Heilsgewissheit

Spurgeon: Jesus allein

Charles Haddon Spurgeon schreibt in Die TĂŒr ist offen (#ad, 2022, S. 13–14):

Es kann gar nicht oft und deutlich genug gesagt werden, dass die einzige Hoffnung auf Errettung in dem Herrn Jesus Christus liegt. Jesus genĂŒgt, um von der Schuld und der Macht der SĂŒnde zu erretten. Sein Name wird Jesus genannt, „denn er wird sein Volk erretten von seinen SĂŒnden“. „Der Sohn des Menschen hat Vollmacht, auf der Erde SĂŒnden zu vergeben.« Er ist erhöht, „Buße und Vergebung der SĂŒnden zu geben“. Es hat Gott gefallen, einen Heilsplan zu entwerfen, der sich ganz und gar in Seinem eingeborenen Sohn erfĂŒllen sollte. Jesus wurde um unseres Heils willen Mensch, Er wurde „gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz“. WĂ€re eine andere Weise der Befreiung möglich gewesen, so hĂ€tte Gottes eigener Sohn nicht sterben mĂŒssen, um uns zu erretten. Die unendliche Gnade ersann das große Opfer; die unendliche Liebe unterwarf sich um unseretwillen dem Tod. Wie können wir meinen, dass es einen anderen Weg geben könne als den, den Gott mit solchen Kosten vorbereitet und uns in der Heiligen Schrift so einfach und so dringend dargestellt hat? „Es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden mĂŒssen“ – das ist ganz gewiss wahr.

Anzunehmen, dass Jesus die Menschen nur unvollkommen errettet hĂ€tte und dass von unserer Seite noch irgendein Werk oder GefĂŒhl nötig wĂ€re, um Sein Werk zu vollenden, ist verwerflich. Was könnten wir denn auch Seinem Blut und Seiner Gerechtigkeit hinzufĂŒgen?

„All unsere Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid.“ Selbst wenn wir irgendwelche Gerechtigkeiten hĂ€tten, auf die wir stolz sein könnten, wenn unsere FeigenblĂ€tter noch so groß und breit wĂ€ren, so wĂ€re es doch weiser, sie abzulegen und jene Gerechtigkeit anzunehmen, die Gott viel wohlgefĂ€lliger sein muss als unsere eigene. Ich, der ich diese Zeilen schreibe, möchte damit frei bekennen, dass kein Faden an mir gut ist. Ich könnte nicht einmal einen Lumpen daraus machen, nicht ein LumpenstĂŒck. Ich bin vollstĂ€ndig entblĂ¶ĂŸt. Aber wenn ich das schönste Gewand von guten Werken hĂ€tte, das ich mir im Stolz nur vorstellen kann, so wĂŒrde ich es zerreißen und nichts anziehen als die »Kleider des Heils«, die mir von Jesus aufgrund Seiner eigenen Verdienste umsonst gegeben werden.

Es verherrlicht unseren Herrn Jesus am meisten, wenn wir alles Gute von Ihm allein erhoffen. Dadurch ehren wir Ihn, wie Er geachtet zu werden verdient. Denn da Er Gott ist und niemand außer Ihm, können wir nichts anderes tun, als auf Ihn zu blicken, um errettet zu werden. Er erwartet von uns, dass wir so zu Ihm kommen, denn Er lĂ€dt alle, die mĂŒhselig und beladen sind, zu sich ein, damit Er ihnen Ruhe geben kann.

Das Kind, das in Feuergefahr ist, klammert sich an den Feuerwehrmann, der es auf dem Arm trĂ€gt, und vertraut ihm allein. Es fragt nicht nach seiner körperlichen Kraft oder nach der Aufrichtigkeit seiner Absicht, zu retten, sondern es hĂ€ngt sich an ihn. Die Hitze ist furchtbar, der Rauch erstickend, aber der Retter trĂ€gt es schnell in Sicherheit. HĂ€nge dich mit demselben kindlichen Vertrauen an Jesus, der dich aus den Flammen der SĂŒnde heraustragen kann und will!

Spurgeon: Warum im Dunkeln bleiben?

Charles Haddon Spurgeon schreibt in Die TĂŒr ist offen (#ad, 2022, S. 10–11):

Unsere Erweckung kann dem Werk Christi nichts hinzufĂŒgen, sondern sie soll uns zu unserem Retter treiben. Wie abwegig ist es doch, mir einzubilden, dass mein GefĂŒhl der SĂŒnde dazu beitragen kann, sie hinwegzunehmen! Es ist, als wenn ich sagen wĂŒrde, Wasser könne mein Gesicht nicht reinigen, wenn ich nicht noch lĂ€nger in den Spiegel sehen und die Schmutzflecken in meinem Gesicht zĂ€hlen wĂŒrde. Das GefĂŒhl, dass man die Errettung nötig hat, ist sehr gesund; aber man hat Weisheit nötig, um mit diesem GefĂŒhl richtig umzugehen und nicht einen Götzen daraus zu machen.

Manche Leute scheinen förmlich verliebt in ihre Zweifel, BefĂŒrchtungen und Nöte zu sein. Man kann sie nicht davon abbringen. Wenn ein Pferdestall brennt, dann besteht, wie man sagt, die grĂ¶ĂŸte Schwierigkeit darin, die Pferde aus ihren StĂ€nden herauszubekommen. Wenn sie nur dem Befehl ihres Besitzers folgten, könnten sie den Flammen entfliehen; aber sie scheinen vor Furcht gelĂ€hmt. So hindert die Angst vor dem Feuer ihre Flucht vor dem Feuer. Sollte auch uns die Furcht vor dem zukĂŒnftigen Zorn daran hindern, ihm zu entrinnen?

Einer, der lange im GefĂ€ngnis gesessen hatte, war nicht bereit, herauszukommen. Die TĂŒr stand offen; aber er bat unter TrĂ€nen um die Erlaubnis, an dem Ort bleiben zu dĂŒrfen, wo er so lange gewesen war. Das GefĂ€ngnis zu lieben! An den eisernen Schlössern und der Gefangenenkost zu hĂ€ngen! Dieser Gefangene kann ganz gewiss nicht richtig im Kopfe gewesen sein. Doch du, du willst ein Erweckter bleiben und nichts weiter, statt sofort Vergebung zu erlangen? Wenn du in Angst und Furcht verharren willst, dann musst auch du gewiss etwas von Sinnen sein. Wenn Friede zu haben ist, suche ihn ohne Umwege! Warum in der Dunkelheit der Grube bleiben, wenn deine FĂŒĂŸe im Schlamm versinken?

Es gibt Licht, wunderbares und himmlisches Licht; warum im Dunkel liegen und in der Angst sterben? Du weißt nicht, wie nah dir das Heil ist. Wenn du es wĂŒsstest, so wĂŒrdest du sicher die Hand ausstrecken und es nehmen, denn es ist da, und es ist zu haben; du brauchst es nur zu nehmen.

Gibt es Heilsgewissheit ohne Heiligung?

2804_0.jpgDer Bethanien Verlag wird Mitte November ein Buch ĂŒber die Heilsgewissheit publizieren:

  • Thomas R. Schreiner u. Ardel B. Caneday: Mit Ausharren laufen: Gibt es Heilsgewissheit ohne Heiligung?, Paperback, Betanien, 2009, 350 Seiten, 15,50 Euro

Der Verlag schreibt zum Buch:

Disziplin. Ausdauer. Ausharren. Das Neue Testament beschreibt das Leben als Christ oft als einen Wettlauf, bei dem es um einen Preis geht. Was ist dieser Preis? Eine besondere, zusĂ€tzliche Auszeichnung fĂŒr ĂŒberdurchschnittliche Leistung? Oder geht es um die Errettung selbst? Kann man disqualifiziert werden, scheitern und den Preis verfehlen? Oder ist der Preis jedem sicher, der bei dem Lauf gestartet ist? Was ist mit den biblischen Warnungen vor dem VersĂ€umen des Preises? Kurz: Ist das Heil sicher oder verlierbar und wie hĂ€ngt es mit dem Ausharren zusammen?
Die Autoren bieten in diesem Buch Antworten durch eine grĂŒndliche Untersuchung der biblischen Lehre vom rettenden Glauben und zeigen die Folgerungen fĂŒr das Volk Gottes auf. Diese grundlegende Studie untersucht alle relevanten Texte des Neuen Testaments und lotet deren Bedeutung fĂŒr das Leben als Christ, fĂŒr das Heil und fĂŒr den Dienst in WortverkĂŒndigung, Gemeindeleitung und Seelsorge aus.

Dieser Auszug aus dem Buch zeigt, dass die LektĂŒre theologischer BĂŒcher zu einem spannenden Erlebnis werden kann: ausharren1-47.pdf.

Calvin und die Festigkeit des Glaubens

Johannes Calvin begrĂŒndet in seinem Schreiben an Kardinal Sadolet von 1539 die Gewissheit des Glaubens mit dem Hinweis darauf, dass Gott selbst sein Zeugnis in die menschlichen Herzen meißelt.

Zugleich warnt er vor Hochmut und Blindheit: »Ich gebe vielmehr zu, daß auch reine und wirklich fromme Herzen nicht immer alle Geheimnisse Gottes begreifen, ja manchmal sogar sonnenklaren Dingen gegenĂŒber blind sind und zwar nach Gottes Vorsehung, die sie auf diese Weise an demĂŒtige Bescheidenheit gewöhnen will.« Wir können nicht alles wissen, was wir wissen wollen. Jedoch: »Die Wahrheit dieses Wortes [gemeint ist das biblische Wort] aber ist ihnen klar und eindeutig genug, daß weder Menschen noch Engel sie ins Wanken zu bringen vermögen.«

So also stehen die Dinge: der Glaube der Christen darf sich nicht auf menschliches Zeugnis grĂŒnden, nicht auf schwankende Meinungen stĂŒtzen, noch sich durch AutoritĂ€t von Menschen absichern, sondern er muß uns mit dem Finger des lebendigen Gottes ins Herz gemeißelt sein, damit ihn kein Irrtum mit seiner Verblendung auslöschen kann. Folglich hat niemand an Christus Anteil, der nicht an diesen elementaren Dingen festhĂ€lt: Es ist ein Gott, und er allein erleuchtet unsere Sinne zur Erkenntnis seiner Wahrheit, er versiegelt sie durch denselben Geist in unseren Herzen und macht durch ihre zuverlĂ€ssige BestĂ€tigung unser Gewissen fest. Das ist, um mich so auszudrĂŒcken, jene volle und feste Gewißheit, die Paulus uns rĂŒhmt: Wie sie dem Zweifel keinen Raum gibt, so ist sie auch bei der Verteidigung vor den Menschen nicht unschlĂŒssig oder schwankend, welcher Partei sie sich eher anschließen soll, sondern hört nicht auf, fest in sich selbst zu stehen, mag sie auch die ganze Welt wider sich haben.

Hier hat auch jene FĂ€higkeit zu klarem Urteil ihren Ursprung, die wir der Kirche zuschreiben und ihr ungeschmĂ€lert bewahrt wissen wollen. Denn mag die Welt auch noch so toben und vom LĂ€rm verschiedenster Meinungen widerhallen. Wer glaubt, ist niemals so verlassen, daß er den richtigen Weg zum Heil nicht einhalten könnte. Dennoch trĂ€ume ich dabei nicht von einer Klarheit im Glauben, die bei der Unterscheidung zwischen wahr und falsch nirgends auf Abwege gerĂ€t und niemals sich tĂ€uscht; ich rede auch nicht einem Eigensinn das Wort, der auf das ganze Menschengeschlecht gleichsam von oben herabsieht, sich um keines Menschen Urteil kĂŒmmert und keinerlei Vorliebe fĂŒr Gebildete oder Ungebildete kennt. Ich gebe vielmehr zu, daß auch reine und wirklich fromme Herzen nicht immer alle Geheimnisse Gottes begreifen, ja manchmal sogar sonnenklaren Dingen gegenĂŒber blind sind und zwar nach Gottes Vorsehung, die sie auf diese Weise an demĂŒtige Bescheidenheit gewöhnen will. Umgekehrt auch das gebe ich zu , ist ihre Ehrfurcht vor allen Guten, geschweige denn vor der Kirche, so groß, daß sie sich nicht ohne weiteres von einem Menschen umstimmen lassen, bei dem sie etwas von rechter Erkenntnis Christi erspĂŒrt haben: Lieber halten sie einmal ihr Urteil zurĂŒck, als daß sie leichtfertig eine Spaltung vom Zaun brechen. Nur darauf beharre ich: Solange sie bei Gottes Wort bleiben, können sie niemals so in die Enge getrieben werden, daß sie ins Verderben geraten. Die Wahrheit dieses Wortes aber ist ihnen klar und eindeutig genug, daß weder Menschen noch Engel sie ins Wanken zu bringen vermögen.

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner