AfeT-Rezension zu „Menschenfischen & Schafeweiden“

Dirk Scheuermann, Pfarrer und Studienleiter im Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen, hat für den AfeT das Buch Menschenfischen & Schafeweiden (2006, #ad) von Wolf Christian Jaeschke vorgestellt. Er schreibt in seiner Rezension:
Jaeschke diskutiert die wichtige Frage, ob es einen Anknüpfungspunkt beim Menschen für das Evangelium gibt: „Ist das den Menschen verkündete Evangelium die Erfüllung dessen, was in deren bisherigem Glauben und Denken schon angelegt ist (Kontinuität), oder ist es etwas völlig anderes (Diskontinuität)?“ Doch wo liegen die Andockstellen für die Botschaft des Evangeliums? Für Jaeschke – er bezieht sich dabei auf Otto Haendler – ist es die Urangst, die in jedem Menschen steckt. Sie wird niemandem eingeredet, sondern ist a priori mit unserer Existenz verbunden. Bei allem Nachdenken über die Situation des Menschen möchte Wolf Christian Jaeschke das Kreuz im Blick behalten. Er zitiert Wilhelm Busch: „Es stellte sich heraus, dass die Predigt vom Kreuz (also das Thema der Brückenillustration) in der Tat hochaktuell ist. Wenn vom ‚Frieden mit Gott‘ (Röm 5,1) gepredigt wird, entdeckt der Mensch, was ihm fehlt und woher seine Nöte kommen. Ich lernte Paulus verstehen: ‚dass ich nichts wüsste als Jesus Christus, den Gekreuzigten‘ (1Kor 2,2).“
Ein weiteres Thema, dem sich der Autor zuwendet, ist die Frage nach dem freien Willen. Ist es legitim, zum Glauben einzuladen, wenn der Mensch keinen freien Willen hat? Hier argumentiert Wolf Christian Jaeschke mit Siegfried Kettling: „Der Satz ‚Komm zu Jesus‘ kann aber auch auf dem Hintergrund der Erkenntnis vom ‚unfreien Willen‘ des Menschen ausgesprochen werden; dann ist er ein Imperativ des Evangeliums. Weil der Schöpfergeist wirkt, ist das gepredigte Wort voller Kraft und Leben.“
Im zweiten Hauptteil „Glaubensvertiefung“ erklärt Jaeschke die „Radillustration“, die auf einen Blick zeigt, wie es zum Glaubenswachstum und zu einem ausgewogenen Leben in der Gemeinschaft mit Jesus Christus kommt. Die Elemente der Radillustration: Der Mittelpunkt ist Christus. Um ihn dreht sich alles im Glaubensleben. Die beiden vertikalen Speichen sind das Gebet und das Wort Gottes. Die beiden horizontalen Speichen sind die Gemeinschaft der Christen und das Bekenntnis des Glaubens. Die Lauffläche beschreibt Jaeschke als die Umsetzung des Christenlebens im Alltag. Dabei geht es um den Gehorsam und um ein Leben von der Mitte her, die Jesus Christus ist. Interessant sind die Ausführungen von Jaeschke zum Thema Gehorsam (Heiligung). Er bezieht sich auf einen Vortrag von Jerry Bridges, der darüber spricht, wie wichtig es sei, dass Christen evangeliumsorientiert und nicht leistungsorientiert leben. Auf einen Schwerpunkt der Navigatoren sei noch hingewiesen. Jaeschke nennt ihn „Erwachsenwerden plus“. Seine Formel für diesen Begriff: Geistliches Erwachsenwerden + geistliches Elternwerden = Erwachsenwerden plus. Es geht darum, dass sich das Evangelium multiplikativ ausbreitet. Begründet wird die multiplikative Ausbreitung des Evangeliums mit 2Tim 2,2: „Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das befiehl treuen Menschen an, die tüchtig sind, auch andere zu lehren.“
Die vollständige Buchbesprechung gibt es hier.