Niall Ferguson: Die Exklusion Andersdenkender

Niall Ferguson zählt zu den wichtigsten Historikern der Gegenwart. Im grossen Gespräch rechnet Niall Ferguson mit dem Wohlfühldenken vieler Kollegen ab und er legt offen, wie die Linke die angelsächsischen Universitäten gekapert hat. Jene, die ständig von Inklusion sprechen, exkludieren Andersdenkende konsequent.

Die konservativen und liberalen Akademiker sind chaotische Zeitgenossen und ziemlich mies in der akademischen Folgeplanung. Sie sind mit ihren Studien beschäftigt, schreiben Bücher und kümmern sich kaum um Machtpolitik. Anders die sogenannt Progressiven – sie sind oftmals die eigentlichen Karrieristen, und ihre Schriften dienen ihnen bloss als Mittel zum Zweck. Darum legen sie oftmals auch wirklich lausige Aufsätze und Bücher vor. Aber das spielt keine Rolle, denn auf die richtige Herkunft kommt es an. Wenn heute ein Professor für moderne deutsche Geschichte an einer amerikanischen Fakultät emeritiert wird, nun, dann wird er eben durch eine junge Professorin mit Schwerpunkt Geschichte der amerikanischen Ureinwohner ersetzt. Und es ist ja nicht so, dass ich mir das irgendwie zusammenreime – ich habe dreissig Jahre lang aus nächster Nähe beobachtet, was geschah. Der Begriff der Diversität hat sich fundamental gewandelt und in sein Gegenteil verkehrt.

Ich hege kein Ressentiment. Was mir Sorgen macht, ist die Verarmung des intellektuellen Diskurses. Nicht mehr die Geschichte der Eliten war seit den 1980er Jahren von Interesse, sondern nur noch die Geschichte der Unterdrückten oder jener, die sich selber dazu stilisierten. Und die neuen Akademiker verfolgten – machtpolitisch klug und sehr erfolgreich – ihren Eigennutz und ihre Karriere konsequent. Wer sich weiterhin für die Geschichte des Kanons interessierte, wurde ausgebootet.

Der Rahmen des Sagbaren im akademischen und öffentlichen Raum hat sich in den letzten Jahren drastisch verengt. Evidenzbasierte Argumente spielen keine Rolle mehr. Es gewinnt, wer die lautesten Unterstützer hat, und es verliert, wer um seine Reputation fürchten muss.

Ein starker Text! Unbedingt lesen: www.nzz.ch.

Die Bibel als Seelsorgerin

Nach fast neun Jahren ist es geschafft. Annette Hesmert hat die Bibel in Luthers revidierter Fassung vollständig abgeschrieben. Wort für Wort. Damit möchte sie keine Rekorde einheimsen, sondern Menschen ermutigen, die Bibel wieder selbst in die Hand zu nehmen. Das finde ich klasse!

Tiefe Spuren hinterließen bei Hesmert auch die Psalmen. Vielleicht, weil die Verfasser genau ihre Fragen stellten: „Und wir dürfen sie auch stellen“, sagt sie. Gemeinsam mit Zachäus erlebte sie, dass sie auch alle Belastungen bei Jesus abladen kann und dieser jedem Menschen Vergebung schenkt, der sich auf ihn einlässt. An manchen Passagen biss sie sich die Zähne aus und verstand sie nicht. Aber auch aus den trockenen Geburtsregistern konnte sie etwas mitnehmen. „Kein Volk der Erde hat eine so detaillierte Beschreibung seiner Historie wie Israel.“ In den Schreibphasen konnte Hesmert zur Ruhe kommen, auch wenn es manchmal recht monoton war: „Gerade in Krisenzeiten war der Schreibtisch mein Zufluchtsort.“

Hier mehr: www.pro-medienmagazin.de.

Wenn die Wölfin mit der Schaf*in …

Thomas Schmid nahm in seinen Zwanzigern an der Studentenbewegung in Frankfurt teil, was ihn später gegenüber politischen Heilslehren misstrauisch machte.

Die zum Teil maßlose Kritik an dem Aufruf gegen die sogenannte gendergerechte Sprache kehrt er in einem Beitrag um: „Welchen Grund mag es wohl haben, dass sich Schriftsteller, Intellektuelle und Wissenschaftler, die dem Neuen, dem Wandel gegenüber stets aufgeschlossen waren, die den Stillstand nicht mögen und Experimente schätzen, auf einmal zusammentun, um der Genderisierung der Sprache Einhalt zu gebieten und das gute Alte gegen ein Schlechtes Neues verteidigen? Wohl den, dass sie wirklich besorgt sind.“

Er schreibt:

Das zähe Ringen um die Genderisierung der Sprache ist indes nur Teil einer weitergreifenden Entwicklung. Dass sich Studentinnen und Studenten in Berlin ganz selbstverständlich befugt fühlen, ein wunderbares konkretes Gedicht Eugen Gomringers im Namen des Feminismus von einer Hauswand zu verbannen, gehört ebenso hierher wie das beharrliche Bemühen einer winzigen Gruppe an der Berliner Humboldt-Universität, den prominenten Politikwissenschaftler Herfried Münkler als „Rechten“ abzustempeln oder den Historiker Jörg Baberowski zum Rechtsradikalen zu erklären. Man kann gut über Baberowskis Thesen zur Gewalt oder über seine Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik streiten. Es ist aber ein Skandal, dass das studentische Bemühen, dem Professor eine rechtsradikale Schelle umzuhängen, durchaus von Erfolg gekrönt ist: Wenn in der Öffentlichkeit von Baberowski – immerhin Träger des Preises der Leipziger Buchmesse – die Rede ist, fehlt nur noch selten das Adjektiv „umstritten“. Will sagen: bitte unbedingt Abstand halten!

Es weht ein muffiger Wind der Unfreiheit, des geistigen Zwangs und einer unbelehrbaren Engstirnigkeit. Nicht ein paar Trotzkisten sind das Problem. Das Problem ist der Resonanzraum und sogar die Unterstützung, die sie bekommen. Zum Beispiel, wenn ein Rechtsprofessor ernsthaft behauptet, bei Baberowski „verschmelzen wissenschaftliches Œuvre und tagespolitische Äußerungen zu einem Amalgam rechtsradikaler Kritik“. Und harmlos ist das ganz und gar nicht. Denn paradoxerweise sind heute winzige, sich selbst ermächtigende Minderheiten in der Lage, der Mehrheit, den Institutionen und dem Staat ihre Sichtweise aufzuzwingen. Nichts Anderes bedeutet es, wenn die Stadt Hannover die gendergerechte Sprache für ihre öffentlichen Verlautbarungen sowie ihren Schilderwald für verbindlich erklärt hat.

Hier mehr: schmid.welt.de.

Jamie Shupe: Ich möchte wieder als Mann leben

Den Artikel von Jamie Shupe sollte man lesen:

Vor vier Jahren schrieb ich in der New York Times über meine Entscheidung, als Frau zu leben; und schrieb, dass ich „authentisch als die Frau leben wollte, die ich immer war“ …

Vor drei Jahren entschied ich, dass ich weder männlich noch weiblich, sondern nicht-binär war – und machte Schlagzeilen, nachdem ein Richter aus Oregon zugestimmt hatte, mich als drittes Geschlecht identifizieren zu lassen, weder männlich noch weiblich.

Jetzt will ich wieder als der Mann leben, der ich bin.

Ich bin eine der Glücklichen. Obwohl ich sechs Jahre lang am medizinischen Transgenderismus teilgenommen habe, ist mein Körper noch intakt. Die meisten Menschen, die nach Geschlechtsumwandlungen auf Transgender-Identitäten verzichten, können nicht dasselbe sagen.

Hier: www.dailysignal.com.

Klaus Vollmer: Geistliches Leben zeigt sich in vier Dingen

Zum Abschluss der kleinen Reihe mit Texten von Klaus Vollmer zitiere ich die Zusammenfassung seiner Ausführungen zum Gemeindebau (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 91–92):

Ohne das Wirken Jesu können wir nichts tun, aber mit ihm werden wir über alle Maßen gesegnet. Diese Wahrheit verbaut jeden eigenwilligen Aktivismus, aber sie befreit zu großem Glauben gegenüber dem Herrn, der sich bitten lassen will.

Geistliches Leben zeigt sich in vier Dingen:

Im einfältigen Gebet: Hier weiß der Glaubende, wo alle Macht und Vollmacht verfügt wird!

Im Ernst nehmen der Heiligen Schrift: Hier sucht der Glaubende, um nichts aus sich, sondern alles aus dem Wort Gottes zu tun!

Im Wagnis der kleinen Schritte: Der Glaubende weiß, daß alle Nachfolge auch zu Wagnissen führen muß!

In der Einmütigkeit der Gemeinde: Wo in Wahrheit und Liebe das Leben gestaltet und geführt wird, und wo aller Dienst seinen Platz hat.

Wie nun jeder von uns geführt wird, und wie er seinen Glauben umzusetzen gedenkt, darüber soll jeder seine Gewissheit erlangen. Aber wir kommen alle nicht an der Einfalt des Glaubens, an der Reinigung von unseren Sünden, am Ernstnehmen der Heiligen Schrift, am Wagnis der kleinen Schritte und an der Liebe zum Aufbau der Gemeinde vorbei, wenn wir als geistliche Menschen angesprochen sein wollen.

Kritiker der geschlechtergerechten Sprache sind kleinbürgerliche Würstchen

Hundert deutsche Intellektuelle haben eine Petition mit dem Titel „Schluss mit dem Gender-Unfug!“ gestartet (siehe hier). Im Interview erklärt Walter Krämer vom Verein Deutsche Sprache, warum er für die Gleichberechtigung von Mann und Frau und gegen Sternchen in Wörtern ist.

Sprache soll effizient sein. Wenn sich die Länge eines Textes verdoppelt, handelt es sich um eine überflüssige und kommunikationshemmende Änderung. Stellen Sie sich vor, Sie sehen abends im Fernsehen Werbung, und dann kommt der Hinweis: «Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin.» Natürlich ist mit dem Arzt auch die Ärztin gemeint. In meinem Bekanntenkreis sind die meisten Mediziner Frauen. Und wenn deutsche Kinder, die heute zwölf Jahre alt sind, den Begriff «Bundeskanzler» hören, denken sie auch an eine Frau. Die kennen es gar nicht, dass dieses Amt auch ein Mann ausüben kann. Ob mit einem Wort ein Mann oder eine Frau gemeint ist, entscheidet nicht die Obrigkeit, sondern die soziale Wirklichkeit. Angela Merkel hätte keinen Tag früher Regierungschefin werden können, wenn im Grundgesetz das Wort «Kanzlerin» gestanden hätte. Da steht aber nur zwanzigmal «Kanzler». Ihren Aufstieg hat das in keiner Weise behindert.

Hochinteressant kommentiert die TAZ den Aufruf des Vereins Deutscher Sprache. Daniel Kretschmar, Chef vom Dienst bei der Zeitung, nennt die Unterzeichner „lauter Witzfiguren und Wutbürger“. Und er sagt Folgendes:

Traurig an dieser jämmerlichen Parade kleinbürgerlicher Würstchen ist der Zuspruch einzelner Künstler*innen, deren Sprachverständnis doch jenseits bürokratisch-nationalistischer Selbstvergewisserung liegen sollte. Schreibt und denkt doch was ihr wollt, Katja, Judith, Reiner, Günter, aber macht anderen keine Vorschriften, sondern Mut. Mut, Konventionen zu brechen. Mut, sich vom Kollektiv zu lösen, dabei auch Fehler zu machen, albern oder lächerlich zu sein.

Das muss man sich mal vorstellen. Ein Interessenvertreter genau jener Bewegung, die einen „Neusprech“ an den Hochschulen und Behörden verbindlich machen möchte, also die Menschen zwingen will, eine neue Sprache zu benutzen, beschwert sich darüber, dass die Initiatoren sich gegen solche Vorschreibungen zur Wehr setzen.

Ich kann Studenten, Schülern, Lehren, Sozialarbeitern, Professoren nur ermutigen, sich von dieser arroganten, linken Pseudoelite in den Redaktionen, Behörden, Schulen und Politbüros nichts vorschreiben zu lassen. Habt den Mut, die Konventionen und Gesetze der Genderlogen zu brechen!

Hier das NZZ-Interview: www.nzz.ch.

Timothy Keller über Rechtfertigung und gute Werke

Im New City Katechismus heißt es in Frage 33:

Sollten diejenigen, die an Christus glauben, ihr Heil in den eigenen Werken oder irgendwo sonst suchen?

Die Antwort lautet:

Nein, sollten sie nicht. Denn alles, was zum Heil nötig ist, ist in Christus zu finden. Wer versucht, durch gute Werke die Errettung zu erlangen, leugnet, dass Christus der einzige Retter und Erlöser ist.

Timothy Keller kommentiert die Antwort mit folgenden Worten:

Wenn Sie Glaube mit Werken vermischen, wenn Sie sagen: „Ja, ich muss an das glauben, was Jesus für mich getan hat, aber ich muss auch noch dies oder jenes hinzufügen, sonst bin ich nicht gerettet,“ dann behaupten Sie, dass das, was Sie eigentlich rettet, nicht das ist, was Jesus getan hat, sondern was Sie hinzugefügt haben. Das macht Sie zu Ihrem eigenen Erretter.

Die folgende Geschichte könnte hier helfen. Herr A hat Herrn B beauftragt, ihm einen Schrank aus Holz zu machen, weil er ein großartiger Möbelbauer ist. Herr B und Herr A waren Freunde, und deshalb sagte sich Herr B: Nun, ich werde mich wohl besser anstrengen, dass es wirklich gut wird […] vollkommen.“ Deshalb arbeitet er an dem Schrank, und arbeitet und arbeitet, bis er ihn soweit hat, dass er perfekt geschliffen und poliert ist. Er holt Herrn A in seine Werkstatt, um den Schrank anzusehen, und jetzt würde Herr A ein Stück Schleifpapier nehmen und sagen: „Ich will hier nur mal noch ein bisschen schleifen.“ Herr B. sagt: „Nein, er ist fertig, er ist vollkommen. Es gibt nichts was man noch hinzufügen könnte, was ihn nicht wieder schlechter machen würde.“

Dasselbe gilt für das Werk Jesu Christi. Weil Jesus, als er starb, gesagt hat: „Es ist vollbracht.“ Es gibt nichts mehr hinzuzufügen. Das Werk ist vollkommen. Und wenn Sie etwas dazutun wollten, dann würden Sie es nur schlechter machen. Wenn Sie sagen würden: „Er hat das getan, aber ich muss noch etwas hinzufügen,“ dann würde alles, was Sie hinzufügen, die eigentliche Basis Ihrer Errettung bilden und Sie zu Ihrem eigenen Erlöser machen.

Die protestantischen Reformatoren haben sehr eindrückliche biblische Argumente dafür gebracht, dass man Glaube und Werke nicht vermischen darf, dass Rechtfertigung und Gerechtigkeit und Errettung aus dem Glauben allein kommen müssen. Ich werde hier nicht weiter argumentieren, sondern Folgendes sagen: Ich persönlich könnte nicht leben, wenn das nicht der Fall wäre. Ich hätte keinerlei Hoffnung, wenn ich nicht jeden Tag aufstehen würde und auf dem grundsätzlichen Wissen stehen könnte:

Christi Blut und Gerechtigkeit,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid.
Damit will ich vor Gott bestehn,
wenn ich zum Himmel wird eingehn.

Das ist meine einzige Hoffnung.

Aufruf zum Widerstand

Ich bin kein Freund von Petitionen. Aber den Sprach-Appell des Vereins Deutsche Sprache habe ich sofort unterzeichnet. Es heißt darin:

Aus Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache wenden sich Monika Maron, Wolf Schneider, Walter Krämer und Josef Kraus mit diesem Aufruf an die Öffentlichkeit:

Die sogenannte gendergerechte Sprache beruht erstens auf einem Generalirrtum, erzeugt zweitens eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde und ist drittens konsequent gar nicht durchzuhalten. Und viertens ist sie auch kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft.

Der Generalirrtum: Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe ein fester Zusammenhang. Er besteht absolut nicht. Der Löwe, die Giraffe, das Pferd. Und keinen stört es, dass alles Weibliche sich seit 1000 Jahren von dem Wort „das Weib“ ableitet.

Die lächerlichen Sprachgebilde: Die Radfahrenden, die Fahrzeugführenden sind schon in die Straßenverkehrsordnung vorgedrungen, die Studierenden haben die Universitäten erobert, die Arbeitnehmenden viele Betriebe. Der Große Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch. Und dazu kommt in jüngster Zeit als weitere Verrenkung noch der seltsame Gender-Stern.

Nicht durchzuhalten: Wie kommt der Bürgermeister dazu, sich bei den Wählerinnen und Wählern zu bedanken – ohne einzusehen, dass er sich natürlich „Bürgerinnen- und Bürger meister“ nennen müsste? Wie lange können wir noch auf ein Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt verzichten? Wie ertragen wir es, in der Fernsehwerbung täglich dutzendfach zu hören, wir sollten uns über Risiken und Nebenwirkungen bei unserm Arzt oder Apotheker informieren? Warum fehlt im Duden das Stichwort „Christinnentum“ – da er doch die Christin vom Christen unterscheidet?

Und dann tragen solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen. Auch im Grund gesetz gibt es dafür kein Indiz: In 13 Artikeln spricht es 20mal vom Bundeskanzler, zusätzlich auch vom „Gewählten“ und vom „Vorgeschlagenen“. Hier mehr Informationen: vds-ev.de.

50.000 Euro für jedes ungeborene Kind

Verena Brunschweiger, nach eigenen Angaben Philosophin, Pädagogin und Soziologin, wirbt in der WELT für ein „kinderfreies Leben“, nicht nur aus Gründen der Selbstverwirklichung, sondern auch, um die Umwelt zu schonen.

Nachfolgend einige Zitate:

  • „Ich will diese Rolle einfach nicht. Ich will nicht leben wie meine eigene Mutter. Letztlich ist das Kinderkriegen ein reaktionäres bürgerliches Projekt und für mich deshalb ausgeschlossen. Viele Eltern haben zudem eine fragwürdige Mentalität. Sie wollen am liebsten alles geschenkt haben, einen Haufen Vergünstigungen bekommen. Denn sie leisten ja so viel.“
  • „Um die Umweltbelastungen aufzuwiegen, die durch ein einziges, in Deutschland geborenes Kind verursacht werden, kann man viele, viele Flugreisen machen oder Steaks essen! Viele Leute sind ja stolz drauf, dass sie Müll trennen und die Flaschen in den Container werfen – aber ihre eigene Fortpflanzung macht dann wieder alles zunichte. (lacht) Diesen Aspekt möchte ich ins Bewusstsein rücken. Der Club of Rome hat übrigens mal vorgeschlagen, an jede 50-Jährige ohne Kinder 50.000 Euro zu zahlen.“
  • „Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle könnte etwa die Lösung sein. Ich würde sogar sagen: Nicht die sozialen Sicherheitssysteme brauchen Kinder. Nein, unsere Wirtschaft, unsere kapitalistische Grundordnung, die braucht Kinder – als die Konsumenten der Zukunft.“
  • [Betty White von den „Golden Girls“] „wurde gefragt, warum sie so alt geworden ist. Da hat sie stolz erklärt, dass sie seit 97 Jahren „child-free“ lebt und deshalb so fröhlich und agil ist – eben weil sie keine Kinder hat. Das fand ich toll!“

Es gibt im Interview einen Satz, dem ich verhalten zustimmen kann: „Am liebsten wäre es mir, wenn die Leute, die glauben, Kinder kriegen zu müssen, diese dann auch erziehen.“ Ansonsten finde ich diese Selbstverliebtheit entsetzlich und die ökonomische Expertise nullwertig. Frau Brunschweiger hat keine Ahnung, was ihr entgeht.

Hier der Artikel (allerdings hinter der Paywall): www.welt.de.

Diktatur der politischen Korrektheit

Verunglimpfungen, Drohungen, Vandalismus: Eine Minderheit linker, radikaler Studenten spielt sich an Unis als Gedankenpolizei auf und attackiert tadellose Professoren, weil sie angeblich „Sexismus“, „Rassismus“ und „Imperialismus“ verbreiten. Vielen Hochschulleitungen fehlt die Bereitschaft, ihre Mitarbeiter vor diesen hinterlistigen Angriffen in Schutz zu nehmen. 

Es ist immer die gleiche Strategie, und es geht stets um dasselbe Ziel: die Vertreter missliebiger Positionen zum Schweigen zu bringen. Mit dem herrschaftsfreien Diskurs, den der linksliberale Philosoph Jürgen Habermas schon seit 1968 einfordert, hat das alles nichts zu tun. Auch nicht mit dem Austausch wissenschaftlicher Argumente in einer geistig freien Atmosphäre. Das aber ist die Kernaufgabe der Universität.

Schon aus diesem Grund müssten sich die Hochschulleitungen mit Verve vor ihre angegriffenen Kollegen stellen, müssten die Kampagnen zu unterbinden suchen und die Maßregelung der verdeckten Hetzer betreiben. Doch das geschieht nicht. Von einzelnen Ausnahmen abgesehen erfuhren die drei Professoren kaum Solidarität von ihren Kollegen.

„Der deutsche Professorentitel ist eine Lizenz zur Feigheit“, sagt Herfried Münkler. „Alle haben Angst, selbst in die Kritik zu geraten. Die meisten liegen so flach in der Ackerfurche, dass man nicht einmal die Ohren sieht.“ Andererseits sei es für ihn vielleicht auch besser gewesen, sich ohne Rücksicht auf die Universitätsleitung wehren zu können: „So war meine Gelenkigkeit größer.“

Hier der Artikel (allerdings hinter der Paywall): www.welt.de.

zweifeln & glauben

Herzliche Einladung zur E21-Regionalkonferenz in München 2019: zweifeln & glauben von 31. Mai bis 1. Juni 2019 in München!

Für viele Menschen ist der Zweifel heute Manifest und Programm. Sie suchen, weil sie nicht finden wollen. Wenn jedoch die Skepsis alles ist, was wir haben, wenn die Zweifel uns im Innern spalten, ist die Zeit gekommen, auch den Zweifel in Zweifel zu ziehen. Deshalb setzen wir uns während dieser E21-Regionalkonferenz ausführlich mit dem Zweifel auseinander und legen dar, dass es gute Gründe dafür gibt, dem Evangelium von Jesus Christus zu vertrauen und es mutig in der Gemeinde und der Gesellschaft zu bezeugen.

Unser Hauptreferent Vaughan Roberts wird in drei Vorträgen das Buch Habakuk auslegen. Der Prophet rang intensiv mit Fragen und Zweifeln im Blick auf Gottes Gerechtigkeit und Herrschaft. Matthias Lohmann, Alexander Reindl und Ron Kubsch werden in ihren Vorträgen ebenfalls das Thema Zweifel aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Studenten, Pastoren, Gemeindemitarbeiter und andere Neugierige sind herzlich eingeladen, bei dieser Konferenz gemeinsam mit anderen zu fragen, zu vertrauen und zu loben.

Hier findest du mehr Informationen und hier geht es zur Anmeldung.

Kann denn Liebe Sünde sein?

Die Öffnung der Familie für die Ehe für alle wird im persönlichen Gespräch oder auch in Talkshows gern mit dem Argument verteidigt, dass sich die Gesetzgebung an die gesellschaftlichen Realitäten anzupassen habe und ein Staat der Liebe nicht im Weg stehen dürfe. Die persönlichen Empfindungen werden zum Maßstab für rechtes Handeln erklärt. Insofern überrascht es nicht, dass es vereinzelt eine Solidarisierung mit Menschen gibt, die sich selbst heiraten (siehe den Beitrag zur Sologamy).

Ein Trend, der mit dieser narzisstischen Kultur zusammenhängt, ist die Autosexualität. Autosexualität bezeichnet eine Person, die sich sexuell zu sich selbst hingezogen fühlt und sich meist auch allein sexuell befriedigt (insofern sie nicht asexuell ist). Es gibt eine wachsende autosexuelle Community.

THE GUARDIAN hat mit einem Autosexuellen gesprochen:

Warte. Wer ist in dich verliebt? Ich selbst bin in mich verliebt.

Was? Meine Orientierung ist zufällig autosexuell.

Was meinst du damit? Wie ein sexy Roboter? Nein, nicht wie ein sexy Roboter.

Oder bedeutet das, dass man von Autos erregt wird, wie Jeremy Clarkson? Es bedeutet, dass ich mich sexuell zu mir selbst hingezogen fühle.

Wie funktioniert das überhaupt? Nun, normalerweise fange ich damit an, ein paar Kerzen anzuzünden und zu überprüfen, ob ich frische Batterien habe. Dann …

Ich fürchte, die Unterscheidung ist mir abhanden gekommen. Du könntest zum Beispiel von deiner eigenen Nacktheit angetan sein. In meinem Fall bin ich auch autoromantisch – ich liebe mich selbst buchstäblich.

Wovon redest du da? Ich meine, ich bekomme Schmetterlinge im Bauch, wenn ich an mich denke.

Hier das vollständige Interview: www.theguardian.com.

Abschied

In gewohnt kreativer Weise hat sich Werner Küstenmacher (Tiki) bei der Evangelische Morgenfeier verabschiedet. Nicht nur das. Der Pfarrer sprach offen über seine Abschiede vom dem christlichen Glauben, der uns ein für allemal überliefert ist (vgl. Jud 3).

Was Werner Küstenmacher in dieser Sendung als befreiend beschreibt, nämlich den Abschied von Dogmen im Sinne von Klaus-Peter Jörns, ist alles andere als freimachend und tröstlich. Küstenmacher wirft nämlich den Menschen ganz auf sich selbst zurück. Die Unterscheidung zwischen dem transzendenten Gott und dem endlichen „Ich“ verwischt. Was bleibt, ist der Mensch.

Ich merke, wie mein Bild von Gott im Lauf der Zeit immer weiter und größer geworden ist. Und zugleich immer menschlicher. Das Imago, das große innere Bild in meinem Inneren, auf dessen Verwirklichung ich zustrebe, ist kein pompöses Bild von einem grandiosen, allmächtigen, die Welt und alle Elemente beherrschenden Gott, vor dem ich ohnmächtig zittere. Es ist das Bild von einem im vollen Sinne menschlichen Gott, der mit mir am Tisch sitzt und der mein Freund sein will. Das ist das tiefste Geheimnis der Menschwerdung Gottes.

Wer mehr über das evolutionäre Glaubensverständnis von Werner Küstenmacher erfahren möchte, sollte die Rezension über sein Buch Gott 9.0 lesen. Küstenmacher folgt esoterischen Überzeugungen, wie sie von Clare W. Graves, Don Beck, Christopher Cowan oder Ken Wilber bekannt gemacht worden sind. „Gott“ ist letztlich eine Metapher für den Menschen. Die „alten einengenden Glaubensvorschriften und Denkgefängnisse“ sind vermeintlich durch eine gefühlige, raumschaffende Selbstfindung überwunden. Gesetzt wird ganz auf den Menschen. Was ist das Problem? Der Mensch ist erlösungsbedürftig!

Ich empfehle, die Sendung nachzuhören und herauszuschälen, wie im Namen von Vernunft und Menschlichkeit das Evangelium völlig umgedeutet und so weit entleert wird, dass es nur eine trügerische Hoffnung vermittelt.

Hier der Mitschnitt:


Abraham Booth über Rechtfertigung und Heiligung

Der englische Apologet Abraham Booth (1734–1806) ordnete Rechtfertigung und Heiligung im Leben des Christen wie folgt:

Obwohl beide, Rechtfertigung und Heiligung, untrennbare Segnungen der Gnade sind, handelt es sich doch um unterschiedliche Werke Gottes. In mancherlei Hinsicht gibt es einen großen Unterschied zwischen ihnen. Diesen Unterschied könnte man so beschreiben: Die Rechtfertigung sieht die Person im rechtlichen Sinne, ist ein einmaliges Gnadenwerk und endet mit einer rechtlichen Statusänderung; das heißt, Straffreiheit und Recht auf Leben. Die Heiligung sieht den Menschen im leiblichen Sinne, es handelt sich um ein fortdauerndes Gnadenwerk. Es mündet in einer echten Veränderung bezüglich der Qualität von Gewohnheiten und Handlungen. Die Erstere geschieht durch eine Gerechtigkeit außerhalb von uns, die Letztere durch die Heiligkeit, die in uns wirkt. Das eine geht als Ursache voran, das andere ist eine natürliche Folge daraus. Rechtfertigung geschieht durch Christus als Priester und hat die Schuld der Sünde im Blick. Heiligung geschieht durch ihn als König und bezieht sich auf die Herrschaft der Sünde. Die erste befreit von der verurteilenden Macht der Sünde, die letzte von ihrer Herrschaft. Rechtfertigung geschieht sofort und vollständig auf allen Gebieten; die Heiligung schreitet voran und vervollkommnet schrittweise.

Informationen zum „Neuen Paulus“

Holger Weiß, Rektor am Lutherischen Theologischen Seminar in Leipzig, hat das Buch Der neue Paulus in der Zeitschrift Theologische Handreichung und Information freundlich besprochen (37. Jg., 3/2019, Nr. 1, S. 30–36).

Fazit:

Deshalb ist die von Ron Kubsch herausgegebene Handreichung jedem wärmstens zu empfehlen, der sich näher mit diesem neueren Zweig der Bibelauslegung beschäftigen möchte. Und gerade lutherische Christen sollten sich dazu herausgefordert sehen, stellt doch die Neue Paulusperspektive mit ihrem selbstbewussten Auftreten und ihren herausfordernden Thesen nicht nur die bisher im Bekenntnisluthertum vertretene Auslegung der Heiligen Schrift in Frage, sondern auch die Reformation als solches. Das von Ron Kubsch herausgegebene Buch kann dabei eine große Hilfe sein, da es nicht nur in prägnanter Weise mit den Anliegen dieser neuen Bewegung vertraut macht, sondern zudem auch in ausgewogener Weise zeigt, warum die Neue Paulusperspektive trotz positiver Ansätze klar als Irrweg zurückgewiesen werden muss.

Spurgeon: Vom starken Begehren, auf die eigene Ehre zu verzichten

Charles Haddon Spurgeon kommentierte Psalm 115,1-2:

Nicht uns, HERR, nicht uns, /
sondern deinem Namen gib Ehre
um deiner Gnade und Treue willen

Warum sollen die Heiden sagen:
Wo ist denn ihr Gott?

u.a. mit folgenden Worten: 

Die Wiederholung der Worte „nicht uns“ ist, dünkt uns, der Ausdruck ihres ungemein starken Begehrens, auf alle Ehre zu verzichten, die sie sich jemals im Stolz des Herzens anzueignen versucht gewesen sein möchten, und bezeugt auch, wie dringend sie wünschten, dass Gott, koste es sie, was es wolle, seinen Namen verherrliche. Sie verabscheuten alle Absicht, ihre eigene Ehre zu suchen, und verwarfen jeden darauf zielenden Gedanken mit Ekel; deshalb verleugneten sie immer wieder alle Selbstverherrlichung als Beweggrund ihres Flehens. Um deine Gnade und Wahrheit. Diese Eigenschaften waren am meisten scheinbar gefährdet. Wie konnten die Heiden zu der Überzeugung kommen, dass Jehovah ein gnädiger Gott sei, wenn er sein eigenes Volk den Händen der Feinde preisgab? Wie konnten sie an seine Wahrhaftigkeit und Treue glauben, wenn er nach all den feierlichen Bundesverpflichtungen, die er auf sich genommen hatte, sein auserwähltes Volk gänzlich verstieß? Gott hält überaus eifersüchtig über diesen beiden ruhmvollen Eigenschaften, seiner Gnade und seiner Wahrhaftigkeit, und der Bittgrund, dass sie nicht verunehrt werden möchten, hat bei ihm großes Gewicht. Zu unseren Zeiten, wo die ersten glorreichen Siege des Evangeliums nur noch als Geschichten einer fernen, dämmerhaften Vergangenheit in Erinnerung sind, liegt es den Zweiflern nahe, den Mund sehr voll zu nehmen und zu behaupten, das Evangelium habe seine jugendliche Kraft verloren; ja sie vermessen sich sogar, dem Namen Gottes Schandflecken anzuhängen. Wir dürfen darum mit vollem Recht Gott anflehen einzugreifen, dass der scheinbare Fleck von seinem Schild entfernt werde und sein Wort wieder in vollem Glanz seine Strahlen aussende wie vor alters. Nicht dürfen wir den Sieg unserer Anschauungen um unser selbst willen oder zu Ehren unserer Partei und Kirche begehren; wohl aber dürfen wir zuversichtlich um den Sieg der Wahrheit beten, damit Gott selbst geehrt werde.