Gender Mainstream

Schlecht, schlechter, Geschlecht

Die Genderforschung behauptet, dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau kulturell konstruiert sind. Der ZEIT-Autor Harald Martenstein ist sich da nicht so sicher.

Inzwischen habe auch ich, wie die Genderforschung, eine Theorie. Ich glaube, ich weiß, warum selbst bestens belegbare Erkenntnisse der naturwissenschaftlichen Geschlechterforschung von vielen Genderfrauen abgelehnt oder gar nicht erst zur Kenntnis genommen werden. „Natur“ war, jahrtausendelang, ein Totschlagargument der Männer. Frauen konnten angeblich dieses nicht und jenes nicht, sie galten als eitel, dumm, schwach, hysterisch, zänkisch, schwatzhaft und charakterlich fragwürdig. Das alles kam im Gewande der wissenschaftlichen Erkenntnis daher. So wie man auch für wissenschaftlich belegt hielt, dass man Mörder an ihren Augenbrauen und Vergewaltiger an ihren Ohrläppchen erkennen könne. Immer hingen die angeblichen Defizite der Frauen mit ihrer angeblichen Biologie zusammen, und meistens ging es dabei darum, die Macht der Männer ideologisch zu begründen. Wenn früher von Unterschieden zwischen Männern und Frauen die Rede war, dann lief es immer darauf hinaus, dass Frauen die Schlechteren sind und Männer die Besseren. Die Genderfrauen ziehen daraus den Schluss, dass biologische Forschung insgesamt ein Herrschaftsinstrument der Männer sein muss. Deshalb sagen sie: Es gibt keine Unterschiede, basta. Warum? Weil es einfach keine geben darf. Genderforschung ist wirklich eine Antiwissenschaft. Sie beruht auf einem unbeweisbaren Glauben, der nicht in Zweifel gezogen werden darf.

Hier: www.zeit.de.

VD: TS

Queer dir deine Welt

Die Grüne Jugend hat einen Queer-Reader zusammengestellt, der es in sich hat. Beispiele:

Schule und Jugendarbeit sollen uneingeschränkte Unterstützung leisten. Die gleichberechtigte Darstellung von verschiedenen Lebensentwürfen in Rahmenlehrplänen und Lehrmaterialien ist genauso sicherzustellen wie die Behandlung aller Formen von Sexualität durch die Sexualaufklärung im Unterricht. Dabei ist es wichtig, dass keine Geschlechterrollen vermittelt werden, sondern jede Person in ihrer individuellen Entwicklung bestärkt wird. Um dies zu gewährleisten, muss sichergestellt werden, dass die Lehrer_innen während ihrer Ausbildung und auch während ihrer Berufsausübung immer wieder Fortbildungen zum Umgang mit queer- und gendersensiblen Themen absolvieren müssen.

Die Kategorien ”Mann” und ”Frau” sind soziale Konstrukte, doch das Bild der Zweigeschlechtlichkeit wird der Realität nicht gerecht. Wir verstehen einen Menschen nicht als eine Person, die ihr Leben lang einer Geschlechtsidentität als Mann oder Frau ausgesetzt ist. Unser Ziel ist es eine Gesellschaft so zu prägen, dass sich jede_r frei entscheiden kann, welche Geschlechtsidentität sie_er einnehmen möchte. Als GRÜNE JUGEND streiten wir dafür, dass die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten endlich anerkannt wird. Ein erster Schritt zur stärkeren Sichtbarmachung ist eine dritte Option bei der Angabe des Geschlechtes gegenüber staatlichen Stellen und amtlichen Dokumenten. Ebenso soll es die Möglichkeit geben, eine Angabe zu verweigern. Perspektivisch streiten wir dafür, dass die Geschlechtsangabe als Kategorie komplett wegfällt.

Das Medienmagazin pro meldet dazu:

Die Jugendorganisation der Grünen hat derweil ihren „Queeren Monat“ mit der Veröffentlichung einer Resolution beendet. Darin heißt es unter anderem: „Der Schutz der Ehe (…) darf nicht länger im Grundgesetz verankert sein. Wir wollen die Ehe als staatliche Institution abschaffen.“ Statt der bisher üblichen Ehe fordert das Papier, „dass auch rechtlich mehr als zwei Personen als Eltern eines Kindes gelten sollen“, und weiter: „Es muss endlich auch rechtlich anerkannt werden, wenn nicht-heterosexuelle Paare, polyamor lebende Menschen oder Freund_innen gemeinsam die Sorge für Kinder übernehmen.“

Mehr: www.pro-medienmagazin.de.

Mangelnder Respekt vor der Authentizität von Texten

Es muss bei der Diskussionsrunde über Diskriminierung, Ästhetik und Sprache wirklich deftig zugegangen sein, wenn sich ein Redakteur der taz über inquisitorische Sprachpolizistinnen aufregt. Dabei wollte doch der Moderator nur eine Passage aus einem alten Buch vorlesen.

Deniz Yücel schreibt über den Tumult:

Es gibt Geschichten, die man einfach erzählen muss, selbst wenn man selber darin vorkommt. Zum Beispiel diese: Samstagnachmittag auf dem taz.lab. Unter dem Titel „Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen“ diskutieren die Kolumnistin und Publizistin Mely Kiyak, der Titanic-Chefredakteur Leo Fischer und die Autorin und Aktivistin Sharon Otoo über Diskriminierung, Ästhetik und Sprache. Alle auf dem Podium wissen um den Zusammenhang von Sprache und Herrschaft, niemand bestreitet das Fortleben von Rassismus. Dennoch kommt es kurz vor Schluss zum Eklat.

Gut zwanzig Leute versuchen zu verhindern, dass der Moderator (ich) eine Passage aus einem historischen Dokument vorträgt. Die Gruppe beginnt einen Tumult, brüllt und wird von einem die Contenance nicht mehr ganz wahrenden Moderator (auch ich) niedergebrüllt („Geht bügeln!“). Schließlich verlässt die Gruppe den Raum. Sharon Otoo, mit der zuvor abgesprochen war, dass das inkriminierte Wort in Zitaten verwendet werden würde, geht ebenfalls.

Mehr: www.taz.de.

VD: ET

Genderjustiz

1. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte 2011, nachdem 3 Jahre zuvor schon das Arbeitsgericht Karlsruhe mit der Sache befaßt gewesen, danach auch noch das Landgericht Karlsruhe, in höherer Instanz zu entscheiden, ob Stellenanzeige einer Firma, nämlich

“Geschäftsführer […] gesucht”,

Frauen diskriminiere. Nach Vortrag des Klägers, einer Dame, insinuiere das Inserat, Bewerbung wäre Männern vorbehalten, was dem Gebot der Gleichstellung von Mann und Frau zuwiderliefe und deshalb nicht statthaft.

“Die Klägerin ist der Auffassung, die mit „Geschäftsführer“ überschriebene Stellen- anzeige sei nicht geschlechtsneutral. Schon deshalb sei zu vermuten, dass die Klägerin wegen ihres Geschlechts benachteiligt worden sei.”

Entsprechend fällt das Urteil aus:

“Die Klägerin kann von der Beklagten gem. § 15 Abs. 2 AGG eine Entschädigung beanspruchen, weil die Beklagte sie wegen ihres Geschlechts benachteiligt hat. Der Senat hält eine Entschädigung in Höhe eines Monatsgehalts von 13.257,36 EUR für angemessen.”

Dr. Christoph Zimmer hat wieder „zugeschlagen“:

Die buchstäbliche Pornographie des “m/w”, “/in”, des Innenis, des nichts unter- streichenden Unterstrichs, Femogender entdeckt die Bedeutung des Strichs, und weitere Beiträge graduierter Idiotie, die mit gleichen Rechten von Menschen nichts, aber auch gar nichts zu tun haben, entspringen sprachlogischem Unvermö- gen und dem Unverständnis von Sprache als Label, Etikette, Klebezettel, Schild und Aufschrift, wovon leider auch die Richter reichlich Proben abgegeben haben.

Wäre unsere Gesellschaft kulturell nicht nach unten orientiert, verfügten hohe Richter über gesunden Menschenverstand, einem SALOMO verwandt, statt daß sie billig dem Betrug des Gender-Mainstreams Schützenhilfe leisten, hätten sie zumin- dest sagen können:

“Geschäftsführer” benachteilige Frauen?

Nun gut, dann soll das Wort auch für den Nachteil geradestehen.

Hier: Genderjustiz.pdf.

Mitleid mit Martenstein

Der Zeit-Kolumnist Harald Martenstein hat erlebt, wie schnell man als Autor einen Shitstorm auslöst. Sein Vergehen? Eine Glosse über die geplanten Unisex-Toiletten in Berlin-Kreuzberg. Wenn es um Genderpolitik geht, hört in Deutschland der Spaß auf. 

Jan Fleischhauer schreibt in seiner Kolumne:

Jetzt aber hat es auch Martenstein richtig erwischt. Er halte sich sicher für „liberal, aufgeschlossen, aufgeklärt“, schrieb am Dienstag der berühmte Medienjournalist Stefan Niggemeier in seinem Blog über den noch berühmteren Kollegen. Tatsächlich liefere er dem bürgerlichen „Zeit“-Publikum aber „dieselbe Mischung aus Ignoranz, Intoleranz und Desinteresse an Fakten“, wie sie auch die „Bild“ auszeichne.

Was ist passiert, mögen Sie sich fragen. Hat Martenstein plötzlich die Beherrschung verloren und angefangen, wild herumzukrakeelen? Hat er einen rassistischen Witz gemacht oder sich frauenfeindlich verhalten? Nein, der Mann von der liberalen, aufgeschlossenen „Zeit“ hat sich in seiner Kolumne der vergangenen Woche über einen Beschluss der Bezirksversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg mokiert, neben den Toiletten für Männer und Frauen auch sogenannte „Unisex-Toiletten“ für Menschen einzurichten, die nicht so genau sagen können, ob sie nun Mann oder Frau sind.

Man darf sich in der „Zeit“ über alles Mögliche auslassen, ohne dass dies Konsequenz hätte: über weiblichen Führungsstil, Tierschutz oder vermeintliche Nazis im Kulturbetrieb. Sogar das Holocaust-Mahnmal war bei Martenstein schon mal Anlass für Sottisen, ohne dass dies Anstoß erregt hätte. Nur mit den Sorgen der sexuell Unentschlossenen, beziehungsweise „Transgender“, sollte man keine Scherze treiben. Da hört der Spaß auf, wie man sieht.

Mehr: www.spiegel.de.

Aufmarsch der Hyperkorrekten

Unisex-Toiletten, gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare – überhaupt für alle Menschen und Menschinnen. Wer es wagt, leise Zweifel an der neuen politischen Korrektheit anzumelden, der wird in den Bann genommen. Das ist lähmende Gleichmacherei, meint Alexander Kissler:

Wo bleibt die Freiheit, wenn es nicht eine Freiheit ist zum Widerspruch, zur Absage, zur Minderheit? Was ist eine Toleranz, was eine Gleichberechtigung wert, wenn in deren Namen ganz intolerant Denkverbote ausgesprochen und Platzverweise erteilt werden?

Hier: www.cicero.de.

Der Toilettengang wird zur philosophischen Übung

Henryk M. Broder hat wieder zugeschlagen: „Verglichen mit den Grünen und ihrem Hang zum alltäglichen Totalitarismus ist die katholische Kirche eine libertäre Organisation mit Sinn für menschliche Schwächen.“

Diesmal geht es um die Einrichtung von Unisextoiletten in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg:

Der Vorteil der Unisextoiletten, heißt es weiter in dem Papier, läge in dem Umstand, dass sie „keine Selbstkategorisierung in das binäre Geschlechtersystem“ erfordern. „Das kann selbst für Menschen, die sich prinzipiell zuordnen können, dazu aber nicht ständig angehalten werden möchten, angenehm sein. Sie regen außerdem dazu an, über Geschlechtertrennungen im Alltag nachzudenken.“

So wird jeder Gang zu einer öffentlichen Toilette in Friedrichshain-Kreuzberg zu einer philosophischen Übung über das „binäre Geschlechtersystem“, das ausgedient hat, ganz im Sinne der Philosophin Judith Butler, die das Frau- beziehungsweise Mannsein für ein „gesellschaftliches Konstrukt“ hält.

Mehr: www.welt.de.

Die Gender-Toiletten

Der Gender-Wahnsinn ist weiter auf dem Vormarsch: In Massachusets dürfen Jungs jetzt die Mädchentoiletten benutzen, wenn sie vorgeben, „transgender“ zu empfinden. Niemand darf sie kritisieren oder raus schicken. In England werden ebenfalls „gender-neutrale“ Toiletten eingeführt.

Ich empfehle den Kurzkommentar von Jeremy Tedesco. „Die Dinge sind definitiv außer Kontrolle geraten.“ Hier:  blog.alliancedefendingfreedom.org.

VD: MG

Gender-Lobbyismus

Nicolai Franz hat einen gut lesbaren Einführungstext zur Gender-Politik geschrieben:

Der Erfolg der Gender-Theorie ist vor allem ein politischer. 1985 diskutierten Delegierte auf der Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen (UN) erstmals den Begriff „Gender-Mainstreaming“. Auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking wurde er zum offiziellen politischen Programm. Von den UN aus sickerte der Begriff auch in die unteren Ebenen, die Europäische Union (EU) und nach Deutschland. Gender-Mainstreaming ist in der EU und der Bundesrepublik offizielles Programm. „To mainstream“ bedeutet in diesem Zusammenhang „berücksichtigen“ oder „einbinden“. Auf allen gesellschaftlichen Ebenen sollen die Verantwortlichen darauf achten, dass es unterschiedliche Geschlechter gibt, die ihre eigenen Bedürfnisse haben. Das Ziel: Gleichberechtigung. Das klingt zunächst wie ein Anliegen, das jeder vertreten kann.

Doch hinter dem Begriff steckt mehr. Warum steht in den UN-Dokumenten zum Beispiel nicht „Sex-Mainstreaming“, was sich auf das biologische Geschlecht beziehen würde? Genau genommen handelt es sich dabei um einen der größten Erfolge, den Lobbyisten in den letzten Jahrzehnten erzielen konnten. Denn mit „Gender“ hatten sie der Politik ein Wort untergejubelt, das sie selbst mit Inhalt füllen konnten: Nicht die Biologie und die Erziehung prägen die Geschlechterrollen, sondern nur die Erziehung.

Hier: www.pro-medienmagazin.de.

Zur Entstehung gendergerechter Schreibweisen

SchülerInnen, Studierende, Professor_Innen, Absolvent*Innen – es gibt eine Menge Vorschläge, wie man gendergerecht schreiben kann. Warum das sinnvoll sein soll und doch sinnlos sein kann, dazu informiert ungewollt der ausführliche Artikel „Die Entstehung von gendergerechten Schreibweisen“.

Im Trend liegt das  „gender-gap_ “ als neue Strategie der Aneignung zur Infragestellung des binären Geschlechtersystems. Das „gender-gap_ “ schreibt _ als Leerstelle_ in Form eines Unterstrichs.

Der Unterstrich, später gender_gap (soziales Geschlecht_Leerstelle) genannt, soll alle Menschen mit einschließen, auch diejenigen, die sich nicht als vermeintliche Frauen oder Männer definieren. Er soll das zwei-Geschlechtersystem in Frage stellen, weil es einige Transgender (Transsexuelle, die das Geschlecht wechseln wollen oder sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen) und intersexuelle Menschen (Menschen deren biologische Geschlechtsmerkmale sich nicht eindeutig einem der beiden Geschlechter zuordnen lassen) nicht einschließt.

In den letzten Jahren verbreitet sich das gender-gap mehr und mehr. Wurde es am Anfang vor allem von queer-feministischen Kreisen verwendet, adaptieren es mehr und mehr Linke und selbst an Universitäten findet sich sein Gebrauch mittlerweile sporadisch wieder.19 Kritik an dieser Schreibweise gibt es derweil z.B. aus feministischer Ecke. Luise Pusch findet heute, dass das Binnen-I zur Aufnahme von Frauen eine bessere Alternative als ein angehängtes Suffix wie beim Schrägstrich/- oder Unterstrich_ ist. Den Unterstrich für Menschen, die sich nicht einem der beiden anerkannten Geschlechter zugehörig fühlen, zu verwenden, findet sie entwürdigend. Außerdem funktioniert diese Schreibweise nicht in allen Sprachen, z.B. dem Englischen, wo es gar keine männlichen und weiblichen Endungen gibt. Deshalb plädiert sie wie viele Andere für eine Entsexualisierung der Sprache durch Verwendung von Formen wie Studierende, Angestellte und Lehrbeauftragte.

Die FAZ hat gestern den Aufsatz „Unbeschreiblich weiblich und männlich“ von Emanuel Derman publiziert (FAZ vom 18.02.2013, Nr. 41, S. 30). Da Geschlechterzuschreibungen – so Derman – immer schwieriger werden, müssen wir „befreite Sexkimos“ neue Wege gehen und Schemen entwickeln, in denen sich alle – ich nenne es: „wiederfühlen“. Derman verweist auf Studenten, die von sich sagen, „ihre Identität variiere in der Zeit“, also „von Tag zu Tag oder von Woche zu Woche“. Bei so viel Bewegung ist der Vorschlag, in Zukunft das Geschlecht mit einer Leerstelle zu kennzeichnen, vielleicht gar nicht grotesk. So bleiben die Publikationen immer authentisch.

Hier der Beitrag über gendergerechtes Schreiben von Studis Online: www.studis-online.de.

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