Oktober 2011

Bücherdigitalisierung

Viele kleine Buchhändler würden zu gern auf Amazon verzichten. Aber die Digitalisierung von Büchern schreitet voran. Wer die deutsche Zentrale der Internetbuchhandlung in München besucht, klickt sich in die Zukunft des Lesens, meint Felicitas von Lovenberg:

Am Aufbau von Bibliotheken verdient Amazon längst ebenso wie an deren Auflösung. Zunächst kauft jemand ein neues Buch. Nach der Lektüre veräußert er es über Amazon Marketplace. Dort erwirbt es ein anderer, der es dann eines Tages über das Trade-in-Programm eintauscht – für einen Amazon-Gutschein, mit dem sich der Kreislauf, bei dem die Firma mehrfach an ein und demselben Buch verdient, wieder schließt. Für den traditionellen Buchhandel ist das Unternehmen ein vielgesichtiger Teufel. »Wir sind das Störfeuer«, sagt Kleber gutgelaunt. Seines Erachtens ist es nur eine Frage der Zeit, der Kosten und der Lizenzen, bis alle Titel der Welt digitalisiert sind. Die Lösungen müssten den Autoren, nicht den Verlagen gerecht werden – sonst werde sich der Autor der Zukunft seinen eigenen Weg zum Leser suchen. Am liebsten Arm in Arm mit Amazon.

Kürzlich habe ich übrigens gelesen, dass Umberto Eco das Internet als Riesenlexikon benutzt, elektronische Bücher jedoch an seine Tochter weitergibt. Eco: »Damit verliere ich nur meine Zeit« (FAZ vom 01.11.11, S. 33).

Hier der Beitrag von Felicitas von Lovenberg: www.faz.net.

Am falschen Datentropf

Die neue »Gesundheitskarte« (klingt doch viel besser als »Krankheitsgeschichten-Speicherchip«) kündigt an, wie bald sich die Ideale einer analogen Privatsphäre in der Digitalsphäre in Luft auflösen. Auf in die Ära der Cybermedizin – natürlich allein zum Wohle des Bürgers. Wieder soll uns ein Euphemismus unsere Mündigkeit vorgaukeln, denn der »Gesundheitsmanager« steht für »Gib mir Deine Krankendaten«.

Eine bissige Kritik an der Cybermedizin von Joachim Müller-Jung:

Noch ist die Vernetzung in keinem Land geschafft, aber überall findet man Keimzellen dafür: In Europa sind 850 Cybermedizin-Firmen bekannt, 25 volldigitalisierte Kliniken wie das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf arbeiten an der Totalvernetzung mit Patienten und umliegenden Arztpraxen, mehr als einhundert Unternehmen bieten schon mobile Telemedizindienste an – etwa ein fernkontrolliertes Schwangeren-CTG zur Überwachung von Kinderherztönen. Die Weltgesundheitsorganisation hat ermittelt, dass schon vier von fünf unter den wohlhabendsten 112 Ländern mindestens einen mobilen Online-Gesundheitsdienst anbieten. Deutschland liegt auf Platz achtzehn, gleichauf mit Bulgarien. Der Datenhunger der Online-Gesundheitsdienste wächst enorm. Und er wächst mit der Individualisierung der Medizin immer schneller. Wer maßgeschneidert gesund bleiben will, der muss, so lautet das neue Paradigma, bereit sein, auch sensible persönliche Daten – wenn nötig in Echtzeit – austauschen, auswerten und speichern zu lassen.

Wenn aber, wie Roland Trill fordert, jeder sein »eigener Gesundheitsmanager« werden darf, wer schützt uns dann vor dem Missbrauch? In Estland gibt es ein Gesetz, das jeden Bürger zum Herrn über seine eigenen Daten erklärt. In Deutschland ist dagegen auch nach acht Jahren Entwicklungsstreit um eine vergleichsweise primitive Gesundheitskarte noch niemandem klar, wo und welche Daten gespeichert werden, wohin sie transferiert und wie sie genutzt werden. Genügt es nicht, dass wir krank werden? Müssen wir in solchen Zwangslagen auch noch der Hoheit unserer eigenen Gesundheitsdaten beraubt werden?

Mehr: www.faz.net.

Douglas Groothuis: Christliche Apologetik

Grothius.jpgCT hat mit Douglas Groothuis über sein umfangreiches Apologetik-Handbuch Christian Apologetics: A Comprehensive Case for Biblical Faith gesprochen. Groothius:

Often, for various reasons, apologetics doesn’t get into the pulpit. Part of it is fideism, the idea that faith requires no evidence. In fact, some people even pit faith against reason. That’s simply bad theology, and bad anthropology. Many Christian colleges do not require apologetics courses. Many seminaries do not require their divinity students to study apologetics. I think that’s deeply wrong. But it is not merely for the professors, the philosophers, and the writers. We are called to love God with all our hearts, souls, strength, and minds; to love our neighbors as ourselves, have a reason for the hope within us, and contend earnestly for the faith. Apologetics is not a peripheral discipline for Christian eggheads. It’s right at the center of the kingdom of God.

Mehr: www.christianitytoday.com.

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