In Colorado und mehr als 20 weiteren Bundesstaaten der USA ist es Therapeuten untersagt, zu versuchen, die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung von LGBTQ-Klienten unter 18 Jahren zu ändern. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof das Gesetz zurückgewiesen.
Die NYT meldet:
Der Oberste Gerichtshof gab am Dienstag einem christlichen Therapeuten Recht und wies ein Gesetz des Bundesstaates Colorado zurück, das Fachkräften im Bereich der psychischen Gesundheit untersagte, zu versuchen, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von LGBTQ-Minderjährigen zu ändern.
Die Entscheidung des Gerichts hat Auswirkungen auf mehr als 20 weitere Bundesstaaten, die über ähnliche Gesetze verfügen, welche sogenannte Konversionstherapien verbieten, die laut Kritikern unwirksam und für junge Menschen potenziell gefährlich sind.
In seiner Entscheidung erklärte das Gericht, das Gesetz greife, soweit es auf Gesprächstherapien angewendet werde, unzulässig in die Meinungsfreiheit ein.„Colorado mag seine Politik als wesentlich für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit betrachten“, schrieb Richter Neil M. Gorsuch im Namen seiner selbst und sieben weiterer Richter aus dem gesamten ideologischen Spektrum. „Aber der Erste Verfassungszusatz dient als Schutzschild gegen jeden Versuch, in diesem Land eine Orthodoxie in Denken oder Reden durchzusetzen.“
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In den letzten Jahren hat der Oberste Gerichtshof eine Reihe von Urteilen zugunsten religiöser Menschen, insbesondere konservativer Christen, gefällt. Im Jahr 2023 gab das Gericht einer Webdesignerin aus Colorado Recht, die geltend machte, dass es ihr aufgrund des Ersten Verfassungszusatzes gestattet sei, die Gestaltung von Hochzeitswebsites für gleichgeschlechtliche Paare zu verweigern. Im Jahr 2022 entschied das Gericht, dass ein Highschool-Footballtrainer das verfassungsmäßige Recht habe, nach den Spielen seiner Mannschaft an der 50-Yard-Linie zu beten.
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In der alten Welt gibt es kein „unconstitutionally censored speech based on viewpoint“. Genau das was der Supreme Court noch mal klargestellt hat, ist in Europa völlig rechtmäßig und Gesetz. Und zwar genau aufgrund der Kirchen und ihrer Verstrickung mit dem Staat – und zwar schon mindestens seit dem 4. Jahrhundert. Aber das Ganze hat nicht einmal Vorbildwirkung, denn amerikanische Rechtsprechung wird in der alten Welt auch regelmäßig völlig missverstanden. Das amerikanische Urteil dient KEINEM (!) Schutz irgendwelcher Christen oder der Bestätigung biblischer Werte. Absolut nicht. Es beruht zu 100 % auf einem völlig säkularen Grundprinzip. Es existiert nur überhaupt auf Basis eines komplett säkularen Staates und steht und fällt mit diesem. Das Urteil bewertet keine der Aussagen inhaltlich, die Verfassung garantiert US-Bürgern nur uneingeschränkt jeden idiotischen Schwachsinn zu verbreiten. Und genau das steht dann über Beschränkungen anderer Gesetze. Wer auf solche säkularen Kunstgriffe zurückgreifen muss, hat den Kampf um die Wahrheit längst verloren. Das Therapie-Verbot – moralische Fragen staatlich… Weiterlesen »