Zeitgeist

Erfolgsbegriff „Ehe für alle“

Stefan Niggemeier hat in einem Beitrag nachgezeichnet, wie aus der „Homo-Ehe“ die „Ehe für alle“ wurde. Ein Lehrstück!

Natürlich hing der Kampf für die Gleichstellung nicht nur an der Durchsetzung eines Hashtags. Aber der Begriff „Ehe für alle“ half sehr, das Anliegen sympathisch, positiv und allgemein wirken zu lassen, nicht speziell und vor allem nicht sexuell. „Viele Leute sprechen das Wort ‚Homo‘ nicht gerne aus“, sagt der Initiator Sören Landmann. „Das ist schade, aber das ist Realität.“ Auch Unternehmenspartnern falle es möglicherweise leichter, eine Botschaft zu unterstützen und zu übernehmen, wenn sie nicht nach etwas Sexuellem klingt (die Eisfirma Ben & Jerry’s warb mit dem Hashtag und dem Slogan: „Yes, I dough“). Dass man plötzlich über die „Ehe für alle“ reden konnte, habe auch dafür gesorgt, dass sich mehr Menschen überhaupt zu dem Thema äußerten.

Man kann, mit etwas bösem Willen, die Übernahme des Kampagnenbegriffs in den Sprachgebrauch der Medien natürlich auch einfach dadurch erklären, dass die Mehrzahl der Journalisten die Sache an sich sympathisch fanden. Das mag auch eine Rolle gespielt haben. Mit Sicherheit trug aber auch eine gute Vorbereitung und Strategie der Aktivisten dazu bei – und die Tatsache, dass die etablierte Alternative „Homo-Ehe“ objektiv problematisch war.

Weil das Wort von der „Homo-Ehe“ als genau das Gegenteil dessen verstanden werden konnte, was er beschreiben sollte: keine besondere Ehe für Homosexuelle, sondern eine Ehe für alle.

Mehr gibt es hier (kostenpflichtig): uebermedien.de.

VD: Thomas S.!

„Axolotl Overkill“

Helene Hegemann wurde 2007 wie ein Wunderkind durch die Feuilletons gereicht. Sie hatte den postmodernen Roman „Axolotl Roadkill“ veröffentlicht und ist damit berühmt geworden. Der Romanstoff wurde zusammengeklaut (vgl. hier). Macht nichts: „Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.“

Der Roman handelt von wohlstandsverwahrlosten Jugendlichen in Berlin. Intertextuell. Es sind Fragmente, oft zusammenhangslos. Zu lesen sind dann fast schon faschistisch anmutende Sätze, wie:

„Ich bin in Berlin. Es geht um meine Wahnvorstellungen“ – und wenn dann hauptsächlich vom Ficken und vom Kotzen, vom Scheißen, vom Saufen und vom Kiffen die Rede ist, dann nicht, weil das Leben „in Berlin“ so ist, sondern weil da gar kein Leben ist.

„Mir bereitet es keine Schwierigkeiten, dabei zuzusehen, wie einer Sechsjährigen bei vollem Bewusstsein gleichzeitig mit kochendem Schwefel die Netzhaut ausgebrannt und irgendein Schwanz in den Arsch gerammt wird, und danach verblutet sie halt mit weit geöffneten Augen auf einem Parkplatz“ …

Mit dem Film „Axolotl Overkill“ hat es der Roman nun in die Kinos geschafft. Helene Hegemann selbst hat Regie geführt. Trotz guter Schauspieler, Kulisse und Bildqualität kann „Axolotl Overkill“ aber manche Kritiker nicht überzeugen. Andrea Diener empfiehlt in ihrer „bösen“ Filmbesprechung, die Zeit lieber für einen Spaziergang oder eine leckere Pizza zu nutzen.

Hier die Kritik: www.faz.net.

Kannst Du Gottes Stimme noch hören?

Die geräuschvolle Lebenskultur nimmt uns Christen so in Beschlag, dass wir Gottes Stimme leicht überhören. Wer sich etwa jede Woche eine Netflix-Serie gönnt und vor lauter Serienstress keine Ruhe mehr findet, um über Gottes Wort zu meditieren, hat unserer sinnlichen Kultur bald nichts mehr entgegenzusetzen.

Ein paar gute Tipps zum Thema von David Mathis:

Zwischen Sponsoring und Staatskohle

Der Evangelischen Kirchentag wird von Konzernen wie VW oder DM gesponsert. Vor allem die öffentliche Hand finanziert die Großveranstaltung maßgeblich mit. Das Land Berlin gibt trotz desaströser Verschuldung achteinhalb Millionen Euro, Brandenburg eine Million, der Bund zwei. Zusammengenommen ist das die Hälfte des Gesamtetats. Kirchenkritiker halten es für einen Fehler, dass so viele Steuergelder in ein Projekt der Kirche fließen.

Ellen Ueberschär vom Kirchentag hält allerdings dagegen. Was sie sagt, ist so selbstoffenbarend, dass ich es zitieren will:

„Dann könnte man sämtliche Kultur- und gesellschaftlichen Veranstaltungen absagen und sagen, das ist aber nicht die Aufgabe der öffentlichen Hand. Also was ist die Aufgabe der öffentlichen Hand? Ein partizipatives Leben zu ermöglichen, wo viele Menschen über gesellschaftliche Fragen diskutieren. Dass wir in Deutschland ein offenes, liberales Klima haben, das hat auch mit solchen Veranstaltungen wie Kirchentagen zu tun. Und insofern ist das immer gut investiertes Geld.“

„Es ist auch für Atheisten gut investiertes Geld“, sagt Ueberschär. „Es ist logisch, dass eine öffentlich finanzierte Veranstaltung offen ist für jeden und jede. Wer das Programmheft aufschlägt, wird sehen, dass genau die Themen, die alle Menschen umtreiben – wie erfüllen wir die Nachhaltigkeitsziele, was ist mit diesem Gender-Kram, geht uns das was an, ist das wichtig, wie wird Frieden, was passiert in Syrien – all diese Dinge werden auf dem Kirchentag verhandelt und jede und jeder ist eingeladen, daran zu partizipieren.“

Also, worum geht es beim Evangelischen Kirchentag? Es geht um Themen, die alle Menschen umtreiben: ein offenes, liberales Klima, Nachhaltigkeitsziele, Gender-Kram, Frieden, Syrien usw. Das sind alles interessante Dinge. Allerdings möchte ich zurückfragen: Brauchen wir für die Diskussion solcher Themen eine Kirche?

Hier der DLF-Beitrag:

 

Homo Deus

Der Historiker Yuval Noah Harari glaubt, dass wir Menschen bald eine nächste Evolutionsstufe erreichen. Dank neuer Technologien werde der gottgleiche Homo Deus den Homo sapiens verdrängen.

Das Buch Homo Deus wird vom Verlag mit den Worten vorgestellt:

In „Homo Deus“ stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen – schöpferische wie zerstörerische – und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen technikverstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir? In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind.

Was meint der israelitische Historiker mit dem Begriff Homo Deus? Dem SPIEGEL sagte er:

Ganz wörtlich: einen Menschen, der Fähigkeiten erlangt, die in traditionellen Vorstellungen Göttern vorbehalten sind. Manches davon haben wir längst erreicht, insofern müsste schon der heutige Mensch seinen Vorfahren wie ein Gott vorkommen. Für den größten Teil der Geschichte erwarteten die Menschen von ihren Göttern Lösungen für praktische Probleme. Man war krank, man betete zu Gott. Es fiel kein Regen, und die Ernte war bedroht, man betete zu Gott. Heute haben die Wissenschaft und der technische Fortschritt für die meisten dieser Probleme Lösungen gefunden, die viel besser sind als die unzuverlässigen Götter. Die Konzepte, die wir im 21. Jahrhundert noch mit Religionen verbinden – das Jenseits etwa oder die moralischen „Werte“ – sind nur Überreste des Göttlichen. Durch die ganze Geschichte hindurch haben die Religionen ihr Angebot angepasst, in einer steten Fluchtbewegung vor dem Fortschritt. Sobald sie merkten, dass ihre Hilfe am Krankenbett oder in der Landwirtschaft nicht mehr gefragt war, nahmen die Religionen neue Fantasieleistungen in ihr Angebot auf, die von der Wissenschaft noch nicht abgedeckt wurden, eben das „Leben nach dem Tod“.

Der SPIEGEL fragt zurück: Die zentrale Fähigkeit des biblischen Schöpfergottes ist aber die Erschaffung von Leben. Worauf Harari antwortet:

Daran arbeitet der Mensch gerade. Ich glaube, dass die wichtigsten Produkte der Ökonomie des 21. Jahrhunderts nicht mehr Autos, Textilien und Esswaren sein werden, sondern Körper und Gehirn und Bewusstsein, also künstliches Leben. Und es gibt drei Wege, wie sich der Mensch zum Homo Deus „upgraden“ kann: erstens Bioengineering, zweitens Cyborgs, drittens anorganisches Leben. Wenn das gelingt, werden wir Götter sein.

Na, wenn sich Yuval Noah Harari da nicht gewaltig irrt. Schnell kann aus dem Homo sapiens ein Homo satanas werden.

Siehe auch meine in die Jahre gekommene Kritik des Transhumanismus: entwertung.pdf.

Identitätsfindung in der Postmoderne

41Il9gIBcQL SX311 BO1 204 203 200Jonas Erne hat das Buch Das komponierte „Ich“: Identitätsfindung in der Postmoderne rezensiert:

Der Untertitel lautet „Identitätsfindung in der Postmoderne und das christliche Menschenbild“. Der Inhalt basiert auf zwei Vorträgen, die Ron Kubsch 2010 und 2011 gehalten hat. In der Einleitung geht es um die Frage nach dem Subjekt. Wer bin ich? Diese Frage ist in unserer Zeit sehr wichtig geworden. Lange Zeit war die Identität keine so große Frage. Sie wurde durch die Einbettung in die Familie, den Ort und die Kirche von außen vorgegeben. Durch die Industrialisierung und später die Globalisierung wurde das Leben in immer mehr Teile aufgespalten, und an jedem dieser Teile, wie Beruf, Gemeinde, Familie, Vereine, und so weiter, wurde (und wird) erwartet, dass jeder eine bestimmte Rolle spielt. So stellt sich halt schon immer mehr diese Frage: Wer bin ich? Die Persönlichkeit wird plötzlich als etwas „Flüssiges“ gesehen, was sich ständig verändern kann, und der Gestalter dieser Persönlichkeit ist das einzelne Subjekt.

Im zweiten Teil beschreibt Ron Kubsch „Postmoderne Identitätserfahrungen“. Hier schreibt er von einer „Bastel-Mentalität“, also dass Menschen anfangen, ihre Identität zu basteln und im Laufe der Jahre ständig überarbeiten. Er zitiert den Leiter des Berliner Jugendkultur-Archivs, welcher schreibt, dass junge Menschen immer wieder zwischen den verschiedenen Subkulturen wechseln. Zygmunt Bauman, einer der wichtigsten Soziologen der Postmoderne, spricht von einem „Nomadentum“, also dem ständigen Umherreisen zwischen verschiedenen Subkulturen und Identitäten. Es werde jegliche Festlegung bewusst vermieden, so Bauman.

Mehr: jonaserne.blogspot.de.

Spiritualität

David Mills hat vor einigen Jahren in einem Beitrag für FIRST THINGS das sich ausbreitende Konzept von „Neuer Spiritualität“ vorgestellt. Es geht nicht mehr um „Geistliches Leben“ im engeren Sinn, sondern um Grenzenlosigkeit und Selbstverwirklichung.  Für Lady Gaga ist Spiritualität beispielsweise ein Glaube, der alle Menschen gleichermaßen so akzeptiert, wie sie sind. In einem Interview mit der TIMES erklärte sie, dass in ihrer Spiritualität kein Platz ist für Religionen, die  irgendwelche Leute nicht akzeptieren. Spiritualität ist „Liebe und Vergebung“. Mills verweist auch auf eine Studie, die gezeigt haben soll, dass Spiritualität mit dem Wachstum an Selbsterkenntnis, Fürsorge, Globalisierung und die Akzeptanz unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen in Verbindung gebracht wird.

Diese Spiritualität ist nicht nur selbstwidersprüchlich (Lady Gaga schließt etwa einige Leute aus ihrer Religion aus), sie hat freilich mit einem durch das Evangelium geformten Glauben so gut wie nichts mehr zu tun. Es ist die Religion des Menschen, der das Evangelium nicht kennt, eine „geistlose“ Religion. Mills verweist auf Pascal, der ungefähr Folgendes gesagt hat: Der Mensch, der um seinen geistlichen Tod weiß, will nicht den Gott der Spiritualität, sondern den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.

Die Prediger der „Neuen Spiritualität“ sind Diebe und Räuber, die kommen, um zu stehlen und zu schlachten. Sie wollen Menschen an sich binden. Sie suchen und finden Leute, die sich Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken“ (vgl. 2Tim 4,3). Die Schafe, die in Jesus Christus ihren Hirten gefunden haben, werden ihnen nicht gehorchen. Diejenigen, die noch auf der Suche sind, sollten sich von Jesus Christus finden lassen. Denn er ist die Tür zu einem wirklich geistlichem Leben. Er hat als guter Hirte selbstlos sein Leben gelassen, damit wir geistlich Tote mit Gott versöhnt werden können. Er ist gekommen, damit wir „das Leben und volle Genüge haben“ (vgl. Joh 10,7–12).

Hier der Artikel: www.firstthings.com.

Gender in Hamburg

Manche Politiker lieben es, ihre Bürger zu erziehen. Dass sie Interessenvertreter sind und sich gesellschaftliche Mehrheitsinteressen in der Politik wiederfinden sollten, geht leider zu oft unter. Jetzt hat der Hamburger Senat unter Olaf Scholz beschlossen, den Bürgern der Stadt eine Genderkur zu verpassen. Zum Anlass teilt der Senat in seinem 63 Seiten zählenden Aktionsplan mit:

Die Belange und Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, sowie von Trans*- und Inter* (LSBTI*) sind selbstverständlicher Teil einer modernen Gleichstellungspolitik. In Hamburg sollen alle Menschen jeder geschlechtlichen Identität und jeder sexuellen Orientierung gleiche Anerkennung und Teilhabe erfahren und selbstbestimmt leben können. Um die aktuellen Herausforderungen zur Gleichstellung der geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen anzugehen, ist in dem Koalitionsvertrag „Zusammen schaffen wir das moderne Hamburg“ über die Zusammenarbeit in der 21. Legislaturperiode der Hamburgischen Bürgerschaft die Entwicklung eines Aktionsplans zur Akzeptanz und Anerkennung der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt vereinbart worden.

Mathias von Gersdorff kommentiert:

Der Hamburger Senat hat am 10. Januar 2017 einen sogenannten „Aktionsplan für Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ beschlossen. Wie der Name schon sagt, ist die Implementierung der Akzeptanz sexueller Vielfalt – also Gender – wichtigstes Ziel des Erlasses.

Der Erlass sieht in 11 Handlungsfeldern von der Kindheit bis ins Alter über 90 Einzelmaßnahmen vor, um Gender in der Gesellschaft zu verankern. Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, erklärte hierzu: „Wir wollen aktiv eine Kultur der Anerkennung und Offenheit für vielfältige Lebensformen fördern.“

Die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen soll regelmäßig ausgewertet und fortgeschrieben werden. Man wird also nicht locker lassen, solange die Hamburger Bürger nicht die geforderte „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ verinnerlichen. Der Aktionsplan sieht im Grunde eine regelrechte Gehirnwäsche vor.

Mehr: mathias-von-gersdorff.blogspot.de.

Professor: Die Studenten schweigen lieber

Nach Auffassung des Philosophieprofessors Daniel Bonevac meiden viele Studenten unter dem Eindruck der Politischen Korrektheit inzwischen bestimmten Themen. Es würde nicht mehr frei diskutiert, so wie das früher der Fall gewesen sei. Besonders in ethischen Fragen sei ein offener Diskurs kaum noch möglich. THE COLLEGE FIX, eine Plattform der „The Student Free Press Association“, schreibt:

In jüngster Zeit stellte Bonevac fest, dass die Untersuchung konservativer Gesichtspunkte zu moralischen Fragen wie Abtreibung, sexueller Moral, bejahendem Handeln und restriktiver Einwanderung in einem Klassenzimmer fast unmöglich geworden ist.

Hier mehr: www.thecollegefix.com.

Zentralrat der Muslime mit Beschluss der EKD-Synode zur Judenmission unzufrieden

Der nachfolgende Beitrag von Johannes Strehle ist – es ist wichtig, in Tagen wie diesen darauf hinzuweisen – eine Satire:

Zentralrat der Muslime mit Beschluss der EKD-Synode zur Judenmission unzufrieden

Das Denkbare ist geschehen und hat außerhalb der EKD niemand überrascht: Der Zentralrat der Muslime hat Beschwerde beim Internationalen Antidiskriminierungsgerichtshof gegen den Beschluss der EKD-Synode zur Judenmission eingelegt, der auf Wunsch des Zentralrats der Juden zu Stande gekommen war. Der Beschluss stelle eine Diskriminierung der Muslime dar und bestärke die Juden in ihrer Anmaßung, das auserwählte Volk Allahs zu sein. Die EKD gehe willkürlich und selektiv mit der Bibel um. Schließlich sollen in Abraham alle Völker gesegnet werden.

Der Sonderstatus, den die Juden für sich beanspruchen und der für den schrecklichen Konflikt im Nahen Osten und alle Konflikte, die darin ihre Wurzel haben, verantwortlich ist, sei in der Kirchengeschichte, nicht zuletzt durch die Reformation, bereits erledigt gewesen, in jüngster Zeit aber durch die rückwärtsgewandte EKD-Theologie wieder auferweckt worden.

Die Verantwortlichen der EKD reagierten tief betroffen. Soweit habe man in der der „Sternstunde“ der Synode nicht gedacht.  Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der EKD, bat im Namen der Synode alle Muslime um Vergebung. Er könne garantieren, dass die nächste Synode eine Missionierung von Muslimen durch Christen untersagen werde. Alles andere werde dem Wesen des Christentums als Religion der grenzenlosen Akzeptanz und Drei- bis Vielfalt nicht gerecht. Er könne auch versichern, dass dies keine Sternstunde der Synode werde. Die Christen hätten historisch einiges gutzumachen. Die Vertreibung der Muslime aus Spanien, die Kriege gegen die Muslime in Frankreich (Tours und Poitiers) und Österreich (Wien) seien Schandflecke in der Geschichte Europas. Er wolle dem Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz eine gemeinsame Pilgerfahrt nach Mekka vorschlagen, selbstverständlich mit abgenommenem Kreuz.

Michael Diener forderte als Vorsitzender der Evangelischen Allianz die vom Gnadauer Verband proklamierte Kultur der Barmherzigkeit. Schließlich sei Allah der Barmherzige und selbstverständlich sei auch der Islam ein Weg zu Gott.

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