Trägerschicht der Trivialmoral
Reinhard Bingener, der übrigens Theologie in Halle, Chicago und München studierte, hat für die FAZ den Evangelischen Kirchentag in Dresden kommentiert. Darin heißt es:
In der Tendenz hat sich hier in der evangelischen Kirche, auch auf Kirchentagen, in den vergangenen Jahren bereits vieles verbessert. Manches, was über den Protestantismus verbreitet wird, ist mittlerweile Klischee. Was manche Theologen allerdings auf den Podien von Kirchentagen noch immer von sich geben, das ist – man kann es nicht anders sagen – grotesk.
Und wenn der Eindruck nicht täuscht, sind es häufig Pfarrer aus dem Milieu der Beauftragten für Umwelt, Frauen, Ökumene, Entwicklung und so weiter. Diese führen zwar nicht selten einen Doktoren- oder Professorentitel, kennen aber Grundunterscheidungen reformatorischer Theologie entweder nicht oder erachten sie für belanglos. Mitglieder dieser Funktionärsschicht haben allerdings reichlich Zeit, sich abseits der Gemeindearbeit völlig resonanzfrei in ihren engen Subkulturen zu tummeln sowie in allerlei Gremien, an denen der gewöhnliche Gemeindepastor schon wegen Arbeitsüberlastung nicht teilnehmen könnte, ihre Pfründe zu verteidigen.
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