Adolf von Harnack

Zwei Arten des „Theologischen Liberalismus“

Dan Doriani (Covenant Theological Seminary, Missouri, USA) unterscheidet in seinem Beitrag über den Theologischen Liberalismus zwischen einem feindlichen und einem freundlichen Liberalismus. Der freundliche möchte den Glauben an Gott „retten“, zahlt dafür aber einen hohen Preis.

Jahrhundertelang sind liberale Theologen davon ausgegangen, es sei ihre Aufgabe, das Christentum dem „modernen Menschen“ schmackhaft zu machen. In den meisten Fällen teilt dieser moderne Mensch mit dem Theologen einen sehr ähnlichen Hintergrund und sozialen Status. Das Ziel des liberalen Theologen ist die Rettung des Christentums, die durch das Entfernen der jeweils anstößigsten Lehrsätze bewerkstelligt wird. 

Einmal ist es die Lehre der Sünde, die unakzeptabel ist; ein anderes Mal sind es Wunder; und noch ein anderes Mal ist es die Jungfrauengeburt, die stellvertretende Sühne oder die biblische Sexualmoral. Der Tenor allerdings ist immer derselbe: Um das Christentum glaubwürdig zu machen, müssen gewisse Lehrsätze weichen. 

Die erste Variante, der feindliche Liberalismus, hasst das Christentum und möchte es durch eine bessere Religion ersetzen. Die zweite – um die es in diesem Artikel geht – ist freundlicher. Sie möchte den Glauben retten und seine „kulturellen Verächter“ zurückgewinnen. Leider wird das Christentum in dem Rettungsversuch des freundlichen Liberalen zerstört, da seine Loyalität nicht der Schrift, sondern der Kultur gilt. 

Mehr bei Evangelium21: www.evangelium21.net.

Adolf von Harnack und die Kritik der kirchlichen Dogmen

Adolf von Harnack (1851–1930) war international der bedeutendste Vertreter des liberalen Protestantismus. Sein Hauptwerk Das Wesen des Christentums gilt bis heute als Grundschrift liberaler kulturprotestantischer Theologie (vgl. auch: Das undogmatische Christentum des Adolf von Harnack).

Rüdiger Achenbach hat mit Professor Kroeger über Harnack gesprochen. Wieder ist das Gespräch informativ. Wieder zeigt es die Tragik der liberalen Theologie. Jesus war ein einfacher Mensch und wollte auch nichts anderes sein. Gott ist die Liebe, die sich dem Bedürftigen zuwendet.

So kann man verstehen, dass Ludwig Feuerbach die Gottesprojektion geltend macht oder z.B. Hans Albert in seinem Buch Das Elend der Theologie davon spricht, dass die christliche Theologie seit mindestens zwei Jahrhunderten vor Fragen steht, die sie nicht beantworten kann. Fragen eben, die sie unter dem vorausgesetzten Anthropozentrismus nicht beantworten kann.

Hier das Gespräch:

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner