum Schutz der Privatsphäre ihrer Tochter.

Sie schreibt:

Was könnte an einem Gesetz, das „Gleichheit“ verspricht, falsch sein? Welche möglichen Verletzungen könnten sich aus dem Verbot diskriminierender Praktiken ergeben? Während diese Gesetze zunächst harmlos erscheinen mögen, haben sich die schädlichen Folgen der Missachtung der Realität geschlechtsspezifischer Unterschiede in Staaten und Ländern gezeigt, in denen Gesetze und Richtlinien der „geschlechtsspezifischen Identität“ bereits Auswirkungen auf Kinder, Gesundheitsversorgung und geschlechtsspezifische Räume haben. Kinder und Frauen haben am meisten gelitten.

Das ist keine Gleichheit.

Ich fordere alle auf, sich zu äußern und den Gesetzgeber zu bitten, die Auswirkungen der Einbeziehung der „geschlechtsspezifischen Identität“ in das Gleichstellungsgesetz kritisch zu hinterfragen. Wir müssen handeln, bevor mehr Menschen durch diese ideologisch getriebene „gender identity“-Bewegung geschädigt werden. Wir brauchen keine weiteren Opfer. Meine Tochter ist schon ein Opfer zu viel.

Mehr: www.thepublicdiscourse.com.

Klaus Vollmer: Gemeindedienst ist Jesusdienst

Klaus Vollmer, Die Gemeinde kennt keine Stars (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 38):

Gemeindedienst ist Jesusdienst. Es gibt keinen Dienst für Jesus an der Gemeinde vorbei, sondern immer nur durch die Gemeinde hindurch. Und ich rede jetzt nicht von der Gemeinde, wie wir sie so gerne hätten, sondern ich rede von der Niedrigkeit der Gemeinde, wie sie wirklich tausendfach vorkommt.

Aber das andere ist auch zu sagen: Nichts ist letztlich so frohmachend, wie der Dienst an der Gemeinde, denn zum ersten wird man dabei wirklich frei von sich selber, und zum anderen kommt das Geheimnis der ständigen Gegenwart Christi zuerst und immer wieder zu denen, die seinem Leibe — und das ist ja seine Gemeinde — dienen wollen. Man schaue sich um: Nicht die Verdiener strahlen die größte Freude am Leben aus, sondern die Diener Christi, die Diakonissen und Nonnen, die kleinen Brüder Jesu und all die vielen, die still in den Gemeinden und Krankenhäusern um Jesu willen und damit um der Gemeinde willen ihren Dienst tun.

Einführung in die „Christozentrische Seelsorge“

Csm 2019 1 Seelsorge ed47f3db38Vom 10.–15. März 2019 werden wir in Friedrichshafen am Bodensee einen Einführungskurs zur „Christozentrischen Seelsorge“ anbieten. Folgende Themen sind geplant:

  • Einführung in die christozentrische Seelsorge (I bis V)
  • Sei ein Friedensstifter: Konfliktlösungen in der Gemeinde

Der Einführungskurs wurde für den Einstieg in die „Christozentrische Seelsorge“ entwickelt. Es geht um Grundlagen, auf die in den Aufbaukursen und Vertiefungskursen immer wieder zurückgegriffen wird. Ergänzt wird das Angebot durch eine Einführung in das Modul „Seelsorge an der eigenen Seele“ (SaS) sowie die „Gesprächsdokumentation“ (Ron Kubsch, Thomas Jeising. Lilia Stromberger). Eric Sollberger aus der Schweiz wird einen Tag zum Thema „Konfliktlösungen in der Gemeinde“ gestalten.

Mehr Informationen und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie hier: www.bucer.de.

Klaus Vollmer: Gemeinde kennt keine Stars

Klaus Vollmer, Die Gemeinde kennt keine Stars (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 35–37):

Das Neue Testament spricht an keiner Stelle von besonderen Methoden und Praktiken, die besonders erfolgreich seien. Es spricht auch nicht von bedeutenden Mitarbeitern, die alles richtig gemacht hätten und die man nur noch nachzuahmen brauche. Nein, und das Folgende ist würdig, daß man dem gründlich nachdenkt: die Botschaft der Heiligen Schrift spricht eindeutig und überaus häufig von der Gemeinde! Das Neue Testament spricht von dem unverfügbaren Geheimnis der Gemeinde Jesu, das darin liegt, daß kein menschliches Wollen bei der Gründung am Werke war und daß keine menschliche Instanz in der Lage ist, sie zu vernichten, und daß der auferstandene Herr es selbst ist, der seine Gemeinde bis zur ewigen Herrlichkeit erhalten und vollenden wird.

Die Gemeinde kennt keine Stars, die es besonders gut machen, sondern sie spricht von Dienern und Sklaven, die um Jesu willen nicht mehr anders können, als sich dieser Gemeinde hinzugeben! Und derjenige wird der Größte genannt, der bereit ist, die untersten und niedrigsten Dienste anzunehmen. Die Gemeinde, der gedient werden soll und der ganz gewiß immer gedient werden wird — dafür sorgt der Herr selber —, hat nichts Großartiges und Faszinierendes an sich. Sie ist die Gemeinschaft von Menschen, die in der Vergebung ihrer Sünden jenen Frieden erfahren haben, von denen eine Welt noch nicht zu träumen wagt. Die Gemeinde hat kein attraktives Aussehen, denn diese Welt ist von lauter Selbstherrlichkeiten bevölkert, die wenig Interesse an Menschen der Demut und des inneren Friedens haben.

Aber in dieser Gemeinde wohnt die Gegenwart des Heilands und des Herrn über die ganze Welt. Und nicht die Völker geben der Gemeinde Platz und Recht zum Leben, sondern es ist die Gemeinde, die dieser Welt die Hoffnung und die ewige Rettung zu geben vermag. Nicht die Welt zeigt das Ziel der Geschichte an, sondern es ist die Gemeinde, die der Welt den Weg in die Heimat zu zeigen weiß. Es sind nicht die Mächtigen, die einer Welt in ihren großen Lebensfragen helfen können, nein und tausendmal nein, sondern es ist die Gemeinde, die jenes Geheimnis in sich erfährt, das allein die Nöte der Menschheit zu lösen vermag.

Vom Krieg der Worte in der Abtreibungsdebatte

Charles C. Camosy, Vorstandsmitglied bei den „Democrats for Life of America“, ist außerordentlicher Professor an der Fordham University und versucht, Abtreibungsgegner und -beführworter an einen Tisch zu bringen. In einem Beitrag für die NYT hat er auf die Bedeutung der Sprache in den Debatten um das Lebensrecht von Ungeborenen aufmerksam gemacht.

Er schreibt dort:

Der Kampf in der Abtreibungsdebatte ist in vielerlei Hinsicht ein Kampf um die Sprache. Ich bin zum Beispiel „Pro-Life“. Ich unterstütze nachdrücklich die Rechte und den Schutz von Müttern und Kindern, einschließlich pränataler Kinder und anderer gefährdeter Bevölkerungsgruppen. Ich möchte, dass die Gesetze unseres Landes auch diese Menschen schützen. Meiner Meinung nach macht mich das zu einem Lebensschützer. Deshalb benutze ich den Ausdruck „pränatales Kind“, wo andere Leute einfach „Fötus“ sagen würden.

Nach Ansicht dieser Menschen und der Mainstream-Nachrichtendienste bin ich allerdings kein Lebensschützer, sondern jemand, der gegen Abtreibung ist. Diese Sprache erlaubt es Kritikern, mich und andere Lebensschützer als von einem bestimmten Anliegen Besessene erscheinen zu lassen, was wir nicht sind.

In den letzten Jahren haben sich die Verteidiger von Abtreibungsrechten von der Verwendung neutraler Begriffe wie „Autonomie“ und „Wahl“ verabschiedet und nutzen eine positive, stigmatisierungstolerante Sprache. Gruppen wie „Planned Parenthood“ sprechen jetzt von „Abtreibungsfürsorge“ (engl. abortion care). … Plakate, die von Unterstützern der Abtreibungsrechte aufgestellt wurden, sagen stolz, dass Abtreibung ein „Familienwert“ ist.

Hier der Beitrag: www.nytimes.com.

Die Grenzen des Kulturrelativismus

Während der Universalismus davon ausgeht, dass es eine allgemein gültige Ethik oder ein Moralgesetz gibt, die oder das für alle Menschen und Situationen gilt, schränkt der Kulturrelativismus die Anwendbarkeit ethischer Kategorien auf die Kultur ein, die sie hervorgebracht hat.

Prominent wurde der Kulturrelativismus durch den deutschstämmigen US-amerikanischen Ethnologen Franz Boas. Seiner Meinung nach ist jede Kultur relativ und nur aus sich selbst heraus zu verstehen. Er entwickelte dementsprechend einen historischen Partikularismus. Danach hat jede Kultur ihre eigene Geschichte und Entwicklung. Man solle nicht versuchen, eine allgemeine Kulturtheorie zu entwerfen oder gar alle Ethnien usw. in das Korsett einer Kultur zwingen.

Boas hat mit seinen Forschungen und Thesen dem Postmodernismus Vorschub geleistet. Der Postmodernismus wendet sich gegen das Ideal der Einheit (Krieg dem Ganzen) und hat die Zersplitterung von moralischen Vorstellungen und Wahrheitskonzepten akzeptiert und gar befördert.

Der Kulturrelativismus ist ein wichtiger Bestandteil des Multikulturalismus. Oder anders ausgedrückt: Der Multikulturalismus beruft sich darauf, dass jede Kultur ihr eigenes Recht hat und widersteht der Gleichmacherei. Mit den Argumenten des Kulturrelativismus wurden etwa Forderungen nach einer Leitkultur dekonstruiert. Die Annahme oder Schaffung einer Leitkultur setzt nämlich voraus, dass bestimmte Überzeugungen, Regeln, Grundwerte usw. anderen überlegen sind.

Allerdings zeigt sich, dass der Kulturrelativismus gewisse Probleme schafft und sich kaum konsequent umsetzen lässt. So überrascht es nicht, dass Vertreter des Kulturrelativismus darauf drängen, bestimmte Werte für alle Kulturen verbindlich zu machen. In den Debatten zum Klimawandel wird beispielsweise eine Drohkulisse für die gesamte Menschheit aufgebaut, um globale Regeln zu legitimieren.

Ein anderes aktuelles Beispiel stammt aus der Ethnologie. In der Regel zählen Ethnologen zu den entschiedenen Verteidigern des Kulturrelativismus. Susanne Schröter, Professorin für Ethnologin und Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam in Frankfurt, erkennt aber an, dass es notwendig ist, dem Kulturrelativismus, den sie verteidigt, gewisse Grenzen zu setzen. In einem Interview mit der NZZ sagte sie kürzlich:

Viele fragen sich, ob sie sich überhaupt einmischen dürfen in andere Kulturen. Diese Haltung basiert unter anderem auf dem Kulturrelativismus, den die Ethnologie hervorgebracht hat. Franz Boas, einer der ethnologischen Gründungsväter, war Anfang des 20. Jahrhunderts einer der Ersten, die Europa nicht als Krönung der Zivilisation verstanden haben. Alle Kulturen seien gleichwertig. Das war eine revolutionäre Sichtweise, die dem herrschenden Rassismus und Überlegenheitsdünkel etwas entgegengesetzt hat – und letztlich eine wichtige und gute Entwicklung, denn die Ethnologie begann ja als Kolonialwissenschaft. Seitdem hat sich allerdings vieles getan. Die Menschenrechte wurden verabschiedet. Dazu gehören die Frauenrechte und die Rechte auf sexuelle Selbstbestimmung. Das setzt dem Kulturrelativismus Grenzen. Gewalt gegen Frauen kann und darf niemals gerechtfertigt werden.

Es geht darum, realistische Bedingungen zu schaffen für das Zusammenleben und über Regeln nachzudenken. Das haben wir ja bisher nicht gemacht. ‚Anything goes‘ war das Credo der freien Gesellschaft. Aber im Zusammenprallen mit Menschen aus autoritär-patriarchalischen Strukturen, in denen auch Gewalt legitimiert wird, hilft das nicht weiter. Wir müssen klar sagen, dass unsere Werte und emanzipativen Errungenschaften nicht verhandelbar sind. Wer sich daran nicht halten will, muss wieder gehen.

Solche Beobachtungen lassen mich darüber staunen, dass das jüdisch-christliche Weltbild sowohl vor einem Kollektivismus als auch vor dem Individualismus schützt, da es universalistisch ist und zugleich das partielle Recht von Kulturen schätzt. Ausgewogen eben.

Hier das vollständige Interview: nzzas.nzz.ch.

APA: Traditionelle Sicht von Männlichkeit ist schädlich

Vor genau ziemlich einem Jahr habe ich auf den Beitrag eines Psychologen verwiesen, der auf die Kulturabhängigkeit  psychiatrischer Kränkheitsbilder aufmerksam gemacht hat (siehe hier). Ähnlich kulturgetränkt dürften neue Richtlinien der American Psychological Association (APA) sein, demnach „traditionelle Männlichkeit“ für Männer und Jungen „schädlich“ ist.

Die Agentur THE CHRISTIAN POST schreibt:

Die American Psychological Association hat neue Richtlinien herausgegeben, die beschreiben, wie „traditionelle Männlichkeit“ für Männer und Jungen „schädlich“ ist, um Psychologen zu helfen, die mit ihnen arbeiten. Die Leitlinien haben bereits erhebliche Kritik hervorgerufen.

Die Berufsrichtlinien, deren Entwicklung angeblich 13 Jahre gedauert hat, sind die ersten ihrer Art, die die Gruppe klinischer Psychologen für die Arbeit mit Männern und Jungen veröffentlicht hat.

Die APA stützt sich auf 40 Jahre Forschung, „die zeigt, dass traditionelle Männlichkeit psychologisch schädlich ist und dass das Zusammensein von Jungen, um ihre Emotionen zu unterdrücken, Probleme verursacht, die sowohl nach innen als auch nach außen wirken“, erklärt eine Pressemitteilung vom Januar 2019.

Zu den Behauptungen der APA gehört, dass „je mehr Männer sich an männliche Normen halten, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie ein normales, riskantes Gesundheitsverhalten wie starkes Trinken, Tabakkonsum und die Vermeidung von Gemüse als solche betrachten und sich selbst an diesem riskanten Verhalten beteiligen“.

„Was ist das Geschlecht in den 2010er Jahren?“ fragt Ryon McDermott, ein Psychologe an der University of South Alabama (USA), der half, die Richtlinien für Männer zu entwerfen, im Bericht. Die Antwort: „Es ist nicht mehr nur dieses binäre männlich-weibliche.“

Die Rolle des Arztes kann darin bestehen, Männer zu ermutigen, „die schädlichen Ideologien der traditionellen Männlichkeit (Gewalt, Sexismus) aufzugeben und Flexibilität in den potenziell positiven Aspekten (Mut, Führung) zu finden“. McDermott und sein Team arbeiten an einer „positiven Männlichkeitsskala“, um die Einhaltung der von Männern erwarteten pro-sozialen Eigenschaften zu erfassen, die bisher noch nicht systematisch gemessen wurde.

Mehr hier: www.christianpost.com.

Klaus Vollmer: Aus der Schrift

Klaus Vollmer, Aus der Schrift ableiten oder schweigen (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 34):

Wer in der Gemeinde etwas tun will, was er erkenntnismäßig nicht aus der Heiligen Schrift abgeleitet hat, der soll in der Gemeinde schweigen. Die Gemeinde Jesu lebt nicht von dem Allotria, sondern sie wurde aus dem Wort Gottes geboren, sie wird durch dieses erhalten und in Ewigkeit vollendet.

Frauen, lasst die Teilzeit bleiben?

Frauen investieren viel Zeit und Geld in ihre Ausbildung. Doch kaum sind die Kinder da, ziehen sich viele in die Teilzeit zurück. Ein fataler Trend, findet Inge Kloepfer in ihrem Beitrag für die FAZ. Sie hat dafür die Studie Making Motherhood Work von Caitlyn Collins ausgewertet.

Bemerkenswert ist das fehlende Verständnis dafür, dass es für Eltern und Kinder gut ist, mehr Zeit füreinander zu haben. Der Druck auf Frauen, die sich für mehr Zeit an der Seite der Kinder entscheiden, steigt – spürbar und ganz selbstverständlich. Das sind die Nebengeräusche der Emanzipation. Die jungen Mütter sind überhaupt nicht auf die emotionalen Kosten des Mutterseins vorbereitet und geraten, wenn die Kinder plötzlich da sind, in einen „Informationsschock“:

Ganze Kohorten jüngerer Frauen unterschätzten regelmäßig die Kosten, die ihnen durch ihr Muttersein entstehen, vor allem die „emotionalen Kosten“, die durch die Trennung von den Kindern, durch Schuldgefühle gegenüber Familie und Arbeitgeber oder etwa durch zu wenig Schlaf entstehen. Eine realistische Vorstellung davon machten sich junge Frauen kaum, nicht nur in Deutschland. „Man könnte das Mutterwerden als eine Art Informationsschock bezeichnen, der sich dramatisch auf das Verhalten der Frauen niederschlägt“, heißt es in der Studie. Mit erheblichen Folgen: „Die Wahrscheinlichkeit einer Anstellung nach der Geburt des Kindes sinkt für Frauen in den Vereinigten Staaten oder Großbritannien um 30 bis 40 Prozent. Dabei wirkt der Informationsschock nicht nur lange nach. Er verstärkt sich sogar. Frauen, die direkt nach der Geburt einer festen Arbeit gegenüber skeptisch werden, seien es zwei Jahre später erst recht. Und noch stärker sind die Effekte, wenn das zweite Kind geboren wird. Betroffen sind davon vor allem die gut ausgebildeten Frauen. Bei Vätern indes sind derlei Effekte nicht nachzuweisen.

Anstatt den Rechtfertigungsdruck unter Frauen, die sich für die Familie entscheiden, zu erhöhen, sollten wir viel mehr danach fragen: Was ist gut für die Kinder? Aber das ist natürlich altbacken oder eben politisch unkorrekt.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

Klaus Vollmer: Grundentscheidung

Klaus Vollmer, Gebet  (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 19–20):

So stehen wir vor einer Grundentscheidung, die jedem Mitarbeiter vorgelegt ist: Soll aus dem eigenen Wollen und Erkennen die Erneuerung der Gemeinden und Kirchen kommen, oder wollen wir allem Eigenem absagen, um nur die Macht des auferstandenen Christus zu erbitten? — Was glauben wir im Tiefsten unseres Herzens und unseres Wesens? Glauben wir, daß Werbung und Methoden, Evangelisationen und Vortragswochen, professorale Unterstützung und Großraumredner, Appelle an alle möglichen Hilfeleistungen usw. das Leben bringen, oder glauben wir, daß der Geist Gottes allein neues Leben schafft?

Klaus Vollmer: Gebet eines Mitarbeiters

Klaus Vollmer, Gebet  (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 17–18):

Herr, ich bitte Dich, mach mich fähig, Dein Mitarbeiter zu sein! Reinige meine Gedanken, damit ich nicht sehe, was ich in meiner eigenen Vernunft gerne gesehen hätte, sondern was ich durch die Macht Deines Geistes sehen soll und muß! Gib mir Augen für das Geheimnis Deines ewigen Lebens, damit ich den geheimen Segen erkenne und damit ich erfahre, was Du geben willst und was Du nicht zu geben gedenkst! Gib mir die Erkenntnis Deines Willens, damit ich nicht tue, was die Zeit oder die Geister in unserer Zeit gerne getan haben möchten, sondern damit ich vollende, was vor Dir Bestand hat! Und dann gib mir die Gabe, die ich brauche, um wirklich in Deiner Gemeinde mitzutun. Ohne Deine Gaben kann ich nichts tun, und es bleibt alles leeres Getue; aber wenn Du mich begabst mit der Kraft von oben, dann werde ich auch im Segen arbeiten können, und nichts wird umsonst gewesen sein, was ich tue. Gib mir die Vollmacht, damit ich nicht im eigenen Namen und zu meiner eigenen Ehre auftrete, sondern daß alles, was ich tue, auf Dich hinweist und alles in Dir vollendet werde!

Herr, ich entsage allem eigenen Wollen, aller eigenen Ehre und Eitelkeit. Dein Reich soll gebaut werden, nicht das meine; Deine Gemeinde soll wachsen, nicht meine Pläne. Dein Heil soll gepriesen werden, nicht menschliche Weisheit.

Herr, ich bitte Dich: Segne Deinen Knecht! Ich weiß es: Ohne Dich kann und will ich nichts tun; aber mit Dir will ich eine Welt gewinnen und Gemeinde bauen. Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn!

Klaus Vollmer: Der HERR muss handeln

Wie kann die Erneuerung der Kirche kommen? Klaus Vollmer  (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 14–15):

Der Herr, der diese Kirche in die Weltgeschichte hineingeboren hat, muß einem Menschen selber das Geheimnis dieser Kirche und ihres eigentlichen Wesens offenbaren. Und wir sind sogar darauf angewiesen, daß uns der eigentliche Schaden aus der Sicht der Ewigkeit offenbar werden muß. Es kann keiner in Vollmacht etwas Gültiges tun, wenn ihm nicht die Gewissheit dazu von Gott gegeben wurde.

Klaus Vollmer: Neue Methoden führen nicht aus der Krise

Der Evangelist Klaus Vollmer (1930–2011) hat in den 70er-Jahren auf Tagungen für Pastoren, Theologiestudenten und kirchliche Mitarbeiter Vorträge über die christliche Gemeinde gehalten. Reinhard Kawohl gab Mitschriften der Referate später in einem kleinen Buch mit dem Titel Alte Wege – neu entdeckt: Handbuch zum geistlichen Gemeindeaufbau heraus.

Die Impulsvorträge enthalten bei aller Knappheit tiefgehende Einsichten und lösen bei der Lektüre gelegentlich eine gewisse Beschämung aus. Denn oft wurde das Gegenteil von dem gemacht, was Vollmer damals empfohlen hatte. Was dabei herausgekommen ist, hat Ulrich Parzany in seinen beiden Büchern über die Krise der Kirche jüngst eindrücklich beschrieben (siehe: Was nun, Kirche?: Ein großes Schiff in Gefahr u. Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen: Ein Appell zum mutigen Bekenntnis). Der Mitgliederschwund der letzten Jahrzehnte setzt sich mit Schwankungen fort. Dramatische Auswirkungen wird die demographische Entwicklung auf die Mitgliederbewegungen haben. 2018 wurden 350 000 Mitglieder bestattet, aber nur rund 185.000 durch Taufe aufgenommen. Deutlich erkennbar ist auch die fortschreitende innere Abkehr. 200.000 Menschen traten aus der evangelischen Kirche aus, 20.000 ein.

Ich werde in den nächsten Tagen an dieser Stelle einige kernige Aussagen aus von Klaus Vollmer zitieren (und zwar aus der 2. Aufl., Wuppertal, 1975, hier S. 10–11). Beginnen möchte ich mit einer Kritik der Reformwut. Glaubten doch viele Leiter, etwa durch „moderne“ Gottesdienstformate geistliches Leben in die Kirche bringen zu können.

Die Gestalt des Gottesdienstes wurde einer gründlichen Überlegung unterzogen. So fand man heraus, daß die Lieder unverständlich, die Sprache der Predigt altmodisch und die Liturgie unzumutbar seien. Man veranstaltete Jazzgottesdienste und brachte ganze Scharen von Bands in den Altarraum. Nun wurde die Predigt des einzelnen Pfarrers von der Dialogpredigt und später von der Podiumsdiskussion abgelöst. Man kam sich ungeheuer modern vor, als man in einigen Kirchen die gewachsenen Früchte des Feldes vom Altar des Erntedankgottesdienstes abräumte und statt dessen Industrieprodukte ausbreitete. Die Änderungen des Glaubensbekenntnisses hielt man für notwendig, und als der politische Bazillus die Runde machte, da waren ganze Kirchenkreise plötzlich damit beschäftigt, nun auch politische Diakonie zu treiben.

Wahrlich: Wir haben turbulente Reformjahre hinter uns. Und ich weiß, daß in all den Jahren durchweg eine große und gut gemeinte Mühe vieler Pastoren und Mitarbeiter aller Wissensgebiete am Werke war. Man wollte die Talfahrt der Kirche aufhalten und setzte alle Mühe ein, um aufbauen und gewinnen zu können. Ich kann mir gut vorstellen, daß die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einmal in die Kirchengeschichte eingehen wird mit dem Vermerk: In diesen Jahren war die Kirche unerhört aufgeschlossen, kritikfähig und reformfreudig. — Und ich kann mir auch denken, daß die kirchengeschichtliche Beurteilung so weiter geht: Aber diese Zeit hat der Kirche keine religiöse Erneuerung bringen können!