Der woke Moralismus verfängt nicht mehr

Gideon Böss meint, dass wir „gerade wohl so etwas wie einen metaphysischen Zusammenbruch des westlichen Lebensstils, der über Jahrzehnte hinweg alles Konservative ironisierte, kritisierte und verlachte“ erleben.

Zitat: 

Menschen sind nicht für ein Leben frei von Hoffnung gemacht. Doch genau dieses toxische Leben bot der linksradikale Moralismus ihnen an: ein Leben aus gegenseitiger Verachtung, Feindschaft und Scham. Eine Ideologie wie eine ewige Depression. Da aber der Markt der Ideen nach Angebot und Nachfrage funktioniert, schiebt sich nun das Christentum zurück ins Rampenlicht. Es wirbt mit Vergebung, mit Nächstenliebe und der Hoffnung auf ein besseres Morgen. Kein Wunder also, dass es eine stetige Abwanderung aus der Ecke der linken „Schäm dich“-Rhetorik gibt – hin zu „Wir sind alle Kinder Gottes“. Oftmals ist das Bekenntnis zum Christentum dabei eines zur Familie, es ist ein Wunsch nach Stabilität und Werten. Ob aus diesem Phänomen ein langfristiger Trend wird, ist nicht ausgemacht – und vermutlich war die Dämonisierung des Christentums ähnlich übertrieben wie es aktuell dessen Glorifizierung in manchen Kreisen ist. Doch es könnte der Beginn einer kulturellen Gegenbewegung sein, die sich nicht nur gegen die woke Linke richtet, sondern ebenso gegen den Aufstieg des Islam im Westen, der wegen seines Dominanzanspruchs als Bedrohung empfunden wird.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.welt.de.