Wer bin ich, wenn ich online bin

41li7oQqEIL._SL160_.jpgDurch das Internet akzeptieren wir bereitwillig den Verlust von Konzentration und des Fokus bei unseren Denkprozessen, behauptet Nicholas Carr in seinem letzten Buch The Shallows: What the Internet Is Doing to Our Brains. Das Internet verändert aber nicht nur unsere Denkkultur, es verändert auch unser Hirn. Neuesten Studien zufolge, so zeigt der Literaturwissenschaftlicher und IT-Experte, bewirkt bereits eine Onlinestunde am Tag erstaunliche neurologische Prägungen in unserem Gehirn.

Ich glaube, dieses Buch zeigt eindrücklich auf, dass die (Internet-)Kultur die Art und Weise, wie wir uns selbst, die Welt (und Gott) sehen, verändert. Leider sind dies nicht nur Veränderungen zum Guten. Zur deutschsprachigen Ausgabe des Buches, die im Herbst 2010 im Blessing Verlag erscheinen soll, heißt es:

Wer das Internet nach Informationen, sozialen Kontakten oder Unterhaltung durchforstet, verwendet, anders als beim Buch- oder Zeitunglesen, einen Großteil seiner geistigen Energie auf die Beherrschung des Mediums selbst. Und macht sich um die Inhalte, buchstäblich, keinen Kopf. Die Folge: Im Internetzeitalter lesen wir oberflächlicher, lernen wir schlechter, erinnern wir uns schwächer denn je. Von den Anpassungsleistungen unseres Gehirns profitieren nicht wir, sondern die Konzerne, die mit Klickzahlen Kasse machen.

In seinem neuen Buch verbindet Carr, zwanzig Jahre nach Entstehung des World Wide Web, seine medienkritische Bilanz mit einer erhellenden Zeitreise durch Philosophie-, Technologie- und Wissenschaftsgeschichte – von Sokrates’ Skepsis gegenüber der Schrift, dem Menschen als Uhrwerk und Nietzsches Schreibmaschine bis zum User als Gegenstand aktueller Debatten und Studien. Und er vermittelt – jenseits von vagem Kulturpessimismus – anhand greifbarer Untersuchungen und Experimente, wie das Internet unser Denken verändert.

Hier gibt es eine lesenswerte Rezension des Buches und ein Kurzvorstellung des Buches durch den Autor:

Kommentare

  1. Hallo Ron,

    Das ist ein sehr interessantes Thema, das ich auch gern lese.

    Unsere Gesellshaft, besonders die Jugend, will Information immer schneller und knapper konsumieren, und es scheint mir, dass niemand die Fähigkeit haben oder entwickeln kann, geduldig zu sein.

    Ich habe kürzlich ein Buch gelesen, wobei der Verfasser es hebt hervor, wie z.B. niemand nicht mehr lange Texte gern liest, denn sie „ermüdend“ sind. Wichtig ist, dass, als er darüber auf seinem Blog geschrieben hatte, ein Leser von ihm diesen sehr merkwürdigen Kommentar gelassen hat: „der Text ist zu lang, dass ich nicht ihn lesen konnte“.

    Gott segne dich,

    Cristiano.

  2. Johannes Strehle meint:

    Zum Erscheinen der deutschen Ausgabe

    Nicholas Carr:
    „Wer bin ich, wenn ich online bin . . . und was macht mein Gehirn so lange?“
    Wie das Internet unser Denken verändert.
    Aus dem Amerikanischen von Henning Dedekind.
    Karl Blessing Verlag, München 2010. 384 S., geb., 19,95 €.

    FAZ-Rezension am 4. Oktober 2010

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  1. […] warum die Internetnutzung das Lesen von Büchern nicht ersetzen sollte (und geht dabei auch auf das neue Buch von Nicholas Carr […]

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