August 2011

Vertrauensverlust

Nicht nur Gottesglaube, sondern auch Geldwährungen oder Aktienwerte haben viel mit Vertrauen zu tun. Das Vertrauen gegenüber Währungen kann nicht durch Denk- oder »Rating«-Verbote verordnet werden. Währungen bekommen das Vertrauen, das sie verdienen. Trotzdem reagiert die europäische Politik gegenüber der Kritik am Euro in der Regel sehr empfindlich und setzt auf starke Argumente: Ohne Euro gibt es keinen Frieden! Ohne Euro gibt es kein Europa! Ganz wichtig: Mit dem Euro braucht man für das Taxi in Paris keine Franc.

Ein schlagkräftiges Argument für die derzeitige Euro-Rettungs-Union, nämlich der Verweis darauf, dass kein Land so viel vom Euro profitiert wie Deutschland, wird seit einigen Jahren nüchtern unter die Lupe genommen. Matthias Kullas, Forschungsreferent am Centrum für Europäische Politik (CEP) in Freiburg, kommt zum Beispiel zu folgendem Ergebnis:

Während der zwölf Jahre seit Beginn der Währungsunion hatte Deutschland das zweitniedrigste Wachstum im Euroraum (siehe Grafik). Die These, Deutschland sei der Hauptprofiteur des Euro gewesen, erscheint fragwürdig. Und es scheint auch mehr als zweifelhaft, dass die enormen Kosten der Rettungspakte damit gerechtfertigt werden können.

Hier seine Argumente: www.faz.net.

»Evangelium 21«-Konferenz im August 2011

201108020013.jpgIn drei Wochen startet die erste »Evangelium 21«-Konferenz. Für die Veranstaltung wird keine Konferenzgebühr erhoben, damit möglichst vielen Christen die Teilnahme ermöglicht werden kann. Trotzdem ist es empfehlenswert, sich für die Konferenz zu registrieren. Erstens bietet der Ausrichter günstige Verpflegung vor Ort für diejenigen an, die sich vorher im Rahmen der Konferenzanmeldung entsprechend anmelden. Zweitens gibt es als »Leckerbissen« für die ersten 200 angemeldeten Teilnehmer ein Buchgeschenk.

Zur Auswahl stehen dabei folgende Bücher:

  • Mark Dever: 9 Merkmale einer gesunden Gemeinde
  • Mark Dever & Paul Alexander: Der Weg zur authentischen Gemeinde (die Übersetzung des Buchs: Deliberate Church, das pünktlich zur Konferenz beim 3L Verlag erscheinen wird)
  • Greg Gilbert: Was ist das Evangelium?

Noch ist die Zahl von 200 verbindlichen Registrierungen nicht erreicht. Es gibt also gute Chancen, ein Buch gratis zu erhalten.

Matt Schmucker

Lohnen wird sich die Teilnahmean der Konferenz in jedem Fall. Matt Schmucker wird als weiser und inspirierender Hauptredner sehr wertvolle Impulse zu Gemeindebau und Gemeindereform weitergeben. Matt war der langjährige Executive Director von 9Marks Ministries und agiert inzwischen neben seiner Tätigkeit für »9Marks« auch als Executive Director der großen Pastorenkonferenz »Together for the Gospel«, die 2012 in Louisville, KY (USA) mit den Rednern Mark Dever, C.J. Mahaney, Al Mohler, Ligon Duncan, John Piper, Tahiti Anyabwile, Matt Chandler und anderen stattfinden wird.

»Evangelium 21« plant für Mai 2012 eine zweite Konferenz mit D.A. Carson und John Piper als Hauptredner.

Also: www.evangelium21.net.

Teufel: »Ich schweige nicht länger«

Erwin Teufel war bis 2005 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Vor der Seniorenunion hat er jetzt eine brisante Rede gehalten. Wo auch sonst? Auf CDU-Parteitagen spricht so seit Jahren niemand mehr. Der Titel: C.

Die CDU/CSU hat ein viel größeres Potential, als sie derzeit bei Wahlen realisieren kann. Sie muss sich nur im Alltag auf das besinnen, was sie in ihrer Geschichte groß gemacht hat. Es ist die europäische Einigung, das Bündnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika, der »Weg nach Westen«. Es war die Ablehnung aller Ideologien und aller totalitären Systeme. Es ist die Bejahung des Rechtsstaats, den ich für die größte Errungenschaft unserer Kultur und Geschichte halte. Es war der Wille zur Versöhnung und zu guter Nachbarschaft, die Ablehnung von Gewalt und die Friedensliebe. Es war der unbedingte Vorrang der Freiheitsrechte und Grundrechte der Menschen und ihrer Würde als Geschöpf Gottes. Es war die Weltordnung der evangelischen Sozialethik und der katholischen Soziallehre.

Das alles ist nach meiner festen Überzeugung auch heute noch mehrheitsfähig. Und dabei kommt es mehr denn je auf glaubwürdige Persönlichkeiten in Partei, Parlament und Regierung an. Wie entsteht Glaubwürdigkeit? Nur dadurch, dass Worte und Taten der Handelnden nicht allzu weit auseinanderliegen. Ich sage bewusst nicht: deckungsgleich sind. Wir alle sind Menschen, und keiner ist vollkommen.

Die Union bleibt nur mehrheitsfähig, wenn sie für Christen, für Konservative, für Liberale und für suchende und offene junge Menschen wählbar bleibt. Wir hatten noch nie eine so offene junge Generation bar jeder Ideologie wie die heutige an der Oberstufe unserer Gymnasien und an unseren Universitäten. Die hören zu! Die überlassen das Feld der Diskussion nicht mehr einigen Ideologen, sondern die sind bereit, auch andere Meinungen zu übernehmen, die sie für glaubwürdig halten. Wir müssen ihnen zuhören und ihre Fragen beantworten.

Ich denke daran, dass ich mit 16 Jahren wegen des »C« und wegen der Sozialen Marktwirtschaft in die CDU eingetreten bin und wegen Konrad Adenauer und Ludwig Erhard. Diese Grundentscheidungen für Europa, für die Werte der Sozialen Marktwirtschaft sind nicht nur in der Vergangenheit dringend nötig gewesen, sondern auch heute, wenn wir mehrheitsfähig bleiben wollen. Die Hauptgruppe unserer Wähler und unserer potentiellen Wähler sind nach wie vor Menschen, für die christliche Werte in der Erziehung, in der Familie, im Beruf, in der Politik wichtig sind. Sie sehen sich in ihrem Tun nicht nur in Verantwortung vor den Wählern und Bürgern, sondern auch in einer Letztverantwortung vor Gott.

Die CDU ist kein verlängerter Arm der Kirchen. Wir bejahen aus Überzeugung die Trennung von Kirche und Staat, weil beide ganz unterschiedliche Aufgaben haben. Aber wir sind für eine gute Zusammenarbeit mit den Kirchen in allen Bereichen, in denen es für die Menschen gut ist. Wir bejahen einen Weltauftrag der Christen, Nächstenliebe und Solidarität für Arme und Randgruppen im eigenen Land und weltweit. Wir orientieren uns an der Wirklichkeit, am Gemeinwohl, an den Grundrechten des Menschen und den Grundwerten des Christentums. Die CDU hat nur zwei Möglichkeiten, aber nicht drei. Die CDU kann sich in Zukunft am »C« orientieren, oder sie kann das »C« aufgeben, aber es gibt keinen dritten Weg. Sie darf nicht das »C« im Schilde führen, wenn sie sich nicht an ihm orientiert.

Mehr: www.faz.net.

VD: JS

In eigener Sache

Ich habe einige Tage im Urlaub dafür genutzt, Theoblog mit dem Framework Genesis zu verbinden und eine neue Gestaltung zu geben. Ich bedanke mich an dieser Stelle für die Unterstützung von David Decker, einem freundlichen Genesis-Experten aus Sachsen. Obwohl die Neuerungen vor allem Sicherheitsaspekte oder »Oberflächendinge« betreffen, einige kurze Hinweise:

  • Theoblog verbindet Presseschau und Buchvorstellungen mit eigenen Akzenten. Gelegentlich werde ich gefragt, ob ich nicht mehr dezidierte Positionen äußern bzw. zitierte Presseartikel ausführlicher kommentieren könnte. Die Antwort ist klar und kurz: Dafür fehlt mir schlicht und einfach die Zeit. Ich betreibe das Blog nebenbei und investiere meist abends einige Minuten oder Stunden für neue Beiträge oder die Beantwortung von Anfragen. Mehr ist definitiv nicht zu machen. Damit jedoch meine eigene Position leichter aufzufinden ist, falls ich sie geäußert habe, gibt es nun den Menüpunkt »Akzente«. Dort sind Blogbeiträge archiviert, die inhaltlich stärker auf eigene Überlegungen zurückgehen. Analog gibt es den Menüpunkt »Rezensionen«, der zu kurzen oder langen Buchbesprechungen führt. Das Menü »Eigensache« vereint Beiträge, die das Blog oder andere Informationen in eigener Sache betreffen (dieser Beitrag ist beispielsweise ein Kandidat für »Eigensache«).
  • Die Archive und Kategorien in der rechten Seitenleiste habe ich nun unter aufklappbaren Menüs versteckt, da sie inzwischen sonst zu viel Platz einnehmen.
  • Über das »Share«-Symbol unter jedem Beitrag gibt es die Möglichkeit, bei Facebook, Twitter & Co. auf Artikel zu verweisen.
  • Meine Frau sagt, dass das Blog durch die sachlichere Gestaltung nun noch mehr »männliche Anteile« bedient. Ich hoffe aber auch in Zukunft auf männliche und weibliche Leser. Die dezente Gestaltung bevorzuge ich zum Zwecke einer »Reizentflutung«.

Weiterhin viel Spass bei Stöbern!

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner