Die große Verunsicherung

Die Karriereberaterin und Therapeutin Brigitte Scheidt beobachtet bei ihren Ratsuchenden eine zunehmende Verunsicherung. 

Hier der Auszug aus einem Interview: 

Vieles ist im Wandel. Macht sich das in Ihrer Praxis als Psychologische Psychotherapeutin bemerkbar?

Die rasante Veränderung ist spürbar. Ich beobachte, dass die Orientierungslosigkeit zunimmt, zumal viele nicht wissen, woran man sich denn orientieren soll. Unter anderem Kirchen und Parteien gelten nur bedingt als Antwortgeber. Unsere Selbstverständlichkeiten brechen weg. Es ist fast revolutionär. Die KI lässt ganze Berufsbilder verschwinden. Werte werden infrage gestellt. Wo es früher ein gemeinschaftliches Verständnis gab, löst sich das auf. Wir leben in polarisierten Zeiten, wo nahezu alles kontrovers gesehen wird.

Und das bewirkt große Verunsicherung?

Dass die Demokratie auf einmal verwundbarer erscheint, wir Krieg in Europa haben und scheinbar sichere Berufe auf einmal nicht mehr sicher sind, das erfordert, mit Ohnmachtserfahrung umzugehen angesichts der Komplexität, in der wir leben. Vor Kurzem Undenkbares wird Realität. Niemand kann sagen, wie die Welt in fünf Jahren aussieht. Damit klarzukommen, muss erst noch gelernt werden.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.