Glenn Penner (1962–2010)

77f0f85304.jpgZusammen mit Johannes vom Nachfolgeblog und einigen anderen Freunden habe ich vergangenes Jahr an der deutschen Herausgabe des Buches In the Shadow of the Cross: A Biblical Theology of Persecution and Discipleship (Bartlesville: Living Sacrifice Books, 2004) von Glenn Penner gearbeitet. Das Buch soll irgendwann einmal beim Hänssler Verlag erscheinen. Es ist eine ausgezeichnete theologische Abhandlung über Christenverfolgung und das Leiden der Christen.

Glenn, nicht viel älter als ich, verstarb am 26. Januar nach einer schweren Erkrankung. Auf seinem Blog sind letzte Grüße aus dem Krankenhaus sowie Nachrichten von seiner Familie zu finden. Thomas Schirrmacher und Christof Sauer haben für das IIRF einen Nachruf verfasst (nur auf Englisch).

Ich zitiere hier einen kurzen Absatz über das Leiden, den Glenn für sein Buch geschrieben hat:

Leid ist oft von einem Geheimnis umgeben. Die Frage ist, ob damit auch Glauben einhergehen kann (Lk 18,8). Werden wir unser Vertrauen auf Gott setzen, auch wenn er unsere Warum-Fragen nicht beantwortet? Wie viele von uns in ähnlichen (und sogar in weit weniger schlimmen) Situationen wollte Hiob ernsthaft den Grund dafür wissen, warum er so schwer geplagt war. Aber als Gott antwortet, nennt er in den Kapiteln 38–41 nicht die Gründe, warum Hiob leidet, sondern offenbart sich selbst. Und indem er offenbart, wer er ist, erinnert Gott Hiob letztlich daran, dass für einen Gläubigen angesichts ungerechten Leides das wichtigste Thema nicht dasjenige ist, eine Erklärung auf die Frage »Warum?« zu bekommen, sondern vielmehr eine Antwort auf die Frage »Wer?«. Hiob wird an Gottes Kraft, seine Weisheit und seine Herrschaft über die ganze Schöpfung erinnert. Gottes Antwort an Hiob lautet eigentlich: »So ein Gott bin ich. Ich weiß, was los ist, aber du weißt es nicht. Dein Leben ist immer noch unter meiner Kontrolle und Fürsorge. Wirst du mir vertrauen?« Und diese Antwort muss Hiob genügen. Das Buch Hiob hilft uns auch zu verstehen, dass Leid nicht immer die Folge von Sünde ist und auch nicht immer Gottes Methode, uns zu reinigen und/oder zu lehren, wie wir im Abschnitt »Leid als Züchtigung« gesehen haben. Hiobs Freunde beschränkten sich auf diese Antwort, und aus diesem Grund verurteilte Gott sie (Hiob 38,2; 42,8). Eine sorgfältige Untersuchung der Frage, wie Gott Leid zur Züchtigung einsetzt, scheint außerdem die Behauptung zu bestätigen, dass in Fällen, wo man ehrlich nicht sagen kann, worin in diesem Fall die Buße bestehen soll, es fraglich ist, ob das in diesem Fall wirklich Gottes Absicht ist. Sicher ist, dass Gott nicht straft, ohne vorher überführt zu haben. Bestrafung ohne Überführung wäre rachsüchtig, ebenso wie eine Strafe nach Sündenbekenntnis und Buße. Mein Rat an Menschen, die Leid erfahren, wäre der, dass sie sich bewusst in Gottes Gegenwart begeben, aufrichtig sein Angesicht suchen und seinen Geist bitten, ihr Herz und ihr Leben zu prüfen. Wenn Gott Sie nicht von Sünde überführt, oder falls ernsthaftes Sündenbekenntnis und Buße in Ihrer Lage nicht Abhilfe schaffen, dann ist es meiner Meinung nach angemessen zu sagen, dass in dieser Situation andere Faktoren im Spiel sind. Wir sind dann aufgerufen, Gott weiterhin zu lieben und ihm zu vertrauen – in dem Wissen, dass diese Reaktion die Anklagen des Satans als Lügen offenbart.

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Zum Foto: Glenn Penner (links) predigt und wird von Thomas Schirrmacher (rechts) übersetzt.

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