Alter Gnostizismus in neuem Gewand?

In den letzten Jahren haben christliche Gelehrte wie Oliver O’Donovan und Nancy Pearcey die moderne Transgender-Bewegung mit der alten Häresie des Gnostizismus verglichen. In „Transsexualism and Christian Marriage“ (dt. „Transsexualität und die christliche Ehe“) schreibt O’Donovan:

Wenn ich behaupte, ein ‚wahres Geschlecht‘ zu besitzen, das mit dem Geschlecht meines Körpers kollidiert (oder mindestens in einer ungewissen Beziehung zu diesem steht), werde ich davor zurückschrecken, mich selbst als physisches und geistiges Wesen freudig anzunehmen; stattdessen suche ich Selbsterkenntnis in einer Art gnostischen Abkehr von der materiellen Schöpfung.

In Liebe deinen Körper vertritt Pearcey einen ähnlichen Standpunkt:

Junge Menschen verinnerlichen die Vorstellung, dass der physische Körper nicht Teil des authentischen Selbst ist – dass das authentische Selbst nur das autonom entscheidende Selbst ist. Das ist alter Gnostizismus in neuem Gewand.

Ob dieser Vergleich wirklich berechtigt ist, wird von Meagan Stedman in dem Aufsatz „Alter Gnostizismus in neuem Gewand?: Gnostische Anthropologie, der Transgenderismus und die Antwort Tertullians“ untersucht, der hier nachgelesen werden kann: www.evangelium21.net.

Zur Vertiefung des Themas sei auch das Buch Der Siegeszug des modernen Selbst von Carl Trueman empfohlen.